Ratgeber
Hortensie

Pflanzen für den Schattenbalkon - schattig und halbschattig

Seien wir realistisch: Wer sich ein Blütenmeer auf dem Nordseitebalkon wünscht, hat nur eine sehr begrenzte Auswahl an klassischen Balkonpflanzen, die zudem im Schatten nicht ganz so üppig blühen wie auf der Sonnenseite. Deshalb muss aber niemand auf einen attraktiv begrünten Balkon verzichten! Neben den traditionellen Balkonpflanzen fühlen sich viele grüne und blühende Stauden, Kräuter und sogar Gemüsepflanzen am schattigen oder halbschattigen Standort pudelwohl und machen den Schattenbalkon zum grünen Wohnzimmer. Mut zur Vielfalt ist angesagt: Was alles möglich ist, haben wir für Sie zusammen gestellt.

Inhalt:

Balkonbepflanzung: Saisonal, dauerhaft oder gemischt?

Wer erstmalig einen Balkon bepflanzt, muss vorab eine wichtige Entscheidung treffen, die das Erscheinungsbild und den Pflegeaufwand in der Zukunft wesentlich prägen wird: Soll es nur eine Sommerbepflanzung werden, evtl. gefolgt von Herbstblumen? Oder strebt man eine Dauerbepflanzung mit mehrjährigen Stauden an? Ist vielleicht eine Mischform die passende Lösung?

Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, die wir hier mit Blick auf den Spezialfall "Schattenbalkon" genauer betrachten:

  1. Saisonbepflanzung:  Sie gilt vielen als "das Normale" für den Balkon. Man wählt hübsche Dauerblüher aus der Pflanzenvielfalt, die der Handel anbietet. Die Optik des Balkons kann sehr abwechslungsreich ausfallen und erfreut mit dem sprichwörtlichen "Blütenmeer". Viele Gedanken um die einzelne Pflanze muss man sich nicht machen, da sie sowieso nur kurz den Balkon zieren wird. Nachteilig ist der hohe Wasserbedarf der Vielblüher und die anfallende Arbeit, da die Pflanzen jedes Jahr im Herbst entsorgt und im Frühjahr neu gekauft werden müssen. Der Aufwand erhöht sich, wenn man auch noch eine Herbstbepflanzung an die Sommerblumen anschließt. Für schattige Balkone ist diese Variante ungünstig, da nur wenige klassische Balkonpflanzen für den Schatten zur Verfügung stehen. Die Pflanzen haben zudem keine Zeit, sich dem Standort anzupassen.
     
  2. Dauerbepflanzung: Diese Variante setzt eine intensivere Befassung mit den Pflanzen voraus, denn es werden mehrjährige Blumen, Stauden und evtl. Kräuter gewählt, die zum schattigen Standort gut passen. Optimal sind gut winterharte Gewächse, doch benötigen Kästen und Kübel in kalten Regionen einen Winterschutz um die Gefäße. (Werden nicht winterharte Pflanzen gesetzt, müssen sie anderswo frostfrei überwintert werden). Bevorzugt man winterharte Pflanzen, macht ein solcher Balkon deutlich weniger Arbeit, denn die Bepflanzung muss nicht ständig erneuert werden. Die Teilhabe am Wachstumsverhalten der Pflanzen ist intensiver, da man mitbekommt, wie sie sich im Lauf des Jahres verändern, blühen, fruchten, evtl. zeitweise verschwinden und im Frühjahr neu austreiben. Für den schattigen Balkon zweifellos die bessere Wahl, schon allein deshalb, weil die Auswahl möglicher Pflanzen sehr viel größer ist als bei der Sommerbepflanzung.
     
  3. Mischkultur:  Warum nicht beides verbinden? Eine Anzahl dauerhafter Pflanzen bilden den Grundstock, der in der Saison durch schattenfreundliche Balkonpflanzen ergänzt wird. So hält sich die Arbeit in den Grenzen, die sie selbst Jahr für Jahr neu setzen können: Das eine Mal vielleicht mehr Balkonblumen, im nächsten Jahr zur Abwechslung mal schattenfreundliche Gemüse oder neue Kräuter neben der Dauerbepflanzung.  Ein Mischkultur-Balkon ist die interessanteste Option für den Schattenbalkon, denn er vereint das Beste aus beiden Welten.

