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Pflanzgefäße exklusiv Ausstellung

Lustiger Reisebericht aus Vietnam

Im Folgenden ein Beitrag von Jonas (15 Jahre alt), dem Sohn von Andrea und Gustav Evers, den Geschäftsführern von AE Trade Online, der dieses Mal seine Mutter und seinen Vater beim Besuch eines Lieferanten begleitet hat. Viel Spaß bei der lustigen Lektüre zum Aufenthalt in Vietnam.

Tag 1

Ho Chi Minh City. Hitze, Menschen, freundliche Menschen, einfache Garküchen neben edlen Restaurants, Abgase, 13 Mio. Einwohner und 8 bis 9 Mio. Motorroller. 

Uns wird die Tür aufgemacht als wir von der angenehm kühlen Hotellobby ins stickige Freie gehen. Schlagartig wird es heiß. Abgase mischen sich mit leckerem Duft aus den Küchen der Stadt. Unser Fahrer wartet schon. Ob es der richtige Ford ist, in den wir einsteigen, wusste niemand von uns, aber es war zum Glück der einzige, der gerade vor unserem Hotel mitten in der Innenstadt stand. "So you‘re the Driver from Hương?“, "I don‘t know“. Okay, das war zu erwarten. Einen englisch sprechenden Vietnamesen sucht man in den meisten Autos vergebens. Los geht das Abenteuer. Auch wenn es schon 9 ist, sind die Straßen voll. Auf der linken Spur fahren PKW, auf der Rechten Motorroller: So sollte es zumindest sein. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Jeder fährt wie er will. Egal ob linke, rechte Spur oder Bürgersteig, wo Platz ist wird gefahren. Wer im Weg steht, wird angehupt, nur ist bei einer solch enormen Menge jeder jedem im Weg. Gehupt wird trotzdem. Es wird einfach drauf losgefahren und jeder drängelt sich irgendwie an jedem vorbei. Auf 100.000 Einwohner Vietnams kommen so fast 25 Verkehrstote. 

Wir verlassen Ho Chi Minh und fahren in die Provinz Bình Dương. Eine von drei Provinzen des Mekong Deltas und Ort vieler unserer Produzenten. Schon auf dem Weg sehen wir einige unserer Produzenten und Ehemaligen. 

Heute jedoch fahren wir zu einer besonderen Produktionsstätte. Wir besuchen die Fabrik von Hương, eine Produzentin mit eher ungewöhnlicherem Background. Hương floh mit 17 kurz vor der Übernahme des Vietkong nach Australien und arbeitete dort als Betreuerin für andere vietnamesische Migranten, wie sie. Später, als alles vorbei war ließ sie alles hinter sich und kam zurück nach Vietnam, Ho Chi Minh City. Die größte Überraschung für sie? Die Kommunisten haben sie einfach machen lassen. Zu Anfang hatte sie Angst, aber jeder der Geld ins Land brachte war willkommen. So ist es heute noch. Schnell gründete sie ihre eigene Firma und fertigt seitdem vor allem Blumenkübel. Aber das ist nicht alles. Eigentlich ist sie Künstlerin. Sie bemalt Blumenkübel. Was sie macht ist einzigartig. Neben ganz natürlichen Motiven kreieren sie und ihre vielen Mitarbeiter Oberflächen, Muster und auch Formen die wirklich einzigartig sind. Dabei spezialisierte Hương sich auf Hochglanz, fast alles wird glänzend poliert. 

Wir werden herzlich empfangen. Stolz präsentiert uns Hương ihren Showroom vor der Fabrik. Schnell entdecken wir unsere Modelle, die wir bei ihr in Auftrag gegeben haben. Neben den bekannten Formen und Oberflächen sind aber auch viele Neue da. Besonders ins Auge sticht uns ein interessantes Fischgretmuster. Rings um die Kübel hängen Gemälde, die Hương ebenso erfolgreich wie ihre Töpfe vertreibt. Während wir herumgehen reden Gustav und Andrea, die Bosse, bereits intensiv mit ihr. Interessiert lauscht Hương zuerst unseren neuen Ideen und Visionen, und führt anschließend ihre aus. Sie erzählt uns über ihre Arbeit. Sie pendelt im Moment viel zwischen Vietnam und Australien, wo sie ihr Geschäft, wie wir in Deutschland etablieren will. "Very busy, hard work“, entgegnet sie uns immer wieder. Das glauben wir sofort. Mit ihren 70 ist sie selbst für vietnamesische Verhältnisse noch lange am Arbeiten, doch aufhören kommt für sie nicht in Frage, noch nicht. 

