Ratgeber
Grünlilie

Pflegeleichte Zimmerpflanzen: Wie sie wirklich wenig Arbeit machen

Grüner Wohnen liegt im Trend, doch scheuen viele den Aufwand, den das viele Kümmern um die pflanzlichen Mitbewohner scheinbar bedeutet. Dieser Ratgeber hilft bei der Wahl pflegeleichter Pflanzen, doch ist das noch nicht alles, was Sie zur Vermeidung arbeitsintensiver Pflege tun bzw. unterlassen können.

 

Inhaltsverzeichnis

Geben Sie den Pflanzen optimale Startbedingungen!

Viele Pflanzen, die im Supermarkt "mal eben mitgenommen" werden, kümmern vor sich hin und müssen schon bald wieder entsorgt werden. Durch solche Erfahrungen verliert sich schnell die Lust aufs "grüne Wohnen". Was schade ist und nicht so kommen müsste! Etwas mehr Befassung und Aufwand beim Einzug Ihrer Zimmerpflanzen lohnt sich, denn optimale Startbedingungen geben der Pflanze alles, was sie benötigt, um weitgehend mit sich selbst zurecht zu kommen:

  • Nur zum Standort passende Pflanzen auswählen: Am Südseitefenster herrscht ein komplett anderes Klima als an der sonnenlosen Nordseite. Mitten im Raum ist es eher schattig, an Fenstern in Richtung Ost / Nord-Ost bekommt die Pflanze Morgensonne, an West- und Südwest-Fenstern Nachmittags- und Abendsonne. Steht eine Zimmerpflanze am falschen Ort entgegen ihren Bedürfnissen, wird sie kümmern, kränkeln, evtl. auch bald eingehen. Informieren Sie sich also vor dem Kauf, dann stimmt schon einmal die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Pflanzenleben.
     
  • Kaufen Sie im Fachhandel: Im Gartencenter, in Gärtnereien, Blumenläden oder auch beim spezialisierten Pflanzenversand haben Sie bessere Chancen, gut aufgezogene und gepflegte Pflanzen zu erwerben. Beim Discounter, Supermarkt oder Baumarkt haben die dort angebotenen Zimmerpflanzen oft schon Schlimmes erlebt (Zugluft, Wassermangel, Überdüngung zur schnellen Aufzucht), so dass ihre Gesundheit evtl. schon in Mitleidenschaft gezogen ist, ohne dass man es bereits sieht.
     
  • Optimal einpflanzen: Meist bekommt man neu erworbene Zimmerpflanzen in hässlichen Liefertöpfen aus Kunststoff, so wird sie also schon aus ästhetischen Gründen umgetopft. Wählen Sie einen gut zur Größe der Pflanze passenden Pflanztopf oder Blumenkübel, nutzen Sie hochwertiges Substrat und vergessen Sie die Drainage nicht, um Staunässe zu verhindern. In kleinen Töpfen reichen ein paar Tonscherben oder kleine Kiesel, bei der Bepflanzung größerer Kübel hilft unser Ratgeber "Pflanzkübel bepflanzen, aber richtig". Auch Einsätze, die das Bepflanzen erleichtern, kommen in Betracht.

Nachdem Sie Ihre Neuerwerbungen sorgfältig eingepflanzt, angegossen und am richtigen Platz aufgestellt haben, ist das Gröbste erledigt. Ihre Mühe werden die Pflanzen durch gesundes Wachstum und gute Entwicklung danken. Ab jetzt müssen Sie nur noch ab und zu düngen und gelegentlich gießen - doch auch dafür gibt es technische Erleichterungen.

Weniger Pflegearbeit mit Bewässerungssystem

Eine Möglichkeit, die Gießarbeit zu reduzieren ist der Einsatz eines Bewässerungssets. Für viele Pflanzkübel von VIVANNO sind die oben erwähnten Einsätze zum Bepflanzen erhältlich, die bei hohen Kübeln das Auffüllen des ganzen Volumens mit Erde und Drainagematerial entbehrlich machen. Entscheidet man sich gleich für Einsätze mit Bewässerungsset, hat die Pflanze die Möglichkeit, sich selbst mit Wasser zu versorgen, so lange der Vorrat im Wasserspeicher reicht. Am Füllstandsanzeiger ist mit einem Blick zu erkennen, ob nachgegossen werden muss – eine Arbeit, die nun allerdings sehr viel seltener anfällt!