Fazit: Je mehr Vorüberlegung und Planung Sie vorab in Ihren Balkon investieren, desto weniger Arbeit werden Sie später mit der Pflege haben. Es lohnt sich, die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen zu recherchieren, was angesichts der Informationsfülle im Netz heute leicht fällt. So vermeiden Sie Fehlkäufe und werden viel Freude an Ihrer Balkonbegrünung haben, auch auf dem vielfältig bepflanzten Schattenbalkon.

Der Schattenbalkon: Schatten in vier Varianten

Kauft man Pflanzen ein, hat man in der Regel die Wahl zwischen solchen für den sonnigen, den halbschattigen und den schattigen Standort. Doch damit ist nicht alles gesagt, denn Schatten ist nicht gleich Schatten. Man unterscheidet genauer zwischen vier verschiedenen Schattenformen:

  1. Halbschatten:  wenn die Pflanzen ca. drei bis vier Stunden Sonne bekommen, im großen Rest der Zeit aber im Schatten stehen, spricht man von "Halbschatten". Optimal ist die Besonnung am frühen Morgen, Mittags- und Nachmittagssonne kann für manche Pflanzen schon zu heiß sein. Kurzzeitig vertragen einige Halbschattengewächse auch pralle Mittagssonne - es bleibt jedoch ein Risiko.
     
  2. Lichter Schatten:  Standorte, an denen sich Licht und Schatten fortwährend abwechseln. Oft ist das ein eigentlich sonniger Standort, der z.B. von einem Baum verschattet wird, dessen lichtes Blattwerk immer wieder Sonne durchlässt, wenn der Baum sich im Wind bewegt. Hier gedeihen alle Pflanzen für den halbschattigen Bereich gut.
     
  3. Heller Schatten:  Ein Bereich, der zwar gut belichtet ist, jedoch keine direkte Sonne abbekommt, weil z.B. Gebäude oder Mauern das verhindern. Zwischen Halbschatten und Vollschatten angesiedelt, bekommen solche Standorte ihr besseres Licht auch durch Reflexionen heller Wände oder reflektierende Fenster in der Umgebung. Eine andere Bezeichnung für solche Orte ist "absonnig".
     
  4. Tiefer Schatten / Vollschatten:  Orte, an die kein Sonnenlicht dringt, wo auch das Tageslicht vergleichsweise dunkel wirkt. Das ist etwa der klassische Nordbalkon, aber auch andere, von Gebäuden eng umstellte Balkone und Terrassen können im tiefen Schatten liegen. Pflanzen für den Halbschatten (bzw. "sonnig bis halbschattig", wie es meist heißt) vertragen Vollschatten schlecht, doch gibt es Ausnahmen und auch Pflanzen, die den tiefen Schatten mögen!

Eine kundige Wahl passender Pflanzen für die jeweilige Schattensituation bewahrt vor Enttäuschungen. Und obwohl die Gartencenter, Blumenläden und Baumärkte vornehmlich Pflanzen für den sonnigen bis halbschattigen Standort anbieten, ist die Auswahl an Alternativen größer als man zunächst denkt!

Balkonpflanzen für den Schatten: Standorte ganz ohne Sonne

Ein komplett schattiger Balkon wie etwa der Nordbalkon hat den Vorteil, dass der Aufenthalt in sommerlicher Hitze dort viel angenehmer ist als auf einem Südseitebalkon. Ein Nachteil ist die kleinere Auswahl an Schattenpflanzen, die zu diesem sehr speziellen Standort passen. Machen Sie nicht den Fehler, es einfach mit Balkonklassikern wie Geranien und Petunien auszuprobieren! Sie gehen zwar nicht gleich ein, doch werden sie kaum blühen und mehr Sorgen als Freude machen. Mit einer kundigen Auswahl müssen Sie auf blühende Pflanzen nicht verzichten.

Unter den traditionellen Balkonpflanzen eignen sich nicht allerdings nur wenige für den sonnenlosen Schatten:

  • Fuchsien (Fuchsia): Sie gelten als klassische Schattenpflanzen, doch gibt es so viele verschiedene Züchtungen, dass man darauf achten muss, auch eine maximal schattenverträgliche Variante zu erstehen. Ohne Sonne gedeihen sie gut, jedoch eher im hellen als im tiefen Schatten, wo sie kaum zur Blüte kommen! Fuchsien wachsen buschig, blühen von Mai bis Oktober violett, rot, rosa, weiß und mehrfarbig. Manche Arten gelten als winterhart, doch gilt das nicht für den Balkonkasten oder Kübel. Deshalb werden sie meist einjährig kultiviert, doch lassen sie sich auch frostfrei überwintern, wenn ein entsprechender Raum zur Verfügung steht.
     
