Ratgeber
Terrasse mit Sichtschutzwand

Welcher Sichtschutz für die Terrasse? Varianten, Materialien und Tipps

Wer die Terrasse als "grünes Wohnzimmer" nutzt, möchte nicht durch neugierige Blicke der Nachbarn oder Passanten gestört werden. Ein Sichtschutz ist meist unverzichtbar, oft soll er auch gleichzeitig Windschutz bieten. Doch welcher passt am besten zur eigenen Terrasse? Als Entscheidungshilfe haben wir die vielen möglichen Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen für Sie zusammen gestellt.

Inhalt:

Vorüberlegung: Sichtschutz, Windschutz - was noch?

Wer sich beobachtet fühlt, kann nicht wirklich entspannen - das gilt sogar, wenn nur die Möglichkeit besteht und aktuell niemand schaut. Deshalb will man auf der heimischen Terrasse nicht "wie auf dem Präsentierteller sitzen", eine Situation, die aufgrund baulicher Nähe zu den Nachbargebäuden oder zur Straße hin von vorne herein nicht ausgeschlossen, sondern eher häufig ist.

Sieht man sich nach einem geeigneten Sichtschutz um, bieten sich vielerlei Varianten an: Sichtschutzwände aus Holz, Metall oder Kunststoff, blickdichte Zäune, Rankgitter, natürliche Hecken, seitlich ausziehbare Markisen oder Kübelpflanzen. Um die passende Variante für die eigene Terrasse zu wählen, empfiehlt es sich, alle Funktionen zu bedenken, die der Sichtschutz erfüllen soll. Denn abgesehen von seiner Sichtschutzfunktion, kann so eine Wand auch noch anderen Zwecken dienen. Da wären zum Beispiel:

  • Windschutz für die Terrasse: auf manchen Terrassen ist es aufgrund der baulichen Verhältnisse etwas zugig, dann sollte der Sichtschutz gleichzeitig auch Windschutz gewährleisten. Sichtschutzwände aus festen Materialien eignen sich für den Terrassenwindschutz besser als eine Reihe Pflanzkübel.
     
  • Mobilität: Soll der Sichtschutz dauerhaft bzw. fest montiert sein, oder wollen Sie die Möglichkeit haben, das Ganze auch wieder umzustellen oder nur zeitweise zu nutzen? Kübelpflanzen können umgestellt, eine Markise kann aufgerollt, ein Paravent weggestellt werden, doch eine natürliche Hecke ist auf Dauer angelegt, ebenso wie ein Rankgerüst mit Kletterpflanzen, eine fest montierte Sichtschutzwand oder Mauer.
     
  • Ausmaße: Soll der Sichtschutz eine große Terrasse vom Umfeld abgrenzen? Oder nur in eine Richtung, auf einer Seite? Oder braucht es nur einen kleineren Sichtschutz neben den Sonnenliegen oder der Sitzgruppe? Je nachdem wird eher eine umgebende Hecke, die mobile faltbare Trennwand oder eine Reihe bepflanzter Raumteiler in Betracht kommen.

    Optik: Welches Design passt zum Stil der Terrasse bzw. zum angrenzenden Wohnhaus oder Garten? Zur naturnah gestalteten Terrasse passt eher eine "grüne Wand" aus Pflanzen als eine metallisch glänzende Sichtschutzwand / Windschutzwand aus Aluminium, die wiederum im modernen Ambiente gut passt.
     
  • Zusatzfunktionen: Sichtschutzwände können auch als vertikale Gärten gestaltet werden, aber z.B. auch als Kaminholzregal. Ausziehbare Markisen bieten gelegentlich einen zusätzlichen Blendschutz nach vorne, was besonders bei tief stehender Sonne sehr nützlich sein kann.
     
  • Individualisierung: Reicht ein Sichtschutzsystem von der Stange oder soll es eine Variante sein, die noch Möglichkeiten der Individualisierung lässt? Z.B. durch Bemalen, Wandtattoos, Aufhängen von Deko-Elementen, Einbinden von Spiegeln, Blumentöpfen und anderen DIY-Komponenten?

