Ratgeber

Tomaten pflanzen auf dem Balkon: Auswahl, Pflege und passende Pflanzkübel

Für Tomatenpflanzen braucht es keinen Garten:  Sie gedeihen auch auf Balkon und Terrasse, im Kübel oder Balkonkasten. Das gilt nicht nur für die extra gezüchteten "Balkontomaten". Viele weitere Sorten, die man nicht im Supermarkt findet, stehen zur Wahl - neben den roten Tomaten auch schwarze, gelbe und grüne Tomaten, buschig oder am Stab wachsend, in unterschiedlichen Größen und Formen. In diesem Ratgeber finden Sie alles über Anzucht, Pflanzenkauf und Pflege, sowie Tipps zur Wahl passender Sorten und Pflanzgefäße.

Inhalt:

Intro: Tomaten mit Geschmack vom eigenen Balkon

Auf unzähligen Balkonen und Terrassen ist das jährliche Anpflanzen einer oder mehrerer Tomatenpflanzen geliebte Tradition. Für die Pflege braucht es keinen "grünen Daumen", es macht Freude, die Früchte heran reifen zu sehen und vom eigenen Balkon zu ernten. Kinder bekommen so beiläufig mit, wie Gemüse wächst, und haben Spaß bei ihren ersten gärtnerischen Erlebnissen. Insofern ist das kleine Stück Selbstversorgung vom Balkon sogar pädagogisch wertvoll, doch das ist bei weitem nicht der einzige Vorteil, den Balkontomaten mitbringen:

  • Garantiert bio: bei selbst gezogenen und gepflegten Tomaten wissen Sie genau, was auf den Tisch kommt! Sie benötigen keine chemischen Pflanzenschutzmittel und erzeugen somit eigene Bio-Tomaten.
     
  • Geschmack: Die eigenen Tomaten schmecken immer besser als die aus dem Supermarkt, das beteuern Tomatenfreunde jeden Alters und sie haben Recht! Denn anders als gehandelte Tomaten werden Balkontomaten erst geerntet, wenn sie reif sind - also dann, wenn sich der Geschmack schon voll entfalten konnte.
     
  • Abwechslung: Das Geschmackserlebnis kann sogar auf immer neue Art interessant werden, wenn man sich bei der Sortenwahl nicht auf jene "Standardtomaten" beschränkt, die im Frühjahr sogar beim Discounter erhältlich sind: Meist schnell hochgezogen, evtl. überdüngt und - sofern sie schon ein paar Tage im Laden stehen - auch nicht gut versorgt. Zwar werden auch diese Tomaten Früchte tragen, doch sind es oft eher langweilige Sorten, rote Stab- oder neuerdings Cherry-Tomaten, die es auch überall zu kaufen gibt.
    Dabei ist die Welt der Tomatensorten riesig! Wer sich für das Vorziehen aus Samen entscheidet, hat die Qual der Wahl: im Samenversand sind hunderte alte und neue Sorten erhältlich. Auch die Auswahl bei den Jungpflanzen ist mittlerweile größer geworden, denn Gärtnereien, Wochenmärkte, Pflanzenbörsen und Gartenschulen kommen dem Trend zur "ungewöhnlichen" Tomatenpflanze entgegen und haben ihr Sortiment erweitert.

Natürlich sind nicht alle Sorten für jeden Standort auf Balkon und Terrasse geeignet. Deshalb folgt jetzt eine kleine Einführung in die Tomatenwelt, damit Sie in der nächsten Saison eine kundige Wahl treffen können.

Welche Tomaten für Balkon und Terrasse?

Die Annahme, dass für den Balkon nur spezielle "Balkontomaten" in Betracht kommen, ist ein verbreiteter Irrtum. Genau wie man prinzipiell fast jede Pflanze im Kübel halten kann, gilt das auch für Tomatenpflanzen, wenn die Bedingungen (Standort, Pflege, Pflanzgefäß) stimmen. Hier ein kurzer Überblick, wodurch sich die vielen verschiedenen Tomatensorten unterscheiden, wobei eine einzelne Sorte immer zu mehreren Kategorien gehört.