  • Begonien (Begonia): Für den Balkonkasten eignen sich Knollenbegonien (stehend) und Hängebegonien. Beide Sorten erfreuen uns mit vielen Blüten und sind in verschiedenen Farbvarianten erhältlich. Sie verfügen über fleischige Blätter und Triebe, in denen sie Wasser speichern. Ihre Ansprüche werden meist mit "halbschattig bis schattig" angegeben, was darauf schließen lässt, dass sie im vollen Schatten deutlich weniger blühen. Die Knollen kann man frostfrei im Haus überwintern.
     
  • Eisbegonien: eine beliebte "Blattbegonie", die auch tiefen Schatten verträgt! Die meisten Arten haben kleine, zierliche, ungefüllte Blüten in Weiß oder Rottönen und blühen von Mai bis zum Einbruch des Frosts. Robuster, pflegeleichter Dauerblüher, jedoch ebenfalls nicht winterhart.
     
  • Fleißiges Lieschen (Impatiens walleriana): Sie gehören zu den beliebtesten Pflanzen für den (hellen!) Schatten und gefallen mit vielen kleinen Blüten  von Mai bis Oktober. Als besonders genügsam und pflegeleicht gelten die Varianten mit ungefüllten feuerroten, weißen oder rosafarbenen Blüten. Empfindlicher sind fleißige Lieschen mit gefüllten Blüten, die Regen und Wind schlecht vertragen. Alle können im Haus überwintern, werden aber oft nur einjährig gepflanzt.
     
  • Edellieschen (Impatiens Neuguinea): vollendete Form des fleißigen Lieschens, ebenfalls für den hellen Schatten, doch verträgt die Pflanze auch ein wenig Sonne. In vielen Blütenfarben von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu Violett und Purpur erhältlich. Viele Arten sind regenfester als die gewöhnlichen Fleißigen Lieschen, jedoch ebenso frostempfindlich. Überwinterbar, meist einjährig kultiviert.
     
  • mit Einschränkungen: Glockenblume (Campanula): Sie wächst polsterartig, hängend mit langen Trieben oder aufrecht als Staude. Meist mit zartblauen oder violetten Blüten. Achtung: nur wenige Glockenblumen gedeihen im vollen Schatten. Insbesondere die vielfach angebotenen "Kissenförmigen" benötigen mindestens Halbschatten, viele sogar volle Sonne. Vollschattige Standorte vertragen z.B. die dunkle Glockenblume (Campula Pulla) und die heimische Wald-Glockenblume (Campanula latifolia var. macrantha), die allerdings eine 40 bis 60 cm hohe Staude ist und eher für große Pflanzgefäße und Kübel in Betracht kommt. Es sind einjährige Pflanzen, die man aus Samen vorziehen kann, doch werden sie auch gelegentlich im Fachhandel und Versand angeboten.

Fazit: wirklich Vollschatten-fähige Balkonpflanzen, die dauerhaft und reichhaltig blühen, sind mehr als dünn gesäht! Das bedeutet jedoch nicht, dass damit das Thema "Schattenbalkon" schon abgeschlossen wäre. Es gibt neben den klassischen Balkonpflanzen viele andere Gewächse, die sich für diesen Standort eignen. Eine gute Mischung aus Saisonblühern und Mehrjährigen, aus Blüh- und Blattschmuckpflanzen macht auch den Nordbalkon zum attraktiven Pflanzenparadies.

Stauden und Farne für den Schattenbalkon

Neben den wenigen klassischen Balkonpflanzen, die vollen Schatten tolierieren, gibt es viele weitere Pflanzen, die sich für den tiefen Schatten eignen. Sie sind zwar keine Dauerblüher, die das sprichwörtliche "Blütenmeer" erzeugen, dafür aber mehrjährig, zeitweise auch blühend oder mit hübschem Blattgrün die Bepflanzung attraktiv ergänzend.

