Ratgeber
Petunien

Pflanzen für volle Sonne auf Balkon und Terrasse

Auf Südbalkon und Sonnenterrasse braucht es Pflanzen, die pralle Sonne vertragen und sich in der Hitze richtig wohl fühlen. Zwar ist die Auswahl auf den ersten Blick groß, doch unterscheiden sich die empfohlenen Balkon- und Kübelpflanzen in ihren Ansprüchen doch sehr:  Welche sind einjährig, winterhart oder benötigen ein Winterquartiert? Manche müssen häufig gegossen werden, andere lieben es trockener. Dieser Ratgeber hilft bei der kundigen Wahl sonnenliebender Pflanzen für Balkon und Terrasse.

Inhalt:

Zum Start: Was bedeutet "volle Sonne"?

Im Handel und auf den Seiten der Online-Shops findet sich für die meisten Pflanzen die Standortangabe "sonnig bis halbschattig".  Das ist eine Bandbreite verschiedener Standorte, die alles und nichts aussagt. Denn "volle Sonne den ganzen Tag" bedeutet für Pflanzen ein sehr viel herausforderndes Klima als "halbschattig", worunter auch wieder ganz unterschiedliche Besonnungszeiten verstanden werden können.

Für diesen Ratgeber haben wir uns deshalb auf die Empfehlung von Pflanzen beschränkt, die tatsächlich mit voller Sonne über den ganzen Tag klar kommen. Pflanzen, die keine Mittagssonne vertragen, aber im Handel unter "sonnig bis halbschattig" laufen würden, mussten draußen bleiben. 

Die Auswahl ist trotz dieser Beschränkung noch groß, so groß, dass unsere Listen nicht als "vollständig" zu verstehen sind, sondern als eine Versammlung jener Pflanzen, die auf Sonnenbalkonen und besonnten Terrassen von vielen Pflanzenfreunden mit Erfolgt kultiviert wurden. Los gehts!

Balkonpflanzen für die pralle Sonne

Auf jedem Südbalkon sind sie die Stars: Klassische Balkonpflanzen, die die Sonne lieben und vom Frühling bis zum Frost das Auge mit ihrer bunten Blütenvielfalt erfreuen. Je mehr Sonne sie bekommen, desto mehr blühen sie. Allerdings bedeutet die Blütenpracht auch hohen Wasserbedarf und häufige Düngergaben. Bei großer Hitze müssen sie oft sogar morgens und abends gegossen werden,

Hier eine Auswahl der beliebtesten Pflanzen für den Sonnenbalkon:

  • Geranien: klassische, pflegeleichte Pflanze mit prächtigen, starkfarbigen Blüten. Es gibt sie als Hängepflanze (Pelargonium peltatum) und in aufrechter Form (Pelargonium zonale). Ihre Blüten unterscheiden sich in Form, Größe und Farbe. Erhältlich sind Sorten mit weißen, rosafarbenen, roten oder violetten Blüten, ein- oder zweifarbig, sowie gefleckte und gestreifte Varianten. Alle Arten lieben die Sonne und können kühl und hell bei 5 bis 10 Grad Celsius überwintert werden.
     
  • Kapkörbchen / Kapmargerite (Osteospermum):  die 15 bis 50 cm hoch wachsende Pflanze blüht weiß, gelb, orange, purpur, blau oder mehrfarbig. Die Blüten ähneln Margheriten. Mag auch extreme Hitze und ist äußerst blühfreudig. Da die Überwinterung (5 bis 15 Grad Celsius) oft nicht gelingt, wird das Kapkörbchen meist einjährig kultiviert.
     
  • Petunien (Petunia): Je länger sie Sonne bekommen, desto mehr trichterförmige Blüten bilden sie. Petunien gibt es in vielen Farben, aufrecht stehend und hängend. Eine wärmeliebende Balkonpflanze, die jedoch gerne windgeschützt steht. Petunien können bei 5 bis 10 Grad Celsius hell überwintert werden, dürfen aber in dieser Zeit nicht komplett austrocken. Mangels passendem Winterquartier häufig nur einjährig kultiviert.
     
