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Tomaten, Salat, Kartoffeln, Paprika,

Ratgeber: Gemüse im Pflanzkübel anbauen

Eigenes Gemüse anbauen und ernten: das geht auch ohne eigenen Garten! Auf Balkon und Terrasse gedeihen viele Sorten hervorragend im Pflanzkübel, in Blumentöpfen und Balkonkästen. In diesem Ratgeber finden Sie Tipps für die passende Sortenwahl und die erfolgreiche Pflege.

Gemüse im Kübel und Topfgarten: die Vorteile der Selbstversorgung

Natürlich wird ein Balkon und eine Terrasse nicht ausreichen, um den gesamten Bedarf an frischem Gemüse zu decken. Dennoch finden immer mehr Stadtbewohner Gefallen an selbst gezogenem Gemüse, denn das Gemüse aus dem Pflanztopf bietet einige Vorteile:

  • Genuss: Ein bisschen Selbstversorgung macht Freude, die Ernte schmeckt besser als die Ware aus dem Supermarkt.
  • Bildung: Wer Kinder hat, kann sie helfen lassen und so zeigen, wie unser Gemüse auf natürliche Weise entsteht.
  • Sicherheit: Man weiß genau, was drin und dran ist, denn Gemüse im Kübel wird nicht gespritzt, ist also 100% bio!
  • Frische: So frisch wie vom eigenen Balkon ist kein anderes Gemüse - man schmeckt den Unterschied!
  • Kurze Wege: Während der Saison ist es praktisch, vor dem Kochen direkt vom Balkon oder von der Terrasse ernten zu können.

Auch wer einen Garten hat, kann Gemüse in Pflanzkübeln kultivieren, denn manches wird dadurch einfacher:

  • Schutz: Hohe Pflanzkübel werden weniger von Schnecken heimgesucht bzw. lassen sich besser schützen als der Boden eines Beets.
  • Unkrautvermeidung: Bodennah fliegende Samen unerwünschter Wildkräuter erreichen die Erde solcher Kübel gar nicht erst.
  • Flexibilität: Vorteilhaft ist auch die Möglichkeit, die Pflanzgefäße umzustellen, wenn sich ein Standort als problematisch erweist - z.B. wegen zuwenig Sonne oder wegen der Angriffe beissender Insekten.

Wie groß sollten Pflanzkübel und Töpfe für Gemüsepflanzen sein?

Diese nahe liegende Frage lässt sich naturgemäß nicht für alle Gemüsesorten gleich oder auch nur ähnlich beantworten. Neben einer Liste kasten- und kübel-geeigneter Gemüsepflanzen sollen hier zunächst ein paar Grundinformationen zum Verständnis des Pflanzenwachstums in Kübeln die Wahl erleichtern:

  • Wuchshöhe und Topfvolumen: der ausgewachsenen Pflanze gibt zwar Anhaltspunkte, doch wird diese auch von der Größe des Pflanzgefäßes mitbestimmt. Dass dieser Einfluss wesentlicher ist als vieles andere, zeigen etwa Versuche mit sehr wuchsfreudigen Chili-Pflanzen: In einem 5-Liter-Blumentopf erreichen sie maximal Zimmerpflanzengröße, in einem riesigen 200-Liter-Container werden sie zu drei Meter hohen Mega-Chilis. Ähnlich verhalten sich Tomaten jener Sorten, deren Wachstum nicht genetisch limitiert ist - und das sind gar nicht so wenige!
     
  • Wurzeltiefe: Genetisch unterscheidet man Flachwurzler und Tiefwurzler, manche Autoren benennen auch Mitteltiefwurzler, sind sich dann aber in der Zuordnung nicht unbedingt einig. Im Freiland bilden Flachwurzler meist ein dichtes Wurzelbüschel, Tiefwurzler entwickeln tiefgehende Hauptwurzeln mit verschieden langen Verzweigungen. Da die Gemüsepflanzen ihr Wurzelwachstum jedoch dem Kulturstandort anpassen, spielt dieses Kriterium für den Anbau im Pflanzkübel kaum eine Rolle. Sogar Flachwurzler wie Radieschen und Kopfsalat erreichen in gutem Boden im Freiland bis zu 60cm Wurzeltiefe, doch gedeihen sie auch prima in vergleichsweise kleinen Blumentöpfen,  Pflücksalat wächst sogar in flachen Pflanzschalen.
     
