Ratgeber

Richtig gießen: Gemüse, Blumen, Kübelpflanzen

Mit dem Gießen ist es wie mit dem Joggen: eigentlich kann es jeder, doch gibt es auch Lauffehler, die richtig krank machen. Damit Ihre Pflanzen gesund bleiben und sich prächtig entwickeln, versammelt dieser Ratgeber Tipps für das richtige Gießen: vom Gemüse über Blumen, Gehölze und Rasen bis zu den Kübelpflanzen, die ganz besonders auf eine gute Versorgung angewiesen sind.

Hier finden Sie die folgenden Themen:

Richtiges Gießen: Keine Wissenschaft, aber auch nicht ganz einfach

Zum Thema "richtig Gießen" kursieren verschiedene Faustregeln, die es vermeintlich einfach machen. Von "einmal täglich" für den Gemüsegarten über "einmal wöchentlich" für den Rasen bis hin zu recht genauen Empfehlungen wie "zwei Gießkannen pro Quadratmeter Beet" ist alles drin. All diesen Regeln ist gemeinsam: Sie können gar nicht stimmen,  weil sie viel zu pauschal sind und wichtige Unterschiede nicht berücksichtigen. Das sind zum Beispiel:

  • der unterschiedlich hohe Wasserbedarf verschiedener Pflanzen (Blattwerk, Herkunft)
  • verschiedene Wettersituationen (feuchter Frühling, Hitzeperiode)
  • unterschiedliche Wurzelsysteme (Flachwurzler, Tiefwurzler)
  • der Einfluss des Standorts (sonnig, schattig)
  • die Bodenqualität (sandig, lehmig...)
  • bei Kübelpflanzen auch das Material der verwendeten Pflanzkübel

Diese und weitere Aspekte eines Pflanzenlebens müssen berücksichtig werden, will man eine den realen Erfordernissen entsprechende Gießpraxis entwickeln. Aber keine Sorge: ein Studium braucht es dazu nicht! Unsere Gärten, Balkone und Terrassen sind schließlich begrenzte, überschaubare Bereiche, so dass es leicht machbar ist, mit ein bisschen Knowhow den Pflanzen gerecht zu werden, die hier heimisch sind.

Zwar versuchen wir in diesem Ratgeber, möglichst konkrete Empfehlungen zu geben. Da aber niemals alle Einzelfälle beschrieben werden können, finden sich zwangsläufig auch pauschalisierende Tipps, die jedoch - darauf möchten wir ausdrücklich hinweisen - immer unter Berücksichtigung der genannten Kritierien und der Gesamtsituation zu sehen sind.

Richtig gießen - womit?

Die Frage bezieht sich zum einen auf die Wasserqualität, zum anderen auf die Gerätschaften, die beim Gießen zum Einsatz kommen. Beginnen wir mit dem Wasser:

Regenwasser ist das beste Gießwasser

Das Loblied, das allenthalben auf Regenwasser gesungen wird, hat seine Berechtigung, denn die Pflanzen vertragen es am besten. Gegenüber Leitungswasser hat es viele Vorteile:

  • Regenwasser ist weiches Wasser: es enthält weniger Kalk und kann deshalb von den Pflanzen besser aufgenommen werden.
  • Es hat Umgebungstemperatur, versetzt den Pflanzen also keinen Kälteschock.
  • Regenwasser enthält keine Mineralien, der pH-Wert und Nährstoffgehalt des Bodens wird kaum verändert.
  • einige Pflanzen wie z.B. Hortensien oder Rhododendron sind besonders sensibel und gedeihen deutlich besser mit Regenwasser.
  • Regenwasser ist kostenlos, ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Vorteil.

Der Nachteil: Regenwasser steht nicht immer und überall in ausreichender Menge zur Verfügung. Sammeln Sie Regenwasser in Regentonnen, schon ein Gartenhaus mit Regenrinne füllt im Lauf der Saison die Tonne mehrmals. Eigenheimer könnten überlegen, gleich eine unterirdische Zisterne einzuplanen, die als komplette Regenwasseranlagen für den Garten angeboten werden.

Wenn kein oder nicht genügend Regenwasser zur Verfügung steht, muss auf Leitungswasser zurück gegriffen werden. Wenn möglich, verwenden Sie es nicht direkt aus der Leitung, sondern füllen Sie es in Regentonnen oder Gießkannen und lassen Sie es vor der Verwendung einen Tag stehen, bis es genügend abgestanden ist. So erwärmt sich das Wasser auf die Umgebungstemperatur und enthaltener Kalk setzt sich auf dem Boden ab.

