Ratgeber
Oleander

Mediterrane Pflanzen für Balkon und Terrasse

Mit Kübelpflanzen den sonnigen Süden auf Balkon und Terrasse holen: Wer sich das wünscht, kann mit typischen Stauden, Büschen und Bäumchen mittelmeerisches Flair erschaffen wie im frühlingshaften Sizilien. Zwar zwingt uns das kühlere Wetter unserer Breiten einige Kompromisse auf, doch durch kundige Auswahl der richtigen Pflanzen und mit Hilfe eines Winterquartiers lässt sich der Charme südlicher Gärten auch auf einer sonnigen Terrasse inszenieren.

Inhalt:

Was sind mediterrane Pflanzen?

Mediterrane Pflanzen sind Gewächse, die im Mittelmeerraum wachsen und an trockene, sonnige Standorte angepasst sind. Dazu zählen auch solche aus anderen Weltteilen mit ähnlichem Klima wie etwa aus Südwest-Australien, Zentral-Chile, Kalifornien, und Südafrika (Kapregion).

Für die Terrassengestaltung sind mediterrane Pflanzen als Kübelpflanzen sehr beliebt. In Pflanzkästen, Pflanztrögen, Pflanzkübeln und Schalen werden blühende Stauden und Kräuter aus südlichen Gefilden kultiviert. Dazu kommen Büsche und kleine Bäume, Palmen und Zitrusgewächse, Kletterpflanzen und Kräuter. Die wenigsten mediterranen Pflanzen können draußen überwintern.

Wer mag und genug Platz hat, kann die Zier- und Duftpflanzen auch mit mediterranem Gemüse (Zucchini, Melone, Tomate, Artischocke) ergänzen. Auch Kakteen und Sukkulenten passen gut zur mediterran gestalteten Terrasse und finden auch Platz auf einem sonnigen Balkon.

Mediterrane Pflanzen schaffen zum einen durch ihre Gestalt, ihren Blattschmuck und ihre Blüten Atmosphäre, doch ist es auch der oft intensive Duft, den sie verströmen, der uns träumerisch in südliche Landschaften versetzt. Optimal für Balkon und Terrasse, denn die Düfte ihrer ätherischen Öle wirken anregend und entspannend - genau richtig für die Auszeit vom hektischen Alltag!

Mediterrane Kübelpflanzen: Bougainvillea, Oleander und Co.

Wer sich für mediterrane Kübelpflanzen entscheidet, kann aus unzähligen Arten und Varianten wählen. Sie alle zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen, deshalb beschränken wir uns hier auf einige besonders beliebte Gewächse, die für den mediterranen Garten auf Balkon und Terrasse empfohlen werden.

Blühende Stauden und Sträucher als Kübelpflanzen:

  • Agapanthus - die südamerikanische Schmucklilie zählt zu den beliebtesten Kübelpflanzen überhaupt. Ihre zierlauchähnlichen, kugelförmigen Blütenstände blühen in Weiß, Lila oder Blau, ihre grünen Blätter sind lang und schmal, je nach Art bis zu einem Meter! Braucht einen windgeschützten warmen Standort, ist in der Pflege jedoch anspruchslos und robust.
     
  • Calla (Zantedeschia): beliebte Zimmerpflanze mit edlen, weißen Hochblättern, die unscheinbare kleine Blüten umschließen. Sie kann und soll den Sommer über als Kübelpflanze auf Balkon und Terrasse stehen, gerne an einem geschützten Ort. Im Winter schmückt sie nicht allzu warme Wohnräume, ist also eine Pflanze mit doppeltem Nutzen!
     
  • Fuchsie (Fuchsia): Durch ihre vielen zweifarbigen Glockenblüten und den überhängenden Wuchs eignen Fuchsien sich besonders für Ampeln, Töpfe und Kübel. Es gibt verschiedene Arten für Schatten und Halbschatten, aber auch solche, die Sonne vertragen. Mittagssonne und Stauhitze müssen jedoch vermieden werden.
     
