Ratgeber
Blähton Tongranulat

Blähton - Drainage mit Tongranulat

Blähton ist ein "aufgeblähtes" Granulat aus natürlichem Ton. Das poröse Material in Form tonfarbener Kügelchen eignet sich hervorragend zur Drainage in Pflanzkübeln und Balkonkästen, aber auch für die Hydrokultur und zur Bodenverbesserung im Garten.  Dieser Ratgeber informiert über die vielen guten Eigenschaften des Blähtons und gibt Tipps für die Nutzung in Blumenkübeln und Pflanzgefäßen.

Die rundlichen leichtgewichtigten Blähton-Kugeln mit Durchmessern zwischen 5 und 20 Millimetern werden als anwendungsbereites Fertigprodukt in Säcken geliefert. Pflanzenexperten und Gartenfachberater rühmen die nützlichen Eigenschaften des vielseitigen Materials, denn es erleichtert die Pflege und verbessert die Wachstumsbedingungen in Pflanzkübeln, Gewächshäusern und im Freiland. Was aber ist das Geheimnis der rotbraunen Kugeln, das sie bei Pflanzenfreunden und Hobbygärtnern so beliebt macht? Werfen wir einen kurzen Blick auf den Herstellungsprozess, dann wird das schnell klar.


Wie entsteht Blähton?

Hergestellt wird das Material aus kalkarmem Ton mit fein verteilten organischen Bestandteilen, der zerkleinert, gereinigt und homogenisiert wird. Im zweiten Schritt werden die Tonstückchen in einem rotierenden Ofen auf 1200 Grad erhitzt, wo sie sich aufblähen und ihre runde oder fast runde Form annehmen. Die Oberfläche verschmilzt dabei sehr schnell zu keramischer Festigkeit, während im Inneren unzählige Luftporen entstehen. Der Blähton erreicht dabei das bis zu Fünffache seines Ausgangsvolumens. Während des Brennvorgangs verbrennen alle organischen Bestandteile. Das Endprodukt ist somit ein rein mineralisches Substrat, frei von Keimen, Mikroorganismen und Krankheitserregern.


Die pflanzenfreundlichen Eigenschaften des Blähtons

Aus der Struktur - innen geschlossenporig, außen keramisch fest - ergeben sich die folgenden Vorteile des Blähtons:

  • Blähton eignet sich optimal als Drainagematerial zwischen Erdsubstrat und Kübelboden bzw. Abfluss. Staunässe, die keine Pflanze mag, wird so effektiv verhindert! Durchgesetzt hat sich hierfür die Körnung 8/16, der auch der VIVANNO Blähton entspricht. Das Material ist strukturstabil, löst sich also auch auf Dauer nicht auf.
     
  • Blähton ist chemisch und biologisch neutral. Der pH-Wert der verwendeten Pflanzerde verändert sich durch die Nutzung nicht.
     
  • Blähton ist resistent gegen Schädlinge, Schimmel und Pilze, so dass das Infektionsrisiko für Pflanzen reduziert wird.
     
  • Blähton ist in jeder Hinsicht dauerhaft und verändert seine Eigenschaften nicht! Ein Austausch ist unnötig, der Blähton kann auch in anderen Kübeln oder im Gartenbeet wiederverwendet werden. Somit ist Blähton ein wirklich nachhaltiges Produkt, das man nicht "verbraucht", sondern immer weiter nutzen kann.
     
  • Blähton leitet Luft und Wasser durch, nimmt aber aufgrund seiner keramisch festen, geschlossenen Oberfläche selbst kaum Wasser auf. Dass er gelegentlich als "Wasser speichernd" beschrieben wird, bezieht sich allein auf die Kapillarwirkung, durch die das Wasser zwischen den Kugeln aufsteigen kann - ein Effekt, der in der Hydrokultur genutzt wird. 
     
  • Blähton ist sehr leicht - ein deutlicher Vorteil, wenn man größere Mengen mehrere Stockwerke hoch tragen muss!

Blähton im Pflanzkübel: Drainage mit und ohne Abfluss

Eine Drainage im Pflanzkübel hat den Sinn, überschüssiges Wasser schnell nach unten abfließen zu lassen. Ohne Drainage klumpt die Erde im unteren Bereich des Kübels immer mehr zusammen. Die entstehende Staunässe lässt die Wurzeln von unten her faulen, über kurz oder lang geht die Pflanze ein.
Eine Drainageschicht aus Blähton zwischen Erde und Kübelboden verhindert, dass die Erde nach unten absinkt und verdichtet. Dies reicht jedoch nicht an allen Standorten:

  • Pflanzkübel, die im Außenbereich stehen, benötigen nicht nur eine Drainage, sondern auch offene Abflusslöcher, da sie auch mal Starkregen überstehen müssen. Prüfen Sie also zunächst, ob der Pflanzkübel bereits Löcher hat, bevor Sie die Kübel befüllen! Viele Modelle werden ohne Löcher geliefert, um sie auch im Innenraum verwenden zu können, wo Bodenlöcher nicht unbedingt nötig sind. Für die Außenaufstellung lassen sich mit einem Stein- oder Metallbohrer (je nach Kübelmaterial) die nötigen Löcher leicht anbringen!
     