Tipp: Neben den Überlegungen zur Funktion des Sichtschutzes ist auch zu bedenken, wieviel Pflege man leisten möchte: Hecken müssen geschnitten, Kübelpflanzen gegossen und gedüngt, Zäune aus Holz gestrichen oder geölt werden. Wände aus WPC, Glas, Aluminium und Kunststoff muss man dagegen nur abwischen bzw. abstauben, dafür ist ihre Ausstrahlung eine andere als sie ein Sichtschutz aus Naturmaterial oder lebendigem Grün mitbringt.

Gegen Wind und fremde Blicke: Sichtschutzwand und Sichtschutzzaun

Eine Sichtschutzwand ist eine geschlossene Wand aus einem festen Material, ein Sichtschutzzaun kann Lücken und Aussparungen aufweisen - zumindest sollte es so sein. Schaut man sich allerdings die Angebote im Handel an, werden die beiden Begriffe eher nach Belieben verwendet. Es gibt "Sichtschutzwände" aus Naturmaterialien, die eher Zäune sind, andererseits werden "Sichtschutzzäune" aus Kunststoff, Alu oder Holz angeboten, die nicht die geringste Lücke aufweisen und allenfalls durch ihr Relief an einen Zaun erinnern.

Wichtig ist der Unterschied zwischen "Zaun" und "Wand" jedenfalls für den angestrebten Zweck:

  • Als Sichtschutz eignen sich sowohl Wände als auch Zäune, wenn deren Lücken nicht zu groß sind.
     
  • Als Windschutz taugen dagegen nur feste Wände ohne Aussparungen, oder aber Zäune, die zusätzlich von Kletterpflanzen dicht berankt werden.

Sichtschutzwände und Sichtschutzzäune werden in verschiedenen Materialen angeboten: Aus Holz, Bambus und Flechtmaterialien, aus WPC, Kunststoff, Aluminium, Stein (Gabionen) und sogar aus Glas. Ihre Verwendung bietet einige Vorteile:

  • Der Sichtschutz ist schnell installiert und sofort komplett.
  • Viele Materialien, insbesondere Kunststoff, Metall und Glas sind langlebig und sehr pflegeleicht.
  • Man muss sich nicht um pflanzliche Ansprüche kümmern wie Standort, Abstände, Pflege und Beschnitt.
  • Die Auswahl ist so groß, dass sich für jeden Terrassenstil eine passende Variante findet.
  • Wände aus Naturmaterialien (Holz, Geflechte) lassen sich individuell gestalten, mit Pflanzen beranken oder mit Deko-Materialien ergänzen.
  • Der Markt bietet auch Stecksysteme aus unterschiedlichen Modulen, so dass auch bei Wänden und Zäunen aus Kunststoff und WPC eine Individualisierung möglich ist.

Wie hoch sollte eine Sichtschutzwand sein? Im allgemeinen geht man von einer durchschnittlichen Höhe von 170 cm bis 190 cm aus. Je nach Zweck tut es manchmal auch eine geringere Höhe, wenn z.B. nur ein Liegebereich vor Blicken geschützt werden soll.

Rechtliche Vorschriften: Wenn die Sichtschutzwand gleichzeitig Grundstücksgrenze ist, müssen Sie die bau- und nachbarschaftsrechtlichen Vorschriften zu Höhe und Abstand zum Nachbarn beachten, die von Bundesland zu Bundesland verschieden sind (das gilt auch für Hecken!). Erkundigen Sie sich sicherheitshalber beim Bauamt Ihrer Gemeinde, bevor Sie eine Sichtschutzwand an der Grenze errichten!

Welche Materialien für Sichtschutz und Windschutz?

Wer sich für eine feste Sichtschutzwand oder einen Sichtschutzzaun entscheidet, hat die Qual der Wahl zwischen den vielen angebotenen Materialien und Modellen. In aller Kürze stellen wir im Folgenden einige Materialien vor, die besonders häufig für Sichtschutzwände verwendet werden.