  • Engelstrompete (Brugmansia): Mit ihren riesigen, trompetenartigen Blüten ist die Engelstrompete eine besonders auffallende, prachtvolle Pflanze, die als Solitär einen tollen Hingucker auf der Terrasse ergibt. Engelstrompeten verdunsten viel Wasser und kippen bei Wind gerne um. Sie benötigen also einen großen, standfesten Kübel, der viel Wasser aufnehmen kann,
     
  • Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias ssp. wulfenii): Prächtige, gelb blühende Solitärstaude, die buschig bis einen Meter hoch wird. Sie benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und durchlässiges, lockeres Substrat.
     
  • Wandelröschen (Lantana): in der Natur ein Strauch mit überhängenden Zweigen, jedoch auch oft als Hochstämmchen oder Balkonblume im Handel. Wechselt die Blütenfarbe im Lauf des Jahres, z.B. von Orange zu Gelb oder Rot, verträgt sommerliche Trockenperioden gut und benötigt einen sonnigen Standort.
     
  • Zylinderputzer (Callistemon): wegen ihrer besonderen Blütenform wird sie auch Pfeifen- oder Flaschenputzer genannt. Spektakulär wirkende buschige Pflanze, nur mit täglicher direkter Sonne entwickelt sich der Zylinderputzer richtig gut.

Büsche und Bäume im Pflanzkübel:

  • Bougainvillea - ein Kletterstrauch aus der Familie der Wunderblumengewächse, ursprünglich im subtropischen Südamerika beheimatet, bei uns als Busch oder kleiner Baum kultiviert. Ihre vielen rot-rosa Blüten bilden ein wachsendes Blütenmeer, das auf der mediterranen Terrasse nicht fehlen sollte!
     
  • Feigenbaum (Ficus carica) - klassischer mediterraner Baum, der in milden Lagen auch ausgepflanzt kultivierbar ist, doch besser steht die Feige im großen Pflanzkübel! Die Feige ist zwar sonnenhungrig, toleriert aber auch Halbschatten. Relativ anspruchslos in der Pflege, doch sollte sie alle zwei Jahre umgetopft werden.
     
  • Granatapfel (Punica granatum): im Kübel meist als Strauch kultiviert, wofür sich besonders die kleinwüchsigen Arten eignen. Wie z.B. der Granatapfel "Nana", der nicht mehr als einen Meter hoch wird.
     
  • Jasmin: Wunderbar duftend setzen die weißen Jasminsträuche einen schönen Akzent auf dem Balkon. Normalerweise wächst Jasmin etwa ein bis zwei Meter hoch, das Klettergehölz kann in Spalieren angepflanzt jedoch auch bis zu 10 Meter hoch werden. Standort sonnig bis halbschattig, die Pflege ist unkompliziert.
     
  • Lorbeer (Laurus Nobilis): Der echte Lorbeer braucht einen sonnigen Standort, darf aber im Sommer nicht komplett austrocknen! Sein edel wirkendes immergrünes Laub und der aromatische Duft machen den Lorbeer zu einer der beliebtesten mediterranen Pflanzen. Seine Blätter finden auch in der Küche Verwendung, dafür sollten sie jedoch getrocknet werden.
     
  • Brautmyrte (Myrtus communis): Der Sage nach schmückte die Myrte die Göttin Aphrodite und war im antiken Ägypten als Zierde äußerst beliebt. Das immergrüne Formgehölz ist ziemlich anspruchsvoll in der Pflege und reagiert negativ auf Veränderungen. Die Wurzeln dürfen nicht austrocknen!
     
  • Oleander (Nerium Oleander): Ein klassischer mediterraner Strauch, der einen warmen, sonnigen, wind- und regengeschützten Platz benötigt. Nach der Blüte darf der Oleander nicht zurück geschnitten werden, da er sonst im nächsten Jahr kaum mehr blüht.
     
  • Olive (Olea europaea): als Kübelpflanze benötigt die immergrüne, langsam wachsende Olive einen großen Kübel, da sie breit und tief wurzelt. Es ist ein Risiko, alte Olivenbäume zu kaufen, um bereits die volle Optik genießen zu können, denn oft entstammen diese Bäume aus südlichen Ländern und vertragen unser Klima dann nicht. Besser man wählt eine junge Olive, die sich an ihren Standort noch anpassen kann.
     
