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Sonnenblumen

Gartenarbeit im Juli: Ernten, gießen und genießen

Im Juli läuft der Sommer zur Hochform auf und im Garten reifen die Früchte der vielen Arbeit im Frühjahr. Pflegen, ernten, gießen und die Tage genießen - die Gartenarbeit im Juli ist vielseitig, lässt aber Raum zum Entspannen. Wer mag, kann jetzt Gemüse und Salat für Herbst und Winter ansähen, doch ist auch im Obst-, Zier- und Kräutergarten noch einiges zu tun.

Die typischen Gartenarbeiten im Juli finden Sie hier aufgeteilt in die Bereiche:

Da sich das Klima und das jeweilige Frühlingswetter in verschiedenen Regionen und einzelnen Jahren durchaus unterscheidet, können mancherorts diese Arbeiten auch noch im August verrichtet werden, bzw. bereits im Juni beginnen.

Der Gemüsegarten im Juli

Im Juli werden die Tage wieder kürzer, was sich auf verschiedene Aussaaten und Pflanzungen positiv auswirkt: Bei Langtagspflanzen schwindet die Gefahr des "Schießens" (=Blütenbildung), da die Tage dafür nicht mehr lang genug sind, wenn sie die erntefähige Größe erreichen. Wenn Sie den Gemüsegarten auch für die 2.Jahreshälfte nutzen, können Sie nicht mehr ernten und einlagern, andrerseits tut es dem Boden gut, wenn er durchwurzelt bleibt.
Neben neuen Aussaaten und Auspflanzungen fallen im Gemüsegarten weiterhin Pflegearbeiten an, es kann aber auch schon viel geerntet werden! Die wichtigsten Arbeiten haben wir hier für Sie zusammen gefasst - natürlich als Optionen, denn in keinem Garten wird alles, was möglich wäre, tatsächlich umgesetzt. 

Ernten:

  • Zucchini und Gurken alle drei Tage beernten, dann ernten Sie insgesamt mehr! Zucchinis sollten nicht länger als 15 bis 20 cm werden, dann schmecken sie am besten. Lässt man sie weiter wachsen, verlieren sie an Geschmack und werden gröber. Bittere Zucchinis niemals verzehren, sie enthalten das giftige Cucurbitacine, das eigentlich heraus gezüchtet wurde. Aufgrund ungeplanter Kreuzungen mit Zierkürbissen kommt es gelegentlich doch vor, also besser jährlich neue Samen kaufen, nicht selber sammeln!
     
  • Knoblauch: sobald das Blattwerk vergilbt, ist er erntereif.
     
  • Zwiebeln: Wenn sie von selber umknicken und die Blätter fast ganz vergilbt sind, können Sie ernten. Mit der Grabegabel ausheben, ablegen und zwei Wochen auf dem Beet nachtrocknen lassen. Droht Regen, ist auch ein Holzrost unter Dach eine gute Wahl. Vor dem Einlagern wird das verdorrte Grün abgedreht oder mitsamt den Zwiebeln zu Zöpfen geflochten. Gelagert werden die Zwiebeln in Netzen oder als Zöpfe in einem kühlen, luftigen und im Winter frostfreien Raum.
     
  • Brokkoli:  Kann mehrfach beerntet werden. Wenn die Knospen anschwellen und noch kein gelber Schimmer erscheint, ist der optimale Zeitpunkt für die Ernte. Am besten entnimmt man zuerst den Mittelspross, dass regt die Entwicklung der Seitentriebe mit kleineren Röschen an, die dann später dran kommen.
     
  • Frühkartoffeln:  Wenn das Kraut abstirbt, sind sie erntereif. Je nach Aussaattermin und Verfrühungsmaßnahmen kann das im Juni oder erst im Juli der Fall sein. Frühkartoffeln sind weniger lagerfähig als späte Sorten, sollten also bald in der Küche verbraucht werden.
     
