Ratgeber
Schlafzimmer Wäschetruhe Bett

Ordnung schaffen im Bad und Schlafzimmer

Haben Sie genug von der ewigen Sucherei? Von unübersichtlich vielen Tuben, Tiegeln und Flaschen im Bad, vom Chaos im Schrank und von mal hier mal da herumliegenden Klamotten im Schlafzimmer? Wie man ein für alle mal Ordnung schafft und dann kaum mehr Aufräumarbeit hat, zeigt dieser Ratgeber.

Über das Thema Ordnung kursiert ein bekanntes Missverständnis: Dass es nämlich ein komplett subjektives Empfinden sei, was als ordentlich und aufgeräumt bzw. dessen Gegenteil wahrgenommen werde. Dem ist nicht so: Individuell verschieden ist lediglich die Toleranzgrenze, ab wann uns etwas als "zu unaufgeräumt" vorkommt. Ob in einem Raum Ordnung herrscht oder "kreatives Chaos" lässt sich dagegen durchaus allgemein gültig beschreiben.

Nicht nur Bad und Schlafzimmer, sondern sämtliche Wohnräume werden als umso aufgeräumter und ordentlicher bewertet, je mehr die folgenden Prinzipien in ihnen umgesetzt sind:

  • Weniger ist mehr: Ein mit vielen unterschiedlichen Möbeln und Gegenständen voll gestopfter Raum wirkt immer unordentlicher als ein sparsam ausgestattetes Zimmer, dessen Inhalte auf einen Blick erfassbar sind. Der "minimalistische" Wohnstil treibt dieses Kriterium auf die Spitze, doch geht es in der Praxis darum, einen lebbaren Kompromiss zwischen Wohnlichkeit und Ordnung zu finden. Ein leerer Raum mit weißem Teppich ist zweifellos sehr ordentlich, doch kaum mehr zu Wohnzwecken nutzbar.
     
  • Verstauen statt abstellen und ablegen: Schränke, Regale, Truhen und Körbe sind unverzichtbare Ordnungshelfer. Richtig verstaut, sind die Dinge aus dem Blick, der Raum bekommt klare Strukturen, wirkt ruhiger und somit ordentlicher. Wenn Tische, Sideboards und der Boden nicht mit verschiedenen Gegenständen vollgestellt sind, lassen sie sich auch einfacher reinigen. Ordnung spart Arbeitszeit, ein schöner Nebeneffekt!
  • Bewusst Blickpunkte setzen: Auf von Krimskrams frei gehaltenen Flächen kommen einzelne Grünpflanzen oder Deko-Objekte erst richtig zur Geltung und geben dem Raum die gewünschte wohnliche Atmosphäre.
     
  • Farbharmonie beachten: Je bunter die Tapeten, Wand- und Möbelfarben, desto unruhiger wirkt ein Wohnraum. Für sich genommen ist das noch keine Unordnung, doch lassen schon wenige herumliegende Gegenstände ein solches Zimmer unordentlicher wirken als eines, das farblich zurückhaltend gestaltet ist. Deshalb dominiert z.B. die "Nichtfarbe Weiß" viele Bäder und Schlafzimmer, starkfarbige Akzente sollten immer eher punktuell gesetzt werden.

Das sind eigentlich weder viele noch komplizierte Standards, doch bedeutet es zum Start doch etwas Aufwand, den Schritt aus einer "historisch gewachsenen", jedoch unbefriedigenden Situation hin zu einer pflegeleichten Ordnung zu machen. Schrittweises, wohl überlegtes Vorgehen führt jedoch unweigerlich zum Erfolg:

  1. Analyse des Ist-Zustands: Wo ist es tatsächlich zu unordentlich? Woran liegt es im Detail?
  2. Ausmisten, Ballast abwerfen, nur tatsächlich Gebrauchtes behalten.
  3. Falls erforderlich: Grundsanierung im Sinne neuer Wandfarben, Vorhänge oder Tapeten.
  4. Sinnvolle Aufbewahrungsysteme anschaffen, soweit noch nicht vorhanden
  5. Putzen, Einräumen, Blickpunkte setzen.

Im Folgenden versammeln wir konkrete Vorschläge, wie sich eine pflegeleichte Ordnung im Bad und Schlafzimmer umsetzen lässt. Tipp: Zwar lassen sich großformatige Veränderungen durchaus "nach und nach" bewerkstelligen, doch fällt es oft leichter, die einmal hergestellte Ordnung einzuhalten, wenn das große Aufräumen und Umgestalten auf einmal durchgeführt wird.