  • Palmen: Für die Haltung auf Balkon und Terrasse eignen sich fast alle Palmenarten, doch benötigen sie alle ein Winterquartier - auch die als winterhart beschriebene Hanfpalme, die jedoch in Gegenden mit milden Wintern als Kübelpflanze draußen überlebt. Ein Winterschutz ist aber auch dann angebracht! Da es unzählige Arten in Betracht kommender Palmen gibt (nicht alle vertragen volle Sonne!), verweisen wir auf die Seite Palmeninfo.de/Kuebelpalmen, die umfangreiche Informationen zur Palmenkultivierung auch auf Unterseiten bereit hält.
     
  • Zitrusgewächse (Zitrus): Zitruspflanzen sind Sonnenanbeter, ein nach Süden ausgerichteter Standort ist ideal, aber auch Nachmittags- bzw. Abendsonne von Westen reicht aus. Ein Orangen- oder Zitronenbäumchen auf dem Balkon oder der Terrasse zieht immer die Blicke auf sich! Umso schöner, dass man - meistens - die Früchte sogar essen kann. Gönnen Sie sich die Freude!
     
  • Mittelmee-Zypresse (Cupressus sempervirens): immergrüner Nadelbaum, der durch seine hohe schlanke Form besonders aus toskanischen Landschaften bekannt ist. Ihre schuppenförmigen Blätter sind insgesamt fülliger als die der heimischen Nadelgehölze Tanne, Fichte und Kiefer. Optimal ist ein Standort mit Morgen- oder Abendsonne. Lange heiße Mittagssonne kann schon mal die Nadelspitzen verbrennen, was unschön aussieht.

Mediterrane Pflanzen überwintern

Je südlicher der Ursprung einer Pflanze, desto weniger ist sie in unseren Breiten winterhart. Dem entsprechend benötigen die meisten mediterranen Pflanzen ein frostfreies, helles (!) Winterquartier. Optimal ist ein unbeheizter Wintergarten oder Gewächshaus, das mit einem Frostwächters auf ca. 5 bis 10 Grad erwärmt wird. Werden sie wärmer überwintert, werfen sie die Blätter ab und sind anfällig für Schädlinge, wie etwa die Schildlaus. Auch ungeheizte Nebenräume, Garagen und Gartenhäuser kommen in Betracht, sofern Fenster vorhanden sind, so dass genügend Licht herein dringt. Auf der Terrasse oder im Garten bietet sich auch ein Überwinterungszelt an, das jedoch ebenfalls einen Frostwächter benötigt. Manche Gärtnereien bieten auch einen Überwinterungsservice, auf Wunsch inklusive Holen und Bringen.

Erkundigen Sie sich schon vor dem Kauf einer mediterranen Pflanze nach ihren Ansprüchen an die Überwinterung, die durchaus verschieden sind, auch was den Zeitpunkt der Einwinterung und die Pflege während des Winters betrifft.

Hier einige Beispiele für die Überwinterung besonders beliebter mediterraner Pflanzen:

Überwinterung im kalten, unbeheizten Winterquartier - ca. 0 bis 5 Grad:

  • Echte Feige: bedingt frosthart (je nach Sorte), laubabwerfend, überwintert kühl und dunkel, die Erde soll nicht austrocknen.
     
  • Granatapfel: sehr frostempfindlich, Wintertemperatur nicht unter 3, aber auch nicht über 7 Grad Celsius! Fährt in der kühlen Wintertemperatur den Stoffwechsel herunter, wirft die Blätter ab und überwintert dunkel. Benötigt kaum Wasser, gerade soviel, dass der Wurzelballen nicht völlig austrocknet.

Überwinterung im frostfreien Winterquartier - ca. 5 bis 10 Grad:

  • Agapanthus: Agapanthus muss hell bei mindestens 3°C überwintern.
     
  • Bougainvillea: Vor der Einwinterung sollten alle Peitschentriebe mit verwelkten Blüten zurückgeschnitten werden. Das Auslichten bringt mehr Luft in den Busch und beugt Krankheiten vor.
     
  • Brautmyrte: überwintert hell, mäßig feucht, Staunässe vermeiden! Möglichst mit kalkarmem Wasser gießen.
     
