Ratgeber
Balkonpflanzen, Hängepflanzen

Balkonpflanzen: Tipps zur Auswahl und Pflege

Mit grünen und blühenden Balkonpflanzen erschaffen Sie ein Pflanzenparadies, das vom Frühjahr bis in den Spätherbst das Auge erfreut und die Stimmung hebt.  Die richtige Sortenwahl für Sonnenbalkone und Schattenbereiche, gute Pflege und passende Pflanzgefäße sind für den Erfolg jedoch unverzichtbar. Dieser Ratgeber versammelt die wichtigsten Tipps für die gelingende Bepflanzung von Balkon, Terrasse und Fenstersims.

Themen in diesem Artikel:

Einkauftipp: Erst planen, dann kaufen!

Ob eine Balkonbepflanzung ein voller Erfolg wird oder eine enttäuschende Erfahrung, entscheidet sich schon beim Einkauf der Pflanzen. Ab dem zeitigen Frühjahr stehen wunderschöne Beet- und Balkonpflanzen in den Gartencentern, Gärtnereien und Baumärkten und locken zum Spontankauf. Bleiben Sie stark und widerstehen Sie der Versuchung! Ohne Informationen, welche Arten zu Ihrem Balkon passen, wird der Einkauf zum Lotteriespiel. Pflanzen am falschen Standort können nicht gedeihen, sie kümmern, kränkeln oder vertrocknen, je nachdem, ob sie für ihre Ansprüche zu viel oder zu wenig Licht und Sonne abbekommen.

In Gärtnereien wird man Sie auf Wunsch bei der Auswahl der passenden Pflanzen beraten, andernorts helfen nur die spärlichen Angaben der Pflanzenetiketten, falls solche vorhanden sind. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, vorab ein wenig zu planen und sich über die wichtigsten Voraussetzungen Klarheit zu verschaffen:

  1. Zeigt Ihr Balkon nach Norden, Süden, Osten oder Westen?
    Pflanzen für Südseite-Balkone brauchen viel Sonne und gedeihen nicht auf der schattigen Nordseite. Schattenpflanzen für den Nordseitebalkon würden in der prallen Mittagssonne dagegen schnell verdorren. Ideal sind Ost- und West-Balkone, denn mit nur ein paar Stunden Sonne morgens oder abends entwickeln sich die allermeisten Pflanzen gut.
     
  2. Wieviel Pflege wollen Sie investieren? Klassische Balkonpflanzen sind in aller Regel nicht winterhart. Viele Balkongärtner kaufen deshalb jedes Jahr neue, einjährige Pflanzen und gestalten die Balkonkästen neu. Andere überwintern mehrjährige, aber nicht winterharte Gewächse in einem Winterquartier, was ebenfalls Arbeit macht. Wer relativ wenig mit der Balkonbepflanzung beschäftigt sein will, wählt winterharte, mehrjährige Pflanzen, die mit wenig Zuwendung auskommen. Allerdings ist hier die Auswahl beschränkt, die beliebten Blütenkaskaden sind nicht darunter. Einen Winterschutz benötigen aber auch diese Pflanzen!
     
  3. Wieviel Platz steht zur Verfügung? Wollen Sie nur Balkonkästen bepflanzen oder zusätzlich auch Pflanzkübel, Kästen, Hochbeete und Rankgitter nutzen? Für den laufenden Balkonkasten-Meter rechnet man jeweils mit sechs bis sieben Balkonpflanzen, doch bezieht sich diese Zahl nur auf die ganz bekannten Klassiker wie Petunien und Geranien.

Wenn Sie sehr viel Platz haben, vielleicht eine große Terrasse begrünen wollen, lohnt es auch, eine maßstabsgetreue Skizze anzufertigen und die jeweiligen Pflanzgefäße einzuzeichnen. Dabei bekommen Sie eine genauere Vision, wie Ihr Pflanzenparadies aussehen soll und haben es beim Einkaufen dann leichter!

Tipp: Wenn Sie doch einmal versucht sind, eine angebotene Pflanze mitzunehmen, weil sie so wunderschön ist, informieren Sie sich sicherheitshalber mit einer schnellen Suche per Smartphone, ob das Gewächs zu ihrem Balkon gut passt!

Balkonpflanzen kaufen: Gärtnerei, Baumarkt oder per Internet?

