Ratgeber
Gartenweg

Gartenwege und Plätze - ein Ratgeber zur Gartenplanung

Zwar spielt das viele Grün, die blühenden Pflanzen und eventuell selbst angebautes Gemüse im Garten die Hauptrolle, doch braucht jeder Garten auch Wege und Plätze: Zur Pflege, zum Pflanzen und Ernten, aber auch zum herum spazieren und gemütlich zusammen sitzen. Dieser Ratgeber gibt Tipps zur Gestaltung von Wegen und Plätzen, vom Trampelpfad bis zur Piazza und Terrasse.

Neuer Garten? Erst die Nutzungen, dann Wege und Plätze planen

Wer das Glück hat, einen Garten ganz neu anlegen zu können, beginnt mit einem gut überlegten Gartenplan. Überlegen Sie, wie Sie Ihren künftigen Garten optimalerweise nutzen wollen und welche Anlagen und Bauten dafür erforderlich sind. Folgende Fragen helfen dabei, bei der Planung nichts Wesentliches zu vergessen:

  1. Soll es ein reiner Zier- und Erholungsgarten werden? Oder ist auch etwas Selbstversorgung mit Obst und Gemüse geplant? Je umfangreicher der Selbstversorgungsfaktor gerät, desto mehr Wirtschaftsbauten und Flächen werden gebraucht.
  2. Benötigen Sie einen Geräteschuppen zum Verstauen von Gartenutensilien und/oder zur Überwinterung von Gartenmöbeln?
  3. Soll ein richtiges Gartenhaus her, das auch zu Wohnzwecken genutzt werden kann? Mit oder ohne Terrasse?
  4. Reicht der Platz für einen zusätzlichen Sitzplatz (Piazza) draußen im Grünen? Evtl. mit Feuerstelle?
  5. Oder gleich mit einem Pavillon?
  6. Welche Wirtschaftsflächen werden benötigt? Komposthaufen oder Schnellkomposter? Ein Gewächshaus? Evtl. Früh- und Hochbeete?
  7. Ist eine Rasenfläche erwünscht, ein Kinderspielbereich? Oder eine naturnahe Wiese?
  8. Ein Gartenteich, ein "Bachlauf" oder anderes Wasserspiel?
  9. Welche Beete möchten Sie anlegen: Gemüsebeete, Staudenbeete, Steinbeet oder Kräuterspirale?
  10. Möchten Sie Obstbäume und Beerensträucher pflanzen?
  11. Wo benötigen Sie Sichtschutz? Hecke oder Mauer? Rankgitter oder ein Sichtschutz aus Pflanzkübeln?
  12. Wie geschieht die Versorgung mit Wasser und Strom?

Am Ende dieser Überlegungen, die am besten mit allen zusammen angestellt werden, die den Garten später nutzen sollen, haben Sie eine Liste der gewünschten Elemente und können mit der konkreten Planung loslegen:

  1. Klassisch: Das geht traditionell mittels einer maßstabsgetreuen Zeichnung auf Papier, auf der Sie dann die Elemente anordnen, für die Sie sich entschieden haben. Die zugehörige Wegeführung ist leicht erkenn- und planbar, wenn Sie Ihre Wunsch-Nutzungen und Bauten platziert haben.
     
  2. Software-gestützt: Mittlerweile gibt es auch Gartenplanungstools, Programme und Apps, die die Planung individueller Gärten mit allen erdenklichen Elementen ermöglichen. Der Artikel Gartenplaner-Apps: Kostenlose Software & Apps für eine grüne Oase im SATURN-Magazin gibt einen guten Überblick über aktuelle Tools und Programme.
     
  3. Mit Dienstleistern: Bei sehr großen Grundstücken lohnt es sich, für die Gartenplanung Profis heranzuziehen. Garten- und Landschaftsbauer haben viel Erfahrung und können Sie in allen Fragen gut beraten und auch inspirieren.

