Ratgeber
Gartenanlage mit Beeten, Zierpflanzen und Sitzgruppe

Ratgeber Gartenplanung: Welcher Gartenstil soll es sein?

Wer das Glück hat, einen neuen Garten anzulegen, hat auch die Qual der Wahl: Welcher Gartenstil könnte passen? Braucht es überhaupt einen bestimmten Stil und nach welchen Kriterien sollte man sich entscheiden? Dieser Ratgeber stellt die fünf wichtigsten Gartenstile vor, die für private Gärten in Betracht kommen: zur möglichst genauen Umsetzung oder als Inspirationsquelle für eine freie, ganz individuelle Gartengestaltung.

Die Form folgt der Funktion:  Was will ich vom Garten?

Wenn Sie einen Garten ganz neu anlegen, steht die Frage nach dem passenden Gartenstil meist nicht am Anfang der gestalterischen Überlegungen. Das ist auch gut und richtig so, denn um sich für eine bestimmte Ästhetik mit ihren typischen Elementen sinnvoll entscheiden zu können, sollte zunächst über die gewünschten Nutzungen nachgedacht werden:

  • Möchte ich mich im Garten vor allem erholen?
  • Soll es eine gemütliche Sitzecke mit schönem Blick ins Grüne geben? Gar genug Platz für die große Grillparty?
  • Möchte ich Obst und Gemüse anbauen, um mich ein Stück weit selbst zu versorgen?
  • Braucht der Garten viel freie Spielfläche für Kinder?
  • Will ich Natur erleben, Umwelt und Artenvielfalt schützen und fördern?
  • Sind mir bestimmte Elemente wie Obstbäume, ein Teich oder beeindruckende Staudenbeete sehr wichtig?
  • Wieviel Arbeit bin ich bereit, zu investieren?
  • Oder soll der Garten zwar gut aussehen, aber möglichst wenig Arbeit machen?

Je größer das zu gestaltende Grundstück ist, desto eher lassen sich verschiedene Nutzungswünsche kombinieren, indem alles auf Bereiche aufgeteilt wird, die dann passend zur jeweiligen Nutzung gestaltet werden. Meist müssen wir uns in Privatgärten allerdings beschränken und auf vergleichsweise wenig Raum alles unterbringen, was uns wirklich wichtig ist. Deshalb gilt: je kleiner der Garten, desto wichtiger ist ein einheitlicher Gartenstil, da der Garten sonst schnell überladen und "stillos vollgestopft" wirkt.

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Gartenstile vor. Wenn Sie ihre Wünsche an den Garten dank der Vorüberlegungen nun kennen, wird es nicht schwer fallen, einen Stil zu finden, der zu Ihnen passt. Wobei nichts dagegen spricht, im eigenen Garten nicht alles buchstabengetreu umzusetzen, was zur jeweils "klassischen Form" gehört. Lassen Sie sich inspirieren! Lassen Sie weg, was nicht passt, und nehmen Sie dazu, was Ihnen gefällt. Denn das Wichtigste ist, dass Sie sich mit Ihrem Garten wohl fühlen - nicht nur am Anfang, sondern auf Dauer.

Der Bauerngarten - Nutzgarten mit üppigem Blumenschmuck

Auf Fotos von Bauerngärten sieht man oft nur eine beeindruckende Fülle vieler Sommerblumen, Holzzäune und einen Rosenbogen. Doch die Bilder zeigen das Wesentliche nicht: der eigentliche Zweck eines Bauerngartens war immer schon die Selbstversorgung mit Gemüse, Kräutern und Obst. Blumenbeete und Mischkulturbeete, auf denen Gemüse, Blumen und Zierstauden in besonders verträglichen Pflanzengemeinschaften zusammen stehen, ergeben dann die Optik blühender Üppigkeit, die den Bauerngarten auszeichnet. Weitere typische Elemente eines Bauerngartens sind:

  • Symmetrische Form und Kreuzweg: In der klassischen Form ist ein Bauerngarten quadratisch oder rechteckig. Er wird erschlossen durch ein Wegekreuz, dessen Mitte ein kleiner Obstbaum, ein Rosenstrauch oder ein rundes Beet attraktiv betont. Die Wege werden nicht versiegelt, sondern als Rasenwege oder Rindenmulchwege naturnah gestaltet. Auch Naturstein- und Klinkerwege passen sehr gut, sind jedoch teurer und aufwändiger zu realisierten.
     