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten, Pflanzen einzukaufen wie heute: Gärtnereien, Blumenläden, Bau- und Supermärkte, sogar Discounter bieten zur Saison gängige Balkonpflanzen an. Hinzu kommt der Online-Versand, oft mit einem so vielfältigen Angebot, wie man es im physischen Leben kaum irgendwo antrifft. Alle Quellen haben ihre Vor- und Nachteile:

  • In einer Gärtnerei vor Ort bekommen Sie die Pflanzen in bester Qualität, da sie keinen langen Transport hinter sich haben. Sie werden von Fachkräften beraten, die die Pflanzen wirklich kennen und gute Tipps zur Pflege geben. Dafür kosten die Pflanzen auch mehr, eine Ausgabe, die sich meistens lohnt.
     
  • In Bau- und Supermärkten ist es mehr oder weniger Glücksache, ob die erstandenen Pflanzen auch gedeihen werden. Manchmal haben sie Transportschäden oder es sind mit viel Dünger schnell aufgezogene Pflanzen, die auf den Umzug und weniger intensive Pflege empfindlich reagieren. Beratung gibt es nicht, dafür sind die Pflanzen hier deutlich billiger.
     
  • Vom Pflanzenversand per Internet erhalten Sie in aller Regel gute Qualität, denn die angebotenen Pflanzen werden direkt von Gärtnereien geliefert, die sie fachgerecht verpacken und versenden. Die Auswahl ist riesig, doch können Sie die Pflanzen vor dem Auspacken nur als Symbolbild sehen und nicht wirklich begutachten. (Gelegentlich ist man enttäuscht über den Unterschied zwischen dem Foto und dem, was man auspackt!) Zum Preis für die Pflanze kommen Versandkosten hinzu. Die Rücksendung bei Nichtgefallen ist gelegentlich möglich, aber wer macht das schon, wenn die Pflanze erst einmal ausgepackt ist?  Insgesamt sind die Erfahrungen mit dem Versand jedoch erstaunlich gut.

Tipp: Wenn Sie Ihre Balkonpflanzen vor Ort kaufen, achten Sie darauf, keine beschädigten, kranken oder von Schädlingen befallenen Exemplare zu erwerben. Schauen Sie auch unter die Blätter, dort sitzen manchmal Läuse. Schildläuse besiedeln auch die Blattadern, braune Flecken deuten auf den Befall hin. Auch Pflanzen mit bereits gelblich-braunen Flecken oder durchgetrockneten Wurzelballen sollten Sie stehen lassen, denn von der schlechten Pflege werden sie sich nicht immer erholen.

Balkonpflanzen für Sonne, Schatten und Halbschatten

Besucht man ein großes Gartencenter, erscheint die Vielzahl der angebotenen Pflanzen schier endlos. Ihre Schönheit verleitet dazu, einfach dem eigenen Geschmack zu folgen, doch sind die Bedürfnisse der Pflanzen so verschieden, so dass der ästhetische Gesichtspunkt erst in zweiter Linie eine Rolle spielen darf. Das Hauptkriterium für gutes Gedeihen ist der Standort in Sonne oder Schatten. Deshalb listen wir hier zunächst geeignete Balkonpflanzen für die unterschiedlichen Licht- und Wärmebedürfnisse auf.

Balkonpflanzen für den Südbalkon: Pralle Sonne den ganzen Tag

Klassische Balkonpflanzen verwandeln den Balkon in ein Blütenmeer und blühen häufig sehr lange. Gleichzeitig dürfen sie jedoch nicht austrocknen, müssen also täglich, bei Hitze sogar zweimal täglich gegossen werden. Zu diesen Arten gehören:

  • Geranien: klassische, pflegeleichte Pflanze mit prächtigen, starkfarbigen Blüten. Es gibt sie als Hängepflanze (Pelargonium peltatum) und in aufrechter Form (Pelargonium zonale)
     
  • Petunien (Petunia): Je länger sie Sonne bekommen, desto mehr trichterförmige Blüten bilden sie. Petunien gibt es in vielen Farben, aufrecht stehend und hängend. Eine wärmeliebende Balkonpflanze, die jedoch gerne windgeschützt steht.
     
  • Elfenspiegel (Nemesia): ebenfalls ein üppiger Dauerblüher mit Blüten in Weiß, Gelb, Orange, Blau, Rot oder Rosa, buschig oder hängend wachsend. Die Sorten "Sunsatia" und "Karoo" sind relativ wetterfeste Varianten.
     