  • Elfenspiegel (Nemesia): einjähriger, üppiger Dauerblüher mit Blüten in Weiß, Gelb, Orange, Blau, Rot oder Rosa, buschig oder hängend wachsend. Die Sorten "Sunsatia" und "Karoo" sind relativ wetterfeste Varianten.
     
  • Zauberglöckchen (Calibrachoa): Mit roten, blauen oder gelben Blüten und einer langen Blühzeit ist das Zauberglöckchen eine beliebte Balkonpflanze, die auch "Minipetunie" genannt wird. Oft werden die verschiedenen Farben eng zusammen gepflanzt, so dass eine gewollte Buntheit entsteht. Wird einjährig kultiviert.
     
  • Zweizahn / Goldmarie (Bidens ferulifolia): wuchsstarke Pflanze mit vielen gelben, sternförmigen Blüten und weit überhängenden Trieben. Blüht von Mai bis Oktober und eignet sich auch gut für die Hängeampel. Überwinterung ist aufwendig (15 Grad, hell, gleichmäßig feucht gehalten), lohnt also nur bei vorhandenem Platz und gut entwickelten Kübelpflanzen.
     
  • Studentenblume (Tagetes): Nicht nur im Garten macht die Studentenblume eine gute Figur, sie eignet sich auch hervorragend für Balkonkästen, wo sie mit üppiger Blütenpracht in rot, orange und gelb bis in den Oktober hinein blüht. Einjährig, preiswert und pflegeleicht!
     
  • Männertreu, Lobelien (Lobelia): Blaue und blauviolette Blüten in einem üppigen Blütenmeer schenkt uns die Lobelie, die zwar sonnenhungrig ist, aber gerne geschützt steht. Überwinterungsversuche lohnen nicht, die Pflanze kann leicht jedes Jahr neu aus Samen gezogen (oder als Jungpflanze im Handel erworben) werden.

Weitere beliebte Sommerblumen für den sonnigen Balkon sind Husarenknöpfchen (Sanvitalia), Vanilleblume (Heliotropium arborescens), Tausendschön (Bellis perennis), Blaues Gänseblümchen (Brachyscome multifida), Portulakröschen (Portulaca grandiflora), Elfensporn (Diascia) und Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata). Allen genannten Pflanzen ist der in voller Sonne hohe Wasserbedarf gemeinsam, der die Pflege nicht immer einfach macht.

Tipp:  Nutzen Sie für diese pflegeintensiven Blühpflanzen etwas voluminösere Balkonkästen oder entsprechend größere Töpfe und Pflanzkübel. Je weniger Erde ihnen zur Verfügung steht, desto schneller trocknen sie aus, bzw. desto häufiger müssen Sie an heißen Tagen gießen. Balkonkästen mit Wasserreservoir und Pflanzkübel mit Bewässerungssystem erleichtern die Pflege deutlich.

Mediterrane Pflanzen für Sonnenterrasse und Südbalkon

Anders als die klassischen Balkonpflanzen, die ebenso sonnenhungrig wie durstig sind, empfehlen sich mediterrane Kübelpflanzen als genügsamere Alternative. Schon aufgrund ihrer Herkunft aus südlichen Ländern kommen sie mit weniger Wasser aus und vertragen auch trockene Phasen gut. Ideal für Südbalkon und Sonnenterrasse, wenn man während der Saison nicht ganz soviel gießen und düngen will. Auf der anderen Seite benötigen die "Südländer" ein Winterquartier oder zumindes effektiven Winterschutz, insbesondere in kalten Regionen mit winterlich tiefen Minusgraden.

Hier einige beliebte mediterrane Kübelpflanzen, mit denen Sie Urlaubsfeeling auf Balkon und Terrasse zaubern:

  • Agapanthus - die südamerikanische Schmucklilie zählt zu den beliebtesten Kübelpflanzen überhaupt. Ihre zierlauchähnlichen, kugelförmigen Blütenstände blühen in Weiß, Lila oder Blau, ihre grünen Blätter sind lang und schmal, je nach Art bis zu einem Meter! Braucht einen windgeschützten warmen Standort, ist in der Pflege jedoch anspruchslos und robust. Überwintert im dunklen Keller, frostfrei bei mac. 10 Grad.
     