  • Jasmin: nur der Winter-Jasmin ist winterhart, alle anderen benötigen ein helles Winterquartier bei um die 10 Grad.
     
  • Oleander: verträgt leichte Fröste, muss also erst spät ins Winterquartier. Falls ein Rückschnitt aus Platzgründen nötig ist, zu lange und kahle Triebe bodennah entfernen. Oleander überwintert bei zwei bis max. 10 Grad. Je dunkler der Raum, desto niedriger sollte die Überwinterungstemperatur sein. Auch im Hellen ist Kühle förderlich, um dem sonst häufigen Schildlausbefall vorzubeugen.
     
  • Olivenbaum: verträgt leichten Frost, überwintert als immergrüner Strauch bzw. Baum bevorzugt hell. Steht er dunkel, wirft er die Blätter ab. Im Frühjahr treibt er zwar wieder aus, doch schwächt das die Pflanze, weshalb man einen hellen Winterstandort wählen sollte. Nur wenig gießen, je kühler desto weniger.
     
  • Zitronenbaum: überwintert bei Temperaturen zwischen 3 und 13 Grad - ebenso wie Orangen, Mandarinen, süße Limetten, Bergamotten und Bitter-Orangen. Wenig gießen, doch darf der Wurzelballen nicht austrocknen. Ist es zu nass, wirft der Zitronenbaum die Blätter ab.
     
  • Zwergorange: Verträgt kurzfristig leichten Frost bis minus 5 Grad. Überwintert bevorzugt kalt (5 bis 10 Grad) und hell, möglich ist auch eine wärmere Überwinterung (bis 15/18 Grad), doch geht die Pflanze dann nicht komplett in Winterruhe, was sie auf Dauer schwächt. Blattverluste wegen Lichtmangel sind häufig, jedoch nicht weiter schädlich. Wenig gießen, Wurzelballen nicht austrocknen lassen!
     
  • Zypresse: Sie überwintert bei 5 bis 10 Grad, auf geschützten Balkonen und Terrassen dürfen Zypressen im Kübel draußen überwintern, wenn sie gut abgedeckt werden. Riskieren würden wir das allerdings nicht in Gegenden mit langen kalten Wintern.

Bei 5 bis 10 Grad im Dunklen überwintern ganz herunter geschnittene Engelstrompeten, Wandelröschen und die Fuchsie.

In milden Regionen können "bedingt winterharte" mediterrane Pflanzen wie Feigen, Oliven und die Mittelmeerzypresse draußen überwintern, doch kommt es immer auf die Verhältnisse im Einzelfall an, ob das klappt.

Tipp: Wie Sie den draußen überwinternden winterharten Kübelpflanzen einen guten Winterschutz mitgeben, lesen Sie in unserem Ratgeber "Kübelpflanzen überwintern - Pflanzkübel winterfest machen.

Optisch ähnliche Alternativen zu mediterranen Pflanzen

Neben den echten mediterranen Pflanzen erfreuen sich einige Alternativen großer Beliebtheit, die ihnen oft zum Verwechseln ähnlich sehen. Wer es aufgrund des Klimas nicht riskieren will, Pflanzen aus dem Süden zu kultivieren, kann hier zugreifen!

  • Weidenblättrige Birne / Pyrus salicifolia: Kleiner Baum mit kurvigem, knorrigen Stamm. Die "Weidenbirne" ähnelt mit ihren silbrigen Blättern dem Olivenbaum und verträgt ausgepflanzt Frost bis -25 Grad. Im (großen!) Pflanzkübel gehalten benötigt sie allerdings Winterschutz wie die meisten Kübelpflanzen in unseren Breiten.
     
  • Schmalblättrige Ölweide / Elaeagnus angustifolia: der kleine Baum ist ein großartiger Ersatz für die Olive. Neben Blättern mit silbrig schimmernder Oberfläche bringt er sogar olivenförmige Früchte hervor, die essbar sind und leicht süß schmecken. Die Ölweide gehört zu den Top-Ten der Duftpflanzen, denn ihre unscheinbaren gelblichen Blüten verströmen einen intensiven, angenehmen Duft. Die immergrünen Ölweide-Arten bieten auch im Winter Sichtschutz, da sie ihr Laub nicht abwerfen. Ausgepflanzt verträgt Elaeagnus angustifolia Temperaturen von bis zu -34 Grad Celsius! Im Kübel benötigen die mediterran anmutenden Bäume jedoch ebenfalls Winterschutz.
     