  • Zauberglöckchen (Calibrachoa): Mit roten, blauen oder gelben Blüten und einer langen Blühzeit ist das Zauberglöckchen eine beliebte Balkonpflanze, die auch "Minipetunie" genannt wird. Oft werden die verschiedenen Farben eng zusammen gepflanzt, so dass eine gewollte Buntheit entsteht.
     
  • Zweizahn / Goldmarie (Bidens ferulifolia): wuchsstarke Pflanze mit vielen gelben, sternförmigen Blüten und weit überhängenden Trieben. Blüht von Mai bis Oktober und eignet sich auch gut für die Hängeampel.
     
  • Studentenblume (Tagetes): Nicht nur im Garten macht die Studentenblume eine gute Figur, sie eignet sich auch hervorragend für Balkonkästen, wo sie mit üppiger Blütenpracht in rot, orange und gelb bis in den Oktober hinein blüht. Preiswert und pflegeleicht!
     
  • Männertreu, Lobelien (Lobelia): Blaue und blauviolette Blüten in einem üppigen Blütenmeer schenkt uns die Lobelie, die zwar sonnenhungrig ist, aber gerne geschützt steht. 

Weitere beliebte Sommerblumen für den Südseite-Balkon sind Husarenknöpfchen (Sanvitalia), Vanilleblume (Heliotropium arborescens), Tausendschön (Bellis perennis), Kapmargerite (Osteospermum), Blaues Gänseblümchen (Brachyscome multifida) und Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata). Allen genannten Pflanzen ist der hohe Wasserbedarf gemeinsam, der die Pflege nicht immer einfach macht.

Trockenheitstolerante Pflanzen:

Wer Pflanzen sucht, die es in der Sonne aushalten und auch mal trockene Phasen wegstecken, ist mit dem bunten Portulak-Röschen gut bedient, das in seinen dicken Blättern Wasser speichert. Trockenheitsverträglich sind auch Lavendel, Thymian, Rosmarin, Kakteen, viele Ziergräser, die Strohblume, der Lorbeer, verschiedene Hauswurze und  Yucca-Palmen. Zwar sind diese Gewächse nicht alle Balkonkasten-tauglich, aber in Töpfen und Kübeln erschaffen sie eine wundervoll mediterrane Atmosphäre.

Balkonpflanzen für den Nordbalkon: Viel Schatten, weniger Licht

Ein Nordbalkon hat den Vorteil, dass der Aufenthalt in sommerlicher Hitze dort viel angenehmer ist als auf der Südseite. Ein Nachteil ist die kleinere Auswahl an Schattenpflanzen, die zu diesem Standort passen. Machen Sie nicht den Fehler, es einfach mal mit den Balkonklassikern wie Geranien und Petunien zu probieren: Zwar gehen sie nicht gleich ein, doch werden sie kaum blühen und mehr Sorgen als Freude machen. Mit einer kundige Auswahl müssen Sie auf blühende Pflanzen nicht verzichten. Eine Mischung aus Saisonblühern und Mehrjährigen macht auch den Nordbalkon zum blühenden Pflanzenparadies!

  • Fuchsien: klassische Schattenpflanze für den Nordbalkon, die sich hier so richtig wohlfühlt. Ihre rosa und lila schillernden Blüten zaubern viele Farbkleckse in schattige Umgebungen.
     
  • Fleißiges Lieschen (Impatiens): viele kleine, gefülltn Blüten  in Weiß oder zartem Rosa blühen von Juni bis Oktober.
     
  • Edellieschen (Impatiens neu guinea): sie sind in vielen Blütenfarben von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu Violett und Purpur erhältlich. Können im Winterquartier überdauern, werden aber oft nur einjährig gepflanzt.
     
  • Begonien (Begonia): Für den Balkonkasten eignen sich Knollenbegonien (stehend) und Hängebegonien. Beide Sorten erfreuen uns mit vielen Blüten und sind in verschiedenen Farbvarianten erhältlich. Sie verfügen über fleischige Blätter und Triebe, in denen sie Wasser speichern.
     
  • Glockenblume (Campanula); als hängende Glockenblumen mit meist zartblauen Blüten ideal in Balkonkästen auf der Nordseite, sehr pflegeleicht. Sie wächst polsterartig mit langen, hängenden Trieben und eignet sich für Pflanzkübel, Balkonkasten und Hängeampel.
     