Unterschiede in der Wuchsform:

  • Stabtomaten: das sind die "klassischen" Gartentomaten, die an einer Rankhilfe empor wachsen. Je nachdem, wie viele Triebe man belässt, benötigt sie mehr oder weniger Stütze. Viele Sorten wachsen bis zu einer bestimmten Höhe ("terminierte" Sorten), meist 1,50 bis 1,80 m hoch. Andere wachsen immer weiter, solange das Wetter mitmacht ("indeterminiertes" Wachstum). In großen Pflanzkübeln finden ihre Wurzeln genügend Platz, um auch als Kübelpflanze reiche Ernte zu bringen.
     
  • Buschtomaten / Strauchtomaten: Sie wachsen buschig wie der Name sagt und benötigen in der Regel keine Stütze. Sie sind reich verzweigt und wachsen kompakter als Stabtomaten, je nach Sorte zwischen 30 cm und 150 cm hoch. Kleine kompakte Buschtomaten werden als "Balkontomaten" im Handel angeboten, da sie auch gut in den Balkonkasten passen.

Unterschiede der Frucht:

  • Salattomaten: das sind die üblichen mittelgroßen runden Tomaten, 60 bis 100g schwer, sehr saftig und daher gut für Salate und für den Sofortverzehr. Namenlose Tomatenpflanzen aus dem Supermarkt gehören meist in diese Kategorie.
     
  • Cocktailtomaten: ähnlich, jedoch mit 20 bis 60g großen Früchten deutlich kleiner, dafür sehr aromatisch. Auch die Pflanze bleibt kleiner als Stabtomaten, sie sind also auch für kleine Balkone geeignet. Die geringere Größe machen Cocktailtomaten durch die Anzahl der Früchte wieder wett, die deutlich größer ist als bei Stabtomaten.
     
  • Cherrytomaten / Kirschtomaten: mit winzigen Früchten von maximal 20g sind sie noch kleiner als Cocktailtomaten. Die Früchte sind rund, oval oder länglich, in Rot, Gelb oder Orange. Sehr süße Sorten werden auch Kindertomaten genannt - es sind die idealen Naschtomaten / Snacktomaten, die auch im Topf und Balkonkasten gedeihen.
     
  • Fleischtomaten: Sie haben wenige, dafür besonders große Früchte (über 100g bis 1 Kilo) und dichteres Fruchtfleisch, was sie für Soßen besonders geeignet macht. Herzförmig, flachrund, gerippt - ihre Formen und Farben sind vielfältig. Da sie meist spät reifen und durch die lange Reifezeit anfälliger sind, eignen sie sich weniger für die Haltung auf Balkon und Terrasse.

Unterschiede in der Farbe:

  • Rote Tomaten sind am bekanntesten, doch gibt es auch gelbe, grüne, weiße, orangene und schwarze Tomaten, einfarbig oder gestreift. Da mehrheitlich rote Tomaten gehandelt werden, macht eine andersfarbige Tomate auf dem Balkon deutlich mehr her!

Unterschiede bei der Reifezeit:

  • Es gibt frühe (Juni/Juli), mittelfrühe (Juli/August) und späte Sorten (August, September bis Oktober). Da es in verschiedenen Jahren ganz unterschiedlich warme Jahreszeiten gibt, kann sich die Reife allerdings auch immer entsprechend verschieben!

Zucht- und Wildtomaten, alte Sorten:

  • Gezüchtete Tomaten gibt es mehrere tausend Sorten, die Schätzungen gehen weit auseinander, da das niemand so genau weiß. Erhältlich sind "samenfeste" Sorten, die es erlauben, aus ihren Samen gleichartige Tomatenpflanzen zu ziehen. Im Handel werden vielfach "F1-Hybriden" im Samentütchen angeboten. Das sind erste Nachkommen genetisch unterschiedlicher Elternpflanzen, deren Eigenschaften jedoch nicht zwingend auf ihre Samen übergehen. Wer keine Samen von den eigenen Balkontomaten ernten will, muss sich um diese Unterscheidungen nicht kümmern!
     
