Ratgeber
herbstliche Früchte und Blumen

Gartenarbeit im Oktober: Es gibt noch viel zu tun!

Ob "goldener Herbst" oder nicht:  Im Oktober ist im Garten noch lange nicht Schluss! Ernten, Beete abräumen, Frühblüher setzen und vieles mehr ist noch zu erledigen. Wir haben die wichtigsten Gartenarbeiten während der Oktoberwochen für Sie zusammen gestellt.

Der Spätsommer ist vorbei, es lässt sich nicht mehr verleugnen, dass der Herbst begonnen hat. Trotzdem müssen Gartenfreunde noch lange nicht auf ihr geliebtes Hobby verzichten. Ganz im Gegenteil liegt jetzt vielerlei Arbeit an, die bei kühleren Temperaturen zum Glück auch leichter fällt als im warmen Sommer.

Die typischen Gartenarbeiten im Oktober finden Sie hier aufgeteilt in die Bereiche:

Da sich das Klima und das jeweilige Herbstwetter in verschiedenen Regionen und einzelnen Jahren durchaus unterscheidet, können mancherorts diese Arbeiten auch noch im November verrichtet werden, bzw. bereits im September beginnen.

Der Gemüsegarten im Oktober

Ernten:

  • Mancherorts sind jetzt noch ein paar späte Zucchini, Tomaten und Bohnen zu ernten. Freilandtomaten reifen auch im Haus noch nach.
  • Kohlrabi sollten vor dem ersten Frost geerntet werden: Die Pflanze mitsamt der Wurzel aus dem Boden ziehen, um die Ausbreitung von Kohlkrankheiten zu vermeiden!
  • Auch die Erntezeit von Paprika und Chilis dauert lange, üblicherweise bis zum ersten Frost. Wenn Sie die Pflanzen vor frostigen Nächten mit einem Vlies schützen, verlängert sich die Erntezeit und auch die letzten Früchte können noch ausreifen.
  • Fenchelsamen werden jetzt geerntet: Triebe bodennah abschneiden und an einem warmen Ort zum Trocknen auslegen. Die Pflanzen treiben dann wieder aus, das frische Laub steht den ganzen Winter über z.B. als Salat-Zugabe zur Verfügung.
  • Die letzten Rüben, Rote Bete und Rettiche sind jetzt erntereif und sollten vor dem ersten Frost aus der Erde!
  • Auch Kürbisse sind reif und sollten keinen Frost abbekommen. Lässt man sie drei Wochen bei Zimmertemperatur nachreifen, gewinnen sie noch an Geschmack!
  • Wer den Winter über Mangold ernten will, sollte die einzelnen Pflanzen jetzt anhäufeln: etwa ein Drittel so hoch wie die Pflanze. Die Blätter werden mit Laub oder einem Vlies geschützt. Ernten Sie bei Bedarf jeweils die äußeren Blätter!

Pflegen:

  • Auf abgeernteten Beeten Gründüngung sähen, oder das Beet hacken, mit Kompost düngen und mit einer Mulchdecke aus Grasschnitt oder Laub versehen.
  • Unkraut zwischen den Keimlingen des Wintergemüses jähten. Ob Spinat, Feldsalat oder Winterportulak: die kleinen Pflänzchen würden durch eine Hacke verletzt, also die Wildkräuter bzw. das keimende Gras nur vorsichtig heraus zupfen!
  • Gemüse, das noch fruchtet, auch noch weiter wässern, sofern es nicht viel regnet.
  • Sollten im Gewächshaus oder sogar im Freiland noch Tomaten stehen, sind spätestens jetzt alle Blüten zu entfernen, damit die letzten Tomaten besser ausreifen.
  • Jetzt das Kraut des Knollenselleries bis auf die Herzblätter entfernen, damit die letzte Kraft der Pflanze ganz der Knolle zu Gute kommt und nicht dem Blattwerk. Knollensellerie sollte so lange wie möglich stehen bleiben, jedoch vor dem Einsetzen stärkerer Nachtfröste geerntet werden.