  • Spezielle Züchtungen:  Da Tomaten zu den beliebtesten Balkonpflanzen gehören, bietet der Handel im Frühjahr spezielle "Balkontomaten" an, die sehr klein bleiben und sogar im Balkonkasten gehalten werden können. Ihre Früchte bleiben ebenfalls klein und selbst mit mehr Platz wird die Pflanze nicht wirklich groß. Auch bei den Zucchinis hatten Züchter Erfolge bei der Miniaturisierung, denn die sogenannten Mini-Zucchinis passen auch in einen großen Blumentopf. Diese Pflanzen machen den Anbau auf sehr wenig Platz möglich, doch viele Balkongärtner wählen lieber normal wachsende Tomaten und Zucchinis, die in größeren Pflanzgefäßen wunderbar gedeihen.

Fazit: Für praktisch jede Topfgröße gibt es passende Gemüsepflanzen und allgemein gilt, dass ein Pflanzkübel  nie zu groß sein kann. Hat man genug Platz für große Pflanztröge und Kübel, dankt es die jeweilige Pflanze mit mehr Größenwachstum und somit auch einer ausgiebigeren Ernte. Empfehlungen zu einigen Mindestgrößen finden Sie im Abschnitt über die Gemüsepflanzen für Pflanzkübel.

Praxistipp:  Oft wird der Mindestinhalt eines Pflanztopfs oder Pflanzkübels für einzelne Gemüsepflanzen in Liter (Erde) angegeben. Wie aber kann man berechnen, wieviel Liter ein Pflanzgefäß aufnimmt, wenn man nur die Maße in Zentimeter kennt?  Der "Gartengnom" stellt zu diesem Zweck ein hilfreiches Berechnungstool zur Verfügung, mit dem Sie jede Kübelgröße ganz bequem in Liter umrechnen können.

Gemüsepflanzen für Balkonkästen

Aufgrund des beschränkten Platzes im Balkonkasten ist die Auswahl geeigneter Pflanzen hier übersichtlich:

Radieschen:  für Anfänger, die schnelle Ergebnisse sehen wollen, ein genialer Einstieg! Zwischen März und September können sie direkt gesäht werden und benötigen nur drei bis vier Wochen bis zur Ernte. Wichtig ist ein Abstand zwischen den Pflanzen von etwa 6cm, da sie sonst nur Blattwerk aber keine Knollen entwickeln. Säht man enger, kann man die Überzähligen nach der Keimung in Salaten mitverwenden. Da Radieschen im Supermarkt sehr günstig sind, empfiehlt sich die Wahl seltener Sorten, die man dort nicht findet, z.B. Eiszapfen, Riesenbutter und Rudi.

Pflücksalat:  Ebenfalls gut für schnelle Ergebnisse, da die ersten Blätter schon nach 4 bis 6 Wochen geerntet werden können. Im Unterschied zu Kopfsalat erntet man bei Pflücksalat nicht die ganze Pflanze, sondern immer nur die äußeren Blätter. Geeignete Sorten sind Lollo Rosso, Feldsalat, Schnittsalat und Rucola (Salatrauke). Um die Anzucht zu erleichtern, bietet der Handel auch fertige Saatbänder und Saatteppiche mit verschiedenen Sorten, so dass man sich um Abstände nicht zu kümmern braucht.

Buschbohnen:  Die kompakte Version der grünen Bohne wird nur etwa  30 bis 40 cm hoch und eignet sich somit auch gut für große Balkonkästen. Im Freien werden sie ab Mitte Mai bis Ende Juni im Blumenkasten gesäht, und zwar immer vier auf einmal in ein 2 cm tiefes Loch in ca. 5 cm Abstand. Buschbohnen sind recht anspruchslos und wachsen verlässlich auf bei Balkongärtnern ohne grünen Daumen.

Zuckerschoten:  Ein lohnender Anbau, denn Zuckerschoten (auch Zuckererbsen genannt) sind in Bioqualität eher teuer. Für den Balkonkasten eignen sich niedrige, bis 40 cm hohe Sorten, da diese nicht zwingend eine Kletterhilfe benötigen. Ausgesäht werden sie 3 cm tief zwischen April und Juli im Abstand von 4 bis 5 cm. Die frischen Schoten sind nach etwa drei Monaten erntereif und können direkt von der Pflanze genascht werden.