Tipp: Wenn das Leitungswasser in Ihrer Gegend besonders kalkhaltig ist und Sie Pflanzen besitzen, die das schlecht vertragen, sollten Sie das Wasser entkalken und den pH-Wert senken

Kanne oder Schlauch?

Wie meistens kommt es dabei auf die Umstände an. Optimal und schonend für die Pflanzen ist das Gießen mit der Gießkanne, denn dabei ist es möglich, auf den individuellen Bedarf der Pflanze einzugehen. Der Strahl der Gießkanne ist zudem weicher und kann leicht dosiert werden.

Für Balkon und Terrasse, sowie kleine bis mittelgroße Gärten ist somit das Gießen mit der Kanne optimal. Allerdings wird es mit zunehmnder Größe des Gartens aufwendig und anstrengend, viele Male zwischen Tonne oder Wasserhahn und den einzelnen Beeten hin und her zu laufen und die bis zu 10 Liter fassenden Gießkannen zu schleppen. Man kann das zwar als Garten-Workout sehen, doch bedarf es auch einiger Grundfitness, die nicht (mehr) jeder mitbringt.

Ein Gartenschlauch mit regelbarem Sprühaufsatz ist dann das Mittel der Wahl. Sowohl Strahlstärke als auch die Form des Strahls sollten einstellbar sein, so dass man nicht mit zu hohem Druck gleich auch die Erde aufwühlt und mit dem Wasser auf den Pflanzen verteilt. Auch das oberflächliche Besprühen ganzer Beete, zu dem die Möglichkeit, feinen Nebel zu erzeugen, durchaus verführt, ist keine effektive Bewässerung, denn es kommt nicht genug Wasser auf dem Boden an, um ihn bis in die erforderliche Tiefe zu bewässern. Auch mit dem Schlauch ist individuelles, ausreichendes und situationsangepasstes Gießen erforderlich und auch möglich. Der "leichte Regen", den der Schlauch ebenfalls erzeugen kann, reicht allenfalls zur Erfrischung des Blattwerks.

Gehölzen, Stauden, Hecken und Gemüsepflanzen sollten auf keinen Fall mit dem Rasensprenger gegossen werden. Das meiste Wasser bleibt auf den Blättern hängen und verdunstet ungenutzt. Mit Kanne oder Schlauch kommt man weit besser unter die Äste und Blätter. Manche Pflanzen, wie etwa Tomaten, vertragen auch gar kein Wasser auf dem Blattwerk, weil es bei ihnen Pilzkrankheiten begünstigt.

Richtig gießen: wieviel Wasser?

Nicht alle Pflanzen brauchen zu jeder Zeit gleich viel Wasser. Eigentlich selbstverständlich, doch macht das das Gießen nicht gerade einfach.  Zu berücksichtigen sind  unterschiedliche Bedürfnisse und Rahmenbedingungen:

  • Bodenqualität: Sandiger Boden kann kaum Wasser speichern, Lehmboden dagegen sehr viel. Die meisten Gartenböden sind Lehm-Sand-Gemische, je nach Region lehm- bzw. sandlastiger.
     
  • Wurzeltiefe: Flachwurzler (z.B. Zwiebeln, Radieschen, Feldsalat, Rasengräser) müssen häufiger gegossen werden als Mittel- und Tiefwurzler (z.B. Karotte, Paprika, Tomate, Rose, viele Gehölze) da die oberen Bodenschichten schneller austrocknen als die tiefer liegenden Schichten. Gießen Sie auf jeden Fall so reichlich, dass der Boden bis in die Hauptwurzelbereiche der Pflanzen durchfeuchtet wird. Ob das der Fall ist, können Sie mit einem Spatenabstich inkl. Nachmessen nach dem Gießen kontrollieren.
     
  • Frisch gezogene Jungpflanzen und Keimlinge haben erst kurze Wurzeln und benötigen daher mehr und häufiger (täglich!) Wasser als gut verwurzelte Pflanzen, deren Wurzeln schon weiter in die Tiefe reichen. Auch frisch eingepflanzte Gewächse benötigen in der ersten Zeit täglich Wasser, damit ihre Wurzeln gut in die Umgebung einwachsen können. Auf sandigen Böden empfiehlt es sich, einen Gießrand um die Pflanze aufzuhäufeln bzw. sie in eine Gießmulde zu setzen. So bleibt das Gießwasser leichter im Wurzelbereich und läuft nicht seitlich ab, bevor es versickern konnte.
     