Aussähen und Vermehren:

  • Winterpostelein, auch Winterportulak genannt, kann jetzt noch ausgesäht werden, wahlweise in Reihen, Breitsaat oder Tuffs. Der winterharte Salat keimt auch noch unter 12°C, zur Weiterkultur genügen  4-8°C. Winterpostelein kann bis zu 6 mal beerntet  werden, wenn man ihm immer genug nachwachsende Blätter läßt. Von der Aussaat bis zur ersten Ernte vergehen 8 Wochen.
  • Auch jetzt kann man noch Knoblauch stecken, gerne zwischen Rosensträuchern, Erdbeeren und Bäumen.
  • Frostverträgliche Radieschensorten können noch gesäht und vier Wochen später im November geerntet werden. Tipp: Nicht so eng sähen wie im Frühjahr, denn die Tage sind jetzt kürzer und der Einfallwinkel der Sonnenstrahlen ist flacher. Die Pflänzchen sollten sich nicht noch gegenseitig beschatten.
  • Schneckengelege bekämpfen: in Ritzen am Beetrand, unter Regentonnen, Pflanzkübeln, losen Steinen, Laub- und Mulchschichten, sowie auf dem Kompost oder in Erdlöchern finden sich jetzt die durchsichtigen Kügelchen der Schneckengelege. Frei legen, wo immer man sie findet, dann vertrocknen sie oder werden von Vögeln verspeist! Wer die Ei-Ablage verhindern will, kann alle abgeernteten Beete durchhacken und mit Rechen oder Handegge einebnen. Aber machen wir uns nichts vor:  Alle Gelege zu finden ist schier unmöglich! Allenfalls gelingt es, die Schneckenplage etwas einzudämmen.

Der Kräutergarten im Oktober

Ernten:

  • Dill, Schnittlauch und Petersilie vor dem ersten Frost schneiden und verwerten.

Aussähen:

  • An geschützten Stellen gelingt mancherorts noch die Aussaat von Petersilie. Sie wird zwar im nächsten Sommer "schießen", aber ab Frühjahr kann man sie ja immerhin beernten. Nur frische Samen verwenden, denn die Keimkraft der Petersilie lässt schnell nach.

Überwintern:

  • Thymian, Rosmarin, Salbei, Estragon und andere winterharte Kräuter in Töpfen und Pflanzkübeln jetzt an eine geschützte Stelle umziehen, z.B. an eine Hauswand unter Regenschutz.  Ist ein Regenschutz nicht machbar, dürfen die Pflanzgefäße nicht in Untersetzern stehen!
  • Empfindlichere Lavendelsorten, buntlaubiger Salbei, Lorbeer oder Rosmarin, die draußen im Freiland überwintern, bekommen einen Winterschutz: Am besten eignet sich ein Vlies in Gärtnerqualität (nicht leichter als 90 Gramm pro Quadratmeter), das um ein Gerüst aus Bambusstäben oder Weidenzweigen gewickelt wird.

Der Obstgarten im Oktober

Ernten:

  • Späte Zwetschgen ernten, z.B. die jetzt pflückreifen Sorten "Anna Späth" und die "Hauszwetschge". Einige Früchte kann man auch noch bis No­vember am Baum hängen lassen. Sie sehen dann zwar wie Trockenfrüchte aus, sind jedoch besonders aromatisch.
  • Typische Herbstäpfel wie Jonagold, Boskoop oder Elstar sind jetzt erntereif. Ein gutes Indiz ist, wenn bereits Äpfel auf dem Boden liegen. Reife Äpfel lassen sich leicht durch eine Drehung vom Baum lösen.
  • Späte Weintrauben sind erntereif, wenn die Traubenstile verholzt sind und sie bereits süß schmecken.
  • Falls noch nicht geschehen, die Quitten ernten. Sie sind reif, wenn ihre Schale kräftig gelb und glatt ist.