Ordnung schaffen im Bad

Das Badezimmer dient gewöhnlich der körperlichen Hygiene und ist oft der kleinste Raum einer Wohnung. Bietet es genügend Platz für eine Badewanne, wird es immer öfter auch als Ort der Entspannung bzw. als persönliche Wellness-Oase geschätzt und entsprechend eingerichtet. Leider sammeln sich gerade im Bad gerne unzählige bunte Pflegeprodukte und Kosmetika in Tiegeln, Tuben und Flaschen an. Kämme und Bürsten, Zahnputz- und Rasierzeug, der Fön und allerlei Badeutensilien benötigen Platz, der immer viel zu wenig zu sein scheint. Schnell ist auch der Waschbecken- und Badewannenrand voll gestellt, sogar auf dem Boden stehen Vorratspackungen und Putzmittel. Wobei das Putzen in einem vollen Bad immer aufwändiger wird und der Tag oft genug mit der Suche nach einer bestimmten Creme beginnt, die doch gestern noch hier irgendwo gestanden hat.

Machen Sie Schluss mit dem Chaos! Mit den folgenden Tipps schaffen Sie garantiert Übersicht und Ordnung:

  • Radikal ausmisten: Sortieren Sie alles aus, was Sie in den letzten vier Wochen nicht benutzt haben. Angefangene Pröbchen, abgelaufene Cremes und andere Kosmetika, ungeliebte Düfte, angestaubtes Make-Up. Sie werden sich erleichtert fühlen und nichts vermissen! Tipp: Beginnen Sie die Bad-Optimierung nicht mit Putzen! Misten Sie vorher aus, denn von gerade erst frisch gesäuberten Gegenständen können wir uns erfahrungsgemäß schlechter trennen.
     
  • Für Stauraum sorgen: Ohne Schränke, Regale, Boxen, Körbe und Tabletts lassen sich all die im Bad benötigten Dinge nicht wegräumen. In die meisten Badezimmer passt ein Spiegelschrank über das Waschbecken, ein Waschbeckenunterschrank und manchmal noch ein weiterer Badschrank oder ein Regal. Vielleicht findet sich auch Platz für einen Wäschekorb oder eine Kommode mit Schubladen. Boxen, Körbe und Tablets dienen der kleinteiligeren Strukturierung innerhalb der Schränke und Regale.
     
  • Große Flächen gleichfarbig halten: Achten Sie beim Kauf Ihrer Badmöbel auf Qualität und ein einheitliches Bild. Wenn alle Schränke dieselbe Farbe haben, ist der Gesamteindruck ruhiger und aufgeräumter als mit einem Sammelsurium unterschiedlichster Möbel und Materialien.
     
  • Nur ganz wenige Dinge frei aufstellen: Je weniger offen herum steht, desto ordentlicher wirkt das Bad. Lassen Sie nur jene Dinge nahe dem  Waschbecken stehen, die Sie z.B. für eine einzige Nacht in ein Hotel mitnehmen würden. Alles andere kommt in den Spiegelschrank, in weitere Schränke oder Regale, die Sie mit Regalkörben noch weiter strukturieren können.
     
  • Boden und Oberflächen möglichst frei halten: Je mehr Sie gut verstauen, desto eher schaffen Sie es, Böden und Oberflächen weitgehend frei zu halten. Das erleichtert das "eben mal Durchwischen" sehr! Wollen Sie die Oberfläche eines Tischchens oder eines Sideboards als Ablage nutzen, fassen Sie die Dinge auf Tabletts zusammen: das sieht besser aus und erleichtert ebenfalls das Putzen, da nicht alles einzeln hin- und hergeräumt werden müssen.
     
  • Pflegeprodukte umfüllen: Wenn jedes Familienmitglied eigene Dusch-Utensilien nutzt, wird es schnell unübersichtlich und bunt. Eine gute Idee ist es, Duschgel, Shampoo und Haarspülung in einen dreiteiligen Spender umzufüllen und im Eck der Dusche oder über der Wanne anzubringen. Ein einheitlicher Look lässt sich aber auch durch Umfüllen in gleichartige Flaschen erreichen. Alles ist besser als eine wilde Mischung verschiedenfarbiger Flaschen, die das Bad immer unaufgeräumt aussehen lässt.
     
  • Handtücher Ton in Ton: Vermeiden Sie verschiedenartige bunte Handtücher. Wählen Sie qualitativ hochwertige Handtücher einer Marke, die sie immer wieder nachkaufen können. Beschränken Sie sich auf eine, maximal zwei Farben und verstauen Sie aktuell nicht gebrauchte Handtücher gestapelt oder gerollt im Schrank oder Regal. Praktische Handtuchhalter an einer freien Wand nehmen dann nur jene Tücher auf, die gerade wirklich gebraucht werden.
     
  • Kleine Helfer für spezielle Zwecke: Einweckgläser oder Stifthaltersysteme fürs Büro lassen sich wunderbar für die Aufbewahrung von Kosmetika zweckentfremden. Wer ein Händchen für DIY hat, kann selbst fantasievolle Aufbewahrungssysteme gestalten. Lassen Sie sich auf Ideen-Portalen wie Pinterest inspirieren, hier werden z.B. witzige Halterungen für den Toilettenpapiervorrat gezeigt.