  • Prachtspiere (Astilbe): mehrjährige Staude für den Kübel, blüht bei stets feuchter Erde über einen langen Zeitraum in Rosa oder Weiß.
     
  • Wolfsmilchzauberschnee (Euphorbia graminea): viele kleine weiße Blüten "umschweben" die buschig wachsenden Triebe des Multitalents, das sowohl in der Sonne als auch im Schatten gut gedeiht. Gut in der Kombination mit anderen Pflanzen, die größere Blüten haben. Wird vielfach einjährig genutzt, ist aber eigentlich mehrjährig und kann im Zimmer überwintern.

Weitere schattenverträgliche Blühpflanzen sind gelbe Windröschen, Pantoffelblume, Alpen- und Märzveilchen. Grünpflanzen mit interessantem Blattwerk wie Funkien, Farne und Efeu können die Pflanzenfamilie auf der Nordseite attraktiv ergänzen. Auch Kräuter wie Petersilie, Minze, Brunnenkresse, Bärlauch und Waldmeister gedeihen gut und sind auch gleich in der Küche verwendbar!

Balkonpflanzen für den Ost- und Westseite-Balkon: Morgen- oder Abendsonne

Wer einen nach Osten oder Westen ausgerichteten Balkon besitzt, kann bei der Auswahl geeigneter Pflanzen aus dem Vollen schöpfen. Mehrere Stunden Sonne am Morgen oder am Abend bieten optimale Wachstumsbedingungen für die allermeisten Balkonpflanzen.

  • Für die Südseite empfohlene Pflanzen gedeihen auch gut im Halbschatten, da sie auch mit ein paar Stunden Morgen- bzw. Abendsonne gut auskommen.
     
  • Auch Schattengewächse tolerieren den Halbschatten, da ihnen keine pralle Mittagssonne das Leben schwer macht.

Zum Beispiel mit Chrysanthemen, Fleißigem Lieschen, Fuchsien, Geranien, Begonien, der kletternden Clematis, Hortensien, Männertreu, Kapuzinerkresse (stehend oder kletternd), Efeu (rankend), Schmucklilie, Tränendem Herz und Petunien können Sie nichts falsch machen!

Tipps:

Ausführliche Beschreibungen vieler Balkonpflanzen für die Sonnenseite, den Schatten und Halbschatten finden Sie im Balkonpflanzen-Lexikon.

33 mehrjährige winterharte Balkonpflanzen für die Kübelhaltung bespricht das Magazin Plantopedia.

Balkonplanzen richtig einpflanzen: 7 Tipps

Damit Ihre frisch erworbenen Balkonpflanzen den Umzug erfolgreich überstehen und in der neuen Umgebung einen guten Start haben, gilt es einiges zu beachten:

  1. Der richtige Zeitpunkt: Erst ab Mai sollten frostempfindliche Pflanzen ins Freie gepflanzt werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, wartet sogar bis nach den Eisheiligen ab, also bis zum 15. Mai. Ob man sich an diese Regel hält, hängt von Lage und Klima ab. Geschützte Lagen in warmen Regionen ermöglichen auch früheres Auspflanzen.
     
  2. Saubere Balkonkästen und Pflanztöpfe: Reinigen Sie das künftige Zuhause der neuen Pflanzen vor dem Einpflanzen, um Krankheitskeime und andere schädliche Reste vergangener Pflanzperioden zu entfernen.
     
  3. Abluss und Drainage: Achten Sie darauf, dass die Abflusslöcher neu gekaufter Balkonkästen und anderer Pflanzgefäße offen sind, bzw. bohren Sie Löcher, falls noch nicht vorhanden. Sorgen Sie für eine gute Drainageschicht aus Blähton, damit das Gießwasser gut abfließen kann. Staunässe ist der Tod vieler Pflanzen! Für kleine Töpfe und Balkonkästen reicht eine ein Zentimeter hohe Bodenschicht, bei größeren Gefäßen darf die Drainageschicht bis zu einer Handbreit dick sein. Ein Trennvlies zwischen Drainage und Erde sorgt dafür, dass die Drainage nicht im Lauf des Jahres verschlammt.
     