  • Bougainvillea - ein Kletterstrauch aus der Familie der Wunderblumengewächse, ursprünglich im subtropischen Südamerika beheimatet, bei uns als Busch oder kleiner Baum kultiviert. Ihre vielen rot-rosa Blüten bilden ein wachsendes Blütenmeer, je mehr Sonne und Wärme sie bekommt, desto verlässlicher. Benötigt nicht viel Wasser, doch sollte der Wurzelballen immer leicht feucht sein. Frostempfindlich, darf also erst nach dem letzten Frost ins Freie, überwintert bei 5 und 15 °C.
     
  • Feigenbaum (Ficus carica) - klassischer mediterraner Baum, der in milden Lagen auch ausgepflanzt kultivierbar ist, doch besser steht die Feige im großen Pflanzkübel! Die Feige ist zwar sonnenhungrig, toleriert aber auch Halbschatten. Relativ anspruchslos in der Pflege, doch sollte sie alle zwei Jahre umgetopft werden. Bedingt winterhart, kann mit Winterschutz um den Kübel draußen stehen bleiben.
     
  • Granatapfel (Punica granatum): im Kübel meist als Strauch kultiviert, wofür sich besonders die kleinwüchsigen Arten eignen. Wie z.B. der Granatapfel "Nana", der nicht mehr als einen Meter hoch wird. Blüht orangerot von Juni bis September, es gibt auch Ziersorten in Weiß oder Cremegelb. Standort vollsonnig und warm, gerne vor einer Mauer. Verträgt kurze Trockenperioden, sollte dann aber regelmäßig gegossen werden bis die Erde gut durchfeuchtet ist.  Frost bis -5 Grad tolieriert der Granatapfel, kurzzeitig bis -10 Grad. Kann im unbeheizten Gewächshaus überwintern, aber auch in Garagen oder Geräteschuppen (unter 10 Grad!), da das Laub sowieso abgeworfen wird.
     
  • Lorbeer (Laurus Nobilis): Der echte Lorbeer braucht einen sonnigen Standort, darf aber im Sommer nicht komplett austrocknen! Sein edel wirkendes immergrünes Laub und der aromatische Duft machen den Lorbeer zu einer der beliebtesten mediterranen Pflanzen. Seine Blätter finden auch in der Küche Verwendung, dafür sollten sie jedoch getrocknet werden.
     
  • Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias ssp. wulfenii): Prächtige, gelb blühende Solitärstaude, die buschig bis einen Meter hoch wird. Sie benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und durchlässiges, lockeres Substrat. An sich gut frosthart, doch empfehlen wir sicherheitshalber Winterschutz um den Kübel.
     
  • Oleander (Nerium Oleander): Ein klassischer mediterraner Strauch, der einen warmen, sonnigen, wind- und regengeschützten Platz benötigt. Seine vielen rot-rosa Blüten machen ihn zum Hingucker auf Balkon und Terrasse! Nach der Blüte darf der Oleander nicht zurück geschnitten werden, da er sonst im nächsten Jahr kaum mehr blüht. Verträgt leichten Frost, muss dann aber ins Winterquartier. Ein kalter Wintergarten bzw. unbeheíztes Gewächshaus (frostfrei, bzw. max. 5 bis 10 Grad) ist ideal, da er auch im Winter Helligkeit benötigt. Je dunkler das Winterquartier, desto niedriger muss die Überwinterungstemperatur sein.
     
  • Olive (Olea europaea): als Kübelpflanze benötigt die immergrüne, langsam wachsende Olive einen großen Kübel, da sie breit und tief wurzelt. Es ist ein Risiko, alte Olivenbäume zu kaufen, um bereits die volle Optik genießen zu können, denn oft entstammen diese Bäume aus südlichen Ländern und vertragen unser Klima dann nicht. Besser man wählt eine junge Olive, die sich an ihren Standort noch anpassen kann.
     