  1. Sichtschutzwand und Sichtschutzzaun aus Holz
    Wände und Zäune aus Holz gehören noch immer zu den beliebtesten Modellen, da das Naturmaterial Holz gut zu Gartenterrassen passt und auch in "naturfernen" Terrassen eine besonders wohnliche Atmosphäre unterstützt. Da es mit Luft, Sonne und Feuchtigkeit reagiert, vergraut Holz im Lauf der Zeit - ein Effekt, den viele schätzen, dem aber durch regelmäßiges Streichen bzw. Lasieren oder Ölen auch entgegen gewirkt werden kann. Optik, Stabilität und Lebensdauer hängen von der gewählten Holzart ab: je hochwertiger, desto langlebiger, aber auch teurer (Lärche, Eiche, Teak FSC®-zertifiziertes Hartholz). Meist bestehen die Sichtschutzwände aus engmaschigen Holzgeflecht, das auch gestalterischen Ansprüchen genügen soll. Daher gibt es vielerlei Versionen, nämlich als Dichtzaun, Rankzaun oder Flechtzaun, oft versehen mit Schmuckelementen wie Bögen, Ausschnitten, Stufen- und Randstreifen.
    Als Windschutz sind lediglich Dichtzäune bzw. Holzwände ohne Lücken geeignet.
     
  2. Natürliches Flechtmaterial: Sichtschutzzäune aus Rattan, Haselnuss und Weide
    Geflochtenes Naturmaterial wirkt besonders "anheimelnd" und passt gut in naturnahe Gärten. Der Handel bietet Sichtschutzwände aus naturbelassener Weide, aus robustem Haselnussgeflecht und natürlichem Rattan. Auch Material-Mix-Elemente aus Flechtwerk, das auf Metallrahmen geflochten ist gibt es in gradlinigen und geschwungenen Ausführungen. Neben den naturbelassenen Varianten sind auch farbig gebeizte Weiden-Sichtschutzwände aus geschälter Weide erhältlich.
     
  3. Sichtschutzwände aus Bambusrohr und Bambusmatten
    Bambusrohr ist ein derzeit sehr im Trend liegendes Material, das in Stärken zwischen unter einem Zentimeter bis zu dicken 17 cm zu Sichtschutzmatten und Sichtschutzwänden verarbeitet wird. Bambus ist umso langlebiger, je voluminöser und dicker das Rohr ist. Preiswerte Matten aus dünnem Bambusrohr gibt es als Rollenware im Baumarkt. Damit lässt sich z.B. ein Maschendrahtzaun schnell blickdicht machen, doch halten diese dünnen Matten nicht allzu lange, je nach Witterung, der sie ausgesetzt sind. Auf der anderen Seite des Spektrums liegen fertige Wandmodule, die aus sehr dicken Bambusrohren gefertigt sind und viele Jahre halten, aber auch entsprechend teuer sind.
     
  4. Sichtschutzzäune aus Kunststoff
    Neben den Naturmaterialien erfreuen sich auch Sichtschutzwände und Elemente aus (Fenster-)Kunststoff zunehmender Beliebtheit. Sie punkten durch ihre Pflegeleichtigkeit und ihr geringes Gewicht. Kunststoffwände und Spaliere, die man noch beranken lassen kann, sind in den verschiedensten Optiken erhältlich: angelehnt ans Naturmaterial ("Holzoptik") oder durchgefärbt in einer Farbe. Das bei Gartenmöbeln so erfolgreiche Flechtmaterial Polyrattan ist ebenfalls als Sichtschutzwand erhältlich, meist auf Rahmen aus Aluminiumrohr gespannt.
     