Gemüse für Pflanzkübel und Pflanztrog

Prinzipiell ist es durchaus möglich, jede Gemüsesorte auch in entsprechend großen Pflanzkübeln anzubauen - ein guter Standort, nährstoffreiche Erde und richtige Pflege voraus gesetzt. Bestimmte Pflanzen eignen sich allerdings weniger, wie etwa viele Kohlsorten. Es sind hungrige Starkzehrer mit großem Platzbedarf und hohen Pflegeansprüchen, die zudem vor einer ganzen Armada von Schädlingen geschützt werden müssen - und zwar viele Monate lang, da sie erst spät erntereif werden.

Wir überlassen solche Gemüse also den Profis und stellen lieber Gemüsepflanzen vor, die sich im Pflanzkübel und Pflanztrog bewährt haben:

  • Tomaten: Während man im Supermarkt immer nur einige wenige Sorten findet, ist die Auswahl für Selbstversorger riesig. Hunderte Sorten werden als Samen angeboten, die man auf der Fensterbank vorziehen vorziehen kann.  In Gärtnereien, auf Wochenmärkten und bei Pflanzenbörsen werden im Frühjahr ebenfalls viele Sorten als Jungpflanzen angeboten. Sie haben die Wahl zwischen roten, gelben, grünen, fast schwarzen und gestreiften Tomaten in allen erdenklichen Größen und Formen. Ob Sie sich für kleinwüchsige Buschtomaten, mittelhohe Stabtomaten oder potenziell "unendlich" (indeterminiert) wachsende Sorten entscheiden, hängt vom vorhandenen Platz ab. Ein mindestens 20-Liter Erde fassendes Pflanzgefäß wäre ideal, doch hängt das auch von der gewählten Sorte ab. Für nicht extra klein gezüchtete Sorten gilt: je voluminöser der Pflanzkübel, desto größer wird die Pflanze. (Eine Auswahl kleiner und mittelgroßer Sorten finden Sie im Gartenjournal).
     
  • Bohnen:  Buschbohnen wachsen nicht nur in Balkonkästen, sondern auch in Kübeln unkompliziert heran. Auch Kletter- bzw. Stangenbohnen sind möglich, wenn man Kletterhilfen für sie vorsieht. Geländer, Stangen oder gespannte Seile kommen in Betracht, womit sich auch gestalterische Effekte erzielen lassen. Prunkbohnen und Feuerbohnen klettern ebenfalls und erfreuen das Auge zusätzlich mit besonders hübschen Blüten. Entweder man zieht die Bohnen ab April auf der Fensterbank vor oder säht sie ab Mitte Mai direkt in den Kübel. Bei Kletterbohnen sollten es 8 bis 12 Samen pro Stange/ Kletterseil in 3 cm Abstand sein, bei Buschbohnen immer vier auf einmal in ein 2 cm tiefes Loch in ca. 5 cm Abstand.
     
  • Zucchini:  das beliebte mediterrane Gemüse benötigt viel Platz, sowohl für die Wurzeln als auch für die Pflanze selbst. Ein 40 bis 60-Liter-Pflanzkübel sollte es schon sein, um eine gute Ernte einzufahren. In kleineren Kübeln (ab 15 Liter) entwickelt sich die Pflanze auch, produziert dann aber weniger und kleinere Zucchinis. Es ist also eher ein Gewächs für die Terrasse, nicht für beengte Balkone. Als wärmeliebendes Gemüse darf die Zucchini erst nach dem letzten Frost ins Freie. Vorziehen auf der Fensterbank - etwa ab April - ist also angesagt, doch bieten Gartencenter im Frühling auch geeignete Jungpflanzen an (mehr Tipps zur Pflege? Hier entlang..).
     