  • Pflanzen an sonnigen Standorten benötigen mehr Wasser als Schattenpflanzen, da sie auch mehr verdunsten. Besonders durstige Zierpflanzen sind z.B.Engelstrompete und Fuchsie, sowie Gemüse mit stark wasserhaltigen Stengeln, Blättern und Früchten (Zucchini, Kürbis, Melone,. Gurke..)
     
  • Während Hitzephasen und Dürreperioden (meistens, aber nicht immer nur im Sommer) muss mehr und häufiger gegossen werden als zu Zeiten mit wechselhaftem und feuchtem Wetter (meist Frühjahr und Herbst, doch gibt es auch verregnete Sommer).
     
  • Fruchtbildende Pflanzen (z.B. Tomaten, Beerensträucher, Erdbeeren, Zucchini) benötigen in der Zeit der Knospen- und Fruchtbildung mehr Wasser und auch Düngergaben als vorher.
     
  • Mediterrane Pflanzen (Oleander, Feigen, Zitrusgewächse) sind genügsamer und benötigen weniger und seltener Wasser. Noch genügsamer sind die mediterranen Kräuter wie Lavendel, Thymian, Rosmarin und Gewürzsalbei, die es ziemlich trocken mögen. Auch Sukkulenten (Fetthenne, Geranie, viele Steinbeetstauden), die in ihren verdickten Blättern Wasser lange speichern, müssen nur selten gegossen werden.
     
  • Die Blätter sind ebenfalls ein guter Anzeiger für den individuellen Wasserbedarf der Pflanze:  Gewächse mit großen und weichen Blättern (z.B. Hortensien, Funkien, Borretsch und Kopfsalat) verdunsten besonders viel Wasser und benötigen oft Nachschub. Filigrane und harte Blätter (z.B. Oleander, Lorbeer) sprechen für Genügsamkeit im Verbrauch. 
     
  • Besonders ausladende oder dicht wachsende Pflanzen (Rhododendron, Buchsbäume, Koniferen) bekommen oft vom Regen zu wenig Wasser ab. Unterhalb der durchfeuchteten oberen Erdschicht bleibt es staubtrocken. Hier muss zusätzlich gegossen werden, will man keine hängenden Blätter sehen.

Angesichts dieser Unterschiede ist hoffentlich klar geworden, dass es keine exakte Tabelle mit den erforderlichen Wassermengen für den Garten geben kann. Zur ersten Orientierung finden sich pauschale Empfehlungen wie etwa "10 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche" für einen bundesdeutschen Gemüsegarten.  Allerdings: In einer wochenlangen Hitzeperiode auf den sandigen Gartenböden Norddeutschlands vergießt man diese Menge auch mal locker pro Tag!  Es hilft also nur die kontinuierliche Beobachtung der jeweiligen Pflanzen: im eigenen Garten erkennt man immer besser, wie es den Pflanzen gerade geht. Dem entsprechend wird dann gegossen - also eher intuitiv als wissenschaftlich begründet.

Wichtig: Nicht zu häufig wässern!

Wer nun meint, zuviel Gießen sei auf jeden Fall besser als zu wenig, ist leider im Irrtum! Man kann viele Pflanzen durch zu häufiges Wässern zu regelrechten Trinkern erziehen oder zu genügsamen Pflanzen, die sich noch dazu robuster entwickeln. Das liegt daran, dass die Wurzen dem Wasser hinterher wachsen: Ist die obere Erdschicht trocken, suchen sie weiter in der Tiefe und bilden so lange, kräftige Wurzeln. Wer ständig gießt, verhindert dieses sinnvolle Wurzelwachstum und muss letztendlich viel mehr und öfter gießen als nötig gewesen wäre, hätte man die Pflanze nicht von vorne herein so "verwöhnt."

Faustregel: Lieber seltener und dann viel und durchdringend gießen als häufig und immer nur ein bisschen!

Selbst in Hitzeperioden sollte nicht mehrmals täglich gegossen werden, sondern  höchstens einmal, dafür aber ausgiebig. Zusätzlicher Vorteil oberflächlich trockener Böden: Unkrautsamen keimen hier wesentlich schlechter.

Weitere Tipps rund ums Gießen:

  • Nie von oben die gesamte Pflanze gießen, sondern immer direkt in den Wurzelbereich. Feuchtes Blattwerk begünstigt Pilzkrankheiten.
     
  • Der Austrocknung vorbeugen lässt sich mit Mulchen oder Hacken. Eine Mulchschicht z.B. aus Grasschnitt hält die Feuchtigkeit besser als nackte Erde, indem der Mulch die Verdunstung erschwert. Wer statt dessen die Erde mechanisch lockert, unterbricht die Kapillaren, durch die das Wasser verdunstet. Zudem erreicht das Gießwasser auf gelockertem Boden die Wurzeln besser, als wenn sich eine glatte, verschlämmte Schicht gebildet hat, die Wasser geradezu abweist.

