Ratgeber
Garten im September

Gartenarbeit im September: Ernten, pflegen, pflanzen und vermehren

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, am 1. September beginnt der meteorologische Herbst. Auch das Ende der Gartensaison ist schon in Sicht, doch noch gibt es viel zu tun: Ernten, Pflegen und die ersten Vorbereitungen für das nächste Gartenjahr stehen an.

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt in vielen Gärten eine arbeitsintensive Zeit. Die Phase der reinen Freude am Blühen und Fruchten, die sich viele Gartenfreunde im heißen Sommer gönnen, ist vorbei. Es muss wieder mehr getan werden als nur Gießen und Düngen, was an kühleren Tagen auch angenehmer ist als im Hochsommer.

In diesem Ratgeber finden Sie die typischen Gartenarbeiten, die im September anstehen, aufgeteilt in die Bereiche:

Da sich das Klima und das jeweilige Sommerwetter in verschiedenen Regionen und einzelnen Jahren durchaus unterscheidet, können mancherorts diese Arbeiten auch noch im Oktober verrichtet werden, bzw. bereits im August beginnen.

Der Gemüsegarten im September

Ernten:

  • Späte Tomaten, letzte Zucchini und Paprika: Solange kein Frost und Dauerregen eintritt, kann man unreife Exemplare noch weiter reifen lassen. Ändert sich jedoch das Wetter, hat das keinen Sinn, denn die Früchte verfaulen dann nur.
  • Letzte Buschbohnen und Gurken werden bis spätestens Ende September geerntet.
  • Späte Möhren, letzte Radieschen, Knollensellerie, rote Beete, Rettiche und Herbstkohl (inkl. des beliebten Palmkohls) sind jetzt erntereif. Kleinere Rüben, Rote Bete und Rettiche kann man noch bis Oktober in der Erde lassen, dann bekommen die Knollen noch einen Wachstumsschub.
  • Mittelfrühe und späte Kartoffeln können jetzt geerntet werden. Faustregel: Etwa drei Wochen nach dem Verwelken des Krauts sind die Knollen erntereif.
  • Auch erste Kürbisse sind erntereif – ganz allgemein sollte man sie vor dem Frost ernten. Dass sie reif sind, erkennt man mittels der Klopfprobe: klingt es hohl, ist der Kürbis reif. Gut tut den Kürbissen auch ein dreiwöchiges Nachreifen bei Zimmertemperatur, dabei gewinnen sie noch an Geschmack.
  • Fenchel, Porree, Zwiebeln und Sellerie können jetzt ebenfalls aus der Erde genommen werden.
  • Weitere Ernte: Mangold, früher Spinat und Salate.

Pflegen:

  • Gemüse, das noch fruchtet, wird auch noch weiter gewässert und gedüngt.
  • An Tomatenpflanzen Blüten entfernen, da für weitere Früchte die Zeit nicht mehr reicht. Die Kraft der Pflanze geht so ganz in die Reifung der letzten Tomaten.

Säen und vermehren:

  • Herbstgemüse kann jetzt noch gesäht werden. Besonders gut klappt es im Hochbeet, da es als Wärmespeicher funktioniert und so die Ernte bis in den Winter hinein verlängern kann.
  • Spinat und Feldsalat kann noch bis Ende September gepflanzt werden, so kann im nächsten Frühjahr schon geerntet werden.
  • Radieschen, Rucola und Pflücksalat werden bei günstigem Wetter sogar noch bis zum Winter erntereif.
  • Knoblauch jetzt setzen, gerne auch zwischen Rosensträuchern, Erdbeeren und Bäumen.
  • Rhabarber teilen: Nach mehreren Jahren lässt der Ertrag der Staude nach. September ist der optimale Zeitpunkt, um den Wurzelstock auszugraben, mit einem scharfen Messer zu teilen und die einzelnen Teile an einen neuen sonnigen Standort zu setzen. Erde mit Kompost anreichern und Gießen nicht vergessen!

Der Kräutergarten im September

Ernten:

  • Die meisten Kräuter, z.B. Schnittlauch, Petersilie und Kresse können fortlaufend geerntet werden, auch noch im September.
  • Von Basilikum, Rosmarin, Thymian und Salbei nur die Triebspitzen ernten.
  • Melisse, Minze und Estragon bodennah abschneiden. Sie treiben danach wieder aus und bleiben so kompakt.