  • Palmen: Für die Haltung auf Balkon und Terrasse eignen sich fast alle Palmenarten, doch benötigen sie alle ein Winterquartier - auch die als winterhart beschriebene Hanfpalme, die jedoch in Gegenden mit milden Wintern als Kübelpflanze draußen überlebt. Ein Winterschutz ist aber auch dann angebracht! Für vollsonnige Standorte kommen vor allem robuste Dattel- oder Phönixpalmen in Betracht, den viele weitere Arten benötigen hohe Luftfeuchtigkeit oder vertrage keine Mittagssonne. Da es unzählige verschiedene Palmenarten gibt, verweisen wir auf die Seite Palmeninfo.de/Kuebelpalmen, die umfangreiche Informationen zur Palmenkultivierung bereit hält.
     
  • Wandelröschen (Lantana): in der Natur ein Strauch mit überhängenden Zweigen, jedoch auch oft als Hochstämmchen oder Balkonblume im Handel. Wechselt die Blütenfarbe im Lauf des Jahres, z.B. von Orange zu Gelb oder Rot, verträgt sommerliche Trockenperioden gut und benötigt einen sonnigen Standort.Überwinterung im hellen, frostfreien Winterquartier bei max. 10 Grad Celsius.
     
  • Zitrusgewächse (Zitrus): Zitruspflanzen sind Sonnenanbeter, ein nach Süden ausgerichteter Standort ist ideal, aber auch Nachmittags- bzw. Abendsonne von Westen reicht aus. Ein Orangen- oder Zitronenbäumchen auf dem Balkon oder der Terrasse zieht immer die Blicke auf sich! Umso schöner, dass man - meistens - die Früchte sogar essen kann. Gönnen Sie sich die Freude!
     
  • Zylinderputzer (Callistemon): wegen ihrer besonderen Blütenform wird sie auch Pfeifen- oder Flaschenputzer genannt. Spektakulär wirkende buschige Pflanze, nur mit täglicher direkter Sonne entwickelt sich der Zylinderputzer richtig gut. Anders als die klassischen Mediterranen benötigt er während der Saison viel Wasser! Ein helles Winterquartier zwischen 5 und 8 Grad kühl passt, wird er wärmer überwintert, blüht der Zylinderputzer weniger.

Tipp: Alle mediterranen Pflanzen vertragen keine Staunässe! Sorgen Sie also dafür, dass der gewählte Pflanzkübel mit einem gut durchlässigen Substrat gefüllt ist und eine ausreichende Drainageschicht für guten Durchfluss sorgt. Mehr über Drainage lesen Sie in unserem Ratgeber "Pflanzkübel bepflanzen, aber richtig".

Sonnenliebende Kräuter im Topf und Balkonkasten

Es wundert nicht, dass Kräuter, die ganztags pralle Sonne gut vertragen, meist zu den mediterranen Kräutern gehören, die wir aus z.B. aus der italienischen Küche schätzen. Sie sind aber nicht nur eine Bereicherung für die Küche, sondern erfreuen auch das Auge mit ihren Blättern und Blüten, hinzu kommt ihr aromatischer Duft, der sich umso besser entwickelt, je mehr Sonne sie bekommen.

Als Pflanzgefäße eignen sich Balkonkästen, große Pflanzschalen und natürlich auch Pflanzkübel. Werden Raumteiler (z.B. als Abtrennung einer Terrasse oder an der Balkonbalustrade) mit Kräutern bepflanzt, stehen sie besonders bequem zur Verfügung, nämlich ganz ohne Bücken. Wichtig: auch Kräuter benötigen ausreichend Platz für ihre Wurzeln!