Wann gießen? Vom richtigen Zeitpunkt

Wann sollte man Pflanzen gießen? Auf jeden Fall nicht erst dann, wenn die Pflanzen die Blätter hängen lässt! Zwar ist das eine natürliche Anpassung an die Situation des Wassermangels: die Pflanzen versuchen, die Oberflächen des Blattwerks zu verringern bzw. "aus der Sonne" zu bringen. Wir sollten es aber wenn möglich nicht erst soweit kommen lassen, sondern gießen zum richtigen Zeitpunkt:

  • Morgens gießen, am besten bei Sonnenaufgang - so wird es vielfach empfohlen und zweifellos ist der Morgen die optimale Zeit. Noch brennt die Sonne nicht so vom Himmel, es verdunstet nur wenig Wasser und wenn Wasser auf dem Blattwerk landet, hat es genügend Zeit zum abtrocknen.
     
  • Niemals in der Mittagshitze bzw. bei praller Sonne gießen, denn jetzt verdunstet das meiste Wasser ungenutzt. Wassertropfen auf den Blättern wirken zudem wie Brenngläser, so dass das Blattwerk ernsthaft Schaden nehmen kann. Ist es dennoch einmal unvermeidlich, ist  ganz besonders darauf zu achten, nur in den Wurzelbereich zu gießen.
     
  • Abends gießen ist zwar zweite Wahl nach dem frühen Morgen, wird aber vielfach praktiziert. Jetzt droht immerhin weder Verdunstung noch Verbrennung, dafür lockt die nächtliche Feuchtigkeit Schnecken an. Ein Risiko, das man eben eingehen muss, wenn morgens die Zeit zum Gießen nicht reicht. Allzu viel Bewässerung am Abend kann auch zu Wurzelfäule führen, wenn Sie zuviel des Guten tun. Vermeiden Sie auf jeden Fall stehendes Wasser auf den Beeten, es sollte immer gut versickern!
     
  • Nach dem Regen gießen:  viele Gartenfreunde lassen das Gießen dann aus, denn es hat ja gerade geregnet. Oft reicht der Regen jedoch nicht aus, um die Wurzeln in der nötigen Tiefe zu erreichen. Dafür ist die oberste Schicht bereits bewässert, so dass man durch Gießen nach dem Regen nur das Fehlende ergänzen muss und insgesamt weniger Wasser verbraucht. Wenn es also kein anhaltender Landregen oder intensiver Starkregen war: Gießen Sie gleich nach dem Regen, das ist ein richtig guter Zeitpunkt!

Den Rasen korrekt bewässern

Einen "durchwachsenen", also feuchten Sommer hält ein gut etablierter Rasen ganz ohne extra Bewässerung unbeschadet aus. Anders während sommerlicher Hitzeperioden oder Dürreperioden im Frühjahr, die in manchen Regionen immer häufiger vorkommen. Dann färbt sich der Rasen schnell braun, erst stellenweise, dann flächendeckend, wenn man nicht bewässert.

Allein durch Verdunstung verliert ein Quadratmeter Rasen im Sommer ca. vier Liter Wasser täglich. Da die Wurzeln der Gräser maximal 15 cm tief reichen, ist das in der Erde vorhandene Wasser schnell verbraucht. Auf Sandböden zeigen sich massive Trockenheitsschäden bereits nach nur zwei Wochen!

Wer also den Rasen über den Sommer grün halten will, muss bewässern - und zwar richtig.

  • Vorbeugung: Vor einer Hitzeperiode sollte der Rasen nicht tief geschnitten werden, denn mit längeren Halmen hält er in der Hitze besser durch. Grunsätzlich macht sehr häufiges Mähen den Rasen anfälliger für Trockenschäden. Mähen ohne Fangkorb ist jetzt empfehlenswert, denn die auf dem Rasen liegen bleibenden Halme schützen als Mulch zusätzlich vor Austrocknung.
     
  • Vorausschauend wässern: Nicht erst dann den Sprenger anschalten, wenn sich die ersten Schäden zeigen! Dann muss das Gras nämlich bereits viele neue Halme bilden, um die Schäden auszubessern - und das dauert.  Sobald die Halme schlaff wirken und sich nach dem Betreten nicht mehr zügig aufrichten, ist es Zeit zum Bewässern.
     