Neben dieser Dauerlösung für größere Pflanzkübel bietet der Markt viele verschiedene Bewässerungssysteme für Zimmerpflanzen, die meist für die Zeit des Urlaubs gedacht sind. Da wir diese Systeme nicht selbst einsetzen, verweisen wir auf den Produkttest Pflanzenbewässerung der Stiftung Warentest. 16 Bewässerungs­systeme wurden getestet, davon einige, die wochen­lang auto­matisch wässern, während man bei anderen nach einigen Tagen Wasser nach­füllen muss.

Was heißt "pflegeleicht"?

Beim Studium verschiedener Quellen rund um pflegeleichte Zimmerpflanzen wird man schnell feststellen, dass es unterschiedliche Interpretationen des Begriffs "pflegeleicht" gibt. Was dem Pflanzenfreund mit grünem Daumen eine einfache, leicht zu pflegende Zimmerpflanze ist, kann für weniger Kundige schon zu kompliziert und aufwendig sein. Da wir hier eine eigene Auswahl sehr pflegeleichter Pflanzen empfehlen, sei in Kürze gesagt, welche Kriterien dabei eine Rolle spielen:

  1. Die Pflanze soll robust und möglichst unempfindlich, wenig krankheitsanfällig und an die Haltung in der Wohnung angepasst sein.
     
  2. Sie soll möglichst ganzjährig am selben Standort stehen dürfen, also kein extra Winterquartier benötigen.
     
  3. Die Pflanze soll in Sachen Wasserversorgung eher anspruchslos sein, nicht besonders häufig gegossen werden müssen und auch mal ein paar Tage "vergessen werden" können. "Ballen stets feucht halten" ist für unsere Liste ein Ausschlussgrund.
     
  4. Pflanzen, die besonders hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, halten wir nicht für "pflegeleicht", da sie häufig besprüht werden müssen.
     
  5. Insgesamt soll die Pflanze Pflegefehler verzeihen und nicht gleich eingehen, wenn man mal ein paar Tage Urlaub macht, ohne einen Pflanzensitter zu organisieren.

Es sind also ganz besonders pflegeleichte Zimmerpflanzen, die wir im Folgenden kurz vorstellen - geordnet in drei Listen für die verschiedenen Standorte.

Pflegeleichte Pflanzen, die in Licht und Schatten gedeihen

Sie sind die wahren Stars der Pflegeleichtigkeit, denn sie gedeihen immer: Pflanzen, die sowohl im Schatten und Halbschatten als auch an hellen, sonnigen Standorten gedeihen. Man kann sie also auch mal umstellen, wenn sich in der Einrichtung einiges verändert, ohne dass sie schlapp machen.

  • Drachenbaum (Dracanea): Viele spitze Blätter und verholzte Stämmchen kennzeichnen den Drachenbaum, von dem grüne und buntblättrige Sorten erhältlich sind. Drachenbäume lieben helle sonnige Standorte, gedeihen aber auch an halbschattigen und sogar schattigen Bereichen bei Temperaturen zwischen 15 und 50 Grad. Gegossen wird immer dann, wenn das Substratgut abgetrocknet ist. Am wenigsten Licht benötigt der einfarbige Kanarische Drachenbaum, der auch nur wenig gegossen werden muss.
     
  • Grünlilie (Chlorophytum comosum): Sie kommt sowohl mit hellen als auch mit schattigen Standorten klar und ist wegen ihrer luftreinigenden Eigenschaften als Grünpflanze sehr beliebt. Es gibt grüne und weiß gebänderte Arten, die ebenfalls im Schatten wachsen. Die unkomplizierte Pflanze produziert viele Ausläufer und lässt sich so leicht vermehren. Ihre Wurzeln speichern Wasser, so dass sie auch zeitweise Vernachlässigungen verträgt. Katzen nutzen sie als (ungiftigen!) Ersatz für Katzengras.
     
  • Glücksfeder (Zamioculcas) - Je heller der Standort der Zamioculcas, desto schneller wächst sie zu einer großen Pflanze heran und umso heller werden auch die Blätter. Steht sie dagegen an einem dunklen Ort, werden die Blätter entsprechend dunkler. Die Pflanze fühlt sich also grundsätzlich überall wohl. Kein Wunder, dass sie zu den beliebtesten Zimmerpflanzen zählt, denn bei der Zamioculcas können Sie eigentlich gar nichts falsch machen! Nur Staunässe mag die robuste Zimmerpflanze nicht, und die Temperatur sollte nicht unter 16 Grad sinken.
     
