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Orchideen

Pflanzen fürs Bad: Tipps für helle und dunkle Badezimmer

Grüner Wohnen ist Trend und macht vor dem Badezimmer nicht halt: Mit grünen und blühenden Pflanzen wird Ihr Bad zur persönlichen Wohlfühl-Oase, denn die Gewächse sehen nicht nur gut aus, sondern heben auch die Stimmung. Welche Pflanzen in hellen Badezimmern und solchen mit wenig Licht prächtig gedeihen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhalt:

Mehr Grün im Bad tut gut!

Im Unterschied zu Wohnzimmer, Schlafraum und sogar Küche ist das Bad oft ein gestalterisch etwas vernachlässigter Ort. Zu Unrecht, denn hier begrüßen wir den Tag und auch an dessen Ende ist das Bad der letzte Aufenthaltsort vor dem Schlafen. Grund genug, dem Badezimmer mehr Aufmerksamkeit zu widmen, auch dann, wenn es kein Highlight moderner Innenarchitektur ist, sondern ein ganz normales Bad mit Wanne oder Dusche und einer eher funktionalen Einrichtung.

Mit den richtigen Pflanzen können Sie mit wenig Aufwand viel erreichen. Schon eine einzelner großer Farn ändert die Atmosphäre wesentlich, mit mehreren grünen und blühenden Schönheiten wird das Bad zum tropischen Wellness-Dschungel, in dem man sich gerne ein wenig länger aufhält. Denn lebendige Pflanzen wirken auf die Psyche:

  • Grünes Blattwerk wirkt beruhigend und entspannend: genau richtig für eine Umgebung, in der wir uns dem eigenen Wohlbefinden widmen und der Alltagsstress draußen bleibt.
  • Bunte Blüten setzen farbliche Akzente, die die Stimmung heben: eine Wohltat nicht nur für Morgenmuffel!

Damit Pflanzen sich wohl fühlen und nicht nur vor sich hinkümmern, müssen allerdings die Standortbedingungen ihrer ursprünglichen Heimat zumindest ähnlich sein. Werfen wir also zunächst einen Blick auf die Besonderheiten des Badezimmers, die im Architekten-Jargon aus gutem Grund auch "Nasszelle" heißt.

Vom Klima im Badezimmer

So unterschiedlich Badezimmer im Detail auch sein mögen, so unterscheiden sie sich doch von den Wohnräumen in wesentlichen Punkten:

  • Luftfeuchtigkeit: durch regelmäßige Wassernutzung beim Duschen, Baden, Hände waschen und evtl. Wäsche trocknen ist die Luft im Bad deutlich feuchter als im Wohnzimmer. Eine gewisse Grundfeuchtigkeit hält sich über längere Zeit, auch wenn das Bad mal ein paar Tage nicht genutzt wird.
     
  • Belichtung:  Viele Bäder sind dunkler als die anderen Räume, oft haben sie kleinere Fenster bis hin zum Extremfall des innenliegenden Bades, das ganz ohne Fenster auskommen muss. Daneben gibt es aber auch großzügig gestaltete, lichtfdurchflutete Bäder, in denen es an Tageslicht nicht mangelt.
     
  • Temperatur: Da Badezimmer meist kleiner sind als Wohnräume und man es beim Baden oder Duschen warm haben will, herrschen auch oft höhere Temperaturen, die jedoch durch regelmäßiges Lüften unterbrochen bzw. gesenkt werden.

Meist ist das Klima im Bad also ein tropisches Klima. Insbesondere in Bädern mit wenig Tageslicht entspricht es den Verhältnissen am Boden und in den unteren Etagen des tropischen Regenwalds. In der Natur wachsen hier attraktive Pflanzen, die an solche Bedigungen gut angepasst sind. Bestes Beispiel sind tropische Farne, die gar kein direktes Sonnenlich vertragen und mit sehr schattigen Standorten klar kommen. Aber auch andere Pflanzen aus den Tropen und Subtropen werden bei uns als Zimmerpflanzen gehalten, die die feuchte Luft im Bad dem oft zu trockenen Wohnzimmer sogar vorziehen.