  5. Sichtschutzwände aus Glas
    "Satiniertes" Glas ist eine besonders stylische Sichtschutzvariante, die gleichzeitig guten Windschutz bietet und tatsächlich blickdicht ist. Glas-Sichtschutzwände sind aus Sicherheitsglas gefertigt, dass bei Beschädigung in viele kleine, nicht scharfkantige Stücke zersplittert - man muss sich also keine Sorgen über Schnittverletzungen machen, es passiert in der Regel nichts, wenn man mal dagegen stößt.
     
  6. Sichtschutzwände aus Beton
    Beton ist ein Material, das sich in fast jede Form bringen lässt, also gibt es auch Sichtschutzwände aus Beton, die als große Platten geliefert werden und wahlweise in Beton-, Stein- oder auch Holzoptik erhältlich sind. Sie sind langlebig, blick- und winddicht, und bedürfen keiner Pflege, doch ist der Aufwand für Lieferung und Aufbau wegen des Gewichts relativ hoch.
     
  7. Sichtschutzwand aus Stein (Gabione)
    In den letzten Jahren wurden Gabionen in der Garten- und Grundstücksgestaltung immer beliebter: Drahtkörbe aus engem Maschendraht halten die jeweilige Form, in die dann Steine gefüllt werden. Als Sichtschutz dienen Gabionen in Mauerform. Achten Sie darauf, ein System zu wählen, das sich individuell in Höhe und Breite nach Ihren Bedürfnissen ausrichten lässt! Auch geschwungene Gabionen-Mauern sind möglich - in vielen Gärten sind Gabionen nicht nur Sichtschutz, sondern auch ein echter Hingucker!
     
  8. Sichtschutzzäune aus WPC und BPC.
    "Nie wieder streichen!" - so wirbt der Handel für das robuste Material WPC und BPC, aus dem vielgestaltige Sichtschutzwände und Zäune gefertigt werden. Die Materialien wurden als Alternative zum Tropenholz entwickelt, da die Nachfrage in diesem Bereich groß, das Angebot jedoch beschränkt ist. Die Buchstaben WPC stehen für Wood-Plastic-Composite (Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff). Es handelt sich um einen thermoplastisch verarbeiteten Materialverbund aus unterschiedlichen Anteilen von Holzmehl, Kunststoffen und Zusätzen. Bei BPC wird anstatt Holzmehl Bambusmehl verwendet. Das Ergebnis der innovativen Herstellungsprozesse sind Materialien, die optisch Holz- bzw. Bambus-Optik zeigen, jedoch gegen die Unbilden der Witterung deutlich beständiger sind als das Holz bzw. der Bambus, die ansonsten für Zäune verwendet werden.

Daneben gibt es weitere Materialien, z.B. Metall (Aluminium, Cortenstahl) oder Keramik, die allerdings eher Nischenprodukte sind. Ein vorhandener Metallzaun lässt sich zudem mit einflechtbaren Sichtblenden nachträglich blickdicht machen.

Die Kosten der Sichtschutzwand / des Sichtschutzzauns

Da die verschiedenen Materialien in unterschiedlichen Qualitäten und ebenso unterschiedlicher Verarbeitung angeboten werden, lassen sich dich Kosten eines Sichtschutzes (feste Wand oder Zaun) nur beispielhaft angeben. Wir zitieren hier OBI, einen führenden Baumarkt, der für einige Sichtschutzzäune und Wände folgende Preise angibt:

  • Holz: ab ca. 17 €/laufender Meter
  • WPC: ab ca. 85 €/laufender Meter
  • Kunststoff: ab ca. 106 €/laufender Meter
  • Metall: ab ca. 160 €/laufender Meter
  • Beton: ab ca. 54 €/laufender Meter
  • ab ca. 139 €/laufender Meter

Der Ausgewogenheit und Vollständigkeit halber beispielhafte Preise für einige weitere Sichtschutz-Elemente vom Baumarkt HORNBACH:

  • aus Weide: Sichtschutzelement mit Rankgitter 180 x 180 cm: 99 €
  • aus Holz: 180 x 180 cm, kesseldruckimprägniert: 49,95 €
  • aus Glas: Zaunelement 90 x 180 cm, satiniert, 90 x 180 cm: 169 €
  • Zaungabione (Set), 200 x 280 cm, ohne Steinfüllung: 399,00 € (Steine dazu 99 €)

Die Preise wurden am 27.3.2019 recherchiert und können sich jederzeit ändern bzw. schon geändert haben.

