Ratgeber
Anzuchterde Kokoserde Anzuchterde COCO

Anzuchterde - Ratgeber zur Anwendung ungedüngter Kokoserde

Kokoserde ist die umweltfreundliche Alternative zu handelsüblicher, torfhaltiger Erde. Ungedüngt ist sie eine rein organische Aussaaterde, die allen Pflanzen einen optimalen Start ermöglicht. Auch in Pflanzkübeln, Blumentöpfen und Balkonkästen überzeugt Kokoserde als pflegeleichtes Basis-Substrat mit vielen Vorteilen. Lesen Sie mehr über die leichtgewichtigen Humusziegel, die das Schleppen schwerer Erdsäcke überflüssig machen!

VIVANNO COCO besteht aus 100% organischem Kokoshumus, der aus den Fasern der Kokoshülle hergestellt wird. Getrocknet und gepresst wiegen die Humusziegel nur ca. 650 Gramm, die unter Zugabe von vier Litern warmem Wasser zu 8 bis 9 Litern gebrauchsfertiger Kokoserde aufquellen. Als Anzuchterde bzw. Aussaaterde ist sie ohne weitere Zusätze sofort einsatzbereit.

Warum überhaupt Kokoserde?

Jedes Jahr aufs Neue werden große Mengen Blumen- und Pflanzerde verbraucht: als Anzuchterde, zum Umtopfen von Kübelpflanzen, für Balkonkästen und zur Bodenverbesserung im Garten. Ob billig oder teuer: die Erde besteht in aller Regel zu großen Teilen aus Torf. Handelsübliche Anzuchterde kann bis zu 85% Hochmoortorf enthalten, Blumenerde bis zu 95%!

Kokoserde macht diesen Raubbau an wertvollen Hochmoorlandschaften überflüssig. Noch werden jährlich rund 8,2 Millionen Kubikmeter Torf aus norddeutschen Mooren abgebaut. Damit gehen nicht nur Lebensräume seltener Pflanzen- und Tierarten verloren, das Moor hat auch eine wichtige Funktion als CO²-Speicher. Wird es trocken gelegt, entweicht das Treibhausgas in die Atmosphäre und trägt zur Beschleunigung des Klimawandels bei. Weltweit machen Moore nur drei Prozent der Fläche aus, speichern jedoch genauso viel CO² wie die gesamte Vegetation unseres Planeten.

Die sieben Vorteile der Kokoserde

Mit der Kokoserde steht nun eine Alternative zur Verfügung, deren Vorteile sich auch ohne Blick auf die Umweltproblematik sehen lassen können:

  1. Leicht transportierbar: durch die Trocknung und anschließende Pressung zu „Briketts“ sind die gehandelten Humusziegel sehr leichtgewichtig und lange lagerfähig.

  2. Frei von Schädlingen und Unkrautsamen: Im Herstellungsprozess werden die Kokosfasern thermisch sterilisiert und enthalten somit keinerlei unerwünschte Samen oder Organismen. Optimal für eine Aussaaterde, aber auch bei der Verwendung als Blumenerde sinnvoll. In handelsüblicher Pflanzerde (und erst recht in Gartenerde!) machen sich die ungebetenen Gäste dagegen oft nach ca. vier Wochen bemerkbar. Weiße Fliegen werden häufig beobachet, die sich dann schnell ausbreiten.

  3. Sehr gute Wasserhaltefähigkeit: Durch die besondere Zellstruktur der Fasern ist Kokoserde in der Lage, viel Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und gleichmäßig an die Pflanze abzugeben. Man muss also deutlich weniger gießen!

  4. Problemlose Wiederbefeuchtung: Anders als Torf nimmt Kokoserde Wasser auch nach vollständiger Austrocknung leicht wieder auf, verhält sich also nicht wasserabweisend.

  5. Schimmel-Resistenz: Da die Kokoserde steril und frei von Schadstoffen und Pilzen ist, schimmelt sie auch nicht. Das ist besonders bei der Verwendung als Aussaaterde / Anzuchterde wichtig. Das Vorziehen von Samen mit langer Keimdauer, die in normaler Erde gerne  dem Schimmel zum Opfer fallen, gelingt besser.

