Ratgeber
Symbolbild Gartenarbeit im November

Gartenarbeit im November - Winterschutz und späte Ernte

Mit dem November wird es deutlich kälter. Kurze trübe Tage lassen den kommenden Winter ahnen, doch ist im Garten noch immer einiges zu tun. Wer sich jetzt überwindet und die Gummistiefel anzieht, wird auch im Spätherbst die entspannende Wirkung der Gartenarbeit genießen. Wir haben die wichtigsten Gartenarbeiten während der Novemberwochen für Sie zusammengestellt.

Die typischen Gartenarbeiten im November finden Sie hier aufgeteilt in die Bereiche:

Da sich das Klima und das jeweilige Herbstwetter in verschiedenen Regionen und einzelnen Jahren durchaus unterscheidet, können mancherorts diese Arbeiten auch noch im Dezember verrichtet werden, bzw. bereits im Oktober beginnen.

Der Gemüsegarten im November

Ernten:

  • Klassische Kohlsorten sind jetzt erntereif: Weißkohl, Spitzkohl, Rotkohl, Rosenkohl und Wirsing. Dass der ebenfalls jetzt erntefähige Grünkohl unbedingt Frost benötigt, ist umstritten: Modernen Sorten wurden die Bitterstoffe weggezüchtet, so dass sie auch ohne Frost geschmacklich punkten.
  • Später Blumenkohl und Brokkoli,  Chinakohl und Pak-Choi müssen vor dem Frost, also spätestens im November geerntet werden.
  • Die letzten Rüben, Rote Bete und Rettiche sind jetzt erntereif und sollten ebenfalls keinen Frost abbekommen. Pastinaken und Winterrettich können auch noch bis Dezember stehen.
  • Der letzte Knollensellerie ist ausgereift, Schwarzwurzeln sind ebenfalls schon genießbar, doch gibt es hier keinen Grund zur Eile.
  • Kürbisse sind spätestens vor dem ersten Frost zu ernten. Die Haupternte ist im Oktober, doch werden manche Sorten auch erst im November geerntet. Machen Sie die Klopfprobe: Klingt es hohl, ist der Kürbis pflückreif. Lässt man Kürbisse nach der Ernte noch drei Wochen bei Zimmertemperatur nachreifen, gewinnen sie noch an Geschmack.
  • Von den Zwiebelgewächsen steht nur noch der Lauch, der jetzt, aber auch später noch geerntet werden kann.
  • Wer rechtzeitig Feldsalat ausgesäht hat, kann sich über den frischen Wintersalat freuen!
  • Im Gewächshaus sind Portulak, Spinat, Chicorée, Blattsalate, Endivie und Rucola (Raute) erntereif. Je nach Pflanzzeitpunkt können sie aber auch noch länger stehen.

Pflegen:

  • Beete sollten über den Winter niemals ganz kahl gelassen werden. Wer nicht bereits Gründüngung gesäht hat, sollte das Beet hacken, mit Kompost düngen und mit einer ca. zwei Zentimter dicken Mulchdecke aus Grasschnitt oder Laub abdecken. Nicht mehr, denn die Mikroorganismen im Boden benötigen ausreichende Luftzufuhr, um die Pflanzenteile in Humus zu verwandeln.
  • Wer Wintergemüse wie Spinat, Feldsalat oder Winterportulak angepflanzt hat, sollte nun das meist ebenfalls wachsende Unkraut zwischen den kleinen Pflänzchen vorsichtig heraus zupfen.
  • Abgeerntete Tomaten, die vielleicht noch im Gewächshaus stehen, jetzt abräumen. Sollte die Braunfäule sie dahin gerafft haben, das Kraut in den Müll entsorgen, nicht auf den Kompost.