  • Auberginen:  sie werden auch Eierfrüchte oder Melanzani genannt und gehören ebenfalls zu den wärmeliebenden, mediterranen Gemüsepflanzen. Die Formen- und Farbenvielfalt ist groß, Sie können unter gurken-, keulen-, schlangen- kugeligen und länglichen Sorten  in weiß, gelb, orangerot und violett wählen. Auch marmorierte Varianten sind erhältlich, sowie besonders kleinwüchsige Sorten für den Balkon mit wenig Platz. Ein warmer, sonniger und windgeschützter Standort ist optimal, ganz problemlos gedeihen sie im Wintergarten. Da sie bis zur Ernte recht lange brauchen, zieht man Auberginen ab Anfang Februar in Pflanzschalen oder Töpfen vor, um sie ab Mitte Mai nach draußen in den Pflanzkübel zu verpflanzen. "Mini-Auberginen" benötigen ca. 10 Liter Erde, größere gerne mehr. Die Kleinwüchsigen werden maximal einen Meter hoch, normale Sorten bis 1,50 Meter. Zu zweit  oder zu dritt passen sie auch gut in einen 40 x 40 x 40 cm großen Pflanzkübel.
     
  • Paprika, Pepperoni, Chilis:  Ob milde Gemüsepaprika oder scharfe Chilis, sie lieben es warm und mögen einen sonnigen Südbalkon. Da ihre Samen winzig sind, bietet der Handel Saatbänder und pilliertes Saatgut, bei dem der Samen in einer Tablette steckt, die sich im Anzuchttopf (1 cm tief gesäht) dann auflöst. Wer sich das Vorziehen ab Januar / Februar sparen will, findet im Frühjahr Jungpflanzen in den Gartencentern und Gärtnereien. Eine einzelne Pflanze wird je nach Sorte bis zu 1,50 hoch und benötigt mindestens 10 Liter Erde. In größeren Kübeln entwickelt sie sich besser und bringt mehr Ertrag. Im Balkonkasten gedeihen Paprika ebenfalls, sofern der Kasten mehr als 18 cm tief ist. Zwischen zwei Pflanzen sollten jedoch mindestens 40 cm Abstand liegen, damit sie sich nicht in die Quere kommen. Damit sie ihre Früchte besser tragen können, benötigen sie Bambusstäbe als Stütze. Als Nachtschattengewächs sollten Chilis nicht neben anderen Nachtschattengewächsen stehen, also z.B. nicht neben einer Tomate!
     
  • Kartoffeln: der Kartoffelanbau auf Balkon und Terrasse ist ein wenig in Vergessenheit geraten, doch bietet er insbesondere Kindern ein besonderes gärtnerisches Abenteuer. Mit einem "Kartoffelturm" lassen sich hohe Erträge realisieren. Dafür benötigen Sie einen 80 cm hohen Pflanzkübel, der zuunterst eine handbreite Drainageschicht (Kies, Blähton) bekommt. Es folgt eine 15cm dicke Schicht Erde, auf der die Saatkartoffeln (Biokartoffeln!) in ca. 8 cm Abstand ausgelegt und mit 10 cm Erde bedeckt werden. Sobald die Kartoffelpflanzen etwa 15 cm hoch gewachsen sind, schütten Sie wieder Erde auf bis nurmehr die obersten Blättchen heraus ragen. Ist das Blattwerk nachgewachsen und erneut über 15 cm hoch, folgt die nächste Erdschicht. Diesen Vorgang wiederholen Sie noch ein drittes Mal, dann darf die Pflanze blühen. Sobald ihr Blattwerk verdorrt ist, sind die Kartoffeln erntereif. Eine Verfünffachung der ursprünglichen Menge ist so locker möglich, manchmal werden es auch wesentlich mehr. Natürlich gelingt der Kartoffelanbau auch in kleineren Gefäßen, die ca. 10 bis 20 Liter Erde fassen. Und abgesehen von der Kartoffelernte erfreuen die Pflanzen auch mit recht hübschen Blüten.
     
  • Möhren und Pastinaken:  Diese Gemüse selbst anzubauen, eröffnet die Möglichkeit, ungewöhnliche Varianten zu wählen, zum Beispiel anstatt der üblichen "gelben Rüben" eine lila Sorte wie Colorada oder die "Urkarotte" Purple Haze. Sie haben die Wahl zwischen frühen und späten Sorten, die schon ab Februar bis in den Juni hinein direkt in den Kübel gesäht werden. Aber Achtung: das länglich geformte Gemüse benötigt viel Platz und braucht mindestens 40 cm Tiefe für seine Wurzeln. Ist das Pflanzgefäß zu klein, wird man deformierte Karotten und Pastinaken ernten. Der lange weiße Gemüserettich ist aus diesem Grund für die Aufzucht im Kübel eher nicht geeignet.