  4. Gute Erde verwenden: Sparen Sie nicht bei der Erde, Billigprodukte enthalten viel Schwarztorf und sind nicht besonders strukturstabil. Umweltbewusste Balkongärtner verwenden zunehmend torffreie Erde. Bei regelmäßiger Düngung, die für die meisten Balkonpflanzen sowieso erforderlich ist, ist sie keineswegs schlechter als andere.
     
  5. Sorgfalt beim Umpflanzen: Wässern Sie die gekauften Töpfe zunächst in einem Eimer, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann müssen die Pflanzen aus ihrem Liefertopf befreit werden. Drücken Sie den Topf etwas zusammen und drehen ihn um, dann können Sie den Ballen leicht heraus gleiten lassen. Ist der Wurzelballen sehr verfilzt, lockern Sie ihn und reißen ihn von außen an mehreren Stellen ein wenig ein. Setzen Sie die Pflanze nun in den Kasten, Topf oder Kübel und füllen Sie das Gefäß mit Erde auf. Dann alles vorsichtig andrücken! Nicht zu tief setzen, es genügt, wenn die Oberseite des Ballens minimal mit Erde bedeckt ist. Ein Gießrand von ca. zwei Zentimetern muss von Erde frei bleiben. Anschließend ordentlich gießen - fertig!
     
  6. Der richtige Abstand: Anfänglich sind Balkonpflanzen noch sehr klein, doch darf man sie nicht zu eng pflanzen. Eine Handbreit Abstand reicht für kleinere Pflanzen, bei größeren, starkwüchsigen Gewächsen lässt man bis zu zwei Handbreit Zwischenraum.
     
  7. Langsam umgewöhnen: Für frisch gekaufte Pflanzen ist der Umzug ein Schock, sind sie doch meist die optimalen Bedingungen in den Gewächshäusern der Gärtnereien gewöhnt. Um ihnen die Anpassung zu erleichtern, empfiehlt es sich, die Kästen, Töpfe oder Kübel zunächst an einen windgeschützten Ort zu stellen, auf den keine starke Mittagssonne scheint. Nach ein paar Tagen "Abhärtung" können sie dann an den vorgesehenen Ort umgestellt werden.

Tipp: Wenn Sie Pflanzen in Kübel setzen, erfahren Sie mehr dazu im unseren Ratgeber "Pflanzkübel bepflanzen, aber richtig".

Pflegetipps für Balkonpflanzen

Auch nach dem Einpflanzen dürfen Balkonpflanzen nicht vernachlässigt werden. Weit mehr als Gartenpflanzen im Freiland, die man auch mal ein paar Tage sich selbst überlassen kann, sind Balkongewächse auf kontinuierliche Pflege angewiesen. Unsere Tipps:

  • Ausreichend gießen: Das A und O guten Gedeihens ist die ausreichende Wasserversorgung. Insbesondere die beliebten Dauerblüher sind sehr wasserbedürftig. Auf der Südseite muss öfter gegossen werden als auf der Nordseite, im heißen Sommer durchaus zweimal pro Tag.
     
  • Zur richtigen Zeit: Gegossen wird morgens und/oder abends, nicht in der Mittagshitze.
     
  • Zimmerwarmes Wasser: Schocken Sie Ihre Balkonpflanzen nicht mit eiskaltem Wasser, sie stellen unter Umständen ihr Wachstum vor Schreck einige Zeit ein! Lassen Sie das Wasser über Nacht in Gießkannen stehen und wässern Sie am besten frühmorgens! Zusätzlicher Vorteil: Abgestandenes Wasser ist kalkarm, was insbesondere Balkonpflanzen gut tut.
     
  • Ausputzen: Verhindern Sie die Samenbildung, indem Sie verblühte Blüten entfernen. Das regt zu neuer Blütenbildung an, die Blühzeit verlängert sich insgesamt. Verwelkte Blüten ziehen auch gerne Pilzkrankheiten an, neben der unschönen Optik ein weiterer guter Grund, sie zu entfernen. Neuere Züchtungen sind gelegentlich "selbstreinigend". Das heißt, man muss sie nicht ausputzen, da die Pflanzen die verwelkten Blüten selbst abstoßen.
     