Aussähen und Vermehren:

  • Knoblauchzehen (ertragreiche Wintersorten!) können bei mildem Wetter noch gesteckt werden.
  • Frühblüher: Die Zwiebeln der Krokusse, Tulpen, Schneeglöckchen, Narzissen und anderen Frühlingsblühern sollten spätestens jetzt in die Erde. Ist die Erde erstmal gefroren, ist der Zeitpunkt verpasst. Frühblüher treiben mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Frühling aus, wenn sich sonst im Garten noch kaum etwas tut. Verzichten Sie nicht auf diese Freude!
  • Winterportulak (Postelein) ist das einzige Gartenkraut, das im Freiland auch jetzt noch noch keimt und wächst. Sicherer ist natürlich die Aussaat im Gewächshaus.

Der Kräutergarten im November

Überwintern:

  • Einige mediterrane Kräuter wie Strauchbasilikum, Zitronenverbene und Fruchtsalbei-Sorten reagieren sehr empfindlich auf Frost. Sie erfrieren schon bei geringen Minusgraden, müssen also in ein helles kühles Winterquartier umziehen.
     
  • Bei Rosmarin kommt es auf die Sorte an: Es gibt "winterfeste" und "winterharte" Sorten, wobei der "winterfeste" in unseren Breiten gerade nicht winterfest ist. Er hält Temperaturen rund um den Gefrierpunkt nur kurz aus und überlebt höchstens im milden Klima der Weinbaugebiete einen Winter im Freiland. "Winterharter" Rosmarin (z.B. die Sorten Veitshöchheimer Rosmarin, Blue Winter, Arp) erträgt dagegen auch Frost bis minus 15 oder gar minus 22 Grad. Nur "winterfeste" Rosmarine und alle Jungpflanzen sollten den Winter eingetopft in einem kühlen Raum verbringen. Temperaturen um die 10 Grad sind optimal. Winterharte Sorten kommen mit einem Winterschutz aus Reisig oder Laub besser durch den Winter als unverpackt.
     
  • Empfindlichere Lavendelsorten, buntlaubiger Salbei oder Lorbeer, die draußen im Freiland überwintern, benötigen einen Winterschutz: Am besten eignet sich ein Vlies in Gärtnerqualität (nicht leichter als 90 Gramm pro Quadratmeter), das um ein Gerüst aus Bambusstäben oder Weidenzweigen gewickelt wird.

Der Obstgarten im November

Ernten:

  • Viele Gartenfreunde lassen Winteräpfel so lange wie möglich am Baum, damit sie geschmacklich noch zulegen. Vor dem ersten Frost sollten sie jedoch geerntet werden. Typische Winteräpfel sind z.B. Borsdorfer, Boskoop, Berlepsch, Boskoop, Golden Delicious, Cox Orange und Ontario. Ihre "Genussreife" entwickeln sie im Unterschied zu früheren Sorten sowieso erst während einer Lagerzeit von mehreren Wochen.
     
  • Auch Herbstbirnen wie  "Köstliche von Charneux",  Vereinsdechantsbirne und Conference können jetzt geerntet werden. Bei ihnen empfiehlt es sich, sie auch dann zu pflücken, wenn sie noch nicht ganz genussreif sind. Sie reifen binnen weniger Tage nach und sollten nicht zu lange am Baum hängen, da ihr Fruchtfleisch dann ins Mehlige umschlagen kann.

Pflegen:

  • Junge Obstbäume, die frisch gepflanzt wurden, benötigen Winterschutz gegen strengen Frost und starke Temperaturschwankungen, aber auch gegen Nager. Anhäufeln, Kalken, die Stämme mit Matten einpacken: Beispiele und Tipps für die vielfältigen, in Betracht kommenden Möglichkeiten zum Winterschutz lesen Sie bei der Pflanzen-Enzyklopädie.
     
  • Neu gepflanzte Obstbäume und Beerensträucher weiterhin gießen, solange es nicht friert. Vergessen Sie nicht, sie mit Kokosstricken an einem Pfahl (oder in der Mitte von drei Stützpfeilern) festzubinden. So geschützt lockern die Herbststürme die sich bildenden Wurzeln nicht immer wieder aufs Neue.
     
  • Auch jetzt noch können Leimringe um die Stämme der Obstbäume gewickelt werden. Der Handel bietet dafür Komplettsets an, die das Prozedere vereinfachen. Mehr über diese wichtige Maßnahme zum Schutz der Bäume erfahren Sie auf Hausgarten.net.
     