  • Bogenhanf (Sansiveria trifascata): die Pflanze mit den langen spitzen Blättern ist ein Star unter den Schattenpflanzen. Obwohl sie auch hellere Standorte mag, duldet sie lichtarme Verhältnisse ohne sichtbare Defizite. Trockene Wärme ist kein Problem, wohl aber stauende Nässe bzw. zu häufiges Gießen.
     
  • Efeutute (Epipremnum pinnatum): Eine Kletter- bzw. Ampelpflanze, die sich ganzjährig bei ca. 20 Grad Raumtemperatur wohl fühlt. Auch im Winter sollte es nicht kühler als 16 Grad werden, die Efeutute ist also eine perfekte Zimmerpflanze. Ein heller bis halbschattiger Standort ohne Zugluft und direkte Sonne ist optimal, Sorten mit dunklem Laub eignen sich aber auch für dunklere Plätze in der Raummitte oder im Treppenhaus. Je dunkler der Standort, desto mehr verlieren sich auffällige Blattzeichnungen. Da die Ranken der Efeutute sehr lang wachsen, lassen sich mit ihr auch Wände und Raumteiler begrünen - entsprechende Kletterhilfen vorausgesetzt.

Pflegeleichte Zimmerpflanzen, die mit wenig Licht auskommen

Schattig bis halbschattig sind Standorte am Nordfenster, in Fluren und an fensterfernen Bereichen der Wohnräume. Wenn für eine Pflanze der Bereich "halbschattig" angegeben wird, hält sie oft auch an schattigen Orten gut aus, entwickelt sich dort lediglich nicht so gut wie mit etwas mehr Licht. Grundsätzlich benötigen weiß panachierte Blätter mehr Licht, grüne und dunkelgrüne Pflanzen sind schattenfreundlicher.

  • Einblatt (Spathiphyllum): sehr elegante Zimmerpflanze aus der Familie der Aronstabgewächse. Sie beeindruckt mit großen weißen Blüten, die die dunkelgrün glänzenden Blätter deutlich überragen. Je nach Art 20 cm bis ca einen Meter hoch, verträgt das Einblatt ganzjährige Zimmertemperatur gut. Bei kühlen Temperaturen wächst es langsamer und ist somit die optimale Pflanze für das Schlafzimmer.
     
  • Kentia-Palme (Howea forsteriana): ihre gefiederten Blätter und ihr büschelartiger hoher Wuchs (ein Meter und mehr) machen sie zur beliebten Zimmerpflanze für dunkle und halbschattige Standorte. Sie verbessert das Raumklima und ihr Blattwerk schluckt Lärm. Nicht zu viel gießen, sondern dazwischen immer wieder ganz abtrocknen lassen!
     
  • Schusterpalme (Aspidistra): ein robustes und pflegeleichtes Liliengewächs, das auch in recht dunklen Ecken gedeiht. Sie benötigt nur selten Wasser und kommt sogar mit Zugluft und geringer Luftfeuchtigkeit klar. Die optimale Pflanze für den Hausflur!
     
  • Efeuaralie (Fatshedera lizei): eine Hybride aus gemeinem Efeu und Zimmeraralie. Eine anspruchslose, wuchernde Pflanze für halbschattige Standorte, die grünen Versionen benötigen weniger Licht als die weiß panachierten. Da sie im Winter eine Ruheperiode mit kühlen 10 Grad und tiefer benötigt, empfehlen wir als "pflegeleicht" ausschließlich die Sorte "Variegeta", die auch in der Ruhezeit Temperaturen nicht unter 17 Grad schätzt.

Pflegeleichte Zimmerpflanzen für die sonnige Südseite

Viel Licht, direkte Sonne und phasenweise große Hitze sind für Südseite-Fenster typisch. In diesem phasenweise extremen Klima sind nur Pflanzen pflegeleicht, die an solche Umgebungen optimal angepasst sind. Das sind vor allem Kakteen und Succulenten, die aus heißen, trockenen Wüsten und Steppen stammen, einige Wolfsmilchgewächse und - mit kleinen Einschränkungen - auch die robuste Yuccapalme.

  • Kakteen: nicht alle sind für einen vollsonnigen Standplatz auf der Südseite geeignet! Wohl fühlen sich dort zum Beispiel der Feigenkaktus (Opuntia, giftig), der Goldkugelkaktus (Echinocactus grusonii), der Säulenkaktus (Cereus), der Schlangenkaktus (Disocactus flagriformis syn. Aporocactus flagriformis), der Seeigelkaktus (Astrophytum asterias) und der Silberkerzenkaktus (Cleistocactus strausii). Kakteen benötigen Kakteenerde und während der Wachstumsphase im Frühjahr / Sommer gelegentlich Kakteen-Dünger, der passend zum langsamen Wachstum weniger Stickstoff enthält. Stellt man die Kakteen im Winter kühl, wird die Blütenbildung angeregt, doch können die genannten Sorten auch über den Winter am Fenster stehen bleiben.