  • Beetumrandungen:  Die Beete sind durch spezielle Bepflanzungen zu den Wegen hin abgegrenzt. Üblich sind niedrige Buchsbaumhecken, doch verwendet man wegen der Ausbreitung des Buchsbaumzünsler heute auch Polsterpflanzen wie Blaukissen oder Steinkraut. Geflochtene Weidezäune und kleine Mäuerchen aus Ziegeln oder Holzpfosten sind weitere Möglichkeiten.
     
  • Umzäunung: Ein schlichter Holzlatten- oder Staketenzaun, gerne von Kletterpflanzen berankt, umgibt den Bauerngarten und lässt Einblicke von außen zu.
     
  • Typische Pflanzen: Neben Gemüse und Kräutern sollten auch ein paar Beerensträucher nicht fehlen. Üppig blühende Stauden, Dahlien und einjährige Sommerblumen machen den Bauerngarten zur bunten Idylle. Achten Sie darauf, dass zu jeder Jahreszeit etwas blüht: Veilchen, Tulpen und Narzissen im Frühling, es folgen Flieder, Gladiolen und Flox, im Herbst erfreuen Herbst-Anemonen, Astern und Sonnenhut das Auge und im Winter bleiben Sonnenhüte, Kugeldistelm,  Fetthennen, und winterharte Ziergräser als Trockenpflanzen stehen. (Einen übersichtlichen Blühkalender vieler typischer Gartenpflanzen finden Sie z.B. beim Gartenhans).
     
  • Deko-Elemente:  zur rustikalen Garten passen ebensolche Deko-Objekte. Weidenkörbe, Zinkwannen und Milchtöpfe, ausgemusterte Schubkarren und Gummistiefel eignen sich als Pflanzgefäße. Selbst kreierte Vogelscheuchen, alte Gartengeräte und Gartenmöbel aus Holz sind ebenfalls typisch, doch spricht nichts dagegen, auch eigene oder erworbende Gartenkunst als ästhetischen Akzent einzusetzen.

Obwohl wir uns heute nicht mehr aus dem Garten selbst versorgen müssen, orientieren sich viele Hobbygärtner am beliebten Mix aus Nutzbeeten, Mischbeeten und Ziergewächsen. Ungespritztes Gemüse, das im Supermarkt in dieser Qualität nicht zu haben ist, das reif geerntet und gegessen werden kann ist für viele Gartenfreunde Grund genug, die Traditon fortzusetzen - gerne auch mit alten oder exotischen Sorten, die man ebenfalls nicht kaufen kann.

Der Naturgarten:  Lebensraum nicht nur für Menschen

Ein Naturgarten (auch "naturnaher Garten") ist keine Wildnis, sondern die gärtnerische Inszenierung heimischer Natur in größtmöglicher Vielfalt. "Anders gärtnern" ist vielen Gartenfreunden ein Anliegen, die der Natur ihren Raum lassen und nicht alles nur unter dem Gesichtspunkt des Nützlichen öder der reinen Ästhetik betrachten wollen. Ein Wildkraut soll ebenso seine Chance haben wie eine Rose, Biene und Hummel ebenso wie Spinne, Käfer, Schnecke, Vogel, Fledermaus und Eidechse. Bei der Gartengestaltung werden Nahrungs- und Aufenthaltsbedürfnisse der Tierwelt möglichst oft berücksichtigt. Die Förderung der heimischen Pflanzen und Tierwelt hat im naturnahen Garten einen hohen Stellenwert, doch finden Gemüsebeete und andere Elemente typisch menschlicher Nutzung ebenso ihren Platz in diesem Konzept.