Pflanzen für Badezimmer mit wenig Licht

Badezimmer zählen zu den "schattigen" bzww. "lichtarmen" Standorten, wenn sie nur über kleine Fenster verfügen. Auch durch Oberlichter kann Tageslicht einfallen, ebenso durch teilverglaste Türen, die in einen hellen Raum führen. Je weniger Licht ins Bad dringt, desto geringer wird die Auswahl an Pflanzen, die hier gedeihen können. Zwar werden die von uns hier versammelten Pflanzen häufig für lichtarme Badezimmer empfohlen, doch eine Garantie für den Einzelfall ist das nicht. Mit diesem Vorbehalt hier einige Gewächse, die aller Erfahrung nach auch mit wenig Licht gedeihen:

  • Einblatt (Spathiphillum): eine sehr elegante Pflanze, die mit ihren blütenartigen weißen Hochblättern das aus der Mitte wachsende hellgrüne Blattwerk überragt. Als "Königin des Regenwaldes" mag sie es dauerhaft feucht und toleriert sogar stehende Nässe. Ganzjährige Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad sind optimal.
     
  • Frauenhaarfarn (Adiantum capillus-veneris): mit seinen zierlichen filigranen Blättern gehört der Frauenhaarfarn zu den empfindlicheren Pflanzen. Temperaturen um 22 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit (60%) sind optimal, im Bad steht diese Pflanze richtig, sofern etwas Licht, aber keine Sonne das Bad erhellt. Nur mit kalkarmem Wasser gießen und nicht besprühen, da die Blätter sonst schnell braun werden.
     
  • Geweihfarn (Platycerium bifurcatum):  Eine Aufsitzerpflanze aus dem tropischen Regenwald, urprünglich in  Australien und auf den Neukaledonischen Inseln beheimatet. Dort wächst er in den Astgabeln der Bäume und krallt sich mit seinen Schildblättern am Untergrund fest. Die übrigen Wedel hängen herab, wegen ihrer Gabelung ähneln sie Hirschgeweihen. Die Pflanze liebt das feuchte Klima im Bad und ist ein Blätterdach über sich gewohnt, kommt also mit sonnenlosen Standorten gut zurecht.
     
  • Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia): Sehr unempfindlich und pflegeleicht! In ihren dicken Blättern speichert sie Wasser und Nährstoffe, so dass sie auch Vernachlässigungen gut verträgt. Die Glücksfeder gedeiht auch an sehr schattigen Standorte gut, will man ihr Wachstum ankurbeln, benötigt sie etwas mehr Licht.
     
  • Schusterpalme (Aspidistra): ein robustes und pflegeleichtes Liliengewächs, das ursprünglich in den Wäldern Chinas und Japans wächst. Sie gedeiht auch in recht dunklen Ecken und schätzt hohe Luftfeuchtigkeit. Da sie auch mit Zugluft, seltenem Gießen, schwankenden Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit klar kommt, ist sie die ideale Einsteigerpflanze, mit der man nichts falsch machen kann. Sie gilt als optimale Pflanze für den Hausflur, gedeiht aber auch im Bad problemlos.
     
  • Grünlilie (Chlorophytum comosum):  die grasartig wachsende Zimmerpflanze mit schmalen, langen Blättern gedeiht praktisch überall und verzeiht Pflegefehler leicht. Wegen ihrer Robustheit und luftreinigenden Eigenschaften ist die Grünlilie sehr beliebt. Es gibt weiß gestreifte und einfarbig grüne Arten, an dunkleren Standorten verschwinden auf Dauer die hellen Streifen. Ihre Wurzeln speichern Wasser, so dass sie auch zeitweise Vernachlässigungen verträgt. Katzen nutzen sie als (ungiftigen!) Ersatz für Katzengras.
     
