Ratgeber
Vogel im winterlichen Garten

Gartenarbeit im Januar: Schützen, vorziehen, Vögel füttern

Das neue Jahr hat begonnen und endlich werden die Tage wieder länger! Damit das Gartenjahr ein Erfolg wird, ist auch im Januar einiges zu tun. Kein Problem für Gartenfreunde, denn mit den Gedanken ist man sowieso gerne der Zeit voraus und plant die neue Saison.  Dieser Ratgeber gibt Tipps für sinnvolle Schutz- und Pflegearbeiten, die richtige Vogelfütterung und alles, was rund um den Garten im Januar sonst noch wichtig ist.

Die typischen Gartenarbeiten im Januar finden Sie hier aufgeteilt in die Bereiche:

Da sich das Klima und das jeweilige Herbstwetter in verschiedenen Regionen und einzelnen Jahren durchaus unterscheidet, können mancherorts diese Arbeiten auch noch im Februar verrichtet werden, bzw. bereits im Dezember beginnen.

Der Gemüsegarten im Januar

Für nicht wenige Gartenfreunde ist die Gemüsesaison im Herbst beendet, während andere gerne auch im Winter selbst gezogenes Gemüse ernten, Frühgemüse vorziehen oder Vorratshaltung aus eigener Ernte betreiben. Aber auch wer das nicht tut, wird im Winter die neue Saison planen - warum also nicht jetzt?

Folgende Arbeiten rund ums Gemüse kommen im Januar in Betracht:

  • Schwarzwurzeln und Topinambur können jetzt geerntet werden, allerdings besteht keine Eile, denn die Ernte ist bis in den März hinein möglich. Frost macht dem robusten Wurzelgemüse nichts aus, doch für das Ausgraben darf der Boden natürlich nicht gefroren sein.
     
  • Eingelagertes kontrollieren: Möhren, Rote Bete und andere in Sand eingelagerte Wurzelgemüse müssen regelmäßig auf Faulstellen kontrolliert werden. Alle Wurzeln mit braunen Stellen aussortieren und zügig verwerten! Das gleiche gilt für im Keller eingelagerte Äpfel.
     
  • Paprika vorziehen:  Paprika und Chilis entwickeln sich sehr langsam und werden bereits ab Ende Januar auf der Fensterbank vorgezogen. Säen Sie in Anzuchttöpfe oder Schalen mit magerer Anzucht- oder Kräutererde und vereinzeln Sie die Sämlinge, sobald zwischen den Keimblättern das erste normale Blatt erscheint. 20 bis 25 Grad sind in der Keimphase perfekt, später können Sie die vereinzelten Pflänzchen dann kühler stellen.
     
  • Artischocken vorziehen: Auch sie müssen schon im Januar vorgezogen werden, um noch in diesem Jahr genügend Blüten anzusetzen. Die Samen zuvor einen Tag in Wasser legen, dann keimen sie besser. Bei 18 bis 23° C sollten sich nach zwei bis drei Wochen die Keimlinge zeigen! Nicht vor dem Mai auspflanzen, denn es sind wärmeliebende Gewächse, die keinen Frost vertragen.
     
  • Im kühlen Gewächshaus: Bereits Mitte Januar können Sie Rettiche, Radieschen, Rauke und Pflücksalate aussäen, sofern ein Gewächshaus zur Verfügung steht, das mit einem Frostwächter frostfrei gehalten wird. Die Samen keimen binnen weniger Tage und Ende März kann bereits geerntet werden.
     
  • Anbau planen: Jetzt ist die beste Zeit, die nächste Saison zu planen, denn im winterlichen Garten ist nicht viel zu tun. Maßstabsgetreue Skizzen der Beete und eine Mischkulturtabelle sind dabei sehr hilfreich! Beachten Sie dabei auch die nötige Abwechslung: Sowohl innerhalb eines Jahres (Fruchtfolge) als auch von Jahr zu Jahr (Fruchtwechsel) muss zwischen den Pflanzenfamilien abgewechselt werden, damit sich Krankheiten und Schädlinge nicht ausbreiten.
     
  • Saatgut bestellen: Im Januar steht das Saatgut für die Saison bereits zur Verfügung, sowohl im Handel als auch in privaten Händen, die gerne "über den Gartenzaun" oder eine Internetplattform tauschen. Bei früher Bestellung ist es im Handel meist günstiger, auch läuft man nicht Gefahr, dass die gewünschten Sorten bereits vergriffen sind.
     