  • Kirschlorbeer: wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Lorbeer ist der Kirschlorbeer beliebt, denn er vermittelt ein mediterranes Flair, ohne so kälteempfindlich zu sein wie der echte Lorbeer. Allerdings sind nicht alle Kirschlorbeerarten frostverträglich und nur langsam wachsende, weniger hoch werdende Sorten eignen sich für die Kübelhaltung. In Betracht kommen z.B. Varianten Caucasica, Cherry Brandy, Herbergii und Otto Luyken. Mit Winterschutz kann Kirschlorbeer an geschützter Stelle draußen überwintern.
     
  • Trompetenblume / Campsis radicans: eine laubabwerfende, verholzende, üppig wachsende mehrjährige Kletterpflanze mit trichter- und trompetenförmigen roten Blüten, die sich als Alternative für die Bougainvillea eignet. Sie klettert mit ihren Haftwurzeln an der Hauswand oder Gartenmauer aufwärts, ist jedoch für ein Drahtgerüst bzw. Leitschnüre dankbar. Auf dem Balkon oder der Terrasse kann die Trompetenblume im Kübel an einem Spalier gezogen werden. Guter Sichtschutz zum Nachbarn oder zur Begrünung eines Geländers. Als ausgewachsene, verholzte Pflanze ist die Trompetenblume bis -20 Grad winterhart, doch zuvor benötigt sie auf jeden Fall Winterschutz!
     
  • Weinreben / Vitis vinifera: heimische Weinreben beranken Pergolen, Gerüste und Rankgitter an Hauswänden. Das passt wunderschön zur mediterranen Terrasse, da solche Arrangements in den Südländern sehr beliebt sind - nur eben mit ans heißere Klima angepassten Weinreben. Die Reben lassen sich im großen Pflanzkübel kultivieren. Gelegentlich kommen auch alte Weinfässer zum Einsatz, die den Wurzeln viel Raum lassen.
     
  • Bitterorange / Poncirus trifoliata: die Dreiblattorange (auch Dreiblattzitrone genannt) ist mit den Zitruspflanzen lediglich verwandt, sieht ihnen aber zum Verwechseln ähnlich. Der kleine Strauch trägt Dornen, blüht weiß und trägt gelbe bzw. orange Früchte, etwa in Mandarinengröße. Im Unterschied zur Pomeranze, die auch manchmal als "Bitterorange" bezeichnet wird, ist die ausgewachsene Dreiblattorange ausgepflanzt winterhart bis ca. -20 Grad, braucht im Kübel jedoch ein ungeheiztes Winterquartier, kann aber auch mit mediterranen Pflanzen im leicht temperierten Haus überwintern. In Regionen mit milden Wintern (z.B. im Rheintal) ist mit leichtem Schutz auch die Überwinterung von Kübelpflanzen im Freien möglich. Da der Strauch sein Laub abwirft, muss er im Winter nicht so häufig gegossen werden, sollte aber nicht komplett austrocknen.
     
  • Raketen-Wacholder / Juniperus scropulorum ‘Skyrocket’: sehr schmalwüchsiger Wacholder, der als schlanke Konifere gute Alternative zur echten Zypresse abgibt. Braucht mageren Sandboden, auf Lehm ist die Säulen-Eibe (Taxus baccata ‘Fastigiata’) die bessere Wahl. Als Kübelpflanze ist der Raketenwacholder gut geeignet. Er ist hitzeverträglich, stadtklimafest, windresistent und braucht einen vollsonnigen Standort. Der Kübel sollte mindestens 30 bis 40 Liter fassen, das reicht für die ersten Jahre. Dann muss ausgepflanzt oder in ein größeres Gefäß umgepflanzt werden. Das gilt auch für weitere Zypressen-Alternativen wie etwa den Lebensbaum (Thuja). Der Wacholder ist draußen bis -30 Grad winterhart, für den Kübel empfehlen wir dennoch einen Winterschutz, sicherheitshalber!