  • Möhren:  im Frühjahr gesäte Möhren werden geerntet, sobald sie ihre typische Größe erreicht haben. Ob es schon soweit ist, lässt sich nur durch eine Probe ermitteln. Die frühen Möhren sind besonders knackig, enthalten aber weniger ätherische Öle als späte Sorten. Bewahren Sie sie am besten ohne Laub für kurze Zeit im Kühlschrank auf.
     
  • Radieschen, Rettiche und Kohlrabi sollten besser zu früh als zu spät geerntet werden. Sie vertragen die Hitze schlecht und verholzen gerne, so dass sie praktisch ungenießbar werden.
     
  • Knollensellerie:  kleine, dafür jetzt besonders aromatische Knollen können Sie jetzt entnehmen und so die Reihen ausdünnen. Zusammen mit dem Grün passen die würzigen Knollen gut ins Suppengemüse.
     
  • Salate:  Pflücksalat kann fortlaufend geerntet werden, Kopfsalate sind jetzt ebenfalls erntereif.
     
  • Erbsen und Bohnen:  je nach  Ausaatzeitpunkt reifen sie von Anfang Juli bis in den späten August. Reissen Sie die abgeernteten Pflanzen nicht heraus, sondern schneiden Sie sie am Boden ab, so dass die gebildeten Stickstoffknöllchen im Boden bleiben und Folgekulturen zu Gute kommen. Das abgeerntete Kraut eignet sich gut als Mulch!
     

Aussaat und Pflanzungen:

  • Langtagspflanzen wie Spinat, Endivien, Raddicchio, Chinakohl, Feldsalat und Fenchel können jetzt gesät werden. Sie wachsen in die kürzer werdenden Tage hinein und sind gegen das "Schießen" immun.
     
  • Kohl:  Auch für Kohlpflanzen wie Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl und Kohlrabi  ist die Aussaat im Juli günstig. Er reift dann bis in den Winter hinein und kann bis ins nächste Frühjahr geerntet werden. 
     
  • Chinakohl benötigt extra warme Keimtemperaturen von 22 Grad!  Er wird deshalb im Hochsommer in ein Beet mit tief gelockerter, nährstoffreicher Erde gesät, gerne dort, wo Erbsen oder Frühkartoffeln gerade abgeräumt wurden. Die Jungpflanzen dann auslichten und auf 30 bis 40 cm Abstand verziehen. Mit eingearbeiteter Algenkalk (10 bis 15g / m²) und eine Hand voll ins Pflanzloch beugt der gefürchteten Kohlhernie vor und versorgt die Pflanze mit Kalzium und Magnesium. Viel gießen!
  • Salate:  Wer den ganzen Sommer und bis in den Herbst Salat ernten will, kann noch bis Mitte August alle 14 Tage aussäen bzw. auspflanzen. Da Salat schnell wächst, empfehlen sich spezielle tagneutrale Sommersorten wie die Kopfsalate ’Fiorella’, ’Estelle’ oder ‚Casanova’. Weil Salat bei Temperaturen über 18 Grad schlecht keimt, säen Sie besser in den Abendstunden, bzw. vor einigen weniger sonnigen Tagen, die gelegentlich auch im Sommer vorkommen.

  • Feldsalat benötigt ein sonniges, unkrautfreies Beet, das nicht allzu trocken sein sollte. Zartblättrige Sorten (Gala, Favor) eignen sich gut für die Herbsternte. Im Freiland überwintern können dagegen mehltaufeste, frostharte Züchtungen (Vit, Verte de Cambrai, Holländischer Breitblättriger), die allerdings auch erst später ausgesäht werden.

  • Radieschen bringen eine schnelle Ernte, wo immer sich noch ein Plätzchen findet.

  • Bohnen:  bis zum 10.Juli können Sie noch Bohnen legen! Ohne Vorkultur und ohne Sorge um Kälteeinbrüche zeigt sich der Bohnenanbau im Sommer besonders unkompliziert. Wählen Sie schnellwüchsige Sorten, da sich mit fallenden Temperaturen die Zeit bis zur Reife verlängert. Späte Bohnen gelten als besonders schmackhaft, da sie keinen sommerlichen Hitzestress erlebt haben.