Los geht die kleine Führung durch die Fabrik in einem kleinen Nebenraum. Eine Arbeiterin zeichnet mit viel Können etwas auf einen Topf. Daneben ein Arbeiter der beflissen das gleiche macht. Die Arbeit hier ist hart, scheint aber Spaß zu machen. Immerhin ist es kreativ und fordernd. Ähnlich zu Raum 1 ist auch Raum 2, und auch 3. Überall wird gemalt, gesprüht, designed. Dazwischen wuseln immer wieder Arbeiter und bewegen Berge an kleinen und großen Kübeln und Gemälden. Überall stehen wild Kunstwerke herum. In dieser Produktionsstätte scheint es keine Ordnung zu geben, vielleicht wird auch grade an einer gearbeitet. Eine Arbeiterin trägt ein Deutschland Trikot und zwinkert mir zu. Ich zwinkre zurück. Hương berichtet von großen Erweiterungen der Fabrik in, gefühlt, alle Himmelsrichtungen. Vom vorderen, kreativen Teil geht es in den Hinteren. Dort wird poliert, gespült und besprüht. Stolz präsentiert Hương ihre neue umweltschonende Anlage, die Abgase einsaugt und filtert, irgendwie.

Pflanzgefäß exklusiv hochglänzend Schauraum

 

Nach der kleinen Führung gehen wir zurück in den Showroom. Kühles Wasser steht bereit an einem kleinen Sofatisch, der natürlich hochglänzend poliert ist. Fast schon wie Glas. Besprochen werden neue Ideen, aber auch alte. VIVANNO's neueste Idee: Lampen. Ist eine Lampe nicht eigentlich nur ein umgedrehter Blumentopf? Zumindest vergleichbar, finden wir. Aber auch da gibt es Schwierigkeiten. Der Lampenschirm ist das eine, aber die Elektronik und die Mechanik etwas anderes. Erfahrungen zeigen, das Vietnam noch nicht bereit ist, und die Elektronik woanders herkommen muss. 

Neben Lampen werden auch andere Ideen ausgetauscht. Hương hat viele Ideen für Oberflächen. Also sowohl Farbe, als auch Struktur des Kübels betreffend. Natürlich wird auch geträumt. Wir stellen uns riesige Konzerne vor, international. 

Wir verabschieden uns, Hương muss weiter arbeiten, und wir gehen weiter unsere Wege, bis heute Abend. 

Der Driver fährt uns sicher zurück durch das Chaos Ho Chi Minhs und setzt uns vor unserem Hotel ab. 

 

Der zweite Teil des Tages beginnt. Eigentlich wollte Hương uns abholen, aber wir fahren mit dem Taxi zum Restaurant, dessen Adresse sie uns bereits gegeben hat. Wir sollen schonmal hingehen und einfach essen. Sie hat bereits Essen bestellt, alles telefonisch. Im Taxi, das sich durch den Feierabendverkehr der Stadt kämpft, erfahren wir dann auch warum sie zu spät kommt. Sie steckt fest. Und das kann man wirklich wörtlich nehmen. Im Mekong Delta, Standpunkt ihrer Fabrik und Wohnung, die übrigens über dem Showroom ist, hat es so extrem geregnet, das alle Straßen überflutet sind. Sintflutartig verwandeln sich die Straßen in Flüsse. Ableger der Ableger des Mekong. Die Natur holt sich ihr Land zurück was einst ihr gehörte und jetzt mit Hochhäusern bedeckt ist - zumindest für eine Stunde. Das Wasser fließt ab ins nicht weit entfernte südchinesische Meer und die Straßen können wieder befahren werden. Wo in Deutschland jetzt bundesweiter Notstand ausgerufen werden würde, geht in Bình Dương und den anderen 2 Provinzen des Mekong Deltas der alltägliche Wahnsinn weiter. 

Während Hương sich durch die oben geschilderten Umstände verspätete, haben wir bereits eine (von ihr georderte) gemischte Platte, sowie gebratene Frühlingsrollen und allerlei Vegetables gegessen. Manches schmeckt, manches nur zum Teil.

Wir haben aufgegessen und bestellen gerade den Nachtisch, als Hương hereintanzt. "I‘m so sorry, it was raining“. Ja, klar, es hat geregnet, ein wenig. Bei Macarons und 7Up sprechen wir locker über Gott und die Welt. Sie erzählt uns ein wenig über ihre Geschichte. Ich ihr meine, die zugegebenermaßen nicht so reichhaltig ist, noch nicht. Meine Eltern und Hương bestellen einen Wein nach dem anderen, bis wir schlussendlich die Letzten im Lokal sind. Hương bestellt uns ein Taxi, instruiert den Fahrer und verabschiedet sich von uns.

Jonas Hương Abendessen

 

Zuhause falle ich ins Bett, müde und glücklich. Ich sammle Kraft für den nächsten Tag, aber das ist eine andere Geschichte...

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