  • Prachtspiere (Astilbe) - mehrjährige Staude für den Kübel, blüht bei stets feuchter Erde meist Juni bis August in Rosa, Lachsfarben oder Weiß. Prachtspieren mögen es dunkel und feucht, es sind also ideale Schattenpflanzen, die jedoch nicht austrocknen dürfen. Die Blütenstengel der Pflanze werden je nach Art 30, 40 oder 60 cm hoch - dem entsprechend muss auch das Pflanzgefäß gewählt werden.
     
  • Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis) -  eine besonders stilvolle Staude, die zwar als "halbschattig" angeboten wird, aber nachweislich auch an voll schattigen Standorten wächst. Mit ihren Rispen voller hängender, rotweißer Blüten und den hübschen Blättern bietet sie einen edlen Anblick. 60 bis 80 cm hoch eignet sich das Tränende Herz für Kübel und große Balkonkästen. Blütezeit ist der Frühling und Frühsommer, im Herbst verlieren sie ihr Laub und ziehen sich in den Boden zurück, treiben jedoch im Frühjahr wieder aus. Mit gutem Frostschutz kann der Pflanztopf draußen stehen bleiben.
     
  • Waldsteinie / Dreiblatt-Goldbeere (Waldsteinia ternata) - ein beliebter, robuster Bodendecker mit erdbeeräähnlichem dichten Blattwerk und unzähligen gelben Blüten, die von April bis Juni erscheinen. Aufgrund des kompakten Wuchses (10 bis 20 cm) für Balkonkästen und Pflanzkübel durchaus geeignet. Die Blätter bleiben das ganze Jahr erhalten, färben sich im Herbst rotbraun und sind dank ihrer gelappten oder gezähnten Form auch außerhalb der Blütezeit ein hübscher Anblick.
     
  • Efeu (Hedera helix) - Die bekannte Kletterpflanze eignet sich besonders gut zur Begrünung des Schattenbalkons. Er kann in Pflanzkübeln und Balkonkästen wachsen, aber auch als natürlicher Sichtschutz auf ein Spalier gezogen werden. Je größer und tiefer das Gefäß, desto größer wird die Pflanze. Efeu behält sein Blattwerk das ganze Jahr und ist gut winterhart. Im Winter ist ein Frostschutz um das Pflanzgefäß dennoch empfehlenswert!

  • Waldrebe (Clematis) einige Arten - auch diese beliebte Kletterpflanze kann eine Option für den Schattenbalkon sein, wenn es der Platz erlaubt. Es gibt Arten, die 1,20 bis 1,50 hoch werden, andere wachsen mehrere Meter in die Höhe - eine Kletterhilfe ist erforderlich. Normalerweise benötigt Clematis Schatten um die Wurzeln und wächst der Sonne entgegen, doch einige Arten entwickeln sich auch auf der Nordseite gut. Es gibt unzählige Unterarten in sehr unterschiedlicher Größe und Optik, weshalb wir empfehlen, bei der Wahl  fachlichen Rat zum angestrebten Standort einzuholen. Bei F.M. Westphal findet sich eine Übersicht über alle für die Kübelhaltung geeigneten Clematis-Arten - und in der Einzelbeschreibung dann auch die Angaben zum Standort.

  • Zierspargel (Asparagus densiflorus) - ein mehrjähriger Halbstrauch, oft als Zimmerpflanze gehalten. Mit seinen unzähligen grazilen Scheinblättern macht der Zierspargel als Begleitgrün auch auf dem Schattenbalkon eine gute Figur, allerdings eher im hellen, nicht im tiefen Schatten. Da die Pflanze nicht winterhart ist, muss sie vor dem Frost in ein kühles Zimmer (optimal: 10-15° C) umziehen, wo sie ebenfalls einen hellen Standort ohne Sonne bevorzugt. Die Blüten sind klein und unscheinbar, doch bei guter Pflege bildet der Zierspargel kleine rote Früchte, die sehr hübsch aussehen (Achtung: giftig!).

  • Funkie (Hosta) - kleinwüchsige Funkien werden als Balkon- und Terrassenpflanze im Kübel immer beliebter, denn es sind sehr attraktive Blattschmuckpflanzen. Grüne Arten gedeihen im vollen Schatten, Varianten mit hellen Blattzeichnungen entwickeln sich mit etwas Morgen- oder Abendsonne besser. Erkundigen Sie sich beim Kauf genau nach Größe und Blattform, denn es gibt auch riesengroße Exemplare, die auf kaum einem Balkon Platz finden. Funkien ziehen sich zum Winter in die Erde zurück und treiben im Frühling neu aus. Sie überwintern draußen mit Frostschutz um den Kübel.