  • Wildtomaten: Das sind naturbelassene, züchterisch unveränderte Wildsorten, quasi die Vorfahren unserer Tomaten. Ihre Früchte sind meist ungenießbar, hart und bitter. Wohlschmeckende "Wildtomaten" sind zwar erhältlich, doch sind das keine echten Wildpflanzen mehr. Sie ähneln im Erscheinungsbild zwar den Wildtomaten, sind jedoch züchterisch verbessert. Bekannte Sorten sind etwa die ‚Rote Murmel‘, die gelbe "Golden Currant" und die ,Rote Johannisbeertomate‘ mit jeweils sehr kleinen Früchten.
     
  • Alte Sorten: sie stammen von den ursprünglichen Tomatensorten ab, die aus Lateinamerika nach Europa importiert wurden. Ihre Formen und Farben sind vielfältig, doch spielen sie im Erwerbsanbau keine Rolle, da sie oft nicht die erwünschte Gleichförmigkeit aufweisen und die Früchte auch nicht gleichzeitig reifen. Umso mehr Interesse gibt es bei Hobbygärtnern, die die "alten Sorten" wieder verstärkt anbauen. "Andenhorn", "Black Cherry" und "Matina" sind z.B. beliebte alte Sorten. 

Tipps:

  • Recherchieren Sie ihre Wunschtomaten vorab im Internet, das zu jeder erdenklichen Sorte Informationen bereit hält. Auf den Samentütchen stehen zwar meist einige Angaben, aber nicht immer alle. Und beim Einkauf von Jungpflanzen hat man oft nur ein Schildchen mit dem Sortennamen. Lassen Sie sich vom Verkaufspersonal beraten oder schauen Sie per Smartphone ins Netz, um nicht versehentlich eine für ihren Balkon unpassende Sorte zu kaufen.
     
  • Bevorzugen Sie frühe und mittelfrühe Sorten, denn späte Varianten kommen bei suboptimalen Bedingungen oft nicht ganz zur Reife und sind auch anfälliger für Krankheiten.

Wie groß muss der Topf oder Pflanzkübel sein?

Wieviel Erde brauchen Tomaten?

Für das gute Gedeihen aller Tomatensorten ist die richtige Kübelgröße entscheidend. Grundsätzlich gilt:

  • je größer das Pflanzgefäß, desto einfacher ist die Pflege, desto besser gedeiht die Tomate.
  • je kleiner der Topf oder Kasten, umso wichtiger ist die intensive Wasser- und Nährstoffversorgung

Das erscheint selbstverständlich, doch die Wirkung eines zu kleinen Kübels wird meist unterschätzt! Tomatenwurzeln passen sich in ihrer Wachstumsgeschwindigkeit und Intensität nämlich nicht der Topfgröße an, sondern sie wachsen dichter und dichter, während die oberirdische Pflanze massiv zulegt. Ist der Topf weitgehend ausgefüllt, saugt die dafür nun zu große Tomate Gießwasser extrem schnell weg, so dass man während heißer Sommertage mit dem Gießen kaum hinterher kommt. Bekommt sie nicht ausreichend Wasser, vertrocknen die Blätter dann schnell.

Natürlich ist die erforderliche Topf- bzw. Kübelgröße auch von der gewählten Sorte, bzw. deren Wuchshöhe abhängig.

  • Cocktailtomaten, die 1,0 bis 1,50 Meter hoch werden, sollten mindestens 20 bis 30 Liter, gerne bis zu 40 Liter Erde bekommen. Es beginnt also bei Kübeln mit etwa den Maßen 30 x 30 x 30 cm (BLOCK 30), größere Gefäße sind besser, sofern der Platz es ermöglicht.
     