Einen verbindlichen Gestaltungsrahmen für den Naturgarten gibt es nicht, doch finden sich häufig folgende Elemente, Methoden und Präferenzen:

  • Interaktives Gärtnern:  im naturnahen Garten sind Pflanzen gern gesehen, die sich selbst aussähen und sich ihre Plätze selber suchen. Wo es gar nicht passt, wird schon auch mal etwas entfernt, doch nur, wenn es dafür gute Gründe gibt. Heimische Kräuter und Blumen, aber auch Kulturpflanzen aus Nachbargärten finden sich ein und geben dem Garten ein natürliches Gepräge, weil man ihm ansieht, dass nicht alles durchgeplant ist.
     
  • Bevorzugung heimischer Pflanzen:  Eine Pflanze, die in der Region auch natürlich vorkommt, ist an den Standort besser angepasst als die züchterisch auf große Schönheit oder häufiges Blühen optimierten Gewächse, die die Gartencenter und Baumärkte anbieten. Man muss sie weniger päppeln und auch die heimische Tierwelt ist mit ihnen vertraut. Manche Gartenfreunde sehen das allerdings nicht so streng und bringen auch Pflanzen aus anderen Weltgegenden ein, sofern sie mit ihren Standort- und Klima-Ansprüchen gut zum Garten passen. Werden bewusst viele solcher Stauden zu natürlich wirkenden Kompositionen zusammen gestellt, spricht man vom naturalistischen Stil. Aktuelle Präriegärten mit vielen hochwachsenden Stauden sind ein Beispiel für solche Anlagen.
     
  • Wiese statt Rasen: Eine Blumenwiese ist sehr viel attraktiver als ein kurz geschnittener Rasen und mussbei weitem nicht so aufwändig gepflegt werden. Der Handel bietet vielerlei passende Samenmischungen für verschiedene Bodenqualitäten. Es genügt jedoch keineswegs, die Samen auf dem Rasen zu verstreuen, da sich die Wildpflanzen nicht gegen den vorhandenen Bewuchs durchsetzen würden. Der Boden muss also frisch sein oder zumindest gut vorbereitet: Grassoden abheben und etwas Sand einarbeiten, denn Wildblumen lieben magere Böden. Sobald die Wiese wächst, braucht nur noch zweimal im Jahr gemäht werden, am besten mit der Sense.
     
  • Biologisch gärtnern: selbstverständlich werden im naturnahen Garten keine Pestizide und mineralischen Dünger verwendet. Gartenabfälle werden kompostiert, gedüngt wird mit Kompost, Hornspänen und Pflanzenjauchen. Letztere werden auch zur Pflanzenstärkung eingesetzt, Schädlinge werden mit mechanischen und anderen biologischen Methoden bekämpft.
     
  • Totholzhaufen bieten Unterschlupf für Igel, Käfer, Spinnen, Kröten, Singvö­gel und Spitzmäuse, ebenso freuen sich viele Kleintiere über Benjeshecken, eine dekorative Art, Gehölzschnitt zu einer Art "Hecke" aufzuschichten. Lebende
     
  • Nisthilfen für Vögel: naturnahe Gärten sind ein bei Vögeln beliebter Lebensraum. Mit dem Aufhängen von Nisthilfen unterstützen wir ihre Fortpflanzung und können durch unterschiedliche Größen der Einfluglöcher sogar beeinflussen, welche Vogelart sich - mit Glück! - in den Vogelkästen einnistet. Bei Grasmücken, Zeisigen und Zaunkönige sind auch dichte Dornenhecken als Refugium beliebt.
     