Mediterrane Kräuter für Töpfe, Kübel und Kästen

So richtig "südländisch" wird es auf Balkon und Terrasse erst, wenn neben Blumen, kleinen Sträuchern und Bäumchen auch die mediterranen Kräuter ihren Platz bekommen. Kräuter bereichern den Speisezettel und stehen so immer frisch zur Verfügung, können aber auch getrocknet und zu Tees verarbeitet werden. Natürlich erfreuen sie auch das Auge mit ihren Blättern und Blüten, doch zur mediterranen Atmosphäre trägt vor allem ihr aromatischer Duft bei, der sich umso besser entwickelt, je mehr Sonne sie bekommen.

Als Pflanzgefäße eignen sich Balkonkästen, große Pflanzschalen und natürlich auch Pflanzkübel. Werden Raumteiler mit Kräutern bepflanzt, stehen sie besonders bequem zur Verfügung, nämlich ganz ohne Bücken. Wichtig: auch Kräuter benötigen ausreichend Platz für ihre Wurzeln!

  1. Basilikum / Ocimum basilicum: Mag es warm und hell in immer leicht feuchter Erde. Beim Beernten den oberen Teil ganzer Triebe abzwicken, nicht nur einzelne Blättchen! Basilikum gedeiht draußen wesentlich besser als auf der Fensterbank. Es ist allerdings nicht frosthart und wird meist als einjährige Pflanze kultiviert. Für die italienische Küche ist das Kraut unverzichtbar, z.B. im Pesto, zu Tomaten und Antipasti.
     
  2. Bergbohnenkraut / Satureja montana: guter Bodendecker, im Kübel als Unterpflanzung geeignet. Anspruchsloses Kraut, das Trockenheit gut verträgt und nur in voller Sonne seine ätherischen Öle entwickelt. In der Küche zu Bohnen, zu anderen Hülsenfrüchten und Eintöpfen.
     
  3. Lavendel / Lavandula angustifolia: der blau und violett blühende Halbstrauch bringt besonders viel mediterranes Flair auf die Terrasse, da er stark duftet. Aufgrund seines intensiven Aromas wird er in der Küche nur sparsam verwendet. In der Mischung „Kräuter der Provence“ ist Lavendel enthalten, auch passen die blauen Blüten zu selbstgemachter Kräuterbutter und als Deko zu Salaten.
     
  4. Minze / Mentha: Pflegeleicht im Topf und Kübel, sofern regelmäßig gegossen wird. Im Sommer braucht Minze mehr Wasser als im Winter. Keine direkte Sonne, ein halbschattiges Plätzchen ist ideal. Minze ist beliebt als Tee, in Cocktails, zu Chutneys, Currys, Salaten und Saucen.
     
  5. Oregano / Citrus aurantium: Wie alle mediterranen Kräuter benötigt er einen sonnigen, warmen Standplatz und eher nährstoffarmes Substrat. Wenig gießen, aber nicht in zu kleinen Töpfen halten, um Trockenstress zu vermeiden. Oregano würzt Pizza und Pasta, Tomatensoße und Salat.
     
  6. Rosmarin / Rosmarinus officinalis: Buschiger Halbstrauch, der es gerne warm und sonnig hat! Direkte Sonne auf der Südterrasse ist sehr willkommen. Staunässe im Topf unbedingt vermeiden! In der Küche zu Kartoffeln, Gemüse und Fleisch, gelegentlich zu kreativen Desserts.
     
  7. Salbei / Salvia officinalis: im Kübel sonnig stellen, spärlich gießen, nährstoffarmes Substrat verwenden. Wird in der italienischen Küche zu Fleisch und Soßen verwendet.
     
  8. Thymian / Thymus vulgaris: Als mediterranes Würzkraut mag Thymian direkte Sonne und würde im Schatten nur vor sich hinkümmern. Auf keinen Fall zu oft gießen! Passt zu Pizza und Fleisch, zu Hülsenfrüchten, Auberginen und Tomaten. 
     
  9. Zitronenmelisse / Melissa officinalis: passt zu sommerlichen Kaltgetränken und zu fruchtigen Desserts, mag es hell, kommt aber auch in schattigen Bereichen klar. Zuviel Wasser schadet, die Pflanze sollte erst gegossen werden, wenn die Erde wirklich trocken ist.