Pflanzen:

  • Groß gewachsenen Stauden wie zum Beispiel Estragon, Eberraute und Artemisien können nach der Blüte geteilt und neu eingepflanzt werden.
  • Für die Herbstpflanzung als Pflanze (nicht als Saat!) geeignet sind auch weitere mehrjährige winterharte Stauden wie Beifuß, Ysop, Weinraute, Thymian, Zitronenthymian, Currykraut, Minze und Wermut.

Der Obstgarten im September

Ernten:

  • Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kiwis und erste Quitten sind erntereif, sobald sie sich mit einer leichten Drehung vom Stamm nehmen lassen.
  • Auch Holunderbeeren, Preiselbeeren und einige Brombeeren und Himbeeren sind jetzt noch zu ernten.

Pflegen:

  • Erdbeeren: Ausläufer zurück schneiden, damit alle Kraft in der Hauptpflanze verbleibt. Damit es im nächsten Jahr eine reiche Ernte gibt, benötigen die Pflanzen jetzt die letzte Düngung. Entweder ein Erdbeerdünger aus dem Handel oder 4-5 Liter Kompost plus 60-80 g Hornspäne pro Quadratmeter. Entfernen Sie zuvor das Unkraut, eine Mulchschicht von 5 bis 6 cm unterdrückt das Nachwachsen. Nicht kalken, denn Erdbeeren lieben sauren Boden!
  • Brombeeren schneiden: sommerliche Fruchttriebe schneidet man jetzt nur in Regionen mit milden Wintern zurück. In kälteren Regionen bieten die alten Triebe dagegen erwünschten Winterschutz für neue Ruten. Ein Herbstschnitt entfällt.
  • Himbeeren: falls noch nicht geschehen, die 2-jährigen Triebe der Sommerhimbeeren bis in den Boden zurück schneiden. Bei Herbsthimbeeren alle Triebe nach der letzten Ernte zurück schneiden.
  • Junge Obstbäume, die jetzt Früchte tragen, benötigen noch immer gute Bewässerung!

Pflanzen und Vermehren:

  • Neue Beerensträucher pflanzt man im September, spätestens im Oktober. Jetzt bietet der Handel die günstigen "wurzelnackten" Sorten an, die meist besser tragen als Container-Pflanzen, die man auch im Frühjahr und Sommer setzen kann. Unbedingt Kompost mit einarbeiten und für ausreichende Bewässerung der jungen Sträucher sorgen!
  • Obstbäume als Containerpflanze können im September gepflanzt werden, wurzelnackte Ware ist erst ab Mitte Oktober erhältlich.
  • Zwar ist September der letzte Zeitpunkt, an dem man noch neue Erdbeerpflanzen einsetzen kann, doch werden diese nicht so reich tragen wie solche, die bereits im August eingepflanzt wurden.
  • Johannisbeeren können jetzt aus diesjährigen, kräftigen Langtrieben vermehrt werden. Trieb entblättern, in Stücke mit jeweils mindestens fünf Augen schneiden und diese mit der vorher der Wurzel zugewandten Seite in sandige, humose Erde stecken.

Ziergarten im September

Ernten:

  • Samen von Begonien, Petunien, ausgereiften Sonnenblumen und anderen Einjährigen können jetzt gesammelt werden. In Papiertüten packen und über den Winter luftig, kühl, trocken und dunkel lagern.
  • Brennesselsamen ernten, sie gelten mittlerweile als "Superfood" und passen mit ihrem leicht nussigen Geschmack zu Joghurt, Salaten, zum Pesto und aufs Butterbrot.

Pflegen:

  • Klassischer Rasen: sobald die Temperaturen sinken, auf 5 cm herunter mähen. Bereiche mit Staunässe mit einer Grabgabel lüften, das verbessert die Aufnahme von Sauerstoff, Wasser und Nährstoffen. Auch das Ansähen neuer Rasenflächen ist jetzt noch möglich.
  • Kranke und abgestorbene Teile hoch gewachsener Stauden entfernen. Samenstände auch mal stehen lassen, sie sehen im Winter gut aus und dienen Vögeln als Futter.
  • Kokardenblume und Co. zurückschneiden, bzw. bodennah einkürzen. So kommen sie besser durch den Winter, da sie ihre letzten Kräfte nicht für die Samenbildung verausgaben.
  • Rosen mit chloridarmem Kaliumdünger düngen. Das fördert das Verholzen der Triebe und wird im Zellsaft der Pflanzenzellen eingelagert.