Pflegen:

  • Junge Obstbäume, die frisch gepflanzt wurden, weiterhin bewässern, jedoch nicht düngen!
  • Die abgeernteten Fruchtruten der Brombeere dicht über dem Boden abschneiden. Diesjährige Triebe mit Drähten anbinden, Jungtriebe anhäufeln, das schützt sie vor Bodenfrost. Wilde Sorten sind allerdings unempfindlich, sie treiben unter nahezu allen Umständen wieder aus.
  • Fallobst entfernen: Manche Schädlinge nutzen am Boden liegende Früchte zum Überwintern und befallen den Baum im nächsten Frühjahr.
  • Gegen den Frostspanner sollten jetzt Leimringe um die Stämme der Obstbäume gewickelt werden. Der Handel bietet dafür Komplettsets an, die das Prozedere vereinfachen. Mehr über diese wichtige Maßnahme zum Schutz der Bäume erfahren Sie auf Hausgarten.net.

Pflanzen und Vermehren:

  • Neue Obstgehölze kommen nun in die Erde, damit sie bis zum ersten Frost noch Faserwurzeln bilden. Baumschulen und Gärtnereien liefern jetzt die günstigeren "wurzelnackten" Bäume und Sträucher aus, die viele Gartenfreunde den Containerpflanzen vorziehen. Entscheidet man sich für Containerware, muss der Wurzelballen vor dem Setzen leicht zerrissen werden. In das großzügig ausgehobene Pflanzloch kommt ein Gemisch aus Erde mit Kompost oder Hornspänen. Danach wird die Pflanzstelle gegossen, die Pflanze wird "eingeschlämmt". Gut matschig ist für die neuen Bäumchen oder Sträucher genau richtig! Es empfiehlt sich, einen Gießrand rund um den Baum bzw. Strauch zu modellieren, damit das Gießwasser nicht weiträumig verläuft.

Ziergarten im Oktober

Ernten:

  • Auch jetzt noch können von vielen Stauden und Sommerblumen Samen geerntet werden, um sie an anderer Stelle auszusähen oder in der nächsten Saison selber vorzuziehen. Bewahren Sie die Samen trocken in einzelnen Papiertütchen auf. Beschriftung nicht vergessen!

Pflegen:

  • Stauden "ausputzen": Kranke und abgestorbene Teile entfernen. Attraktive Samenstände auch mal stehen lassen, sie sehen im winterlich verschneiten Garten richtig gut aus!
     
  • Falls noch nicht geschehen: Kokardenblume und Co. bodennah einkürzen. So kommen sie besser durch den Winter, da sie ihre Energie nicht weiter für die Samenbildung verausgaben.
     
  • Rosen: Manche Rosenarten blühen bis in den späten Herbst und sogar Winter. Beschneiden Sie Rosen nicht im Herbst, sondern im Frühjahr, um mehr "Puffer" für eventuelle Frostschäden zu haben.  Für jetzt reicht es, einzelne verblühte Rosen zu entfernen.

Pflanzen und Vermehren:

  • Frühblüher setzen: Der Oktober ist noch eine gute Zeit, um im zeitigen Frühjahr blühende Zwiebelpflanzen zu setzen. Der Handel bietet ein breites Spektrum geeigneter Frühblüher wie Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse und Traubenhyazinthen. Setzen Sie die Pflanzen immer in lockeren Gruppen, einzeln kommen sie nicht so gut zur Geltung!
     
  • Stauden teilen und umsetzen: Viele Stauden entwickeln sich besser, wenn sie alle paar Jahre geteilt und umgesetzt werden. Margeriten und Roter Sonnenhut müssen sogar alle drei Jahre verpflanzt werden, wenn sie nicht verkümmern sollen. Auch Feinstrahl, Schwertlilien und Herbstastern gewinnen durch das dreijährige Umziehen, Rittersporn braucht es spätestens nach vier Jahren. Und so geht es: oberirdische Teile ganz kurz schneiden, dann die Wurzel mit dem Spaten teilen, ausheben und die einzelnen Teile an einer neuen Stelle einpflanzen. Angießen nicht vergessen!
     
