Ratgeber

Gartenarbeit im Februar: Säubern, Schützen, Schneiden, Sähen

Der Februar hat zwei Gesichter: er kann ein eisiger, schneereicher Wintermonat sein oder eine milde Vorfrühlingszeit, in der bereits viele Gartenarbeiten möglich sind. Große Temperaturunterschiede sind typisch, Gartenfreunde müssen sich auf wechselnden Wetterlagen einstellen: Loslegen oder sich noch in Geduld üben. Dieser Ratgeber gibt Tipps für Februar-typische Gartenarbeiten: vom immer noch wichtigen Winterschutz über Beetplanung und Bodenpflege bis zu ersten Aussaaten und Auspflanzungen.

Die Gartenarbeiten im Februar finden Sie hier aufgeteilt in die Bereiche:

Da sich das Klima und das jeweilige Winterwetter in verschiedenen Regionen und einzelnen Jahren durchaus unterscheidet, können mancherorts diese Arbeiten auch noch im März verrichtet werden, bzw. bereits im Januar beginnen.

Der Gemüsegarten im Februar

Schon im Februar kann das Vorziehen einiger Gemüsearten beginnen, es ist die Zeit des Gartens auf der Fensterbank. Aber es kann auch noch geerntet werden und sogar das Freiland ist nicht mehr tabu - natürlich nur in milden Lagen und bei gutem Wetter!

Ernten:

  • Wer Wintergemüse angepflanzt hat, kann im Februar noch immer Topinambur, Feldsalat, Porree, Grün- und Rosenkohl, Chicoree und Schwarzwurzeln ernten.

Vorkeimen:

  • Saatkartoffeln jetzt vorkeimen, das verbessert ihre Startbedingungen beim Auspflanzen erheblich! Breiten Sie sie in flachen Kisten locker aus und stellen Sie die Kiste hell bei 12 bis 15 Grad auf.

Vorziehen:

  • Wer noch kein Saatgut für die neue Saison hat, sollte es jetzt besorgen: einkaufen oder eintauschen. Sie haben die Wahl zwischen konventionellen (meist Hybriden), seltenen und / oder alten Sorten (samenechten) Sorten. Auch Biosaatgut ist eine Überlegung wert.
     
  • Mitte / Ende Februar können die ersten Gemüsesamen wie Radieschen, Rettich, frühe Möhrensorten, Spinat und Salat auf der Fensterbank, im Saatkasten oder Kleingewächshaus vorgezogen werden. Optimalerweise bei Temperaturen um die 15 bis 20 Grad. Auch Paprika, Chili und Auberginen werden früh vorgezogen, da sie ziemlich lange bis zum Keimen brauchen. Sie lieben wärmere Anzuchttemperaturen um die 25 Grad, doch ist das kein Muss - kühler bedeutet einfach eine langsamere Entwicklung.
     
  • Artischocken und Frühlingskohl sind ebenfalls ab Ende Februar vorzuziehen.
     
  • Gartenkresse können Sie grundsätzlich auf der Fensterbank ziehen und auch gleich ernten. Eine gesunde Ergänzung zum Salat zu jeder Jahreszeit!

Auspflanzen:

  • Rettich, Kohlrabi, Kopf- und Eisbergsalat können nicht nur ins frostfrei geheizte, sondern auch ins unbeheizte Gewächshaus gepflanzt werden. Etwa Ende April sind diese Gemüse dann bereits reif!
     
  • Ende Februar können Sie bei mildem Wetter bereits Steckzwiebeln, Schalotten, Perlzwiebeln und Knoblauch ins Freilandbeet pflanzen.
     
  • Puff- oder Dicke Bohnen können in milden Lagen ebenfalls schon direkt ins Beet gesetzt werden.

Der Kräutergarten im Februar

Noch ist im Kräutergarten nicht wirklich viel zu tun, doch Winterzeit ist Planungszeit und manches lässt sich auch jetzt schon vorziehen, zumindest unter Glas.

Planen:

  • Wer vorhat, den Kräutern für die neue Saison eine prominentere Stelle im Garten zu gönnen, kann jetzt z.B. den Bau einer Kräuterspirale planen. Lassen Sie sich inspirieren von den vielen DIY-Anleitungen im Netz, z.B. bei Selbst, auf Gartenfreunde.com oder bei "Mein schöner Garten". Viele unterschiedliche Ideen, wie man eine Kräuterspirale bauen kann, finden sich auch bei Pinterest.