Grüne Wände als Sichtschutz: Hecken und  Kletterpflanzen

Eine "grüne Wand" wirkt unübertroffen natürlich und sieht von allen Seiten gut aus. Ein Sichtschutz aus immergrünen, zu Zeiten auch blühenden Sträuchern und Hecken mit dichtem Laubwerk eignet sich vor allem dann, wenn die Grenze der Terrasse auch gleichzeitig Grundstücksgrenze ist bzw. zum Nachbarn oder zur Straße hin Schutz bieten soll. Kletterpflanzen eignen sich für alle Größen und Formen eines Sichtschutzes, doch benötigen sie meist Kletterhilfen unterschiedlicher Stärke.

Die Hecke als Sichtschutz

Eine klassische Hecke benötigt ausreichend Platz auch in der Tiefe, denn die meisten Heckenpflanzen sind ausladender als man zunächst denkt. Ist die Hecke erst einmal groß und dicht, bietet sie meist auch einen guten Windschutz. Allerdings benötigt sie Pflege und in vielen Fällen auch Geduld, bis sie entsprechend groß gewachsen ist.

  • Thujas bzw. Lebensbäume sind in allen Größen recht preiswert und deshalb als schnelle Lösung beliebt, da sofort eine blickdichte "grüne Wand" entsteht. Zu beachten ist allerdings der erhebliche Wasserbedarf, denn diese Bäume entstammen nördlichen Regenwäldern, brauchen also ein feuchtes Klima und viel regelmäßige Bewässerung. Wird das vernachlässigt, werden sie schnell braun und sterben ab - und austauschen ist nicht einfach, da die Wurzeln ineinander wachsen.
     
  • Einheimische Hecken wie z.B. Liguster, Hartriegel, Kirschlorbeer, Eibe, Rotbuche, Hainbuche und die immergrüne Stechpalme sind nachhaltiger, brauchen aber mehrere Jahre, bis der Sichtschutz komplett ist. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf, welche Hecken in Ihrer Gegend gut wachsen: Was im milden Süden gedeiht, gedeiht nicht zwingend auch im kühlen Norden!
     
  • Schnelle Hecken für Ungeduldige bietet der Handel mittlerweile in vielen Varianten. Die sogenannten "Fertighecken" gibt es zum Beispiel als komplette Buchenhecken-Module, wahlweise 1,20 oder 1,70 cm Meter hoch. So hat man sofort Sichtschutz, gleichzeitig aber auch eine an den Standort angepasste pflegeleichte Gartenhecke. Ölweiden, Portugiesischer Kirschlorbeer, Stechpalmen, Feuerdorn, Blutbuche und Heckenkirschen sind ebenfalls als Fertighecke erhältlich.

Eine heckenähnliche Alternative ist Bambus, der zur Zeit im Trend liegt: Robust, immergrün und schnell wachsend ergibt er einen exotisch anmutenden Sichtschutz, der im Sommer komplett ist, nachdem man die einjährigen Triebe im Frühjahr kräftig zurück geschnitten hat. Bambus bietet auch Lärmschutz, doch braucht er viel Wasser und manche Arten sind hierzulande nicht wirklich winterhart. Schirmbambus (Fargesia) gilt als besonders unkompliziert, auch weil er keine störenden Ausläufer bildet wie die Bambuspflanzen der Gattung Phyllostachys.