  • Rosen pflanzen: Wurzelnackte Rosen für die Herbstpflanzung werden jetzt vom Handel angeboten. Im Oktober gepflanzte Rosen bilden noch Wurzeln und treiben im Frühling stärker aus als Rosen, die erst dann gepflanzt werden. Im Magazin "Mein schöner Garten" finden Sie eine ausführliche Anleitung zum Thema Rosen richtig pflanzen.
     
  • Kaltkeimer sähen:  Manche Pflanzen benötigen Frost, bevor sie keimen können. Wenn Sie also Eisenhut, Phlox, Fackellilie, Frauenmantel, Bergenie oder Taglilie selbst aussähen wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Damit man sie nicht inmitten von lauter Wildkräutern "verliert", empfiehlt sich die Aussaat in Töpfe, Pflanzkübel oder Balkonkästen. Als kleine Pflänzchen kommen sie dann im Frühling an ihren endgültigen Standort.

Boden und Beete

 

  • Alle Arbeiten zur Bodenpflege, zur Bodenverbesserung und zum Anlegen neuer Beete, die wir im Ratgeber zur Gartenarbeit im September aufgelistet haben, können auch noch im Oktober durchgeführt werden.
     
  • Mit dem Sieben und Verteilen des Komposts kann jetzt begonnen werden. Auf abgeräumten Beeten, unter Sträuchern, Hecken und Bäumen ist Kompost aus dem eigenen Garten nie falsch. Verteilen Sie jedoch nicht alles, sondern heben Sie eine ausreichende Menge für Neupflanzungen im Frühjahr auf.

 

Weitere Gartenarbeiten Oktober

Rasen: 

  • Der Oktober ist der letzte Monat, in dem noch kahle Stellen im Rasen ausgebessert werden können. Rauhen Sie den Boden auf und sähen Sie möglichst diesselbe Rasenmischung, aus der der Rasen auch bisher besteht. Gut wässern nicht vergessen!
     
  • Herbstlaub alle zwei Wochen entfernen, damit der Rasen nicht unter einer geschlossenen Laubdecke Schaden nimmt.

Kübelpflanzen:

  • Auch in Gärten stehen oft mehrjährige Kübelpflanzen, die die Winter draußen nicht überleben würden. Sie müssen jetzt ins Winterquartier geräumt werden. Für die meisten eignet sich ein heller Platz mit 6 bis 12 Grad Celsius.

Bäume:

  • Manchmal stellt sich heraus, dass es einem kürzlich gepflanzten Bäumchen am gewählte Standort nicht gut geht. Das muss nicht gleich ein Totalverlust werden: Gehölze, die noch keine fünf Jahre am selben Platz stehen, lassen sich meist noch umsetzen. Die beste Zeit dafür ist zwischen Oktober und März bei frostfreiem Wetter.

Gartenteich:

  • Blätter entfernen: Wer kein Laubnetz nutzt, sollte jetzt regelmäßig die Blätter mit einem Kescher von der Oberfläche abfischen. Das verhindert, dass das Laub auf den Grund sinkt und sich zu Faulschlamm zersetzt.
     
  • Teichuferpflanzen jetzt nicht beschneiden, sondern erst im Frühjahr. Es verhindert, dass noch mehr Herbstlaub in den Teich geweht wird. Zudem nutzen es verschiedene Insekten als Winterquartier. Gönnen wir ihnen den Unterschlupf, das fördert die Artenvielfalt im Garten!

Fragen und Antworten zur Gartenarbeit im Oktober

Sie haben Fragen zur Gartenarbeit im Oktober? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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