  1. Basilikum (Ocimum basilicum): Mag es warm und hell in immer leicht feuchter Erde. Beim Beernten den oberen Teil ganzer Triebe abzwicken, nicht nur einzelne Blättchen! Basilikum gedeiht draußen wesentlich besser als auf der Fensterbank. Es ist allerdings nicht frosthart und wird meist als einjährige Pflanze kultiviert. Für die italienische Küche ist das Kraut unverzichtbar, z.B. im Pesto, zu Tomaten und Antipasti.
     
  2. Bergbohnenkraut (Satureja montana): immergrüner Halbstrauch, winterhart, zwei bis mehrjährig, guter Bodendecker, der auch im Balkonkasten gedeiht. Im Kübel als Unterpflanzung geeignet. Anspruchsloses Kraut, von Juli bis September mit vielen kleinen rosa-violetten Blüten, verträgt Trockenheit und entwickelt nur in voller Sonne seine ätherischen Öle. In der Küche zu Bohnen, zu anderen Hülsenfrüchten und Eintöpfen.
     
  3. Lavendel (Lavandula angustifolia): der blau und violett blühende Halbstrauch bringt besonders viel mediterranes Flair auf die Terrasse, da er stark duftet. Je nach Sorte winterhart bis - 15 Grad Celsius. Aufgrund seines intensiven Aromas wird er in der Küche nur sparsam verwendet. In der Mischung „Kräuter der Provence“ ist Lavendel enthalten, auch passen die blauen Blüten zu selbstgemachter Kräuterbutter und als Deko zu Salaten.
     
  4. Oregano (Citrus aurantium): Wie alle mediterranen Kräuter benötigt er einen sonnigen, warmen Standplatz und eher nährstoffarmes Substrat. Wenig gießen, aber nicht in zu kleinen Töpfen halten, um Trockenstress zu vermeiden. Mehrjährig, in warmen Gegenden reicht Winterschutz, ansonsten im kühlen und frostfreien Raum überwintern. Oregano würzt Pizza und Pasta, Tomatensoße und Salat.
     
  5. Rosmarin (Rosmarinus officinalis): Buschiger Halbstrauch, der es gerne warm und sonnig hat! Direkte Sonne auf der Südterrasse ist sehr willkommen. Staunässe im Topf unbedingt vermeiden! Als winterhart gelten z.B. die Sorten Arp, Salem oder Hill Harry, doch benötigt Rosmarin in kalten Regionen Winterschutz. In der Küche zu Kartoffeln, Gemüse und Fleisch, gelegentlich zu kreativen Desserts.
     
  6. Garten-Salbei (Salvia officinalis): mehrjährig, im Kübel mag es der Salbei sonnig, aber nicht sehr heiß - also nicht an eine Südwand stellen. Spärlich gießen, nährstoffarmes Substrat verwenden. Wird in der italienischen Küche zu Fleisch und Soßen verwendet. Daneben gibt es viele Ziersorten mit verschiedenen Blütenfarben, deren Ansprüche jedoch abweichen können, Beim Kauf also genau erkundigen, was die Pflanze braucht.
     
  7. Thymian (Thymus vulgaris): mehrjähriger Halbstrauch, der als Tiefwurzler einen großen und tiefen Pflanzkübel benötigt. Das mediterrane Würzkraut mag direkte Sonne und würde im Schatten nur vor sich hinkümmern. Auf keinen Fall zu oft gießen! Mittlerweile gelten viele Thymian-Sorten als bedingt winterhart, doch im Kübel benötigen sie Schutz vor Frost und Regen. Alternativ kann Thymian im Keller, Garage oder Gewächshaus überwintern, sofern etwas Licht vorhanden ist. In der Küche passt er zu Pizza und Fleisch, zu Hülsenfrüchten, Auberginen und Tomaten.

Tipp: Mediterrane Kräuter sind an kargere Böden angepasst, dürfen also nicht zu häufig gedüngt werden. Am besten pflanzt man sie in spezielle Kräutererde oder Dachgartensubstrat, die der Handel anbietet. Wer die Möglichkeit hat, kann Kräutererde auch selber mischen, nämlich aus einem Teil Gartenerde, einem Teil Kompost und einem Teil Sand. Staunässe unbedingt vermeiden!