  • Efeutute (Epipremnum pinnatum): Eine Kletter- bzw. Ampelpflanze, die sich ganzjährig bei ca. 20 Grad Raumtemperatur wohl fühlt. Je dunkler der Standort, desto mehr verlieren sich auffällige Blattzeichnungen, doch die Pflanze wächst mit dunkleren Blättern weiter. Da die Ranken der Efeutute sehr lang wachsen, lassen sich mit ihr auch Wände und Raumteiler begrünen - entsprechende Kletterhilfen vorausgesetzt. Sie könnte auch als Ampelpflanze in einem Hängetopf gehalten werden, findet also Platz im kleinsten Bad!

Pflanzen im Badezimmer ohne Licht?

Viele Badezimmer wurden in den 50ger bis 70ger-Jahren als innenliegende Bäder gebaut. Sie haben keine Fenster, werden künstlich entlüftet und elektrisch beleuchtet. Für die menschlichen Bewohner ist das nicht unbedingt ein Problem, denn mittels direkter und indirekter Beleuchtung lässt sich auch ein solches Bad angenehm und einladend gestalten. Wir halten uns ja nicht den ganzen Tag darin auf und können - im Unterschied zu den Pflanzen - den Lichtschalter bedienen.

Lebendige Pflanzen benötigen zwingend Licht, um ihre Photosythese zu betreiben, deshalb ist ihr traditioneller Standort in Wohnräumen die Fensterbank. Da es zum Glück Pflanzen gibt, die auch schattigere Orte tolerieren, lassen sich unsere Wohnungen vielseitig begrünen,  aber ganz ohne Licht kommt keine Pflanze aus!

Wer ein solches Bad hat, und dennoch auf Pflanzen nicht verzichten will, hat also nur zwei Möglichkeiten:

  • Pflanzengerechte Beleuchtung:  Spezielle Pflanzenlampen (Vegetationslampen) oder eine Tageslichtlampe können per Zeitschaltuhr so eingestellt werden, dass für die Pflanzen im lichtlosen Bad ein naturnaher Tag-Nacht-Rythmus entsteht. Je nachdem, wie intensiv die künstliche Beleuchtung gewählt wird, kann man entweder tropische Pflanzen mit geringem Lichtbedarf halten, oder solche Arten, die gerne im Hellen stehen und hohe Luftfeuchtigkeit schätzen oder tolerieren. Viele bekannte Zimmerpflanzen kommen in Betracht, außer jenen, die ein trockenes Wüstenklima benötigen.
     
  • Kunstpflanzen:  Der Handel bietet heute täuschend echte Kunstpflanzen, die sowohl gängigen Zimmerpflanzen als auch Outdoor-Pflanzen und Ziergräsern detailgetreu nachgebildet sind. Oft kann man nur per Berührung feststellen, dass es keine lebende Pflanze ist! Für lichtlose Bäder sind solche Kunstpflanzen optimal. Optisch lassen sich sogar vielseitigere, blütenreichere und farbenfrohere Arrangements gestalten als mit lebendigen Pflanzen in einem Bad mit wenig Licht. Und an Pflegeleichtigkeit sind sie auch nicht zu toppen!

Wer im Internet nach "Pflanzen für das Bad ohne Fenster" oder ähnlich sucht, wird auf Artikel stoßen, die z.B. Einblatt, Schusterpalme oder Glücksfeder auch für lichtlose Räumen empfehlen. Davon raten wir dringend ab, denn dass es eine Zeit lange dauert, bevor so eine Pflanze wegen Lichtmangel abstirbt, macht sie noch lange nicht zur Dunkelheit-verträglichen Pflanze! Gelegentlich durch eine Tür herein fallendes Licht mag den Prozess verzögern, macht es aber nicht sinnvoller, lebendige Pflanzen in viel zu dunkle Räume zu sperren.