  • Geldbaum/Pfennigbaum (Crassula arborescens): Sehr attraktives Dickblattgewächs (Succulent), das in seinen Blättern Wasser speichert. Rund, gewellt und graugrün mit rotem Rand sind die vielen kleinen Blätter an robusten verzweigenden Stämmmen sehr hübsch. Braucht wenig Wasser, sollte dennoch gleichmäßig feucht gehalten werden. Die Pflanze wird 60 bis 80 cm hoch und wirkt in einem entsprechenden Pflanzgefäß als Hingucker!

  • Christusdorn (Euphorbia): von der Größe her optimal fensterbanktauglich, erfreut das Wolfsmilchgewächs mit vielen kleinen Blüten in rosa bis roten Blüten und bizarrem Wuchs. Einige Varianten blühen von Oktober bis März, andere ganzjährig. Nur mäßig gießen, denn die Pflanze speichert Wasser in ihren dicken Blättern! (Achtung: Da der Saft der Wolfsmilchgewächse giftig ist, also eignet sich die Pflanze nicht für Haushalte mit Kleinkindern.)

  • Madagaskarpalme (Pachypodium lamerei): Dornige Stämme wie Kakteen, obenauf Blätter wie eine Palme - die ungewöhnliche Kombination macht die pflegeleichte Madagaskarpalme sehr attraktiv. Der säulenförmige Stamm speichert Wasser, weshalb die Pflanze nur wenig gegossen werden muss und trockene Phasen gut verträgt, einmal im Jahr sogar benötigt. Sie wirft dann ihre Blätter ab und muss kaum mehr gegossen werden. Die Madagaskarpalme mag direkte Sonne, passt also an einen sonnigen Fensterplatz. Im Winter sollte die Umgebungstemperatur 18°C nicht unterschreiten, was in jedem Wohn- oder Arbeitszimmer der Fall sein dürfte. Gerne steht das skurrile Gewächs neben der Heizung, die trockene Heizungsluft schadet nicht. Madagaskarpalmen werden in handlicher Größe verkauft, können jedoch im Topf bzw. Pflanzkübel bis zu einem Meter und mehr groß werden. (Achtung: die Pflanze enthält einen giftigen Milchsaft, sollte also nicht in Haushalten mit Kleinkindern oder Haustieren stehen).

  • Palmlilie (Yucca elephantipes): Umgangssprachlich einfach Yucca genannt, ziert diese anspruchslose Pflanze viele Fensterbänke in Wohnungen und Büros. Sie ist keine echte Palme, sondern ein Spargelgewächs. Die Yucca gilt als robust und anfängertauglich, sollte aber in der Wachstumsphase reichlich gegossen werden. Je heller sie steht, desto öfter sollte gegossen werden. Vor der nächsten Wassergabe muss das Substrat jedoch angetrocknet sein, dauerhaft "nasse Füße" verträgt die Pflanze nicht. Optimal wäre eine kühlere Winterruhe, doch verträgt die Yucca auch ganzjährig normale Zimmertemperaturen.

Richtig düngen ist kein Problem!

Zu jeder der hier gelisteten Pflanzen finden sich vielerlei Pflegeanleitungen: auf Gartenseiten, in Lifestyle-Magazinen, in Pflanzenshops und sogar in der klassischen Presse. Wer nicht vor hat, hier ein Studium zu beginnen, in dessen Verlauf sich auch widersprüchliche Empfehlungen finden, kann unseren Ratgeber "Richtig düngen im Pflanzkübel, Blumentopf und Balkonkasten" heran ziehen und sich ausführlich einlesen. Wer es kürzer mag: Für den Umgang mit pflegeleichten Zimmerpflanzen bringen die darin enthaltenen "7 Tipps für die Praxis" die Dinge in aller Kürze auf den Punkt.

Lassen Sie sich keinesfalls durch allzu viele Info-Angebote abschrecken, die von vielen Seiten zu diesem Thema gerne gereicht werden. In der Praxis wird bei weitem nicht so viel und nicht so oft gedüngt, wie es die Fachwelt und der Düngerhandel empfiehlt - und die Pflanzen gedeihen dennoch!

 

Fragen und Antworten zu pflegeleichten Zimmerpflanzen

Sie haben Fragen, die in diesem Ratgeber nicht beantwortet wurden? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

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