Gemüse und Obst vom sonnigen Balkon

Die Tomaten vom eigene Balkon schmecken immer am besten, besonders dann, wenn sie genug Sonne abbekommen haben, um ihr Aroma zu entfalten. Es hat seinen besonderen Reiz, ein klein wenig "Selbstversorgung" auf Balkon und Terrasse auszuprobieren. Optisch machen Gemüsepflanzen durchaus etwas her und Kinder lernen aus eigener Erfahrung, wie Nahrungsmittel wachsen. Sogar Obst kann auf dem Balkon gedeihen!

Für den Balkonkasten ist die Auswahl übersichtlich:

  • Radieschen:  für Anfänger, die schnelle Ergebnisse sehen wollen, ein genialer Einstieg! Zwischen März und September können sie direkt gesäht werden und benötigen nur drei bis vier Wochen bis zur Ernte. Da Radieschen im Supermarkt sehr günstig sind, empfiehlt sich die Wahl seltener Sorten, die man dort nicht findet, z.B. Eiszapfen, Riesenbutter und Rudi.
     
  • Pflücksalat:  Ebenfalls gut für schnelle Ergebnisse, da die ersten Blätter schon nach 4 bis 6 Wochen geerntet werden können. Im Unterschied zu Kopfsalat erntet man bei Pflücksalat nicht die ganze Pflanze, sondern immer nur die äußeren Blätter. Geeignete Sorten sind Lollo Rosso, Feldsalat, Schnittsalat und Rucola (Salatrauke). Jungpflanzen, aber auch Saatbänder und Saatteppiche mit verschiedenen Sorten sind im Handel erhältlich.
     
  • Buschbohnen:  Die kompakte Version der grünen Bohne wird nur etwa  30 bis 40 cm hoch und eignet sich somit auch gut für große Balkonkästen. Im Freien werden sie ab Mitte Mai bis Ende Juni im Blumenkasten gesäht, und zwar immer vier auf einmal in ein 2 cm tiefes Loch in ca. 5 cm Abstand. Buschbohnen sind recht anspruchslos und wachsen verlässlich auf bei Balkongärtnern ohne grünen Daumen.
     
  • Zuckerschoten:  Ein lohnender Anbau, denn Zuckerschoten (auch Zuckererbsen genannt) sind in Bioqualität eher teuer. Für den Balkonkasten eignen sich niedrige, bis 40 cm hohe Sorten, da diese nicht zwingend eine Kletterhilfe benötigen. Die frischen Schoten sind nach etwa drei Monaten erntereif und können direkt von der Pflanze genascht werden.

Gemüse für Pflanzkübel und Pflanztrog, die mit viel Sonne verlässlich gedeihen:

  • Tomaten: Während man im Supermarkt immer nur einige wenige Sorten findet, ist die Auswahl für Selbstversorger riesig. In Gärtnereien, auf Wochenmärkten und bei Pflanzenbörsen werden im Frühjahr viele Sorten als Jungpflanzen angeboten, weitere sind als Samen erhältlich. Sie haben die Wahl zwischen roten, gelben, grünen, fast schwarzen und gestreiften Tomaten in allen erdenklichen Größen und Formen. Ein mindestens 20-Liter Erde fassendes Pflanzgefäß wäre ideal, doch hängt das auch von der gewählten Sorte ab. Es gibt "Balkontomaten", die sogar im Kasten wachsen!
     
  • Bohnen:  Buschbohnen wachsen nicht nur in Balkonkästen, sondern auch in Kübeln unkompliziert heran. Auch Kletter- bzw. Stangenbohnen sind möglich, wenn man Kletterhilfen für sie vorsieht. Geländer, Stangen oder gespannte Seile kommen in Betracht, womit sich auch gestalterische Effekte erzielen lassen. Prunkbohnen und Feuerbohnen klettern ebenfalls und erfreuen das Auge zusätzlich mit besonders hübschen Blüten.
     