  • Stabtomaten mit Wuchshöhen bis zu 1,80 gedeihen ebenfalls in Kübeln ab 20 Litern, wie viele Erfahrungen zeigen. Hier darf man jedoch auch gerne klotzen und ihnen Pflanzkübel bis zu 50 Litern Volumen gönnen. Umso besser entfalten sich die Wurzeln, die Pflege wird leichter und die Ernte ertragreicher. So hat etwa der Pflanzkübel BLOCK (40 x 40 cm) ein Erdvolumen von ca. 49 Litern (Gießrand, Wandstärke und Drainage abgezogen).
     
  • Kompakte Tomaten, Strauch- und Buschtomaten bis 50 cm Höhe benötigen 7 bis 9 Liter Erde, das entspricht etwa den klassischen runden Topfgrößen 25 bis 27. (Im Vivanno-Sortiment entsprechen diesen Maßen in etwa die Töpfe LUPINA, CHICO und LEVANTA).
     
  • Mini-Balkontomaten, die nur bis ca. 30 cm hoch werden, begnügen sich bereits mit 3 bis 5 Litern Erde (Topfgröße 19 bis 23), die kleinsten Sorten (z.B. Minibel) gar nur mit 2 bis 3 Litern Erde (Topfgröße 17 bis 19). Sie passen also auch in kleinere Töpfe und Balkonkästen, wobei man ebenfalls die Varianten mit etwas mehr Volumen bevorzugen sollte.

Im Pflanztrog MAXI (wahlweise 60, 80 oder 100 cm lang, sowie 30, 40 oder 45 cm tief und breit) finden zwei bis drei große Stabtomaten oder (etwas niedrigere) Cocktailtomaten Platz. Da lässt sich mit der Ernte in der Küche schon einiges anfangen! Wenn Sie zudem helle Versionen wählen, ist es um die Wurzeln der Tomaten kühler, sofern der Trog - z.B. auf einer Terrasse - überhaupt besonnt steht.

Pflanzkübel MAXI in Holz und Fiberglas

Das Umrechnen der Kübelgröße in Liter

Da Pflanzgefäße heute in sehr unterschiedlichen Größen und Formen zur Verfügung stehen, kann es helfen, das Erdvolumen aus Höhe, Breite und Form zu berechnen. Zum Glück muss man dafür kein gutes Erinnerungsvermögen an Mathe-Aufgaben haben, sondern kann Rechner im Internet nutzen, z.B bei Kirschke, oder Gartengnom.

Tipps:

  • Ziehen Sie bei der Eingabe der Maße ein bis zwei Zentimeter für die Wandstärke des Topfes ab, sowie in der Höhe ca. 5 bis 8 cm für die Drainage und den Gießrand!
     
  • Wer kein extra Pflanzgefäß erwerben will, kann Tomaten auch in Pflanztaschen, Kompostsäcken oder großen Eimern ziehen. Das sieht zwar weniger schön aus, klappt aber auch.
     
  • Da Tomaten mitsamt dem Kübel voller feuchter Erde recht schwer werden, empfiehlt sich ein rollender Untersatz, falls Sie die Tomate zeitweise verschieben wollen.

Tomaten pflanzen: Anzucht aus Samen oder Jungpflanzen kaufen?

Tomatenpflanzen kaufen:

Weit weniger Aufwand macht zweifellos der Kauf fertiger Jungpflanzen, die der Handel das ganze Frühjahr hindurch anbietet. Da Tomaten frostempfindlich sind, sollten sie keinesfalls vor Mitte / Ende Mai ins Freie gestellt werden. Auch Jungpflanzen benötigen also eventuell ein helles, warmes Zwischenquartier, wenn sie vor diesem Zeitpunkt erworben werden (großes Fenster oder beheiztes Kleingewächshaus).