  • Farne:  in der Natur wachsen sie auf dem Waldboden und werden von Bäumen oft vollständig verschattet. Sie schmücken also auch schattige Balkone und Terrasse mit ihrem filigranen, immergrünen Blattwerk. Zum Beispiel der schmale Filigranfarn (Polystichum setiferum 'Proliferum'), der mit nur 20 bis 50 cm Höhe (und 50cm Breite) kompakt genug für die Haltung auf dem Balkon ist. Er wächst auch im Vollschatten, ebenso wie andere Schildfarne (Polystichum), die zu den robusten und pflegeleichten Farnen zählen. Wie die meisten Kübelpflanzen benötigen Farne im Winter Frostschutz, auch wenn sie normalerweise als "winterhart" gelten.

Tipp: Es spricht nichts dagegen, auch Zimmerpflanzen für die "Übersommerung" auf den Balkon zu stellen! Viele Gewächse schätzen die Zeit im Freien sogar und entwickeln sich besser.

Balkon- und Kübelpflanzen für den Halbschatten

Da die meisten typischen Balkonpflanzen auch Halbschatten vertragen, können Sie aus dem klassischen Sortiment wählen, das zur Saison im Handel angeboten wird. Zwar werden manche "Blühwunder" nicht ganz so üppig blühen wie in der vollen Sonne, doch hat die Erfahrung gezeigt, dass viele dieser Gewächse sich durchaus auch mit ein paar Sonnenstunden begnügen und sich gut entwickeln.

Pflanzen, die auch im Halbschatten gut wachsen, sind z.B. Folgende:

  • Petunien (Petunia): prächtige, einjährige Sommerblume mit langer Tradition, die von Mai/Juni bis Oktober unzählige trichterförmige Blüten in Weiß, Rosa, Violett, Rot oder Blau hervor bringt. Grandilflora-Petunien  gefallen mit ihren übergroßen Blüten, Multiflora-Petunien hat einen kompakteren Wuchs und unzählige kleinere Blüten an kurzen Stielen. Noch kleiner ist die ca. 15 Zentimeter hohe NanaCompacta-Petunie, für die Haltung in Ampeln empfiehlt sich die elegant herunter hängende Pendula-Petunie.
     
  • Zauberglöckchen (Calibrachoa): auch "Mini-Petunie" oder "Million Bells" genannt, ebenfalls einjährig. Ihre Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Ihre vielen Blüten sind Rosa-, Rot- und Gelb, es gibt auch weiße, orangene und limonengelbe Sorten. Im Unterschied zu klassischen Petunien müssen sie nicht "ausgeputzt" werden, die Blüten verwelken und verschwinden unauffällig von selbst.
     
  • Männertreu (Lobelia): Blütezeit von Mai bis September, kompakter, dichter Wuchs mit vielen blauen Blüten. Aufrechte Varianten werden bis zu 35 cm hoch, es gibt auch hängede Arten. Wird einjährig kultiviert.
     
  • Wolfsmilchzauberschnee (Euphorbia graminea): viele kleine weiße Blüten "umschweben" die buschig wachsenden Triebe des Multitalents, das sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten und hellen Schatten gut gedeiht. Gut in der Kombination mit anderen Pflanzen mit größeren Blüten oder attraktivem Blattschmuck. Wird vielfach einjährig genutzt, ist aber eigentlich mehrjährig und kann im Zimmer überwintern.
     
  • Bergwald-Storchschnabel (Geranium nodosum):  keine klassische Balkonpflanze, sondern eine mehrjährige, winterharte Staude, die von Mai bis Oktober magentafarbene, schalenförmige Blüten bildet. Ursprünglich ist sie ein Bodendecker für schattige und halbschattige Gartenbereiche, wird jedoch auch für die Kübelhaltung auf dem Balkon empfohlen.
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  • Schneeflockenblume(Sutera diffusus): Obwohl sie keine typische Pflanze für den Schatten ist, kommt die Schneeflockenblume (Sutera cordata) mit wenig Sonne gut zurecht - also optimal für den Halbschatten! Wächst überhängend und bildet Polster. An ihren Ausläufern erscheinen unzählige weiße Schalenblüten, neuere Züchtungen haben auch Blüten in lila und rosa. Die Pflanze kann frostfrei überwintert werden (ideal bei 14 bis 18 Grad).