  • Zucchini:  das beliebte mediterrane Gemüse benötigt viel Platz, sowohl für die Wurzeln als auch für die Pflanze selbst. Ein 40 bis 60-Liter-Pflanzkübel sollte es schon sein, um eine gute Ernte einzufahren. In kleineren Kübeln (ab 15 Liter) entwickelt sich die Pflanze auch, produziert dann aber weniger und kleinere Zucchinis. Es ist also eher ein Gewächs für die Terrasse, nicht für beengte Balkone. Als wärmeliebendes Gemüse darf die Zucchini erst nach dem letzten Frost ins Freie. Vorziehen auf der Fensterbank - etwa ab April - ist also angesagt, doch bieten Gartencenter im Frühling auch geeignete Jungpflanzen an.
     
  • Auberginen:  sie gehören ebenfalls zu den wärmeliebenden, mediterranen Gemüsepflanzen. Die Formen- und Farbenvielfalt ist groß, Sie können unter gurken-, keulen-, schlangen- kugeligen und länglichen Sorten  in weiß, gelb, orangerot und violett wählen. Auch marmorierte Varianten sind erhältlich, sowie besonders kleinwüchsige Sorten für den Balkon mit wenig Platz. "Mini-Auberginen" benötigen ca. 10 Liter Erde, größere gerne mehr. Die Kleinwüchsigen werden maximal einen Meter hoch, normale Sorten bis 1,50 Meter.
     
  • Paprika, Pepperoni, Chilis:  Ob milde Gemüsepaprika oder scharfe Chilis, sie lieben es warm und mögen einen sonnigen Südbalkon. Erhältlich als Samen,  Saatband und Jungpflanze. Eine einzelne Pflanze wird je nach Sorte bis zu 1,50 hoch und benötigt mindestens 10 Liter Erde. In größeren Kübeln entwickelt sie sich besser und bringt mehr Ertrag. Im Balkonkasten gedeihen Paprika ebenfalls, sofern der Kasten mehr als 18 cm tief ist.  Als Nachtschattengewächs sollten Chilis nicht neben anderen Nachtschattengewächsen stehen, also z.B. nicht neben einer Tomate!

In Betracht kommen des weiteren Gurken und Melonen, die jedoch Rankgitter benötigen. Mangold, Kohlrabi und Möhren kommen auch mit halbschattigen Standorten klar.

Obst für Sonnenterrasse und Sonnenbalkon

  • Erdbeeren sind das ideale Naschobst auf dem Balkon. Sie wachsen im Balkonkasten oder Kübel, rankende Sorten eignen sich für die Blumenampel. Ernte ab Juni, Monatserdbeeren blühen und fruchten bis zum Frost.
     
  • Zitronen:  das Zitronenbäumchen gehört zu den Mediterranen,  ist also frostempfindlich und benötigt ein Winterquartier. Wer ein solches bieten kann, kann sich nach 14 Monaten über die ersten eigenen Zitronen freuen - garantiert bio!
     
  • Himbeeren: die Sträucher brauchen viel Platz, doch gibt es auch balkontauglich klein gezüchtete Sorten, die nur etwa einen Meter hoch werden. Braucht Winterschutz um den Kübel!
     
  • Heidelbeere: als Flachwurzler ideal im großen Balkonkasten! Mehrjährig und pflegeleicht, doch benötigt der Strauch einen "sauren" Boden, z.B. Moorbeeterde.
     
  • Brombeeren:  spezielle Züchtungen für Balkon und Terrasse sind stachelfrei und haben kürzere Ranken. In buschiger Form oder als Säulenobst erhältlich.
     
  • Äpfel: auch Apfelbäume gibt es mittlerweile als balkontaugliches Säulenobst. Allerdings ist zu beachten, dass viele Sorten einen zweiten Apfelbaum als Bestäuber benötigen. Manche sind auch selbstbestäubend. Fragen Sie beim Kauf Ihrer Wunschsorte genau nach!

Tipp: Alle Obstgewächse sind mehrjährig und sollten - wie die meisten Kübelpflanzen - im Winter zumindest mit einem guten Winterschutz versehen werden, um keinen Schaden zu nehmen.

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