Vorziehen:

  • Unter Glas können bereits die folgenden Kräuter vorgezogen werden:Petersilie, Knoblauch-Schnittlauch, Zitronengras, Lavendel, Rosmarin, Salbei, Wurzelpetersilie, Bohnenkräuter
  • Im Freiland:  An milden, frostfreien Tagen können Sie schon Knoblauch stecken!
  • Einen sehr informativen Aussaatkalender für viele Kräuter finden Sie auf aussaatkalender.com. Es finden sich Angaben zu den Tagen bis zur Keimung und ersten Ernte, sowie zum nötigen Pflanzabstand nach dem Pikieren.

Schützen:

  • Wer es noch nicht getan hat: Bei strengem Frost sollten mediterrane Kräuter wie Lavendel oder Thymian mit Tannenreisern geschützt werden. Ist es eher mild, reicht schon eine Schicht grober, mit Laub vermischter Kompost. Immer sollte man beachten, dass noch genug Luft an die Pflanzen kommt, um der Fäulnis keine Chance zu geben.
  • Auch eine Schneedecke ist ein guter Schutz, die keinesfalls entfernt werden darf!

Der Obstgarten im Februar

Wenn es friert und Schnee liegt, wollen Obstbäume und Beerengehölze in Ruhe gelassen werden. Sobald die Kälte vorbei ist - und das ist oft schon im Februar - können jedoch noch einige Arbeiten ausgeführt werden, die die Baumgesundheit und eine gute Ernte in der kommenden Saison unterstützen.

Obstbaumschutz:

  • Wenn noch einige alte vertrocknete Früchte am Baum hängen, sollten diese beseitigt werden. Sie könnten Krankheitserregern als Versteck für die Überwinterung dienen.
     
  • Bei Sonnenschein in frostiger Kälte kann es aufgrund der Temperaturunterschiede zu Rissen in der Rinde kommen: die Nordseite bleibt gefroren, während die Südseite in der Sonne auftaut und nachts erneut gefriert. Falls noch nicht geschehen, lohnt sich ein Sonnenschutz immer noch! Weißeln oder mit Matten umwickeln ist eine Möglichkeit, in akuten Fällen hilft auch ein Brett, das man als Sonnenschutz an den Baum lehnt.
     
  • Vorbeugende Ausstriebspritzungen mit einem Mineralöl- oder Rapsölpräparat sollten nur im Einzelfall vorgenommen werden, nämlich dann, wenn  im Vorjahr tatsächlich ein starker Befall mit Obstbaumspinnmilben, Schildläusen o.ä. stattgefunden hat. Mit den Schädlingen schadet die Spritzung auch den Nützlingen, was man nicht ohne Not riskieren sollte. 

Obstbaumschnitt:

  • Unterhalb -5 Grad sollten Gehölze nicht beschnitten werden, denn es drohen Frostschäden an den Ästen. Wer auf Nummer sicher gehen bzw. auch selbst bei angenehmeren Temperaturen beschneidet, wartet ab bis es nicht mehr friert.
     
  • Kranke und abgestorbene Triebe müssen bis ins frische Holz beschnitten werden.
     
  • Nach innen wachsende Äste tragen meist keine Früchte und können entfernt werden. Wenn Äste über Kreuz oder parallel wachsen, behindern sie sich gegenseitig. Entscheiden Sie nach Optik, welcher Ast weichen muss!
     
  • Bäume, die im vergangenen Jahr starkes Triebwachstum zeigten und wenig Früchte trugen, nur sparsam beschneiden. Ein starker Beschnitt würde das Triebwachstum weiter anregen und die Ernte erneut reduzieren. Also nur nach innen wachsende und konkurrierende Triebe entfernen und den Baum im wesentlichen in Ruhe lassen!
     
  • Bei Brombeeren werden alle Ruten bodennah zurück geschnitten, die im Vorjahr getragen haben. Nicht verzweigte junge Ruten bleiben stehen, allerdings sollten es nicht mehr als vier bis sechs pro Pflanze sein.

     

Der Ziergarten im Februar

Im Ziergarten kann auch schon im Februar einiges getan werden, damit der Garten im Frühjahr und Sommer in voller Schönheit erstrahlt. Wir versammeln in diesem Bereich alle Tipps, die sich auf Zierpflanzen beziehen, auch wenn ihr Standort kein abgezirkelter "Ziergarten" ist.

Pflegen:

  • Die vertrockneten Blütenstände der Hortensien können jetzt entfernt werden, falls noch nicht geschehen. Auch erfrorene Triebe kommen weg. Beschneiden Sie die Triebe bis oberhalb des ersten grünen Knospenpaars.
     