  • Engelstrompete: Wer Platz für eine große Kübelpflanze hat, sollte es mit der beeindruckenden Engelstrompete versuchen. Sie gehört zu den beliebtesten Kübelpflanzen, denn ihre riesigen Blüten wirken geradezu spektakulär. Wer den Hingucker pflegt, muss für gute Bewässerung sorgen und einen Pflanztrog, um Trockenstress zu vermeiden. Frostfreie Überwinterung ist nötig!

  • Hortensie (Hydrangea): ebenfalls eine Pflanze für den großen Pflanzkübel. Es gibt ca. 80 Arten, die auffällige Blütenstände in kugeliger Form und verschiedenen Farben (rosa, weiß, blau) hervor bringen. Auf großen Balkonen und Terrassen werden vor allem Bauernhortensien kultiviert, die bis zu 1,50 m hoch werden können. Die Hortensie schätzt einen windgeschützten Standort im Halbschatten und wächst problemlos in Kübeln. Allerdings benötigt sie viel Wasser, besonders im Sommer und ist nicht immer ganz winterhart. Sie friert teilweise zurück, treibt aber im Frühjahr wieder neu aus.

Tipp: Dies ist nur eine kleine Auswahl möglicher Halbschatten-Pflanzen! Sowohl bei Kübelpflanzen als auch kleineren Exemplaren können Sie aus dem Vollen schöpfen. Ein Kriterium zur Eingrenzung kann der Pflegebedarf sein: Wenn Sie Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an Düngung, Bewässerung und Winterschutz wählen, sparen Sie sich die Arbeit, sie alle unterschiedlich behandeln zu müssen.

Kräuter für den Schatten - was geht?

Es lohnt sich nicht nur wegen des kulinarischen Nutzens, eigene Kräuter auf dem Balkon anzubauen. Es sind oft auch durchaus dekorative Gewächse, die als Begleitgrün für Blumen und Stauden richtig gut aussehen. Klar, für Rosmarin, Oregano und andere südliche Kräuter ist ein Schattenbalkon nicht der richtige Ort - es sei denn, er ist "halbschattig" und man stellt die Töpfe mit den Kräutern an die Stelle, die die meiste Sonne abbekommt. Liegt der Balkon ganz im Schatten, gibt es zum Glück einige Kräuter, die sich auch dort entwickeln, wenn auch nicht so üppig und schnell wie an Orten mit mehr Licht:

  • Minze - heimisches Kraut mit frischem Minzgeschmack, das den Schattenstandort sogar bevorzugt. Pfefferminze, Polei-Minze und Wasserminze werden für die Balkonkultur empfohlen. Aus Samen selbst vorziehen oder mit Stecklingen vermehren spart Kosten, doch wird die Minze im Frühjahr auch im Handel angeboten.
     
  • Petersilie - ob glatt oder kraus, die Petersilie ist aus unserer Küche nicht wegzudenken! Als Pflanze ist sie mehrjährig und gedeiht verlässlich auch im  großen Balkonkasten oder Pflanzkübel, allerdings eher im lichten / hellen Schatten oder Halbschatten. Pfefferminze benötigt nahrhafte Erde und im Winter einen Frostschutz um den Pflanztopf. Petersilie kann mit Schnittlauch zusammen gepflanzt werden, da die Ansprüche ähnlich sind.
     
  • Schnittlauch - das beliebte Kraut wird vielfach im Balkonkasten und Pflanztopf gezogen und gedeiht hervorragend! Allerdings darf man nicht den Fehler machen, die Schnittlauchtöpfe aus dem Supermarkt einfach nach draußen zu stellen. Die Pflanzen stehen dort viel zu eng, sofortiges Umtopfen in gute Erde und dabei Teilen ist zwingend! In der Regel wachsen sie gut an, müssen aber stets feucht gehalten werden. Die kugeligen lila Blüten des Schnittlauchs sind einerseits dekorativ, andrerseits eine Freude für die Bienen!
  • Waldmeister - ein mehrjähriges, 10-30 cm hoch wachsendes Kraut mit kleinen weißen Blüten und intensivem Duft. Wird in kleinen Mengen für Obstsalate, Süßspeisen und für Waldmeisterbowle verwendet, aber auch getrocknet als Duftquelle im Kleiderschrank. Achtung: enthält Kumarin, das in größeren Mengen Kopfschmerzen verursacht. Nur vor der Blüte ernten!
     