  • Hochbeete bauen:  Milde Januartage eignen sich gut, um neue Hochbeete und Frühbeete für die neue Saison zu bauen. Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Ratgeber "Hochbeete richtig befüllen und bepflanzen".

Stauden, Zwiebeln, Kübelpflanzen

Ohne blühende Zierpflanzen wäre ein Garten nicht halb so schön! Hier ein paar Tipps, was jetzt rund um die blühenden Schönheiten zu tun ist:

  • Kaltkeimer aussäen:  Manche Staudensamen benötigen eine Kältephase bevor sie keimen können, z.B.Trollblume, Pfingstrose, Schlüsselblume, Astilbe, Christrose, Kuhschelle und Eisenhut. Es darf, muss aber nicht unbedingt frieren, Temperaturen zwischen null und fünf Grad über vier bis acht Wochen reichen aus, um die hormonelle Keimhemmung abzubauen, die diese Pflanzen mitbringen. Platzieren Sie die Aussaatgefäße mit den Kaltkeimern an einen schattigen Ort, wo die Wintersonne sie nicht plötzlich erwärmen kann. Es geht aber auch zuhause: Schichten Sie die Samen in ein offenes Gefäß mit feuchtem Sand ein und stellen Sie das Gefäß für einige Wochen in den Kühlschrank bis zur dann "regulären" Aussaat im Frühjahr.
     
  • Wurzelballen kontrollieren: Im Herbst gepflanzte Stauden hebt der Frost manchmal wieder ein Stück weit aus dem Boden. Treten Sie die Wurzelballen wieder vorsichtig mit dem Fuß herunter, natürlich nur bei aufgetautem und nicht zu nassem Boden.
     
  • Alpenveilchen schützen: Bei milden Temperaturen blüht das Alpenveilchen schon im Januar. Fehlt eine schützende Schneedecke, verträgt es keine Kälteperiode bis -10 Grad mehr. Schützen Sie das blühende Alpenveilchen deshalb mit einem Kunsstoffvlies, denn meist wird es im Lauf des Januars bzw. Februars ja doch noch richtig kalt.
     
  • Winterquartier kontrollieren: Vergessen Sie nicht, eingewinterte Dahlienknollen, Blumenzwiebeln und Kübelpflanzen regelmäßig zu kontrollieren! Zwiebeln und Knollen dürfen keinesfalls zu feucht liegen, sonst können sie faulen oder verschimmeln. Lüften Sie gründlich und lassen Sie die Erde in den Töpfen und Kübeln nie ganz austrocknen.
     
  • Rosen schützen: An sonnenreichen Wintertagen sollten die Triebe von Strauch- und Kletterrosen mitsamt dem immergrünem Laub durch ein Vlies abgedeckt werden. Denn wenn die Sonne Triebe und Laub erwärmt, braucht die Pflanze Wassernachschub, das aber wegen des gefrorenen Bodens nicht aufgenommen werden kann. Schwere Frostschäden wären die Folge, die Pflanze würde ganz oder teilweise verdorren.

Bäume und Sträucher - Pflegearbeiten im Januar

Damit Sträucher und Gehölze keinen Winterschaden erleiden und sich weiterhin gut entwickeln, lohnt es sich, ihnen auch im Januar ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Folgende Arbeiten fallen jetzt in vielen Gärten an:

  • Schutzanstrich: Falls noch nicht geschehen, schützen Sie Obstbäume vor Frostrissen, die sie durch krasse Temperaturunterschiede erleiden könnten. Wenn die Sonne auf eine Seite des Stamms scheint, während  die andere Seite frostig kalt bleibt, treten solche Risse fast zwangsläufig auf. Streichen Sie die Stämme mit einem Baumanstrich (Kalkanstrich), den die Gartencenter zu diesem Zweck bereit halten.
     
  • Schutz vor Barfrösten: Wenn es friert und keine Schneedecke die Wurzeln schützt, sind Beerensträucher und junge Bäume besonders gefährdet. Schützen Sie Quitten, Birnen auf Quittenunterlagen, Pfirsiche, Aprikosen mit einer Mulchschicht aus Mischlaub, Schreddergut, Strohhächsel oder Rindenmulch.
     