  • Regelmäßig düngen: Blühende Balkonpflanzen sind in der Regel Starkzehrer. Nur wenn sie den ganzen Sommer hindurch regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden, entfalten sie ihre Blütenpracht und erneuern sie über lange Zeit. Vorgedüngte Erde reicht bis in den Frühsommer, ab dann sollten Sie einmal pro Woche mit dem Gießwasser einen Flüssigdünger für Balkonpflanzen anwenden.

Passende Balkonkästen und Pflanzgefäße

Bei der Wahl der passenden Blumenkästen und Pflanzgefäße spielen die folgenden Kriterien eine wichtige Rolle für Ihre Wahl:

  • Volumen: Für alle Balkonkästen, Tröge, Kübel und Töpfe gilt: je mehr Volumen das Pflanzgefäß hat, desto langsamer verdunstet das Wasser, die Erde trocknet nicht so schnell aus. Größere Gefäße bedeuten also weniger Gießen, kleinere Kästen und Töpfe müssen häufiger gegossen werden - es sei denn, man nutzt eine integrierte Bewässerung.
     
  • Größe: Gängige Balkonkästen sind 19 bis 20 cm breit und mindestens 20 cm tief. Die Länge ist für das Wachstum der Pflanzen unwichtig, vorausgesetzt, der richtige Pflanzabstand wird eingehalten. Größere Gewächse können in Pflanzkübel oder Pflanztröge gepflanzt werden, die den Wurzeln viel Raum für ihre Ausbreitung bieten.
     
  • Bewässerung: Um den Gießbedarf zu mindern bzw. der Gefahr der Austrocknung entgegen zu treten, kann man Bewässerungssysteme einsetzen. Auch Balkonkästen sind mit integriertem Bewässerungssystem erhältlich (z.B. unsere Modelle BALKONA CLASSICO in Weiß oder Anthrazit).
     
  • Farbe: Kästen und Kübel in dunklen Farben heizen sich in der Sonne mehr auf als helle Pflanzgefäße. Sie verdunsten deshalb mehr Wasser.
     
  • Material: Offenporige Materialien (Ton, Terrakotta) haben höhere Wasserverluste als Kästen und Gefäße aus modernen Materialien wie Fiberglas, Polyrattan oder Kunststoff.
     
  • Sicherheit: Achten Sie in jedem Fall auf die sichere Befestigung ihrer Balkonkästen und aller Kübel, die irgendwo herunter fallen könnten. Das nächste Unwetter kommt bestimmt und man täuscht sich oft über die Intensität, mit der so ein Sturm auf hängende und stehende Pflanzgefäße einwirkt.

Zur Auswahl passender Pflanzkübel und Pflanzgefäße empfehlen wir unseren ausführlichen Ratgeber "Pflanzkübel für Balkon und Terrasse", sowie "Pflanzkübel wetterfest: Welche Kübel eignen sich für draußen?.

Eigenes Gemüse auf dem Balkon?

Immer mehr Stadtbewohner finden Gefallen an selbst gezogenem Gemüse vom eigenen Balkon oder der Terrasse. Auch auf kleinem Raum ist da vieles machbar, vorausgesetzt, der Standort bietet ausreichend Sonne und ist gut durchlüftet. Südseite-Balkone, mit Einschränkungen auch Ost- und Westseite kommen in Betracht, auf einem Nordseite-Balkon sind allerdings nur Kräuter möglich.

Ein wenig Selbstversorgung in der Stadt kann sehr befriedigend sein: Man weiß genau, was auf den Teller kommt und wie das Gemüse aufgezogen, gedüngt und von Spritzmitteln verschont wurde. Der Weg zur Küche ist nicht weit, Kinder bekommen mit, wie Gemüse natürlich wächst. Auch ist man nicht auf die wenigen Supermarktsorten beschränkt, sondern kann zwischen vielen alten, neuen, regionalen und ganz besonderen Gemüsesorten wählen.

Welches Gemüse sich für den Balkon eignet und wie Sie es erfolgreich anbauen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber "Gemüse im Pflanzkübel anbauen", der auch Tipps für Töpfe und Balkonkästen umfasst.

Fragen und Antworten zur Balkonbepflanzung

Sie haben Fragen, die in diesem Ratgeber nicht beantwortet wurden? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

Zum vorherigen ArtikelZum nächsten Artikel
Diesen Artikel teilen

Neuen Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Eingeschränktes HTML

  • Zulässige HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type> <li> <dl> <dt> <dd> <h2 id> <h3 id> <h4 id> <h5 id> <h6 id>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.