  • Ältere Bäume können nun mit einem Winterschnitt ausgelichtet werden, allerdings nie bei Temperaturen unter -5 Grad, denn dann sind alle Äste viel zu brüchig und man bricht leicht aus Versehen Äste ab, die im nächten Jahr Obst tragen sollten.

Pflanzen und Vermehren:

  • Obstbäume und Beerensträucher können den ganzen Herbst und Winter hindurch gepflanzt werden, sofern der Boden nicht gefroren ist. Gegenüber den im Frühjahr gepflanzten Exemplaren haben sie einen deutlichen Wachstumsvorsprung. Jetzt im November liefern Baumschulen und Gärtnereien die günstigeren "wurzelnackten" Gehölze aus, die viele Gartenfreunde den Containerpflanzen vorziehen. Entscheidet man sich für Containerware, muss der Wurzelballen vor dem Setzen leicht zerrissen werden. In das großzügig ausgehobene Pflanzloch kommt ein Gemisch aus Erde mit Kompost oder Hornspänen. Danach wird die Pflanzstelle gegossen, die Pflanze wird "eingeschlämmt". Gut matschig ist für die neuen Bäumchen oder Sträucher genau richtig! Es empfiehlt sich, einen Gießrand rund um den Baum bzw. Strauch zu modellieren, damit das Gießwasser nicht weiträumig verläuft.

Der Ziergarten im November

Pflegen:

  • Verzichten Sie darauf, alle Stauden herunter zu schneiden. Die vertrockneten Pflanzenteile und Samenstände sehen richtig gut aus, wenn sie mit Raureif bedeckt sind oder aus einer geschlossenen Schneedecke heraus ragen. Von Mehltau befallene Triebspitzen und andere kranke Teile sollten Sie jedoch entfernen und in den Müll entsorgen.
     
  • Rosen: Nicht jetzt beschneiden, sondern erst im Frühjahr. Kranke oder vertrocknete Teile können entfernt werden, auch die am Boden liegenden Blätter sollten Sie entsorgen, da hier gerne Pilze und andere Krankheitserreger überwintern und die Rose perspektivisch schädigen. Entsorgen Sie das Material deshalb im Müll und nicht auf den Kompost. Winterschutz: Häufeln Sie ca. 20 cm hoch Erde um die Wurzeln an, um die Wurzeln und die Veredelungsstelle zu schützen. Um die Zweige können Sie Tannenzweige binden oder auf die Matten, Schutzvliese und Hauben zurück greifen, die der Handel bietet.
     
  • Zweijährigen Blumen (z.B. Vergissmeinnicht, Stiefmütterchen und Goldlack) die im nächsten Frühjahr blühen sollen, überwintern besser mit einer Schutzschicht aus Tannen- oder Fichtenzweigen.
     
  • Laub unter Ziergehölzen liegen lassen. Es dient dem Bodenleben als Nahrung, das es zu wertvollem Humus verstoffwechselt. Vögel und Kleintiere finden im Laub unter Büschen im kalten Winter noch mancherlei Futter.
     

Pflanzen und Vermehren:

  • Endspurt für Frühblüher: Die Zwiebeln der Winterlinge, Narzissen, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse und anderer Frühblüher müssen vor dem Frost in die Erde. Ist der Boden erst gefroren, haben Sie den Zeitpunkt verpasst! Im Handel finden Sie jetzt noch viele Sorten, oft auch im günstigen Angebot. Als Standort für Frühblüher ist fast jeder Gartenbereich geeignet: An Beeträndern, vor Hecken, in der Wiese, zwischen Stauden - und es können eigentlich nie genug sein!
     
  • Auch jetzt können Sie noch Stauden neu pflanzen oder umsetzen, sofern sie über einen genügend großen Wurzelballen verfügen. Das Teilen und Vermehren sollte aufs nächste Frühjahr verschoben werden.
     