Kletterpflanzen als Sichtschutz

Für einen Sichtschutz auf der Terrasse, der nur einen Teil abschirmen soll, kommen Kletterpflanzen in Betracht - vor allem dann, wenn nicht gleichzeitig ein effektiver Windschutz benötigt wird. Je nachdem, was die Pflanzen zum Klettern benötigen, unterscheidet man

  1. Selbstklimmer (z.B. Wilder Wein, Efeu, Kletterhortensie), die an festen Wänden, Mauern und geschlossenen Sichtschutzzäunen ohne weitere Hilfen hochranken. Anfangs kann man ihren Aufwärtsdrang mit Leitschnüren unterstützen. (Dank des massiven Untergrunds ergibt sich so natürlich auch ein guter Windschutz, an dem die Rankpflanze selbst allerdings keinen Anteil hat).
     
  2. Ranker (z.B. echter Wein, Clematis) benötigen Rankgitter aus Holz oder Metall, auch Zäune mit schmalen Streben und Drahtseilkonstruktionen erklimmen sie mit ihren speziellen Rankorganen.
     
  3. Schlinger (z.B. Winden, Geißblatt, Blauregen) sind Schlingpflanzen, die mit ihren Trieben Zäune oder senkrecht gespannte Drähte links oder rechtsdrehend umwachsen. Kräftige Schlinger wie der Blauregen brauchen starke Stützkonstruktionen, da seine Äste auf Dauer recht schwer werden.

Je nachdem, ob der Sichtschutz von Dauer sein soll oder man gerne Abwechslung hat, kann man sich für Einjährige oder dauerhafte Kletterpflanzen entscheiden. Einjährige Kletterpflanzen wie Feuerbohnen, Trichterwinden, Kapuzinerkresse und Passionsblume wachsen schnell, so dass der Sichtschutz im späten Frühjahr und Sommer komplett ist. Die dauerhaften Kletterer (z.B. Efeu, immergrünes Geisblatt, wilder Wein und Blauregen) benötigen dagegen mehrere Jahre, um zu voller Größe und Schönheit heran zu wachsen.

Recht beschränkt ist die Auswahl an dauerhaften immergrünen Kletterpflanzen, die auch im Winter ihr Laub nicht abwerfen. Efeu, Kirschlorbeer und Geißblatt sind hierzulande die einzigen verlässlich "Immergrünen", doch auch sie verändern in harten Wintern ihre Optik nicht zum Vorteil, erholen sich aber im Frühjahr wieder. Es spricht allerdings nichts dagegen, Einjährige zu verwenden, denn meist nutzen wir ja selbst die Terrasse hauptsächlich in der warmen Jahreszeit und nicht im kalten Winter!

Einen mobilen Sichtschutz mit Kletterpflanzen können Sie erschaffen, indem Sie einen großen Pflanzkasten mit Rankgitter nutzen, wie er im Handel in vielen Formen angeboten wird. Räumlich ist diese Variante nicht sehr ausladend, doch um einen kleinen Bereich vor Blicken zu schützen reicht diese  Lösung oft aus. Wenn Sie zusätzlich Rollen darunter montieren, können Sie den Sichtschutz sogar nach Belieben verschieben.

Tipp: Detailliertere Infos zu vielen verschiedenen Kletterpflanzen und den benötigten Rankhilfen finden sich auf Gartendialog.de.

Schnell fertig und mobil: Ein Sichtschutz aus Kübelpflanzen

Wer möglichst schnell Sichtschutz benötigt, aber keine feste Wand aufstellen will, hat mit Kübelpflanzen viele Gestaltungsmöglichkeiten. "Grüne Wände" aus Pflanzkübeln sind hoch flexibel, denn sind leicht umzustellen - ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn z.B. neue Nachbarn einen Sichtschutz an anderer Stelle erforderlich machen oder eine Sitzgruppe ihren Standplatz verändern soll.