Vermehren:

  • Stauden teilen: oberirdische Teile ganz kurz schneiden, dann mit dem Spaten teilen, ausheben und die Teile einpflanzen – angießen nicht vergessen!
  • Neue Stauden pflanzen: der September ist der optimale Monat, um noch neue Stauden zu setzen. Vor dem Winter haben sie so noch genug Zeit, anzuwachsen und Kräfte zu sammeln.
  • Aussähen: Rittersporn, Mohn, Margeriten und Lupinen können jetzt gesäht werden.
  • Frühblüher setzen: Ende des Monats kommen die Zwiebeln der Frühblüher in den Boden, z.B. Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse und Traubenhyazinthen.
  • Zweijährigen bei der Vermehrung helfen: Samen z.B. von Fingerhut, Wald-Scheinmohn und Stockrosen in Beetlücken verstreuen.

Boden und Beete - Septemberarbeiten

Boden verbessern:

  • Gründüngung: Nach der Ernte sollte die Erde nicht nackt liegen bleiben. Der September ist ein guter Zeitpunkt, um Gründüngung zu sähen, z.B. die Fruchtfolge-neutrale Phacelia, Gelbsenf oder Winterraps. Vor der Samenreife werden die Pflanzen dann abgemäht und als Mulch auf der Fläche liegen gelassen, sodass sie dort verrotten. Winterharte Sorten werden in den Boden eingearbeitet.
  • Mulchen: Alternativ eine Mulchschicht aus Grasschnitt und anderen Pflanzenresten aufbringen. Das unterdrückt die Wildkräuter und hat ebenfalls Düngerwirkung durch die einsetzende Zersetzung der Pflanzenteile.
  • Komposthaufen: Ernterückstände sammeln, grob zerhacken oder häckseln und durchmischen. Ausgebracht wird der Kompost im späteren Herbst oder im Frühjahr.

Neue Beete:

  • Hügelbeet: Da der Komposthaufen im September sowieso überquillt, ist jetzt die optimale Zeit, um ein Hügelbeet anzulegen. Organische Materialien wie Laub und Gartenabfälle, Häcksel, Gras- und Heckenschnitt werden so sinnvoll verwertet.
  • Hochbeet: Dasselbe gilt für ein Hochbeet, das ebenfalls zu großen Teilen mit Schichten auch Gartenabfällen befüllt wird.
  • Neues Beet vorbereiten:  Da es mühsam ist, dort ein neues Beet anzulegen, wo bisher Rasen, Wiese oder Wildwuchs steht, kann man auf der vorgesehenen Beetfläche eine dicke Schicht krautige Gartenabfälle auslegen. Das lässt den Bewuchs darunter verkümmern, so dass es im Frühjahr einfacher ist, das Beet zu vollenden.

Weitere Gartenarbeiten im September

Gartenteich:

  • Wenn sich jetzt die Fadenalgen vermehren, einmal pro Woche grob mit dem Kescher heraus fischen.
  • Noch klappt das Einsetzen neuer Wasserpflanzen gut. Teilen und Tauschen Sie mit den Nachbarn!
  • Vermehren durch Teilen: Pflanzkorb heraus holen, austropfen lassen, Pflanzen in kleine Ableger aufteilen.
  • Ende September das Laubschutznetz über den Teich hängen, dann müssen Sie nicht ständig Laub heraus fischen!

Wein:

  • Jetzt die Trauben freischneiden, damit die Septembersonne die Früchte nochmals versüßt.
  • Auch wenn sie bereits süß schmecken noch eine Woche hängen lassen, damit sie ihr geschmackliches Optimum erreichen.

Hecken und Gehölze:

  • September ist die Zeit für den letzten Rückschnitt an immergrünen und laubabwerfenden Hecken.
  • Immergrüne Laubgehölze und Nadelgehölze ab der zweiten Septemberhälfte pflanzen.
  • Ende September Leimringe um die Obstbäume legen, damit der Frostspanner keine Chance hat.

Fragen und Antworten zur Gartenarbeit im September

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