  • Bis zum Frost können Sie noch Rosen pflanzen, insbesondere die wurzelnackten Rosen für die Herbstpflanzung werden jetzt vom Handel angeboten. Im November gepflanzte Rosen bilden noch Wurzeln und treiben im Frühling stärker aus als Rosen, die erst dann gepflanzt werden. Im Magazin "Mein schöner Garten" finden Sie eine ausführliche Anleitung zum Thema Rosen richtig pflanzen.
     
  • Frostkeimer sähen:  Manche Pflanzen benötigen Frost, bevor sie keimen können. Wenn Sie also Eisenhut, Phlox, Fackellilie, Frauenmantel, Bergenie oder Taglilie selbst aussähen wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Damit man sie nicht inmitten von lauter Wildkräutern "verliert", empfiehlt sich die Aussaat in Töpfe, Pflanzkübel oder Balkonkästen. Als kleine Pflänzchen kommen sie dann im Frühling an ihren endgültigen Standort.

Weitere Gartenarbeiten im November

Boden und Beete

  • Alle Gemüsebeete, die nun abgeräumt sind, sollten aufgelockert und gemulcht werden. Umgraben gehört heute nicht mehr zum Standardprogramm vor dem Winter, sondern empfiehlt sich nur noch für schwere, lehmige Böden. Das Umgraben durchlüftet den Boden und verhindert das Verschlammen. Beim Umgraben die Schollen nicht zerkleinern, das erledigt der Frost in den kommenden Wintermonaten.

Rasen

  • Um der Fäulnis unterm Schnee vorzubeugen, sollte der Rasen kurzgeschnitten in den Winter gehen. Je nach Witterung und aktuellem Zustand des Rasens ist auch im November noch ein letzter Schnitt nötig. 
     
  • Herbstlaub alle zwei Wochen entfernen, damit der Rasen nicht unter einer geschlossenen Laubdecke Schaden nimmt.

Kübelpflanzen:

  • Auch die weniger empfindlichen Kübelpflanzen wie Oleander, Feige, Oliven und Lorbeer müssen jetzt ins Winterquartier, denn Frost vertragen sie alle nicht. Lesen Sie dazu unseren umfangreichen Ratgeber "Küberpflanzen überwintern - Pflanzkübel winterfest machen" mit vielen Tipps für die bestmögliche Überwinterung nicht nur mediterraner Kübelpflanzen.

Bäume:

  • Zwischen Oktober und März kann man bei frostfreiem Wetter Bäume umsetzen, die noch keine fünf Jahre an ihrem Platz stehen. Manchmal  stellt sich ja heraus, dass ein Standort doch nicht so passt und es dem Baum nicht gut geht - jetzt ist die richtige Zeit, das Problem zu lösen!

Gartenteich:

  • Seerosen  überwintern unproblematisch nur in einem mindestens achtzig Zentimeter tiefen Gartenteich. Ansonsten müssen sie im Keller in Kübeln ohne Abfluss überwintert werden, immer leicht mit Wasser bedeckt. Zuvor entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile, damit während der Ruhezeit nichts fault. Das Winterquartier sollte maximal  fünf Grad warm sein, sonst treiben die Seerosen im Lauf des Winters aus, was ihnen gar nicht gut tut.
     
  • Auch exotische Wasserpflanzen wie Lotusblume, Wasserhyazinthe, Papyrus, Zypergras und Zimmerkalla werden jetzt ebenfalls in Kübel gesetzt und an einem frostfreien, mindestens 10 Grad warmen Ort überwintert.
     
  • Auch im November fällt noch Laub an, das regelmäßig entfernt werden muss. Es zersetzt sich sonst und setzt Faulgase frei, die für Fische und anderes Wassergetiert tödlich sein können, wenn der Teich zufriert. Rechtzeitig den Teich mit einem Laubnetz schützen erspart viel Mühe!

Fragen und Antworten zur Gartenarbeit im November

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Kommentare

Super was Sie da veröffentlichen

Sie machen das genau richtig und zur rechten Zeit....weiter so

RE: Super was Sie da veröffentlichen

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