  • Pflanzkübel im Innenbereich können auch ohne Abflussloch auskommen. Hier reicht eine großzügige Drainageschicht und vorsichtiges Gießen. Etwas Wasser darf sich ruhig in der Blähtonschicht sammeln, die Wurzeln versorgen sich daraus dann eine Zeit lang selbst. Wer sich nicht zutraut, das Übergießen zu vermeiden, kann einen Pflanzeinsatz mit integriertem Bewässerungssystem nutzen, das immer genau anzeigt, wie viel Wasser noch im Kübel steht.

Tipps für die perfekte Drainage

Eigentlich ist es ganz einfach, mit Blähton eine gut funktionierende Drainage herzustellen. Da die Pflanzkübelformen jedoch recht verschieden sind, hier ein paar ganz konkrete Tipps für die richtige Anwendung:

  1. Kleine Blumentöpfe und Balkonkästen: Hier reicht es, den Boden des Pflanzgefäßes mit einer Schicht Blähton zu bedecken. Da nicht viel Volumen zur Verfügung steht, reicht es aus, wenn die Abflusslöcher mit einer ca. 1-cm dicken Drainageschicht bedeckt sind, um nicht mit der Pflanzerde in Berührung zu kommen. Früher verwendete man zu diesem Zwecke auch gerne zerkleinerte Tontopfscherben, doch geht es mit Blähton leichter, gleichmäßiger - und leichter ist der bepflanzte Topf am Ende auch.
     
  2. Mittelgroße Pflanzkübel und massige Pflanztröge: Hier darf und soll die Drainage großzügiger ausfallen, da beim Gießen größere Wassermengen anfallen. Füllen Sie je nach Tiefe des Kübels eine Blähtonschicht von 5 bis 12 Zentimeter Höhe ein.
     
  3. Hohe schlanke Pflanzkübel: die sehr beliebten säulen- und vasenförmigen Kübelmodelle stellen durch ihre hoch aufragende Form weit mehr Volumen zur Verfügung als die Wurzeln der Pflanzen tatsächlich benötigen. Hier empfiehlt es sich, zunächst ein bis zwei handbreit Kies in den Kübel zu füllen, darauf eine - je nach Kübelhöhe mehr oder weniger dicke Schicht Blähton, und als letztes das Pflanzsubstrat, in dem die Pflanzen wachsen. Das Gewicht des Kieses verleiht dem schlanken Kübel nebenbei auch eine erhöhte Standfestigkeit. 
     
  4. Hohe Kübel mit Einsätzen: Als Alternative zum Hantieren mit Kies können Sie auch gleich einen zum Pflanzkübel passenden Einsatz mitkaufen, die für die meisten Kübel mit und ohne Bewässerungsset erhältlich sind. Der Einsatz vereinfacht die Handhabung und benötigt dann nur die übliche Drainageschicht mittlerer Höhe.

Was kommt auf die Blähtonschicht?

Viele Pflanzenfreunde füllen den Pflanzkübel oberhalb der Blähtonschicht einfach mit der jeweils gewählten Pflanzerde auf. Wer es noch ein wenig perfekter gestalten will, legt zwischen Drainageschicht und Pflanzsubstrat ein wasser- und wurzeldurchlässiges Vlies ("Gärtnerfließ"). Dadurch wird verhindert, dass Erde durch das Gießen zwischen die Blähtonkugeln geschwemmt wird, die Drainageschicht  irgendwann "zugesetzt" ist und dann doch Staunässe entsteht.

Wie nötig dieser zusätzliche Schutz ist, hängt von verschiedenen Bedingungen ab:

  • Zum Beispiel von der gewählten Pflanzerde, die mehr oder weniger kleinkrümelig und formstabil sein kann. Die Kokoserde VIVANNO COCO ist zum Beispiel sehr formstabil und gießfest, so dass ein Vlies nicht zwingend nötig ist.
     
  • Auch kommt es darauf an, in welchem zeitlichen Abstand die Pflanze voraussichtlich umgetopft werden wird. Wenn sie in absehbarer Zeit sowieso einen größeren Pflanzkübel benötigt, kann bei dieser Gelegenheit der Blähton ausgewaschen werden und die Schicht ist wieder wie neu.

Fragen und Antworten zu Blähton

Sie haben Fragen zur Anwendung von VIVANNO Blähton? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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