  6. Wurzelbelüftung: Die nach Wasserzugabe entstehende Kokoserde hat eine lockere Struktur, wodurch die Wurzeln der Pflanze optimal belüftet werden. Je mehr Sauerstoff die Wurzeln erreicht, desto besser wächst die Pflanze.

  7. Strukturstabil und vergießfest: Die Pflanzenfasern behalten ihre Struktur, überschüssiges Wasser kann leicht abfließen. Die Erde wird durch häufiges Gießen nicht verdichtet.

Dank ihrer hervorragenden Eigenschaften lässt sich Kokoserde vielseitig einsetzen. Sie entsteht aus nachwachsenden Rohstoffen und ist vollständig biologisch abbaubar. Dass ihre Verwendung als Torfersatz dazu noch die Moore schützt, wird da fast zu einem schönen Nebeneffekt. Empfehlenswert wäre sie auch ohne Aktivierung des Umweltgewissens.

Kokoserde in der Anwendung: VIVANNO COCO, ungedüngt

Kokoserde in gepresster Form ist im Handel sowohl ungedüngt als auch vorgedüngt erhältlich. VIVANNO COCO ist ungedüngt, da nur diese Variante sämtliche Anwendungen - insbesondere auch als Aussaaterde -  ermöglicht. Betrachten wir die Nutzungen im Einzelnen:

1. Pflanzen vorziehen: Kokoserde als Anzuchterde

Ungedüngte Kokoserde eignet sich hervorragend als Anzuchterde, denn diese muss möglichst nährstoffarm sein. Das mag verwundern, denn warum sollten die jungen Keimlinge nicht „gut gefüttert“ werden? Weil es das Wachstum starker Wurzeln anregt, wenn die Pflanze nicht problemlos alles gleich vorfindet, was sie benötigt.

Erste Nährstoffe für den Start stellt die Samenkapsel bereit, danach geht die Pflanze mittels Wurzelwachstum „auf die Suche“. Sind die kleinen Pflänzchen dann richtig angewachsen, werden sie in gedüngte Blumenerde umgetopft.

Ebenfalls wichtig für Anzuchterde: VIVANNO COCO ist frei von Mikroorganismen und Pilzen, die den Keimling angreifen könnten. Die Erde ist locker, sehr salzarm und durchlässig, so dass die Pflänzchen leicht pikiert werden können.

Und so ziehen Sie Ihre Pflänzchen vor:

  • Weichen Sie hartschalige Samen vor dem Einsähen immer erst ein!

  • Füllen Sie die Aussaaterde locker in das Pflanzgefäß und drücken Sie die Samen in die Erdschicht. Wieviel Erde die Samen bedecken muss, ist unterschiedlich: Lichtkeimer werden nur angedrückt, damit das Licht sie gut erreicht. Dunkelkeimer werden etwas tiefer gesetzt, aber auch nicht zu tief!

  • Ein bis zwei Zentimeter Abstand sollte zwischen den Samen gelassen werden, damit sich die Pflänzchen mit den Wurzeln nicht in die Quere kommen und beim Umtopfen dann schlecht zu trennen sind.

  • Gießen Sie die Aussaaterde mit kalkarmem Wasser an und halten Sie sie auch weiterhin feucht.

  • Die Keimung benötigt Wärme, gleichmäßg hohe Temperaturen (22 bis 28 Grad) sind optimal.

  • Sorgen Sie für gute Belüftung, wenn Sie ein Mini-Gewächshaus oder andere abgedeckte Gefäße verwenden.

Umtopfen sollten Sie die Jungpflanzen, sobald ihre Wurzeln gut ausgebildet sind. Meist sind sie dann etwa 8 bis 10 Zentimeter hoch und benötigen jetzt gedüngte Erde. Sollten Sie im Einzelfall schon vor dem Umtopfen bemerken, dass ein Keimling nicht mehr wächst bzw. kümmert, ist eine Gabe mineralischen Flüssigdüngers im Gießwasser hilfreich. Aber bitte keinen organischen bzw. Bio-Dünger verwenden, da im Substrat kaum Bakterien für die nötige Umwandlung in verwertbare Nährstoffe vorhanden sind!