  • Petersilie benötigt viel Wärme zum Keimen, die Aussaat im Juli ist also optimal! Wie alle Aussaaten benötigt sie ein stets feuchtes Beet, um nicht schon im frühen Keimstadium zu vertrocknen.

  • Tipp: Wenn Sie Salate in Pflanzkübel oder Balkonkästen sähen und erst als Jungpflanzen ins Beet setzen, haben Sie mehr Kontrolle und können die Gefäße gut gegen Schnecken schützen!

Pflegen und schützen:

  • Lauchmotten, Kohl- und Möhrenfliegen sind noch immer aktiv. Schützen Sie ihr Gemüse mit Netzen oder entfernen Sie zumindest die Eier und Raupen, die auf der Rückseite der Blätter zu finden sind (manchmal sieht man allerdings auch nichts, weil sie zu winzig sind). Bei starkem Befall hilft ein Präparat auf Bacillus-Thurin­giensis-Basis, doch besser ist es, die Insekten mit natürlichen Methoden fern zu halten. Pfefferminze, Salbei und Thymian als "Einrahmung" des Beetes soll helfen, ebenso wie die Mischkultur mit Tomaten und Sellerie.

  • Blattläuse siedeln sich im Juli verstärkt auf dem Gemüse an. Abspülen und Abreiben beim Gießen hilft, ist aber nicht immer machbar. Vergrämen Sie Ameisennester in unmittelbarer Nähe, denn diese pflegen und verteidigen die Blattläuse, um deren Nektar zu konsumieren. Ist die Blattlausplage sehr groß und sind nicht genug Florfliegenlarven, Marienkäfer und Schlupfwespen zur Bekämpfung vorhanden, kommt eine Spritzung mit nützlingsschonenden Mitteln in Betracht, z.B. mit Kaliseife als Wirkstoff. Morgens und abends bei trockener Witterung ist die Spritzung am erfolgreichsten.

  • Tomaten schütteln, sofern in Ihrem Gewächshaus zuwenig Bestäubungsinsekten vorhanden sind bzw. die Belüftung für die "Windbestäubung" nicht ausreicht. Da Tomaten Zwitter sind, überträgt das Schütteln den Pollen über die Luft von einer Blüte zur anderen. Auch jetzt noch sollten Tomaten ausgegeizt werden, damit sich kein unübersichtlicher Verhau bildet. Entfernen Sie auch die bodennahen Blätter, um besser gießen zu können, ohne das Blattwerk zu benetzen.
     
  • Auberginen:  damit sie gut trägt, sollte der Mitteltrieb gekappt werden, sobald sich erste Fruchtansätze zeigen. Die Seitentriebe auf zwei bis drei Blätter oberhalb der Frucht kürzen. Beides hilft der Pflanze, sich auf die Ausbildung der Früchte zu konzentrieren. Damit die Früchte nicht zu klein bleiben, sollte eine Aubergine maximal 5 Seitentriebe tragen - alle weiteren werden am Hauptstamm abgeschnitten.
     
  • Düngen: Starkzehrer wie Zucchini, Kürbisse, Gurken, Kohl und auch Tomaten freuen sich über Nährstoffnachschub z.B, mittels Brennesseljauche oder durch andere organische Dünger. 
     
  • Bedarfsgerecht gießen: Nicht alle Pflanzen müssen gleich intensiv gegossen werden! Flachwurzler wie Lauch, Radieschen, Zwiebeln, Spinat und Salate sollten möglichst häufig gegossen werden, da die oberste Erdschicht in der Juli-Wärme schnell austrocknet. Kohl, Bohnen, Erbsen, Karotten oder Gurken wurzeln mitteltief und müssen weniger oft, dafür aber gründlich gegossen werden.Tiefwurzler wie Spargel, Pastinak oder Kürbis sollen auch bei anhaltender Trockenheit mit einer tief durchdringenden umfangreichen Wassergabe gut versorgt sein. So steht es jedenfalls in verschiedenen Fachartikeln, doch warnen wir: Ausschlaggebend ist der reale Zustand der Pflanze! Lässt sie ihre Blätter hängen, heißt das, dass sie auch in der Tiefe nichts findet und sollte dringend gegossen werden. Insbesondere wenn der Kürbis viel Blattwerk entfaltet hat und schon etliche Kürbisse wachsen, benötigt er trotz seiner tiefen Wurzeln sehr viel zusätzliches Wässern!