Am Ende des Planungsprozesses verfügen Sie über einen genauen Gartenplan, der auch die nötigen Wege und Plätze enthält. Diese müssen nun umgesetzt und zur jeweiligen Nutzung passend gestaltet werden.

Tipps für die gute Wegeführung im Garten

Ob Sie einen Garten neu anlegen, umgestalten oder ergänzen: Die richtigen Wege durch den Garten sind ein ganz wesentlicher Faktor, der zur störungsfreien und erfreulichen Nutzung erheblich beiträgt. Optik, Stimmung und Charakter einer Gartenlandschaft werden durch die vorhandenen Wege wesentlich mitbestimmt, und zwar sowohl durch ihren Verlauf als auch mittels ihrer Ausgestaltung. Zunächst zum Verlauf:

  • In kleinen Gärten, die kaum Alternativen zulassen, ist es tatsächlich einfach, zu bestimmen, wie der Weg verlaufen muss. Meist wird dies der direkte Weg von A nach B sein. Und zwar gerade so breit bzw. eng, wie es der vorhandene Platz ermöglicht.
     
  • In mittleren und größeren Gärten bieten sich mehrere Möglichkeiten der Wegeführung an. Um zur passendsten Variante für einen individuellen Garten zu gelangen, richtet man sich bei Verlauf und Gestaltung am Besten nach der Funktion des Weges.

Gartenwege dienen verschiedenen Zwecken, die jeweils eine Wegführung nahe legen:

  • Häufig begangene Wege wie etwa der Weg vom Gartenhaus zum Geräteschuppen oder vom Gemüsegarten zum Kompostbereich sollten geradlinig verlaufen. Denn intuitiv nutzen wir meist den kürzesten Weg von A nach B und lassen uns davon nicht so leicht abbringen. Soll aus gestalterischen Gesichtspunkten ein gewundener oder gar „verschlungener“ Weg entstehen, wird  man eventuell mit einem ungeplanten „Trampelpfad“ leben müssen, der im Lauf der Zeit "einfach so" entsteht. Will man das verhindern, muss der unerwünschte gerade Weg effektiv verbaut werden: z.B. durch ein dichtes Gebüsch, ein erhöhtes Steinbeet oder ein Wasserspiel, so dass man gar nicht auf die Idee kommt, geradeaus weiter laufen.
     
  • Pflegewege sind zwar nachrangige Nebenwege, jedoch unverzichtbar: Schließlich müssen die Beete von allen Seiten erreicht werden, um zu gießen, zu jähten und Pflanzen zu setzen. Pflegewege müssen nicht unbedingt gerade verlaufen, sondern richten sich nach der Form der Beete, die nicht immer rechteckig angelegt werden müssen. Geschwungene Wege rund um eben solche Zier und Nutzbeete, einige Trittsteine in der Mitte größerer Beete – der der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt, doch Wege und Beete stehen immer in Beziehung zueinander, werden also am besten zusammen geplant.
     
  • Spazierwege: Wer über einen weitläufigen Garten verfügt, kann auch einen vielfach gewundenen Spazierweg anlegen, der an verschiedenen Highlights des Gartens vorbei führt. Am Teich entlang, unter dem Rosenbogen hindurch, vorbei an einer Kräuterspirale, weiter durch naturnahe Prärie-Staudenbeete und hin zu einem romantischen Pavillon mit besonders guter Aussicht auf den Garten. Gute Planung ist hier ganz besonders wichtig, da die Notwendigkeit von Funktions- und Pflegewegen ja nicht etwa entfällt!

Und wie breit sollen die Wege sein?