  • Rechtzeitig einkaufen ist durchaus sinnvoll, denn zum perfekten Zeitpunkt kaufen dann alle und die Auswahl ist vielleicht nicht mehr so groß, wie man es sich wünschen würde.
     
  • Wo Tomaten kaufen? Besser nicht im Supermarkt oder Discounter, sondern im Fachhandel: Gärtnereien, Gartencenter und auch der Versandhandel im Internet bieten mehr Auswahl und besser gepflegte Jungpflanzen. Während des Frühjahrs finden vielerorts auch Pflanzenbörsen statt, Gartenschulen geben Jungpflanzen gegen geringe Spenden ab. Auch der Wochenmarkt kann eine gute Quelle sein, ebenso wie Hobby-Gärtner im Bekanntenkreis.

Tomaten aus Tomatensamen selber ziehen

  • Wo Samen kaufen? Entscheiden Sie sich für die eigene Anzucht, haben Sie die größtmögliche Auswahl aus unzähligen Sorten, die als Samen angeboten werden. Auch hier empfehlen wir, nicht die Standardsorten aus dem Supermarkt mitzunehmen, sondern die vielfältigen Quellen im Netz zu sichten. Hier finden sich viel interessantere Sorten, manche Vereine und Versender haben sich auf "alte Sorten" spezialisiert, auch Bio-Saatgut ist erhältlich.
     
  • Wann Tomaten vorziehen? Anfang / Mitte März ist ein günstiger Zeitpunkt, um mit der Anzucht zu beginnen. Startet man zu früh, werden die Tomaten schwach und dünntriebig. Sie stehen dann zu lange im Wartequartier, das bei weitem nicht dasselbe Licht bietet, das Tomaten für ihr weiteres Wachstum benötigen. Tomaten sähen: Die Samen kommen in ca. 1 cm Abstand flache Pflanzschalen, kleine Töpfe oder Anzuchtplatten. Als Substrat eignet sich nährstoffarme Anzuchterde, die die Wurzelbildung anregt. Tomaten sind Dunkelkeimer, ihre Samen werden mit ca. einem halben cm Erde bedeckt. Gießen Sie die Erde schon vor dem Einsähen, um die Samen nicht versehentlich wegzuschwemmen.
     
  • Pflege der Keimlinge: Feuchte Erde, Wärme und Luftfeuchtigkeit benötigen die Samen zum Keimen. Für die Luftfeuchtigkeit empfiehlt es sich, die Töpfe oder Schalen mit einer durchsichtigen Folie zu bedecken, die jedoch genug Luftlöcher haben sollte, damit die Anzucht nicht schimmelt. Stehen die Töpfchen oder Schalen an einem sonnigen Fenster, wird es auch schnell zu heiß. Dann hilft ein Stück Pappe als Sonnenschutz. Sind die Keimlinge erst einmal da, können Sie Folie und Pappe entfernen, die kleinen Pflänzchen benötigen nun etwas weniger Aufmerksamkeit.
     
  • Tomaten pikieren: Sobald sich die ersten richtigen Blätter (nach den zwei Keimblättern) zeigen, setzen Sie die Keimlinge in einzelne Töpfe, die nun möglichst hell stehen müssen. Eine zeitweise besonnte Fensterbank ist ein guter Platz! Pikieren Sie mit einem Pikierstab, ein Teelöffel tut es aber auch. Hauptsache, die kleinen Wurzeln werden beim Umpflanzen nicht verletzt.

Beim Umpflanzen in Topf und Kübel Mitte / Ende Mai sollten die Jungpflanzen ca. 20 bis 30 cm groß sein. Stellen Sie sie nicht gleich ganztags in die volle Sonne, Tomaten benötigen eine "Abhärtung", müssen sich also erst an das neue viele Licht gewöhnen. Ein paar Stunden reichen an den ersten beiden Tagen!