Ordnung schaffen im Schlafzimmer

Weit mehr als das Bad ist das Schlafzimmer ein Ort der Entspannung. Nicht nur zum Schlafen da, sondern ein Rückzugsort, in dem wir es uns gemütlich machen, den Alltag vergessen, die Seele baumeln lassen. Leider sammeln sich auch im Schlafzimmer gerne viele Dinge an, die den Eindruck von Ruhe und Ordnung stören. Dabei ist es nicht schwer, auch in diesem fürs Wohlbefinden so wichtigen Ort Übersichtlichkeit und Klarheit zu erschaffen. Die folgenden Vorschläge machen aus Ihrem Schlafzimmer eine wohnliche Wohlfühloase:

  • Beruhigende Farben: Farblich sollte das Schlafzimmer eine ruhige, dem Relaxen dienliche Atmosphäre bieten. Vermeiden Sie also knallige Farben, die eher wach machen. Weiß und Pastellfarben, vielleicht Akzente in beruhigendem Grün - der Blick soll Ruhe finden, nicht angeregt von einem bunten Objekt zum nächsten gelockt werden. Auch Naturmaterialien passen gut ins Schlafzimmer, Holz, Rattan, Wasserhyazinthe und Weide, sei es als Regal, Wäschekorb oder Truhe.
     
  • Fußboden und Oberflächen sollten auch im Schlafzimmer möglichst nicht voll gestellt, sondern frei gehalten werden. Der Raum wirkt so insgesamt viel luftiger und einladender, als wenn überall etwas herum steht.
     
  • Der Kleiderschrank sollte möglichst groß sein, damit Sie Kleidungsstücke nicht noch extra aufhängen oder in offenen Regalen stapeln müssen, die leichter als "unordentlich" wahrgenommen werden. Hat Ihr Schlafzimmer eine Nische, können Sie sich sogar den Traum vom begehbaren Kleiderschrank erfüllen! Ist das nicht der Fall, ist ein mehrteiliger Schrank, der eine ganze Wand einnimmt, einem kleinen frei stehenden Schrank vorzuziehen.
     
  • Schrank strukturieren: Damit nicht alles "irgendwie" übereinander liegt, empfiehlt sich eine gute Sortierung und der Einsatz von Regalkörben, Schranktrennern, zusätzlichen Schubkästen und Einlegeböden. Auch Schachteln und Boxen sind geeignet, den Kleiderschrank besser zu organisieren. Kleinteile wie Gürtel, Socken, Unterwäsche, Handschuhe oder Sonnenbrillen legen Sie so gut sortiert ab und können mit einem Handgriff das Gewünschte sofort finden. Schals, Tücher und Gürtel lassen sich am besten auf einem speziellen Tuchhalter an der Innenseite der Schranktür unterbringen.
     
  • Vorsicht bei offenen Regalen! Werden Gegenstände in offenen Regalen präsentiert, sieht das meist nur als Bücherregal gut aus. Kleider und andere Dinge sehen oft aus wie ein wildes Sammelsurium. Um diesen Eindruck zu vermeiden, nutzen Sie passende Regalkörbe, in denen die Dinge unauffällig verschwinden können.

    Regalkoerbe
     
  • Überflüssiges aussortieren: Was für das Bad gilt, ist bei Kleidungsstücken noch viel wichtiger. Trennen Sie sich von allem, was Sie realistischerweise sowieso nicht mehr tragen werden. Nutzloser Besitz belastet, denn Sie müssen länger suchen bis Sie das Richtige unter all den über Jahre angesammelten Klamotten finden! Befreien Sie sich von diesem Ballast und genießen Sie die so entstehende Übersichtlichkeit!
     
  • Wäschekörbe und Wäschetruhen: Klassische Wäschekörbe und moderne Wäschetruhen sind der richtige Ort, um gebrauchte Kleidungsstücke für die Wäsche zu sammeln. Es gibt sie in vielen Größen und verschiedenen Naturmaterialien wie Rattan, Wasserhyazinthe oder Weide, aber auch aus robustem Polyrattan. Große Wäschetruhen bringen manchmal auch eine Unterteilung mit, so dass die Wäsche schon sortiert gesammelt werden kann.

    Wäschekörbe
     
  • Eine Pflanze als Blickpunkt:  Auch der Anblick grüner Pflanzen wirkt beruhigend und entspannend. Wer Bedenken hat, übliche Zimmerpflanzen zu nutzen, weil diese in der Regel nachts Sauerstoff verbrauchen, kann sich für den attraktiven Bogenhanf entscheiden. Die interessante und ungemein pflegeleichte Grünpflanze produziert sogar nachts Sauerstoff. Zudem wuchert sie nicht und macht mit ihren spitzen hoch aufragenden Blättern niemals einen unordentlichen Eindruck.

Ordnung im Schlafzimmer und Bad: Fragen und Antworten

Sie haben Fragen, die in diesem Ratgeber nicht beantwortet wurden? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

Zum vorherigen ArtikelZum nächsten Artikel
Diesen Artikel teilen

Neuen Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Eingeschränktes HTML

  • Zulässige HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type> <li> <dl> <dt> <dd> <h2 id> <h3 id> <h4 id> <h5 id> <h6 id>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.