Der Kräutergarten im Juli

Salbei, Rosmarin, Oregano, Thymian, Schnittlauch, Borretsch, Minze und Melisse: im Juli ergänzt der Kräutergarten auf gesunde und hoch aromatische Weise den Speiseplan seiner glücklichen Besitzer. Hier ein paar Tipps zur Ernte und Vermehrung:

  • Pfefferminze:  Bei der Ernte kurz vor der Blüte ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Das Kraut eine Handbreit über dem Boden abschneiden, ausschütteln, kranke Teile entfernen. Optimal ist ein regenfreier Vormittag, sobald der Morgentau abgetrocknet ist. Binden Sie lockere Sträuße und hängen Sie diese an einem trockenen schattigen Ort auf. Sobald die Blätter zwischen den Fingern zerbröseln, füllen Sie sie in  luftdicht verschließbare Gläser, die kühl, trocken und am besten auch dunkel gestellt werden.
     
  • Basilikum:  Hier funktioniert das Trocknen nicht, denn dabei verflüchtigt sich das Aroma weitgehend. Wollen Sie dennoch einen Teil der Ernte haltbar machen, können Sie die Blätter in Öl einlegen oder einfrieren. Tipp: nicht einzelne Blätter ernten, sondern immer ganze Triebspitzen. Das regt die Pflanze zur Verzweigung an und verzögert die Blüte, die ebenfalls das Aroma der Blätter stark vermindert.
     
  • Thymian, Oregano:  Man erntet sie - anders als andere Kräuter - erst während und nach der Blüte, da sie erst durch die Blüte ihr volles Aroma entwickeln. Halten Sie die Pflanze vor der Ernte mindestens zwei Tage trocken, das kommt ebenfalls dem Geschmack zu Gute. Ernten Sie dann die Zweige und hängen Sie sie zum Trocknen auf: nach ca. einer Woche lassen sich die getrockneten Blätter abstreifen und in Gläser füllen.
     
  • Rosmarin:  ihn können Sie das ganze Jahr über ernten, wobei die Ernte immer auch gleichzeitig Pflegeschnitt ist, denn Rosmarinpflanzen verholzen leicht. (der jährliche Rückschnitt sollte allerdings nach der Blüte im März/April erfolgen).  Kappen Sie die Äste mit den Triebspitzen, dann trocknen Sie den Rosmarin in der bewährten Sträußchenform und bewahren die Nadeln anschließend in Gläsern auf. Auch in Öl einlegen ist möglich und aromatisiert das verwendete Öl ganz wunderbar!
     
  • Vermehrung:  Lavendel, Rosmarin, Eberraute und Oregano lassen sich jetzt leicht durch Stecklinge vermehren. Leicht verholzte Triebspitzen werden dafür abgeschnitten, die untere Hälfte entblättert und in Töpfe mit sandiger Anzuchterde gesteckt.

Der Obstgarten im Juli

Im Obstgarten macht der Juli viel Freude: Süß- und Sauerkirschen, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren, erste frühe Äpfel, Pfirsiche und Aprikosen sind erntereif. Es bedarf jedoch einiger Pflegemaßnahmen vor und nach der Ernte, um die weitere Entwicklung des Obstgartens zu befördern.

  • Sommerschnitt an Obstbäumen: Vor allem Konkurrenztriebe, kranke und zu dicht wachsende Triebe werden Ende Juli entfernt. In einer lichten Krone reifen die Früchte besser und bekommen mehr Aroma. Nicht tragende Bäume werden durch den Sommerschnitt zum Wachstum angeregt, stark tragende Bäume sollte man nur auslichten. Besonders wichtig ist der Beschnitt nach der Ernte bei den empfindlichen Schattenmorellen und anderen Sauerkirschen, die besonders von Pilzkrankheiten bedroht werden. Abgetragene Zweige schneidet man bis zu einem neuen Austrieb zurück, der sich am rückwärtigen Ende des alten Zweiges gebildet hat. So können sich dort erneut fruchttragende einjährige Zweige bilden. (Zum richtigen Zeitpunkt empfehlen wir die Lektüre des Artikels "Sommerschnitt neu definiert" auf dem Baumpflegeportal).
     