  • Insektenhotels: Hummeln, Wildbienen, Schwebfliegen, Ohrwürmer und Florfliegen sind nur einige der Kandidaten, die sich über ein Insektenhotel freuen. Es gibt sie fertig zu kaufen, man kann sie aber auch aus verschiedenen Materialien selber bauen.  Wichtig dabei: nicht die falschen Materialien verwenden, gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
     
  • Vogelnährgehölze: Bevorzugt werden Sträucher, die für die Tierwelt auch als Nahrung einiges zu bieten haben, z.B. Holunder, Vogelbeere, Hartriegel, Schlehen, gemeiner Schneeball, Felsenbirne, Berberitze und Kornelkirsche.

Der moderne Garten: minimalistisch und durchgestylt

Der zeitgenössische Gartenstil, wie ihn die moderne Gartenarchitektur erschaffen hat, bricht mit allen Traditionen. Er ist weder bäuerlicher Nutz- noch romantischer Ziergarten und ganz das Gegenteil eines Naturgartens. In Reinform zeigt er sich durchgestylt bis in den letzten Grashalm: Wille und Vorstellung in Gartenform.

Klare geometrische Linien, reduzierte Vielfalt, minimalistische Flächengestaltung - der moderne Garten soll mit ebenso modernen Wohnhäusern, aber auch repräsentativen Firmengebäuden eine ästhetische Einheit bilden. Im privaten Bereich wird der Garten auch gerne als Fortsetzung der Wohnräume moderner Häuser ins Freie verstanden. Pflanzen spielen in diesem Gartenstil eine untergeordnete Rolle, Pflegeleichtigkeit und Übersichtlichkeit geben den Ton an.

Folgende Gestaltungsprinzipien, Materialien und Elemente sind typisch für den minimalistisch-modernen Garten:

  • Genaue Planung ist ein Muss! Die zur Verfügung stehende Fläche wird unter Verwendung geometrischer Grundformen wie Rechteck, Dreieck und Kreis im Groben und bis ins Detail durchgeplant. Klare Linien und Flächen, ausgestaltet mit Pflastersteinen, Beton, Kies und Terrassenholz, dominieren die Optik.
     
  • Gepflegter, kurz gehaltener Rasen oder großflächige Kiesbeete vermitteln Ruhe und Konzentration auf das Wesentliche. Weitläufige Holzterrassen und Wege dienen demselben Zweck.
     
  • Wild wuchernde Pflanzen müssen draußen bleiben oder müssen sich auf einzelne, klar eingegrenzte Areale, Hochbeete oder große Pflanzgefäße beschränken.
     
  • Auffällige Solitärpflanzen setzen Akzente in Kiesflächen, Ziergräser in großen Büscheln sind ebenfalls beliebt und werden gerne anstatt gewöhnlicher Gartenstauden genutzt. Sie sehen auch im Winter noch ansprechend aus, genau wie immergrüne, akkurat beschnittene Hecken. Schnittfreudige Gehölze wie Eibe oder Ilex Crenata werden gerne in geometrische Formen geschnitten, die somit gut zu den klaren Formen des Gartens passen.
     
  • Naturstein und Klinker, aber auch Beton in großen Platten werden gerne zur Befestigung von Wegen und Terrassen genutzt. Sichtbeton-Wände dienen als (Hoch-)Beetbegrenzungen und Sichtschutz vor neugierigen Blicken. Beton muss nicht immer grau bleiben: in einer leuchtenden Farbe gestrichen werden sie zu Blickpunkten, die die Modernität der Anlage unterstreichen.
     
  • Künstliche Wasserläufe, Wasserspiele und Becken sind erwünscht, dürfen aber nicht zu verspielt angelegt werden. Schlichte Formen und hochwertige Materialien sind angesagt!
     
  • Minimalistische Gartendeko:   Auf keinen Fall darf man der Versuchung nachgeben, den klaren Gesamteindruck eines modernen minimalistischen Gartens durch allzu viele Deko-Objekte zu konterkarieren. Weniger ist mehr, doch spricht nichts dagegen, passende Pflanzgefäße in klassisch-geometrischen Formen (Würfel, Säule, Quader) einzusetzen. Leuchtende Kugeln, Skulpturen aus Cortenstahl (Edelrost), eine Feuerschale oder ein streng konzipierter Außenkamin sind ebenfalls Elemente, die punktuell zum Einsatz kommen können.