2. Kokoserde als Blumenerde

Sobald die Jungpflanzen groß genug sind, benötigen sie neben dem Haltesubstrat auch Nährstoffe, müssen also in normale Erde umgetopft werden.

Aus VIVANNO COCO können Sie leicht gute Blumenerde herstellen, indem Sie einfach das Fehlende zugeben. Wie immer wenn es ums Pflanzenaufzucht und Pflege geht, gibt es dazu verschiedene Empfehlungen:

  • Dem ungedüngten Humusziegel gleich zum Start warmes Wasser zugeben, das mit einem handelsüblichen Flüssigdünger angereichert ist. Da die Kokosfaser steril ist und keinerlei Mikroorganismen enthält, ist ein Biodünger hier nicht anwendbar. Es braucht nämlich Mikroorganismen, um die organischen Bestandteile des Biodüngers in eine für die Pflanze verwertbare Form umzuwandeln. Nutzen Sie also einen mineralischen Dünger, die im Handel speziell für Kübelpflanzen angeboten werden.

  • Die Kokoserde – egal ob bereits gedüngt oder ungedüngt – mit normaler hochwertiger Blumenerde im Verhältnis 50:50 mischen. Sogar Gartenerde wird hier gelegentlich empfohlen. Es entsteht ein luftiges, lockeres, wasserspeicherndes Pflanzsubstrat, das für viele Pflanzen gute Wachstumsbedingungen bietet.

  • Auch Sand oder Perlite können untergemischt werden. Dadurch erhöht sich der Mineralgehalt der Kokoserde und das Perlite wirkt als Drainage.

3. Umtopfen mit VIVANNO COCO

Zum Schluss noch ein Tipp fürs Umtopfen erwachsener Pflanzen: 

Wenn umgetopft wird, damit die Pflanze größer werden kann, ist ungedüngte Kokoserde vorteilhaft. Denn hier gilt dasselbe wie bei jungen Keimlingen. Man möchte, dass das Wurzelwachstum angeregt wird und die Pflanze sich in den zusätzlichen Erdraum ausbreitet. Das klappt besser und schneller mit ungedüngter Erde.

Sobald die Wurzeln gewachsen sind, kann man in den üblichen Abständen wieder düngen.

Fragen und Antworten zu Kokoserde

Sie haben Fragen zur Anwendung von VIVANNO COCO? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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Kommentare

Pflanzkübel Zink plus Pflanzeinsatz gekauft

Frage, muss ich auch in d. großen "Zinkübertopf", den ich zur Beschwerung mit 2 Backsteinen befüllt habe, nochmals LÖcher bohren? Die beiden Zinksäulen stehen jetzt auf Granitfußboden im Garten. Ich befürchte Schmutzwasser auf hellgrauem Granit macht sich nicht so gut. Den beiden Pflanzeinsätzen habe ich den Stöpsel vorschriftsmäßig zur Staunässeentfernung gezogen und jetzt läuft das wasser in die oben beschr. Zinktonne. Sie haben bestimmt f.m. e. Tipp. Dank f. kurzen Bescheid. Ihre Hobbygärtnerin J. Kaufmannp

Re: Pflanzkübel Zink plus Pflanzeinsatz gekauft

Sehr geehrte Frau Kaufmann,
wir empfehlen grundsätzlich Löcher in den Boden zu Bohren, wenn die Kübel außen aufgestellt werden. Im Winter kann es sonst zu gefrierender Nässe kommen, die das Kübelmaterial beeinträchtigen kann. Verwenden Sie an der Bohrstelle etwas Rostschutzmittel, da durch die Bohrung die Pulverbeschichtung an dieser Stelle mit entfernt wird. Legen Sie am besten über das Loch ein Stück Tonscherbe und füllen den unteren Teil mit etwas Kies voll. So kann das Wasser ohne Weiteres abfließen und die Erde bleibt zum großen Teil im Kies.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr VIVANNO Team

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