  • Bewässern: Immergrüne Sträucher müssen auch im Winter bewässert werden, insbesondere in trockenen Perioden. Ihr Stoffwechsel setzt ja - anders als bei den blattabwerfenden Gehölzen - nicht aus. Sie verdunsten weiterhin Feuchtigkeit über ihr Blattwerk, benötigen also auch Nachschub, falls es nicht genug regnet.
     
  • Schnee abkehren: Ein bisschen Schnee schadet nicht, doch sobald sich dicke Schneelasten auf den Sträuchern ansammeln, sollten diese entfernt werden, um das Brechen der Äste zu vermeiden. 
     
  • Beschneiden: Im Sommer blühende Sträucher können jetzt beschnitten werden, z.B. falscher Jasmin, Weigelie, Schneeball und Kolkwitzie. Lichten Sie die Sträucher alle drei Jahre aus, indem Sie ein Drittel der Triebe direkt an der Basis mit einer Astschere abschneiden. Auch nach innen wachsende oder sich kreuzende Seitentriebe können weg. Haselnusssträucher, die bereits ab Februar blühen, sollten jetzt ebenfalls beschnitten werden, denn für eine gute Ernte dürfen die Sträucher nicht zu dicht wachsen. Entfernen Sie alte Zweige und lästige Bodentriebe. Sechs bis acht Haupttriebe sollte ein Strauch haben, mehr nicht.
     
  • Stecklinge ziehen: Blütensträucher wie Holunder oder Duftjasmin können durch Stecklinge vermehrt werden. Solange noch keine Schneedecke oder gar ein gefrorener Boden dagegen steht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Entnehmen Sie einjährige verholzte, aber blattlose Triebe aus der Strauchmitte, die mit einem Knospenpaar abschließen. Länger als ein Bleistift sollten die Stecklinge nicht sein! Pflanzen Sie sie an einem schattigen Ort in lockere Humuserde, so dass noch ein Viertel herausschaut. Sie werden im Frühjahr austreiben und können im Herbst an den gewünschten Platz umgesetzt werden.

Vogelfütterung im Winter

Die Fütterung der Vögel im Winter hat eine lange Tradition und bietet die Gelegenheit, das Treiben der gefiederten Gartenbesucher aus nächster Nähe zu beobachten. Sobald es richtig kalt wird, der Boden friert und Schnee fällt, nehmen besonders viele Vögel das zusätzliche Nahrungsangebot in den Gärten gerne an. Dabei ist allerdings einiges zu beachten, um nicht unbeabsichtigt Schaden anzurichten.

  • Fütterungszeit: Viele Vogelfreunde beginnen mit der Fütterung, sobald es schneit oder friert. Aber auch wenn noch keine besonders tiefen Temperaturen herrschen, können Sie bedenkenlos Vögel füttern. Allerdings: Wenn die Fütterung begonnen wurde, sollte sie auch konsequent bis zum Frühjahr fortgesetzt werden, denn Wildvögel gewöhnen sich an die Futterquellen und verlassen sich auf sie.
     
  • Ein sicherer Standort: Das Vogelhaus bzw. die Futtersäule sollte frei aufgestellt oder aufgehangen werden, so dass Katzen keine Chance haben, sich unbemerkt anzuschleichen. Für Bäume gibt es Katzenabwehrkragen, die verhindern, dass besonders wendige Katzen sich dort aufgehängten Futterstellen nähern können. Für Vögel wie z.B. Amseln, Heckenbraunellen und Drosseln, die ihr Futter auf dem Boden suchen, gibt es spezielle Bodenfutterspender. Hier muss man besonders auf die Sicherheit achten, den Standort öfter wechseln oder die Futterstelle mit Hasendraht absichern.
     
  • Hygiene: Das Futter und die Futterstelle müssen trocken und sauber sein. Wenn die Vögel im Futter herum laufen, verunreinigen sie es gleichzeitig und bereiten den Boden für die Übertragung gefährlicher Krankheiten. Futtersäulen und Silos sind daher hygienischer als klassische Vogelhäuser und werden von Naturschutzverbänden empfohlen. Wer dennoch ein Vogelhaus verwendet, sollte es einmal täglich reinigen, dabei aber auf scharfe Chemikalien verzichten. Statt dessen die Flächen abbürsten, mit heißem Wasser und evtl. Essigwasser auswischen.
     