  • Die länglichen Blätter der Lenzrose (Helleborus orientalis) bekommen um diese Zeit häufig braune Flecken.Entfernen Sie das alte Laub vor der ersten Blüte, aber achten Sie darauf, nicht versehentlich neue Triebe abzuschneiden! Der Beschnitt verbessert nicht nur die Optik, sondern beugt auch der Blattfleckenkrankheit vor.
     
  • Ziergräser wie Pampasgras, Federborstengras und Chinaschilf sollten ebenfalls jetzt gestutzt werden. Zwar sehen sie im Winter im verschneiten Garten richtig gut aus, doch sollten sie beschnitten werden bevor der neue Austrieb in die alten Gräser wächst. Falls gewünscht, können sie jetzt auch geteilt und umgesetzt werden, denn sommer- und herbstblühende Gräser nutzen das Frühjahr, um neue Wurzeln zu bilden.
     
  • Kübelflanzen im Winterquartier müssen weiterhin kontrolliert und gegossen werden. Geranien sollten im Februar zurück geschnitten und umgetopft werden, damit sie sich in der neuen Saison auch prächtig entfalten. Kürzen Sie die Ranken bis auf vier Knospen und gönnen Sie der Pflanze neue Erde! Auch eingelagerte Zwiebelpflanzen sollten nicht vergessen werden: Immer wieder mal nach faulen Stellen schauen!
     
  • Sobald es nicht mehr friert, können die Rosen beschnitten werden. Dies geschieht - entgegen mancher Einzelmeinung - besser im Spätwinter und zeitigen Frühjahr als im Herbst. Tipps zum Vorgehen im Detail finden Sie beim Gartenratgeber.

Schützen:

  • Bellis, die kultivierten Verwandten der Gänseblümchen, sind kälteempfindlich. Sollten noch starke Nachtfröste drohen, decken Sie sie besser mit Tannenreisig ab! Ihre Blüten in rosa, kirschrot und weiß erscheinen öfter, wenn Sie verblühte Blüten regelmäßig entfernen.

Pflanzen, vorziehen, aussähen:

  • Sobald der Frost vorüber und die Erde nicht mehr gefroren ist, dürfen schon Stauden geteilt und umgesetzt werden. Dies gilt allerdings nur für Spätsommer- und Herbstblüher, denn früher blühende Arten würden dadurch zu sehr gestört und wir müssten evtl. auf die Blüte verzichten. Astern, Fetthenne und Sonnenhut sind typische Stauden, die sich jetzt problemlos teilen und umsetzen lassen.
     
  • Verblühte Winterblüher wie die beliebte Christrose können nun draußen in die Erde gesetzt werden. Sie mögen kalkreichen Boden. Fehlt es an Kalk, können Sie ein Stück Tafelkreide ins Pflanzbett legen.
     
  • Ende des Monats können erste Sommerblumen (z.B. Duftwicken, Sonnenblumen...) vorgezogen werden, am besten auf der Fensterbank oder einem Minigewächshaus. Ost- und Westseiten sind optimal, ebenso eine Raumtemperatur zwischen 15 und 20 Grad. Decken Sie das Anzuchtgefäß mit einer transparenten Folie ab, das beschleunigt die Keimung deutlich.

Boden und Beete

Beete sind das Herzstück fast jeden Gartens. Anstatt bis zur Pflanzzeit zu warten, sollte man sich rechtzeitig um Planung, Pflege und Bodenverbesserung kümmern. Zwar wachsen viele Nutz- und Zierpflanzen auch dann, wenn man erst beim Einpflanzen gute Bedingungen zu schaffen versucht, aber besser und stressfreier klappt das in den Wintermonaten, wenn ansonsten weniger zu tun ist.

  • Beete planen: Anbauplanung ist nicht ganz einfach, denn empfehlenswerte Fruchtfolgen und verträgliche Kombinationen der verschiedenen Gemüse, Stauden und Blumen wollen recherchiert und im Detail geplant sein. Wer hier ein wenig mehr Planungszeit investiert, kann sich über einen deutlich größeren Ernteerfolg freuen, als wenn man dieses alte Wissen nicht beachtet.
     
  • Unkraut bekämpfen: In milden Lagen und "warmen" Wintern spriest das Unkraut bereits im Februar. Wer es rechtszeitig entfernt, hat später deutlich weniger Arbeit. (Manche Wildkräuter blühen unter Umständen ziemlich schnell und verbreiten massenhaft Samen, die dann im Sommer überall keimen). Dies gilt natürlich nur für jene Beete, die Sie ausschließlich für Nutzpflanzen reservieren wollen. Keineswegs sollten alle Wildkräuter verdrängt werden, damit auch Vögel und Insekten etwas vom Garten haben.
     