Einen minimalistisch-modernen Garten anzulegen, bedeutet am Anfang einen vergleichsweise hohen Aufwand. Zieht man für die Konzeption, Umsetzung und die Auswahl besonders pflegearmer Pflanzen Profis hinzu, ist man vom Start weg auf der sicheren Seite und riskiert keine aufwändigen Umgestaltungen. Belohnt wird die Mühe und der finanzielle Einsatz mit großer Pflegeleichtigkeit: raus auf die Terrasse, die Ruhe genießen und relaxen - mehr muss man nurmehr selten tun.

Der mediterrane Garten - ein Stück Urlaub zuhause

Den sonnigen Süden in den eigenen Garten holen, nur wenige Schritte bis zum "Urlaub zuhause" gehen müssen: Wer sich das wünscht, kann mit typischen Pflanzen, Kräutern, Bäumchen und passenden Materialien einen mediterranen Garten erschaffen. Auch eine Sonnenterrasse lässt sich so umgestalten, dass sie mittelmeerische Atmosphäre ausstrahlt und Sie sich fühlen wie in der frühlingshaften Toskana! Zwar zwingt uns das kühlere Wetter in unseren Breiten einige Kompromisse auf, doch durch kundige Auswahl der richtigen Pflanzen und mit Hilfe eines Winterquartiers lässt sich der Charme südlicher Gärten auch im eigenen Garten inszenieren. Und das geht so:

  • Ein warmer, windgeschützter Standort ist für mediterrane Pflanzen ideal. Die wärmeliebenden Gewächse benötigen viel Sonne und vertragen weder Staunässe noch kalte Winde. Auch der Boden sollte stimmen: südliche Pflanzen bevorzugen nährstoffarme, aber sauerstoffreiche Erde. Eine Mischung aus Humus und Sand ist optimal, im lehmigen Boden gedeihen sie nicht gut. Entweder, sie arbeiten genügend Sand oder Kies ein, um günstige Bedingungen zu schaffen, oder sie setzen ihre "Südländer" ausschließlich in große Pflanzgefäße. 
     
  • Olivenbäume, Oleander, Feigen, Palmen und Zitrusgewächse sind die Stars mediterraner Gärten, auch die säulenartig wachsenden Zypressen gehören zum typischen Bild südlicher Landschaften. Zwar gedeihen diese Pflanzen im Sommer auch bei uns hervorragend, doch winterhart sind sie meistens nicht, müssen also als Kübelpflanzen gehalten werden. Planen Sie ein Winterquartier, zum Beispiel ein beheizbares Gartenhaus mit ausreichend großen Fenstern für genügend Licht. Auch Gärtnereien betreiben mancherorts einen Winterquartier-Service, Holen und Bringen der Pflanzen inklusive.
     
  • Winterharte Pflanzen: Wer den Aufwand eines Winterquartiers scheut, muss auf mediterranes Flair nicht verzichten. Pinien, Mönchspfeffer und kretische Dattelpalme sind winterfest, auch Hanfpalme und Zwergpalme gelten als gut winterhart, ebenso der blütenreiche Gartenhibiskus. In milden Regionen können "bedingt winterharte" mediterranen Pflanzen wie Feigen, Oliven und die Mittelmeerzypresse draußen überwintern, doch kommt es immer auf die Verhältnisse im Einzelfall an, ob das klappt. Mehr über Winterhärte und mediterrane Pflanzen lesen Sie bei Dr. Dominik Große Holtforth, ein Experte in mediterranem Gartenbau.
     