Tomaten im Topf und Kübel: Standort und Pflege

Tomaten sind robust und in der Pflege unkompliziert. Auch Tomatenfreunde ohne grünen Daumen haben regelmäßig Erfolg mit den pflegeleichten Gewächsen. Einige wenige Punkte sind zu beachten:

  • Welcher Standort? Entgegen vielen Behauptungen in diversen Ratgebern benötigen Tomatenpflanzen keineswegs ganztags volle Sonne! Sie gedeihen auch gut im Halbschatten und entwickeln auch mit wenigen Sonnenstunden pro Tag Früchte. Wenn möglich, sollten sie vor Regen und Wind geschützt stehen, doch ertragen fürs Freiland geeignete Sorten auch gelegentlichen Regen ohne Schaden.
     
  • Welche Erde für Tomaten? Nehmen Sie nicht die billigste Erde, sondern eine gute Gemüse- oder Tomatenerde. Das zahlt sich durch die bessere Entwicklung der Pflanzen durchaus aus! Die Erde sollte z.B. mit etwas Perlit "abgemagert" werden. Weniger gut ist Sand, der hierfür gelegentlich empfohlen wird. Auch im Pflanzkübel kann man das Substrat noch mit reifem Gartenkompost, Hornspänen, Hornmehl oder adäquatem organischem Dünger anreichern und so das Wachstum anregen - das kommt allerdings darauf an, wie "angereichert" die Erde bereits ist, in die Sie die Pflanzen setzen. Sorgen Sie auf jeden Fall für einen guten Wasserablauf und eine Drainageschicht, die Staunässe verhindert. (Lesen Sie dazu unseren Ratgeber "Pflanzkübel bepflanzen").
     
  • Plege der Tomaten in Topf und Kübel: Tomaten sollten feucht, aber nicht nass gehalten werden. Stabtomaten müssen "ausgegeizt" werden, das bedeutet, die zusätzlichen Triebe, die aus allen Blattachseln sprießen, immer wieder zu entfernen. Sie können entscheiden, ob sie die Pflanzen ein-. zwei- oder gar dreitriebig wachsen lassen, was natürlich auch vom vorhandenen Ausbreitungsplatz und den Stützmöglichkeiten abhängt.
     
  • Tomaten abstützen: Alle Sorten, die nicht buschig und kompakt wachsen, brauchen eine Stütze. Die gedrehten Tomatenstäbe für den Gartenanbau eignen sich nicht für Kübel, da sie nicht genug Halt finden. Besser sind z.B. Bambusstäbe (mindestens 15mm stark) oder Holzstäbe (Eiche, Lärche), sowie spezielle Tomaten-Ranktürme oder Blumen-Obelisken aus festem Metalldraht.
     
  • Kübeltomaten düngen: Für Tomaten im Topf und Kübel sind klassische Naturdünger wie Hornspäne, Pferdemist oder Brennesseljauche nicht empfehlenswert oder nicht zur Hand. Im Kübel leben weniger Bodenorganismen als im Freiland, deshalb zersetzen sich z.B. Hornspäne kaum. Richtig liegen Sie mit einem mineralischen Langzeitdünger als Grundversorgung, sofern ein solcher in der Pflanzerde nicht bereits enthalten ist.
     
  • Ausgewogen düngen: Tomaten müssen "ausgewogen" gedüngt werden, ein reiner Stickstoffdünger befördert lediglich das Blattwachstum, nicht aber die Fruchtbildung. Spezieller Tomatendünger, der im Handel erhältlich ist, enthält alle nötigen Substanzen für eine gute Ernte. Wenn Sie Flüssigdünger verwenden, nicht zu viel auf einmal düngen, da das den Salzgehalt in der Erde erhöht, was den Pflanzen schadet! Überhaupt sprechen sich Tomatenfreunde in vielen Foren für "weniger düngen" aus, jedenfalls weniger, als es die jeweiligen Aufdrucke auf den Produkten empfehlen.

Fragen und Antworten

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