  • Düngen: Um die Ausbildung der Blütenknospen fürs nächste Jahr zu unterstützen, sollten Obstgehölze jetzt noch einmal gedüngt werden.
     
  • Stützen und schützen: bei starkem Behang müssen Äste mit vielen Früchten abgestützt werden, um nicht zu brechen. Alle kranken und von Schädlingen befallenen Früchte sollten Sie entfernen.
     
  • Beerenobst gut bewässern: Jetzt benötigen die Pflanzen mehr Wasser, sonst stockt die Fruchtbildung. Häufiger gießen ist also Pflicht! Optimales Gießwasser ist das aufgefangene Wasser aus der Regentonne, doch wenn solches nicht zur Verfügung steht, ist auch Leitungswasser besser als nichts!
     
  • Erdbeeren:  Zur Regeneration nach der Ernte sollten alle Ausläufer gekappt und alte, fleckige Blätter über dem Boden entfernt werden. Boden vorsichtig lockern und zwei bis drei Liter Kompost pro Quadratmeter verteilen, wahlweise einen organischen Beerendünger nach Vorschrift nutzen. Sofern Sie aus den kräftigsten Ausläufern neue Pflanzen gewinnen wollen (siehe Ratgeber Juni / Obst), muss das Kappen dieser Ausläufer bis zur Umpflanzung verschoben werden und auch das Laub sollte solange bleiben!
     
  • Himbeeren:  Abgetragene Ruten nach der Ernte bodennah abschneiden. Von den jungen Ruten sollten pro Meter Pflanzreihe nur zehn bis zwölf stehen bleiben, bzw. 6 bis 8 pro Strauch, wie manche Experten empfehlen. Überzählige ausreissen, nicht abschneiden, da sich sonst neue schwache Triebe bilden. Als Waldpflanzen lieben Himbeeren feuchten, kühlen Boden um ihre Wurzeln. Gießen Sie in Hitzephasen häufiger und mulchen Sie den Boden (z.B. mit Rasenschnitt, gehäckseltem Strauchschnitt), damit die Fruchtbildung nicht vorzeitig wegen zu großer Trockenheit stockt! Nach der Ernte muss dann nicht mehr so oft gegossen werden, zudem beugen Sie so der Himbeerrutenkrankheit vor.
     
  • Johannisbeeren:  Nach der Ernte nur abgetragene Triebe entfernen, die bereits drei bis vier Jahre alt sind!  Einjährige Ruten können Sie als Stecklinge für die Vermehrung nutzen. Dazu maximal 30 cm lange Stücke schneiden, entblättern und in Töpfe oder ein Beet mit Anzuchterde pflanzen. Feucht halten, im Frühbeet überwintern und im Frühjahr an die endgültige Stelle setzen.
     
  • Brombeeren: Binden Sie die Jungtriebe an die Spaliere und kürzen Sie die Geiztriebe bzw. Seitentriebe aus den Blattachseln auf zwei Blätter zurück.
     
  • Kiwis: Spalier kräftig auslichten! Lang gewachsene Triebe am Spalier oder an Drähten in die gewünschte Richtung leiten. Kürzen Sie alle fruchttragenden Triebe auf sechs bis acht Blätter nach dem letzten Fruchtansatz. Ranken, die keine Früchte tragen, können entfernt werden, sofern sie nicht zum Spalieraufbau benötigt werden.
     