Mehr Gemüse?  Neben den beschriebenen Sorten eignen sich noch viele weitere Gemüsepflanzen für den Anbau im Pflanzkübel. Es würde den Rahmen dieses Ratgebers sprengen, sie alle zu beschreiben, doch einige Sorten wollen wir zumindest noch aufführen:

  • Asia-Salate
  • Erbsen
  • Gartenkresse
  • Gurken
  • Guter Heinrich
  • Honigmelonen
  • Knoblauch
  • Kopfsalate
  • Kürbisse (kleine Sorten)
  • Mangold
  • Neuseeländerspinat
  • Rote Beete
  • Rukola
  • Spinat
  • Tomatillo
  • Winterportulak

Kauftipp:  Gärtnereien und Gartencenter bieten im Frühjahr Jungpflanzen unterschiedlicher Qualitäten an. Tomaten, Auberginen oder Gurken sind auch als veredelte Pflanzen erhältlich. Diese sind zwar deutlich teurer, tragen dafür aber mehr Früchte, entwickeln sich bestens und sind wesentlich robuster gegen Schädlinge und Krankheiten.

Der Standort:  Gemüsepflanzen brauchen Sonne

Anders als viele Zierpflanzen, die unsere Balkone und Terrassen schmücken, brauchen Gemüsepflanzen regelmäßig viel Sonne, um zu gedeihen. Es gibt aber auch Pflanzen, die weniger Sonne tolerieren. Hier einige Tipps für verschiedene Standorte:

  • Schattig: Ein Nordbalkon oder ein nach innen versetzter, stark verschatteter Balkon mit Seitenwänden ist als Standort eher ungeeignet. Hier lassen sich allenfalls Gemüse- und Salatsprossen ziehen, die immerhin als gesunde Ergänzung für Salate und aufs Brot geschätzt werden.
     
  • Schattig mit wenig Sonne: Manche Standorte sind zwar nach Norden ausgerichtet, bekommen aber morgens oder abends für 2 bis 4 Stunden doch etwas Sonne. Hier gedeihen Rukola (Rauke), Spinat und Mangold, sowie klassische Salate wie Endivie. Auch mit Tomaten haben engagierte Balkongärtner gute Erfahrungen gemacht, obwohl häufig das Gegenteil behauptet wird.
     
  • Halbschattig: Ost- und Westbalkone und Terrassen bieten den Pflanzen 4 bis 6 Stunden Sonne. Das reicht gut für Tomaten, Bohnen, Möhren, Radieschen und Salate aller Art.
     
  • Sonnig: Südost- und Südwest-Lagen sind ideal und uneingeschränkt für alle Gemüse zu empfehlen, auch für die sehr sonnenliebenden mediterranen Sorten.
     
  • Sehr sonnig und heiß: Südbalkone und Terrassen sind im Prinzip ebenfalls geeignet, doch wird die sommerliche Hitze manchen Pflanzen dann doch zuviel. Sie trocknen schneller aus, gelegentlich verbrennen und verdorren Blätter. Es empfiehlt sich ein leichter Sonnenschutz zur heißesten Zeit - und natürlich häufiges Gießen!

Welche Erde für Gemüse als Kübelpflanze?

Da viele beliebte Gemüsesorten zu den Starkzehrern und Mittelzehrern gehören, ist es wichtig, sie vom Start weg mit einem gut vorgedüngten Substrat zu versorgen. Gewöhnliche Balkonkastenerde (Blumenerde) für Grün- und Blühpflanzen ist nicht geeignet, besser man wählt speziell abgestimmte Gemüseerde. Sie enthält mehr Nährstoffe und ist gröber, so dass die Pflanzen einen guten Halt bekommen. Der Handel bietet auch spezielle Tomatenerde, doch wer nicht ausschließlich Tomaten anbaut, kann problemlos die Gemüseerde nutzen.

Ausnahme: Für die Anzucht aus Samen braucht es spezielle Anzuchterde, die sehr wenig Nährstoffe enthält und die Keimlinge dadurch motiviert, durch schnelle Wurzelbildung "auf die Suche zu gehen". Ist die Jungpflanze groß genug, wird sie in den Kübel mit Gemüseerde umgesetzt.

Die Nährstoffe der Gemüseerde halten natürlich nicht ewig: so nach vier bis sechs Wochen muss nachgedüngt werden.