  • Ausreichend bewässern: Je nach Bodenart benötigt der Rasen unterschiedlich viel Wasser in ebenso verschiedenen Abständen. Ein leichter Sandboden ist mit 10 bis 15 Litern pro m² alle drei bis vier Tage ausreichend befeuchtet. Lehmiger und toniger Boden benötigt fünf Liter mehr, speichert das Wasser dafür aber länger. Eine Beregnung pro Woche sollte hier ausreichen. Vermeiden Sie in jedem Fall allzu kurzes Bewässern, 15 Minuten sind fast nichts! Ein bis zwei Stunden laufende Beregnung ist durchaus normal.
     
  • Wassermenge kontrollieren: Die Gräser sollen wurzeltief befeuchtet sein, was man mit einem exemplarischen Spatenstich und einem Zollstock leicht feststellen kann. Alternativ können Sie vor dem Bewässern ein Glas auf den Rasen stellen. Nach dem Beregnen sollte es 1,5 bis zwei Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt sein. Eine weitere, recht professionelle Methode ist ein Durchflussmengezähler aus dem Fachhandel. Messen Sie den Rasen aus und multiplizieren Sie die Quadratmeterzahl mit der benötigten Wassermenge pro Quadratmeter. Ist diese Menge durchgeflossen, können Sie den Regner abschalten.
     
  • Mehrbedarf berücksichtigen:  Stehen Bäume und Sträucher auf dem Rasen oder um ihn herum, braucht der Rasen in ihrer Nähe mehr Wasser als auf einer großen Freifläche, denn die Gehölze versorgen sich ja mit!
     
  • Nach Regen und Gewitter bewässern: Auch beim Rasen ist das sehr sinnvoll, denn jetzt ist die obere Bodenschicht schon feucht und das Wasser dringt leichter ein. Zudem sparen Sie Gießwasser, denn ein Stück weit hat der Regen den Job schon erledigt.

Kübelpflanzen und Topfpflanzen richtig gießen

Alle Gewächse in Pflanzkübeln und Blumentöpfen benötigen eine Sonderbehandlung, auch wenn sie unter freiem Himmel stehen (Pflegetipps für Balkonpflanzen finden Sie im Ratgeber zur Balkonpflanzenflege). Da die Pflanzen ihre Wurzeln nicht beliebig ausbreiten können, also auch nicht in der Tiefe nach Wasser suchen, benötigen sie häufigeres Gießen als Freilandpflanzen. Zudem  umgibt sie weniger Erde, die das Wasser speichern könnte. Folgendes gilt es zu beachten:

  • Faustregel: Je kleiner der Kübel oder Topf, desto häufiger muss gegossen werden. Hängeampeln im Sommer gerne auch zweimal pro Tag.
     
  • Täglich wässern: In der Regel müssen Kübel- und Topfpflanzen im Außenbereich während des Sommers täglich gewässert werden.
     
  • Verdorrte Topfpflanzen wiederbeleben:  Mehr gießen hilft nicht mehr, wenn ein Topf durchgetrocknet ist, denn das Wasser läuft einfach durch und zum Abflussloch wieder hinaus. Besser man stellt sie ganz in einen großen Eimer und wartet, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Erst dann ist die Erde wieder komplett durchfeuchtet und die Pflanze kann beginnen, sich zu erholen bzw. neu auszutreiben - regelmäßiges Gießen vorausgesetzt!
     
  • Untersetzer entleeren: Stehen Topf- und Kübelpflanzen im Freien, sollten am besten keine Untersetzer verwendet werden. Ist dies jedoch unvermeidlich, z.B. auf einer Terrasse, müssen die Untersetzer nach dem Regen bzw. nach dem Gießen entleert werden, um Staunässe und Wurzelfäule zu vermeiden.
     
  • Düngen: durch das häufige Gießen verlieren Topfpflanzen mehr Nährstoffe. Regelmäßiges Düngen gleicht diese Verluste wieder aus.
     
  • Moderne Pflanzkübel-Materialien bevorzugen: Steht die Planze in einem klassischen Blumentopf aus Ton bzw. Terrakotta, muss sie großzügiger gegossen werden als eine Pflanze im Pflanzkübel aus Fiberglas oder Kunststoff. Unglasierter Ton nimmt selbst Wasser auf, das dann einfach durch die Wände verdunstet. In Sachen Wasserhaltevermögen sind also alle Pflanzgefäße mit geschlossenen Oberflächen vorteilhafter als Terrakotta-Gefäße - ein weiterer Grund, warum moderne Materialien heutzutage den Markt dominieren.

Zur Pflege der Kübelpflanzen im Innenbereich lesen Sie den VIVANNO-Ratgeber "Richtig gießen - Pflanzkübel und Blumentöpfe korrekt bewässern".

Fragen und Antworten zum richtigen Gießen

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