  • Weinreben: Zum Ausreifen der Trauben brauchen die Früchte volle Sonne. Beschneiden Sie deshalb die Ranktriebe so, dass sie möglichst keine Trauben verschatten. Faustregel: schneiden Sie jeden Trieb am 4. bis 5. Blatt hinter der letzten gut entwickelten Traube ab. Auch einzelne Blätter, die Trauben verdecken, sollten entfernt werden. Wie bei Tomaten wird empfohlen, auch die Triebe aus den Blattachseln zu entfernen bzw. auszugeizen.

Der Ziergarten im Juli

Im Ziergarten ist im Juli bei weitem nicht soviel zu tun wie im Gemüse- und Obstgarten. Die Arbeiten beschränken sich auf Beschnitt und Bewässerung, denn für Aussaat und Vermehrung sind andere Jahreszeiten und Witterungen günstiger.  Was dennoch anfällt:

  • Sommerschnitt der Hecken:  sie ganz herunter schneiden ist aus Gründen des Naturschutzes bis zum 1.September verboten. Ein Formschnitt ist allerdings erlaubt, denn in § 39 Naturschutzgesetz heißt es "zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen."
     
  • Nachblüte fördern: Spornblume, Jakobsleiter, Dreimasterblume, Steppensalbei und Rittersporn blühen im Herbst noch einmal, wenn man sie nach der ersten Blüte bis 10 bis 15 cm über dem Boden zurück schneidet. Dasselbe gilt für alle "remontierenden" Stauden, eine kleine Liste finden Sie beim Bund deutscher Staudengärtner.  Soll die Pflanze nochmal blühen, bringt eine Stärkung durch nochmalige Düngung die nötige Kraft.
     
  • Staudenschnitt nach der Blüte: Auch nicht "remontierende" Stauden werden häufig nach der Blüte beschnitten, z.B. um die Samenbildung zu verhindern. Die Staude soll sich nicht über Samen ausbreiten oder man hofft doch auf vereinzelte Nachblüten. Zwar reicht es für die Verhinderung der Aussamung, wenn die verwelkten Blüten entfernt werden, doch bringt ein tiefer Rückschnitt manchmal auch einen attraktiven Neuaufbau der ganzen Pflanze. Katzenminze, Frauenmantel., Kaukasusvergissmeinnicht und Storchschnabel sind Beispiele für Stauden, die meist aus ästhetischen Gründen zurück geschnitten werden.
     
  • Bodendecker schneiden:  Haben Sie in diesem Jahr neue Bodendecker (z.B. Cotoneaster, Efeu oder Johanniskraut) gepflanzt, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den ersten Schnitt. Die Pflanzen verzweigen sich dann besser und lassen weniger Wildwuchs durch.  
     
  • Rosenblattrollwespe bekämpfen: Die nur 3 bis 5 Millimeter große Wespe legt Ihre Eier auf Rosenblätter, die sich daraufhin einrollen und so ein bequemes Zuhause für die sich entwickelnden Larven abgeben. Spritzmittel erreichen die Larven nicht, es hilft nur, die eingerollten Blätter rechtzeitig zu entfernen und zu vernichten.
     
  • Mehltau am Phlox: Ein Spritzmittel-Sud aus Knoblauch oder Zwiebeln soll gegen den unschönen Pilz-Belag helfen, der sich über die Blätter des Phlox legt. Auch mit einem Milch-Wasser-Gemisch (1:9) haben Gartenfreunde gute Erfahrungen gemacht. Bessere Chancen hat man allerdings mit Mehltau-resistenten Sorten, z.B. mit dem robusten Großblatt-Phlox (Phlox amplifolia).
     
  • Gießen:  Je nach Wetter muss im Juli eventuell sehr viel gegossen bzw. bewässert werden. In einer Hitzeperiode mit Temperaturen um die 30 Grad in der Regel täglich - entweder früh morgens oder in den Abendstunden. Nicht vergessen: Wenn in Ihrem Garten Blumenkübel stehen, benötigen diese deutlich mehr Wasser als die Pflanzen im Freiland, da sie schneller austrocknen!