Pflanzen für das helle Badezimmer

Schon ein normal großes Fenster macht ein Bad für viele Pflanzen geeignet. Aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit fühlen sich tropische Pflanzen besonders wohl, doch auch andere gängige Zimmerpflanzen kommen in Betracht, mit Ausnahme der wenigen, die wirklich nur in einem sehr trockenen Wüsten- bzw. Steppenklima gedeihen. Im Normalfall ist es den meisten Pflanzen in geheizten Wohnräumen eher zu trocken, ein Standort im Bad kommt ihnen also entgegen. Hier eine kleine Auswahl jener Pflanzen, die auch fürs Bad empfohlen werden:

  • Guzmanien (z.B. Guzmania lingulata oder G. monostachia): Die beliebten tropischen Zimmerpflanzen gehören zu den artenreichen Bromeliengewächsen. Sie wachsen ursprünglich in den Baumkronen des tropischen Regenwalds und mögen es daher wärmer als es im durchnittlichen Wohnzimmer der Fall ist. Eine optimale und mit ihren bunten, blütenähnlichen Hochblättern auch sehr attraktive Pflanze fürs luftfeuchten Bad.
     
  • Philodendron Xanadu: Ein sehr beliebter Philodendron, der mit sattgrünen, stark geäderten und gekerbten Blättern sehr attraktiv wirkt. Zudem bleibt er recht handlich, was ihn auch für kleinere Räume wie das Bad geeignet macht.
     
  • Tillandsien (Tillandsia) – Airplants: Tillandsien sind eine besondere Familie unter den Bromelien, die keine Erde benötigen, denn sie nehmen Wasser und Nährstoffe aus der Luft auf. Meist sind sie klein und leicht und können also auch von der Decke hängend gehalten werden. Sie schätzen hohe Luftfeuchtigkeit und viel Licht, sollten also sehr nahe dem Fenster stehen oder hängen.
     
  • Palmlilie (Yucca): Optisch palmenähnlich, gehört die Pflanze botanisch zu den Agavengewächsen und gilt als äußerst pflegeleicht. Sie verträgt helle und halbschattige Standorte gleichermaßen und ist als unkomplízierte Zimmerpflanze mit prägnanter Gestalt sehr beliebt. Ein- oder mehrstämmig gezogen, kann die Yucca-Palme bis zu drei Meter groß werden, doch das dauert! Da sie schnittverträglich ist, lässt sie sich auch leicht klein halten und hat so in viele Badezimmer Eingang gefunden.
     
  • Birkenfeige (Ficus benjamini):  Bis zwei Meter hoher Zimmerbaum mit Stamm und kurzen, rutenartigen Zweigen und viel kleinblättrigem Blattwerk, das zur Luftfeuchtigkeit beträgt und viel Sauerstoff produziert. Wenn man ihn kauft, ist der Ficus noch viel kleiner und braucht lange, um wirklich groß zu werden. Dennoch ist die Birkenfeige nichts für Minibäder, da sie schon etwas mehr Platz benötigt, um ihre verästelte vielblättrige Gestalt auszubreiten.
     
  • Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis philippinensis: Die wunderschöne Orchidee mit den vielen Blüten an einem oder mehreren Stengelnd fühlt sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen in ihrem Element. Es gibt sie in vielen Varietäten und anders als früher sind die hübschen Pflanzen heute auch erschwinglich. Zudem erstaunlich pflegeleicht, man muss sie nicht mal häufig gießen und Besprühen ist in einem feuchten Bad fast überflüssig.
     
  • Drachenbaum (Dracanea): Viele spitze Blätter und verholzte Stämmchen kennzeichnen den Drachenbaum, von dem grüne und buntblättrige Sorten erhältlich sind. Drachenbäume lieben helle sonnige Standorte, gedeihen aber auch an halbschattigen und sogar schattigen Bereichen bei Temperaturen zwischen 15 und 50 Grad.
     
  • Bogenhanf (Sansiveria): Die eng stehenden langen schwert-ähnlichen Blätter des Bogenhanf passen hervorragend ins moderne Bad. Die Pflanze ist ein Wunder an Pflegeleichtigkeit und muss nur selten gegossen werden. Im Hellen und Warmen wächst sie am besten, doch verträgt der Bogenhanf auch weniger belichtete,  kühlere Standorte.

Fragen und Antworten

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