Kauftipps:

  • Wählen Sie nicht die billigste Erde, denn diese ist oft mit vielen Wildkräutersamen belastet. Teurere Erde ist weitgehend samenfrei, was sich beim Wachstum und im Ertrag des Gemüses aus dem Pflanzkübel durchaus bemerkbar macht!
     
  • Wer torffreie Erde verwendet, tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch den Pflanzen: Torf ist sehr nährstoffarm macht den Boden sauer (pH-Wert Torf: 3,4-3,7). Pflanzen und besonders Gemüse in Kübeln und Balkonkästen benötigen jedoch mehr Nährstoffe und bevorzugen einen neutralen Boden.

Drainage nicht vergessen!  Auf den Boden des Pflanzgefäßes kommt noch vor der passenden Erde eine Drainageschicht. Sie ist unverzichtbar, um Staunässe zu vermeiden. Lesen Sie dazu unseren speziellen Ratgeber "Blähton - Drainage mit Tongranulat".

Pflege: Gemüsepflanzen richtig gießen und düngen

Gießen:

Anders als im Freiland sind Gemüsepflanzen in Pflanzkübeln und Balkonkästen vollständig auf die Versorgung durch Menschen angewiesen. Das gilt vor allem für den Wasserbedarf, denn in aller Regel erreicht nicht genug Regen die Pflanze, regelmäßiges Gießen ist also Pflicht. Viele Gemüsepflanzen haben zudem einen viel stärkeren Wasserbedarf als Zier- oder Zimmerpflanzen. An heißen Sommertagen ist eine morgens ausgiebig gegossene Tomatenpflanze in einem 20-Liter-Kübel schon am frühen Abend wieder trocken und muss nochmal gegossen werden. Normalerweise ist die beste Zeit zum Gießen der frühe Morgen und der spätere Abend. Gegossen wird immer auf das Substrat, nicht auf die Blätter.

Auch wenn Sie ein Bewässerungssystem nutzen, sollten Sie sich häufiger vergewissern, dass das Wasserreservoire nicht bereits leer ist! Ob mit oder ohne Bewässerungssystem: das Wasser muss gut nach außen ablaufen können. Löcher im Boden und eine Drainageschicht sind unbedingt nötig, um Staunässe zu verhindern, die Gemüsepflanzen gar nicht mögen.

Die Größe des Pflanzkübels spielt übrigens eine wesentliche Rolle: Je größer der Kübel, desto geringer die Gefahr, dass die Pflanze in der Sommerhitze binnen kurzer Zeit austrocknet. Fruchttragende Gemüse sollten mindestens (!) in einem 10 Liter Erde fassenden Kübel stehen. Besser man gönnt ihnen deutlich mehr, dann hat man auch weniger Stress mit dem Gießen.

Düngen: 

Nicht alle Gemüse haben denselben Nährstoffbedarf:

  • Salate und Leguminosen (Bohnen, Erbsen) brauchen wenig Nährstoffe, denn sie zählen zu den Schwachzehrern. Meist reichen die Nährstoffe in der  Pflanzerde aus. (Für Kräuter ist das sogar zuviel, deshalb gibt es spezielle Kräutererden).
     
  • Tomaten, Zuccinis, Kürbisse, Paprika und Kartoffeln sind Starkzehrer und benötigen deutlich mehr stickstoffhaltigen Dünger.
     
  • Spinat, Zwiebeln, manche Salate und Möhren liegen beim Nährstoffbedarf im Mittelfeld (Mittelzehrer).

Diese Unterschiede sind also zu beachten, wenn nach ca. 4  bis 6 Wochen im Pflanzkübel mit dem Düngen begonnen wird. Für die Starkzehrer gibt es spezielle Sortendünger, mit denen Sie nichts falsch machen können. Auch Langzeit-Gemüsedünger in Stäbchenform ist eine arbeitssparende Variante. 

Alle anderen nährstoffbedürftigen Gemüse versorten Sie mit einem flüssigen Universaldünger für Gemüsepflanzen und geben ihn entsprechend der aufgedruckten Vorschrift bzw. alle ein bis zwei Wochen ins Gießwasser.

Fragen und Antworten zum Gemüseanbau im Pflanzkübel

Sie haben Fragen zum Gemüseanbau im Pflanzkübel? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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