Mindestens so breit wie nötig! Bezüglich der Wegbreite sollte man bei allen Wegen vorab bedenken, ob man sie auch mit einer Schubkarre nutzen können will. Auch einen Rasenmäher wird man mal über einen Weg in den Schuppen schieben wollen und auch ein Kinderwagen braucht eine gewisse Wegbreite. Diese Überlegung betrifft nicht nur den Weg selbst, sondern bei schmalen Wegen auch die Bepflanzung rechts und links des Wegs, die nicht zu hoch wachsen sollte. Man würde sich nicht nur beengt fühlen, sondern die Pflanzen vielleicht im Vorbeigehen beschädigen, wenn der Weg nicht breit genug ausgestaltet ist.

Plätze im Garten: Terrasse, Piazza, lauschiger Freisitz

Zwar kann man wunderbar auf einer Wiese picknicken, doch würde eine solche Dauernutzung der Wiese den Garaus machen. Der überdachte Freisitz, die offene Laube oder der Pavillon, auch der Platz, auf dem eine Gartenbank steht, flankiert von zwei schönen Kübelpflanzen: solche Orte sollen nicht zur Schlammgrube werden, wenn es regnet. Befestigte, gepflasterte oder auf andere Weise teilversiegelte Flächen sind in jedem Garten nahezu unverzichtbar.

Bei der Planung solcher Orte schadet es nicht, folgende Aspekte zu bedenken:

  1. Zu welcher Tageszeit wird der jeweilige Platz voraussichtlich genutzt? Wird er dann besonnt oder beschattet?
  2. Braucht der Ort demnach einen Sicht- oder Sonnenschutz?
  3. Wie nah kommt der geplante Platz dem Nachbargrundstück? Ist von dort mit Störungen zu rechnen, bzw. stört man evtl. selbst die Nachbarn?
  4. Soll es nur ein "Sitzplatz mitten im Grünen" sein oder soll er überdacht und gegenüber der Umgebung deutlich abgegrenzt werden?
  5. Soll man sich nur kurz aufhalten, oder möchte man dort auch zu Kaffee und Kuchen mit Freunden einladen?
  6. Oder dient der Platz lediglich ästhetischen Zwecken, z.B. in Form einer zur Piazza erweiterten Wegkreuzung?

Auch die tiefste Ebene eines Senkgartens ist meist eine gepflasterte Fläche, um die herum höher gelegene Beete angeordnet sind. Es gibt somit eine ganze Reihe potenzieller Flächen, die man nicht der Spontanvegetation überlassen, sondern auf irgendeine Weise befestigen wird. Die Gestaltung dieser Befestigung unterscheidet sich nicht grundsätzlich von derselben Aufgabe bei befestigten Wegen. Pflasterungen und andere Befestigungen von Wegen und Plätzen behandeln wir deshalb im nächsten Abschnitt zusammen.

Tipp: Einen Platz sollten Sie niemals versiegeln: Der Platz für den Komposthaufen, denn das würde die angestrebte Verarbeitung der Gartenabfälle durch Kompostwürmer und Bodenleben nur stören und erschweren!

Wie Sie Wege und Plätze im Garten mit Pflanzkübeln aufpeppen, lesen Sie in unserem Ratgeber "Gartengestaltung mit Pflanzkübeln".

Wege und Plätze befestigen: Welches Material?

Beton, Naturstein, Wegeplatten, Holz? Das Material, mit dem Gartenwege befestigt werden, beeinflusst die Atmosphäre im gesamten Garten. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren quadratische oder rechteckige Beton-Wegeplatten meist das Mittel der Wahl - und entsprechend "nüchtern bis praktisch" geriet auch die Gartenstimmung.

Gartenweg aus Wegeplatten

 

Zum Glück sind diese Zeiten vorbei! Heute können wir aus einer Vielfalt verschiedenartiger Materialien wählen, vom einfachen Trittstein über Kies und Rindenmulch bis hin zu vielerlei Klinker-Pflaster, Natursteinplatten, Fliesen und sogar Holzbohlen, die wirklich jeder Witterung lange standhalten.