Boden und Beete

Stetige Bodenverbesserung ist ein Anliegen, das zwar fast alle Gartenbesitzer anstreben, doch gerät es schon mal in Vergessenheit, wenn es so viel "Schöneres" zu tun gibt! Zum Beispiel:

  • Gemüsebeete auflockern:  Das Hacken der Beete bekämpft nicht nur den Aufwuchs unerwünschter Wildkräuter, sondern schützt den Boden auch vor dem Austrocknen. Die feinen Wasserkanäle (Kapillare) werden so zerstört, was die Verdunstung senkt. Am besten hackt man nach ausgiebigem Regen, dann hat der Boden bereits viel Wasser aufgenommen.
     
  • Beete mulchen: Das Mulchen der "nackten Erde" als Alternative zum Hacken wird immer bekannter und somit häufiger praktiziert. Bedecken Sie die Erde mit Rasenschnitt oder klein gehäckselte Gartenabfällen (Strauchschnitt, Staudenschnitt), das erspart das Hacken und hält den Boden sehr gut feucht.
     
  • Richtig gießen:  Versuchen Sie möglichst morgens zu gießen, da nachtfeuchte Beete Schnecken anziehen und Pilzentwicklungen fördern.
     
  • Komposthaufen pflegen: Auch der Komposthaufen muss regelmäßig gegossen werden und darf keinesfalls austrocknen. Steht er ungeschützt, sollte man ihn abdecken, z.B. mit Jutesäcken oder Schilfmatten, damit die Rotte nicht ins Stocken kommt.

Weitere Gartenarbeiten im Juli

Der Gartenteich

  • Für den Gartenteich fallen weiterhin die kleinen Pflegearbeiten an, wie sie bereits im Ratgeber Gartenarbeit im Juni beschrieben sind.
  • Zusätzlich sollten in langen Trockenphasen die Pflanzen der Teichrandbepflanzung, im Sumpf- und im Moorbeet gegossen werden., abgestorbene und vergilbte Blätter entfernen, Pflanzen auslichten
  • Sofern Teichtechnik verwendet wird, ist es Zeit, die Funktion der Geräte zu kontrollieren und evtl. Teichfilter zu reinigen.
  • Regelmäßig den Wasserstand kontrollieren, bei Bedarf mit Frischwasser auffüllen.

Rasen und Wiese

  • Rasen sprengen: Der Rasen benötigt während längerer Trockenzeiten viel Wasser, um nicht zu "verbrennen" und dauerhaft Schaden zu nehmen. Als Faustregel gilt: Alle vier Tage eine Stunde beregnen lassen, denn es ist besser, intensiv zu gießen als wenig und häufig. Sollte es allerdings über Tage sehr heiß werden, ist auch tägliches Gießen bzw. Sprengen angesagt. Der tatsächliche Bedarf ist ausschlaggebend, nicht die allgemeine Regel.
     
  • Vielfalt im Rasen:  Wenn Sie nur alle zwei Wochen mähen und auf Dünger verzichten, siedeln sich auch auf einem bisher stringent gepflegten Rasen heimische Wildpflanzen wie Gänseblümchen, Ehrenpreis, Günsel und Braunelle an. Dennoch bleibt der Rasen betret- und bespielbar - eine schöne Zwischenlösung zwischen klassischem Rasen und Blumenwiese.
     
  • Blumenwiese pflegen: Wenn Sie zu den Glücklichen gehören, die eine richtige Blumenwiese mit hohen Stauden und Gräsern entwickelt haben, fällt nicht viel Pflegearbeit an. Wie oft Sie mähen müssen (am Besten mit der Sense!) richtet sich nach der Bodenbeschaffenheit und Wüchsigkeit der Wiese. Mähen Sie am besten erst dann, wenn die meisten Pflanzen Samen gebildet haben und lassen Sie den Schnitt zwei Tage zum Trocknen liegen. So fallen die Samen heraus, die wiederum die Blumenwiese ergänzen werden. Danach sollte das Schnittgut entfernt werden, denn Blumenwiesen sind in der Regel Magerwiesen, so dass die Düngewirkung verrottender Pflanzen ganz falsch wäre.

Fragen und Antworten zur Gartenarbeit im Juli

Sie haben Fragen, die in diesem Ratgeber nicht beantwortet wurden? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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