  • Optisch ähnliche Alternativen: Wo es im Winter zu kalt wird, greifen Sie zu optisch ähnlichen Alternativen. Statt Oliven bieten sich die Weidenblättrige Birne und die Ölweide an, die ihr dank der silbergrauen Blätter ähneln. Zypressen lassen sich durch Wacholder oder Smaragd Thujas ersetzen, die sich gut in Form schneiden lassen. Als Ersatz für die Pinie eignet sich die Schwarzkiefer als heimisches Pendant.
     
  • Typische Stauden und Kräuter: Fackellilie, Kapuzinerkresse, Taglilie und Schafgarbe passen gut zur südlichen Atmosphäre, ebenso wie Woll-Ziest, Currykraut, Edeldistel oder Edelraute. Den betörenden Duft des Südens erzeugen Sie mit typischen Duftpflanzen und Kräutern: Lavendelbüsche, Thymian, Salbei und Oregano, sowie Rosmarin, der sich sogar zu größeren Büschen entwickelt.
     
  • Bevorzugte Materialien:  Natursteine und Platten auf Plätzen und Terrassen, Trockenmauern aus gelben, ockerfarbigen und braunen Natursteinen, Kies oder heller Schotter auf den Wegen tragen viel zum mediterranen Charakter bei. Gartenmöbel im zierlichen Metalldesign, Mosaiktischchen, aber auch unlackiertes Holz bei Möbeln, als Terrassenbelag und als Handlauf / Geländer sind durchaus typisch.
     
  • Pflanzkübel: Immer noch sind Terrakotta-Krüge und -Pflanzgefäße im mediterranen Garten sehr verbreitet. Achten Sie darauf, möglichst winterfeste Kübel zu wählen, die der Handel mittlerweile anbietet. Wer sich an dieser Stelle Innovationen abseits des Klischees wünscht, kann mit erdfarbenen und betongrauen Pflanzkübeln aus Beton, Faserzement und Fiberglas im Betondesign moderne Akzente setzen. 
     
  • Gartendeko und Kunst: Römische Säulen und Balustraden, göttliche Gipsfiguren und bronzene Schönheiten, Wandbrunnen und Wasserspiele, das toskanische Windlicht aus dem letzten Urlaub:  all das und noch viel mehr passt in den mediterranen Garten. Nur eben nicht alles auf einmal, hier ist die Kunst der Selbstbeschränkung eine Tugend, die dem Gesamteindruck Ihres südlichen Gartens garantiert zu Gute kommt!

Der Bundeskleingarten - gestylt durch Gesetze und Vorschriften

In Deutschland gibt es ca. eine Million Pächter von Kleingärten, die als Parzelle in Kleingartenanlagen bewirtschaftet werden. Mindestens fünf Millionen Menschen beteiligen sich an dieser Form des Hobbygärtnerns, nämlich die Pächter selbst inklusive Familie, Verwandte und Freunde. Zwar gärtnern all diese Gartenfreunde im Detail verschieden, doch sind Vorschriften des Bundeskleingartengesetzes (BKleingG), der Landesverordnungen, Gemeindevorschriften und Vereinssatzungen so umfangreich, dass sich daraus ein "Kleingartenstil" entwickelt hat, an den sich alle halten müssen, die nicht auf Dauer Ärger bekommen wollen.

Die Beschränkungen, denen Kleingärten unterliegen, rechtfertigen sich durch die Gemeinnützigkeit, die ihnen per Gesetz zugesprochen ist. Daraus folgt der im Vergleich zu Wochenendgrundstücken sehr viel geringere Pachtzins, der pro Jahr für die Parzelle bezahlt wird. Die vorteilhafte Gemeinnützigkeit hat allerdings ihren Preis - nämlich eine Gartengestaltung entlang an Vorschriften, die z.B. einen modern-minimalistischen Garten oder einen reinen Naturgarten (=ohne Gemüse) unmöglich machen.