  • Artgerechtes Vogelfutter: Küchenabfälle, altes Brot, Käse und aufquellende Lebensmittel eignen sich nicht als Vogelfutter, sondern schädigen die Tiere. Salz, Gewürze und andere Zusatzstoffe werden nicht vertragen und Salz greift sogar ihr Nervensystem an. Auf Nummer sicher gehen Sie mit den Vogelfuttermischungen, die der Handel anbietet. Ein höherer Preis bedeutet meist bessere Qualität und "bio" garantiert den Verzicht auf Pestizide beim Anbau der Futtermittel. Eine Liste empfehlenswerter Futtermischungen finden Sie im Naturschutzcenter, auch gleich versehen mit den Angaben, welche Vogelarten Sie mit dem jeweiligen Futtermittel versorgen. Je vielfältiger das Angebot, desto mehr verschiedene Vögel werden sich einfinden!

Weitere Gartenarbeiten im Januar

Je nach Wetterlage kommen im Januar noch weitere Arbeiten in Betracht. Manche sind unverzichtbar, andere sind weniger zeitgebunden, passen aber gut in milde Wintertage, gerade weil jetzt nicht so viel zu tun ist wie während der Pflanzzeit und der Ernte.

  • Bäume fällen: Manchmal ist es unvermeidlich und ein Baum muss weichen. Der Winter ist dafür die optimale Zeit, doch beachten Sie die Vorschriften Ihrer Gemeinde, die vielleicht eine Baumschutzverordnung erlassen hat. Ab einem bestimmten Stammumfang muss dann eine Genehmigung beantragt werden oder Sie dürfen den Baum nicht fällen. Also erst erkundigen, bevor Sie zur Säge greifen! Handelt es sich um einen richtig großen Baum, empfiehlt es sich, die Arbeit von Profis machen zu lassen, die über das richtige Werkzeug und viel Erfahrung verfügen. Mit den jeweiligen Vorschriften kennen sie sich in aller Regel ebenfalls aus.
     
  • Rankgitter erneuern: Wenn die Kletterpflanzen keine Blätter tragen, ist der optimale Zeitpunkt, um die Rankgitter und Rosenbögen zu erneuern, zu reparieren oder zu streichen. Schneiden Sie die Kletterpflanzen bis auf vier bis fünf Haupttriebe zurück und lösen sie diese vom Gitter. Wenn Sie die Arbeiten durchgeführt haben, fädeln Sie die Triebe wieder durch das Gitter und befestigen sie neu.
     
  • Rasenschimmel vorbeugen: Ist der Rasen schneefrei, sollte er von herabgefallenem Laub befreit werden. Je mehr Material liegen bleibt und Feuchtigkeit speichert, desto weniger Luft bekommt der Rasen, der dann leicht Schaden nimmt.
     
  • Weihnachtsbaum auspflanzen: Wer einen Weihnachtsbaum mit Wurzelballen hat, kann ihn jetzt ins Freiland pflanzen, so lange der Boden frostfrei ist. Das Bäumchen sollte allerdings nicht länger als ein paar Tage im Warmen gestanden haben und zunächst im kühlen Gewächshaus oder in der Garage ein paar Tage an die kühleren Temperaturen gewöhnt werden. Zweige von Weihnachtsbäumen ohne Wurzelballen eignen sich hervorragend als Winterschutz für alle empfindlichen Freilandpflanzen.
     
  • Düngen:  Da organischer Dünger Zeit braucht, um abgebaut zu werden, eignet sich der Januar gut, um Kompost mit organischem Dünger zu vermengen und als extra Schicht über die Wurzeln der mehrjährigen Pflanzen zu geben.
     
  • Kompost umsetzen: Für die bessere Durchmischung und Durchlüftung empfiehlt es sich, den Komposthaufen im Januar einmal umzusetzen. Fertigen Kompost können Sie jetzt auf Beeten und unter Sträuchern verteilen, falls noch nicht geschehen.
     
  • Formgehölze schützen: Formschnittgehölze oder Säulenformen können durch Schneelasten bleibend aus der Form geraten. Umwickeln Sie die Kronen mit Stricken, das hält die Zweige zusammen und verhindert das auseinander Klaffen.

Fragen und Antworten zur Gartenarbeit im Januar

Sie haben Fragen, die in diesem Ratgeber nicht beantwortet wurden? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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