Welche Erde für mediterrane Kräuter? Sie sind an kargere Böden angepasst, dürfen also nicht zu häufig gedüngt werden! Am besten pflanzt man sie in spezielle Kräutererde oder Dachgartensubstrat, die der Handel anbietet. Wer die Möglichkeit hat, kann Kräutererde auch selber mischen, nämlich aus einem Teil Gartenerde, einem Teil Kompost und einem Teil Sand.

Pflanzkübel und Pflanzgefäße: Mehr als Terrakotta

Zweifellos sind Töpfe und Pflanzkübel aus Terrakotta noch immer die klassischen Pflanzgefäße für mediterrane Pflanzen. Sie sind allerdings recht schwer und größere Kübel sind ziemlich teuer. Da unglasierter Ton ("terra cotta"=gebrannte Erde) Wasser aufnimmt, sind sie meist nicht frostfest, eignen sich also nur für Pflanzen, die ins Winterquartier kommen. Und obwohl manche glasierte Varianten als "winterhart" angeboten werden, berichten immer wieder Pflanzenfreunde von während des Winters geplatzten Terrakotta-Gefäßen.

Aufgrund dieser Nachteile dienen mittlerweile häufig Terrakotta-Imitate aus Kunststoff als Alternative, denen man allerdings auf den ersten Blick ansieht, dass sie "nicht echt" sind. Wirklich stilvoll ist das nicht, auch weil diese wenig hochwertigen Kunststoff-Kübel nicht "in Würde altern" wie ihre Vorbilder, sondern nur unschön verschmutzen.

Aber welches Material, wenn nicht Terrakotta? Viele Pflanzkübel und Blumentöpfe aus modernen Materialien passen gut in den mediterranen Garten, wenn Form, Farbe und Design stimmen. Aus dem VIVANNO-Sortiment eignen sich zum Beispiel folgende Pflanzgefäße gut:

  • Blumentöpfe, Pflanzkübel und Pflanzschalen aus Sandstein: Das Naturmaterial wird heute nicht mehr so grobklotzig wie früher, sondern sehr dünnwandig in eleganten Formen verarbeitet. Statt der klassischen Tontöpfe wirken die Blumentöpfe LEVANTE und LUPINA viel edler, ebenso die Pflanzschale LOVA, in der mediterrane Kräuter wie Thymian und Salbei einen prominenten Platz finden könnten.
     
  • Die Pflanzkübel MAXI und BLOCK beheimaten vor allem große Kübelpflanzen. Auf der mediterran gestalteten Terrasse empfehlen sich Modelle aus Fiberglas, z.B. MAXI in Beige gestreift oder BLOCK im beliebten Beton-Design.
     
  • Der bepflanzbare Raumteiler ELEMENTO wird in der Terrassengestaltung häufig für die Abgrenzung nach außen genutzt, wenn die Terrasse an einen Garten oder die Straße angrenzt. Wahlweise steht er aus leichtem Fiberglas und passendem Beige zur Verfügung, auf ebenerdigen Terrassen kommen auch die schwereren Modelle aus Beton in einem schönen Naturton in Betracht. Die trägt so leicht niemand weg! Auch bei starkem Wind bleiben diese dort stehen, wo sie aufgestellt werden.

Und die Farben? Warme Brauntöne, Beige, helles Grau und Weiß passen hervorragend ins mediterrane Ambiente. Braun, Naturtöne und Beige sind warme Farben, ganz ebenso wie das Ocker der klassischen Terrakotta-Kübel. Verschiedene Grau-Töne harmonieren als "Nicht-Farbe" nahezu mit allen Einrichtungen. Mit weißen Pflanzkübeln wirkt die Terrasse insgesamt heller und frischer - für was man sich entscheidet, ist letztlich Geschmacksache und richtet sich nach dem Stil der Terrasse insgesamt.

Weitere interessante Ratgeber im Überblick:

Bäume und Sträucher überwintern: nicht winterharte Gehölze ins Winterquartier!

Fragen und Antworten zu mediterranen Pflanzen

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