Mit der großen Auswahl kommt allerdings auch die Qual der Wahl. Ästhetische Vorstellungen, der Gesamtcharakter des Gartens, der Stil des Gartenhauses und auch finanzielle Ressourcen spielen hier eine Rolle, so dass es praktisch keine Tipps gibt, die zu jedem Einzelfall passen. Stattdessen zeigen wir ein paar Beispiele sehr unterschiedlicher Materialien, die heute vielfach verwendet werden. Lassen Sie sich inspirieren!

Einzelne Trittsteine (Natursteine, Baumscheiben, Betonsteine in Natursteinoptik) eignen sich gut als „Pflegeweg“ quer durch größere Beete oder als Naturpfad durch "verwunschen" wirkende Gartenbereiche.

Trittsteine, Natursteine

 

Mittels akkurat symmetrischer Formen können Trittsteine auch einen starken Kontrast zu den Pflanzungen in der Umgebung setzen. Zum Beispiel vermitteln runde Betonsteine einen gestalterisch viel strengeren Eindruck, wie das nächste Beispiel zeigt:

runde Beton-Trittsteine

 

Im naturnahen Garten oder als Pflegeweg zwischen Beeten reicht auch ein Belag aus Rindenmulch, der allerdings gelegentlich erneuert werden muss:

Rindenmulchweg

 

Sehr attraktiv wirken auch Natursteinplatten, die von speziellem Fugengrün umwachsen sind. Sowohl Wege als auch Plätze lassen sich so gestalten und wirken ebenfalls sehr naturnah:

Natursteinplatten, von Fugengrün umwachsen

 

Wegeplatten aus Beton können auch gut aussehen, wie das folgende Beispiel zeigt. Ohne Fugengrün, jedoch mosaikartig in verschiedenen Größen aneinander gelegt, wirkt dieser Gartenweg doch recht edel:

Gartenweg mit Wegeplatten

 

Mit einer schicken Gartenbank und attraktiven Pflanzkübeln macht auch ein Platz mit schlichten quadratischen Wegeplatten noch einiges her:

Gartenplatz mit Wegeplatten und Bank

 

Natursteinbeläge, seien es kunstvoll aneinander gesetzte Polygone oder klassische Fliesenformen, machen sich gut auf den Hauptwegen und Plätzen, sowie auf Terrassen am Wohn- oder Gartenhaus. Materialien, die aus in der Umgebung "heimischen" Steinen gefertigt wurden, wirken besonders natürlich und sind oft deutlich preiswerter als Gesteine, die aus der Ferne heran transportiert wurden.

Naturstein, Polygone, Fliesen

 

Mit Klinkern (gebrannten Ziegelsteinen) lassen sich nicht nur Mauern bauen, sondern auch Wege und Plätze gestalten. Sie passen gut in Bauerngärten und zum Landhausstil. Ihre warmen Rot-, Beige- und Brauntöne vermitteln eine warme, anheimelnde Atmosphäre.

Klinker - Gartenweg

 

Auch mit alten und neuen Pflastersteinen lassen sich im Garten attraktive Wege und Plätze gestalten. Wer es sich nicht zutraut, die Muster in gewünschter Genauigkeit hinzubekommen, kann das durchaus anspruchsvolle Werk auch einem Gartenbau-Profi überlassen.

verschiedene Pflasterungen

 

Auch robustes, wetterfest imprägniertes Holz eignet sich dazu, Wege und Plattformen zu gestalten. Alte Bahnschwellen können so recycelt werden (links im Bild), rechts im Bild wurden Präriebeete mit Holzplattformen und Rückwänden umbaut:

Holz als Wege- und Plattformbelag

 

Terrassen und Plattformen werden seit langem gerne mit Holzpanelen aus wetterfester Douglasie gefertigt. Holz hat eine warme, natürliche Ausstrahlung, die wunderbar mit dem lebendigen Grün im Garten harmoniert.

Holzterrasse

Fragen und Antworten zur Gestaltung von Wegen und Plätzen

Sie haben Fragen, die in diesem Ratgeber nicht beantwortet wurden? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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