  • Kompost umsetzen: Wenn die Temperaturen wieder ansteigen, wird auch der Kompost wieder lebendiger. Für die Verarbeitung zu frischer Komposterde benötigen die Kompostwürmer und Mikroorganismen jedoch Sauerstoff. Wer die Arbeit nicht scheut, den Kompost umzuschichten, sobald es nicht mehr friert, wird mit reifem Kompost in kürzerer Zeit belohnt.
     
  • Kompost sieben: Sollte Ihr Kompost schon weitgehend fertig sein, spricht nichts dagegen, ihn Ende Februar zu sieben, sofern das Wetter es zulässt. Wenn dann der Frühling kommt, haben Sie fertig aufbereitete feine Komposterde für die Aussaat, die es sehr erleichtert, feine Aussaatrillen zu ziehen.

Weitere Gartenarbeiten

Auch abseits der Beete gibt es noch viele Möglichkeiten, sich im Garten zu beschäftigen. Nicht alles geht bei Schnee und Eis, aber manches schon!

  • Vögel füttern:  Wer angefangen hat, im Garten Vögel zu füttern, sollte es den ganzen Winter fortsetzen. Die Tiere gewöhnen sich daran und verlassen sich auf die mittlerweile vertrauten Plätze! Mehr dazu finden Sie im Ratgeber Gartenarbeit im Januar.
     
  • Artenvielfalt unterstützen:  Ohne Laub hat man einen besseren Überblick über den Garten. Genau richtig, um nach einem geeigneten Standort für ein Insektenhotel oder einen Brutkasten zu suchen. Im Februar können Sie auch bereits Nisthilfen für Wildbienen errichten.
     
  • Gartengeräte säubern und pflegen: Wer es noch nicht getan hat, kann milde Februartage dazu nutzen, die verschiedenen Gartenwerkzeuge frühlingsfit zu machen. Schaufel, Harken und Spaten putzen, evtl. entrosten und dann einfetten, Gartenscheren, Sicheln und Sensen reinigen und schleifen. Auch Rasenmäher und Baumsäge sollten kontrolliert werden, ob sie noch scharf genug sind.
     
  • Pflanzgefäße reinigen: Blumenkübel, Töpfe und Schalen sollten vor dem Start der Saison gereinigt werden. Leere Töpfe mit einer Wurzelbürste abreiben, Pflanzkübel mit empfindlicheren Oberflächen feucht abwischen. Achtung bei Töpfen,  in denen kranke Pflanzen standen! Da Pilzsporen lange Zeit überleben können, sollten solche Gefäße entsorgt oder ausgekocht werden.
     
  • Gartenwege:  Wenn es nicht mehr friert und das Wetter es Mitte/Ende Februar zulässt, kann mit größeren Baumaßnahmen begonnen werden. Wer neue Gartenwege jetzt plant und anlegt, hat es in der arbeitsintensiven Pflanzzeit hinter sich. Auch für kleine Ausbesserungsarbeiten ist jetzt eine gute Zeit  - immer voraus gesetzt, es liegt nicht mehr alles unter Eis und Schnee.
     
  • Schnee räumen:  Halten Sie die Gartenwege frei von Schnee bzw. räumen Sie die Wege und Arbeitsflächen ab und zu. Auf Streusalz sollten Sie verzichten, da es den vielen salzempfindlichen Pflanzen schadet  und bei Tauwetter in die Beete geschwemmt wird.. Nutzen Sie lieber Sand und Split als abstumpfende Mittel gegen Glätte. Sträucher sollten abgekehrt werden, sobald die Schneeschicht 10 cm dick wird, da sonst Äste brechen könnten. Liegt Schnee auf dem Rasen, betreten Sie diesen nicht, um ihn nicht zu verdichten!
     
  • Hecken schneiden:  Wer seine Hecken stark beschneiden oder gar roden möchte, sollte dies bis zum Ende des Monats tun. In manchen Gegenden beginnt der Vogelschutz bereits am 1.März, solche Arbeiten sind dann nicht mehr gestattet, um die Vögeln nicht beim Brüten zu stören. Form- und Pflegeschnitte sind allerdings weiterhin erlaubt.

Fragen und Antworten zur Gartenarbeit im Februar

Sie haben Fragen, die in diesem Ratgeber nicht beantwortet wurden? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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