  • Bärlauch (Allium ursinum) - der leckere "Waldknoblauch" wird in der Küche als frische Zutat zum Salat verwendet. Im Topf am schattigen Standort muss er stets feucht gehalten werden. Er benötigt einen tiefen Topf! Ernte nur vor der Blüte, danach werden die Blätter faserig. Der Anbau im Topf ist nur sinnvoll in Kombination mit anderen Pflanzen, macht aber nur Sinn, wenn man ihn mit anderen Pflanzen kombiniert. Ansonsten schaut man für ca. neun Monate im auf ein mit Erde gefülltes Gefäß!
     
  • Wasabi - der Verwandte des Meerrettischs wird ca. 60 cm hoch, hat hübsche runde Blätter und ist winterhart. Wasabi lässt sichzwar am voll schattigen Standort im Pflanzkübel kultivieren, braucht jedoch zwei Jahre bis zur Entwicklung einer essbaren Wurzel. Empfehlenswerter ist es daher, es mit der Wasabi-Rauke zu versuchen, deren Blätter mit dem bekannten Wasabi-Geschmack den Gaumen erfreut!

Gemüsepflanzen für schattige Standorte

Wer Lust hat auf ein bisschen Selbstversorgung vom Balkon oder den Kindern zeigen will, wie unser Gemüse wächst, muss wegen eines schattigen oder halbschattigen Balkon nicht auf diese Freude verzichten.

Anders als viele Zierpflanzen, die unsere Balkone und Terrassen schmücken, brauchen die meisten Gemüsepflanzen zwar regelmäßig viel Sonne, um zu gedeihen. Es gibt aber auch einige, die mit wenig Sonne auskommen. Hier einige Tipps für verschiedene Standorte:

  • Tiefer Schatten: Ein Nordbalkon oder ein nach innen versetzter, stark verschatteter Balkon mit Seitenwänden ist als Standort für die meisten Gemüsepflanzen tatsächlich ungeeignet. Hier lassen sich jedoch Gemüse- und Salatsprossen in flachen Pflanzschalen ziehen, die als gesunde Ergänzung für Salate und aufs Brot geschätzt werden. Versuchen kann man es auch mit Brunnenkresse, Feldsalat, Zitronenmelisse, Waldmeister und Walderdbeeren.
     
  • Lichter Schatten: mit den eben genannten Pflanzen wird man hier mit größerer Wahrscheinlichkeit Erfolg haben, evtl. klappt es auch mit Rhabarber und Pflücksalat.
     
  • Halbschattig mit wenig Sonne: Wenn morgens oder abends an zwei bis vier Stunden doch etwas Sonne den Balkon erreicht, sieht die Sache schon besser aus. Hier gedeihen Rukola (Rauke), Blattkohl, Spinat und Mangold, sowie klassische Salate wie Endivie oder Pflücksalate. Auch mit Tomaten haben engagierte Balkongärtner schon gute Erfahrungen gemacht, obwohl häufig das Gegenteil behauptet wird.
     
  • Halbschattig: Bekommen die Pflanzen vier bis sechs Stunden Sonne, reicht es gut für Tomaten, Bohnen, Erbsen, Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Grünkohl und Salate aller Art. Begnügt man sich mit weniger großen Knollen, sind auch Kartoffeln möglich.

Gar nicht erst versuchen braucht man es mit den sonnenhungrigen südlichen Gemüsen wie Zucchini, Paprika, Chili, Aubergine & Co. - das wird auf jeden Fall enttäuschend!

Tipp: Zum erfolgreichen Gemüseanbau lesen Sie auch unseren ausführlichen Ratgeber "Gemüse im Pflanzkübel anbauen".

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Mehr zum Thema:

Wissenswertes rund um Balkonpflanzen, seriöse Einkaufsquellen, Pflanz- und Pflegetipps sowie Tipps für die Wahl passender Pflanzgefäße finden Sie in unserem Ratgeber Balkonpflanzen.

Fragen und Antworten

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