Ein "Bundeskleingarten" muss demnach folgenden Vorgaben entsprechen:

  • Zweck des Gartens ist die kleingärtnerische Nutzung, also die nichterwerbsmäßige gärtnerischen Nutzung, die zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf und zur Erholung dient. Die Gartenbauerzeugnisse müssen in einer gewissen Vielfalt erzeugt werden, alles z.B. als Kartoffelfeld anzulegen, würde also nicht gehen!
     
  • Ein Drittel kleingärtnerische Nutzung ist Pflicht: Es steht zwar nicht im Gesetz, doch hat sich durch Gerichtsentscheidungen die Rechtsauffassung gebildet, dass die kleingärtnerische Nutzung ein Drittel der Gartenfläche ausmachen muss. Ein weiteres Drittel darf der Erholung dienen und das dritte Drittel gehört der Laube und weiteren Funktionsflächen.
     
  • Was zur kleingärtnerischen Nutzung zählt, wird von den Landesverbänden der Gartenfreunde konkretisiert und als Vorschriften-Set den Vereinen und Pächtern vermittelt. Beispielhaft sei hier die Definition in Berlin genannt: Zur kleingärtnerischen Nutzung gehören Beetflächen und Hochbeete mit ein und mehrjährigen Gemüsepflanzen, Feldfrüchten, Heil- und Gewürzkräutern, Erdbeeren, Sommerblumen und andere Kulturen; Obstbäume, Beerensträucher, Rankgewächse sowie Nutzpflanzen für die Tierwelt; Frühbeete, Kompostanlagen und Gewächshäuser.
     
  • Die Größe der Gartenlaube bzw. das Gartenhaus, das heute auf jeder Parzelle steht, ist auf höchstens 24 Quadratmeter Grundfläche begrenzt, und zwar einschließlich eines "überdachten Freisitzes". Wer die 24 m² bereits mit dem Gartenhaus ausnutzt, muss für die Terrassenüberdachung eine mobile Lösung wählen, z.B. eine ausfahrbare Markise oder ein Sonnensegel. 
     
  • Die Höhe der Hecke in Kleingärten: Zwar sagt das Bundeskleingartengesetz kein Wort zur Heckenhöhe, doch erlassen Länder und Gemeinden dazu Vorschriften und jeder Gartenverein klärt die Frage in seiner Satzung. In aller Regel dürfen Hecken nicht höher als 1,25 Meter sein, damit Spaziergänger noch in die Gärten hinein sehen können. Kleingartenanlagen sind baurechtlich Grünanlagen und ihre Gemeinnützigkeit verpflichtet die Pächter dazu, die Gärten nicht hinter Mauern und Hecken zu verstecken.

Es gibt noch viele weitere Vorschriften, etwa zum Abstand, der von Sträuchern und Bäumen zum Nachbargrundstück hin einzuhalten ist. Auch die Ausstattung des Gartenhauses soll "einfach" und "nicht zum dauerhaften Wohnen geeignet" sein. Solaranlagen sind meist nicht drin, ebenso wenig wie in den Boden eingelassene Pools oder andere großformatige und teure Gartengestaltungen. Ein Gewächshaus neben der Laube oder ein kleiner Gartenteich sind jedoch machbar. Grundsätzlich ist vieles möglich, wenn man sich an die Vorschriften hält und bereit ist, im geforderten Maß Obst, Gemüse und Kräuter anzubauen. Wer sich aber nur erholen will, ist mit einem Wochenendgrundstück wirklich besser dran!

    Fragen und Antworten zu den Gartenstilen

    Sie haben Fragen zu den Gartenstilen? Nutzen Sie das Kontaktformular oder rufen Sie an. Fragen und Antworten zum Thema, die den Artikel ergänzen, veröffentlichen wir künftig in diesem Bereich.

    Zum vorherigen ArtikelZum nächsten Artikel
    Diesen Artikel teilen

    Neuen Kommentar schreiben

    Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

    Eingeschränktes HTML

    • Zulässige HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type> <li> <dl> <dt> <dd> <h2 id> <h3 id> <h4 id> <h5 id> <h6 id>
    • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
    • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.