Dank grüner oder auch blühender Bepflanzung bietet diese Variante auch alle Vorteile, die lebendiges Grün für die Wohnqualität mitbringt: Pflanzen verdunsten Wasser und kühlen die Luft, was den Aufenthalt auf der Terrasse in heißen Sommern deutlich angenehmer macht. Zudem wirken lebende Pflanzen freundlicher und bringen ein Stück Natur auf die Terrasse, was insbesondere Terrassen, die nicht an einen Garten grenzen, deutlich aufwertet. Im Unterschied zur Sichtschutzwand aus festen Materialien bedürfen Kübelpflanzen allerdings der Pflege - ein Aufwand, den man jedoch in Grenzen halten kann, z.B. mit dem Einsatz von Bewässerungssystemen.

Welche Pflanzen eignen sich als Sichtschutz?

"Kübelpflanze" ist kein botanischer Begriff, denn im Prinzip lassen sich alle Pflanzen, die im Garten wachsen würden, auch im Pflanzkübel kultivieren, sofern die Kübelgröße zur Pflanze passend gewählt wird. Im Prinzip gedeihen also auch alle gängigen Heckenpflanzen im Kübel, z.B.

  • als Nadelgehölze Thujas, Kiefern, Tannen, Fichten, Eiben
  • als Laubgehölze Ahorn, Buchen, Kirschlorbeer, Haselstrauch
  • als blühende Büsche Flieder, Schneeball und große Hortensien.
  • auch winterharte Bambus-Sorten kommen in Frage, die jedoch im Kübel einen zusätzlichen Winterschutz benötigen wie etwa eine Isolation aus Styropor, eine Kokosmatte oder eine Verkleidung des Kübels mit Luftpolsterfolie.
  • Ziergräser wie z.B. Chinaschilf oder Federgras ergeben einen besonders luftig-leichten Sichtschutz von hohem Zierwert.

Die vom Handel angebotenen Fertighecken-Module lassen sich ebenfalls in großen Pflanztrögen kultivieren und ergeben eine "schnelle Hecke", die allerdings auch ihren Preis hat.

Wenn "Winterhärte" keine Rolle spielt, weil Sie über ein Winterquartier für Ihre Terrassenpflanzen verfügen, ist die Auswahl geeigneter Gewächse schier unendlich! Sowohl die beliebten mediterranen Pflanzen als auch Pflanzen aus tropischen und subtropischen Gebieten kommen in Betracht, wenn ihr Überwintern in einer temperierten Umgebung gesichert ist.

Zur Auswahl und Überwinterung finden Sie viele Anregungen in unserem speziellen Ratgeber zur Kultivierung nicht winterharter Pflanzen, der die Frage "Wie überwintern welche Pflanzen?" im Detail beantwortet.

Tipp: Wenn Sie sich für pflanzlichen Sichtschutz entscheiden, müssen in jedem Fall die klimatischen Verhältnisse (Sonne, Schatten, Halbschatten) des künftigen Standorts auf der Terrasse beachtet werden, damit die Pflanzen auch gedeihen und nicht nur kümmern. Lassen Sie sich im Zweifel im Gartenfachhandel beraten, um Enttäuschungen zu vermeiden!

Welche Pflanzkübel für die "grüne Wand"?

Die Auswahl an Pflanzkübeln verschiedenster Größe und Materialien ist heute zum Glück riesig, die Zeiten der frostempfindlichen Terrakotta-Kübel ist zum Glück vorbei. Um sich für den Sichtschutz auf der Terrasse zu eignen, muss ein Pflanzgefäß folgende Anforderungen erfüllen:

  1. Die Größe muss zur Bepflanzung passen und genügend Raum für die Wurzelentwicklung bieten.
     
  2. Der Pflanzkübel oder Pflanztrog muss winterfest sein, also frost- und wetterfest und somit unempfindlich gegenüber sämtlichen Unbilden der Witterung. Ist die Terrasse überdacht, kommen auch Kübelmodelle für den "geschützten Außenbereich" in Betracht.
     
  3. Material und Design der Pflanzgefäße sollten zum Stil der Terrasse passen - und natürlich müssen die Modelle Ihnen gefallen!

Die Höhe der Pflanzkübel für den Sichtschutz ist entscheidend für die Wahl der Sichtschutzpflanzen:

  • in niedrigen Pflanzkübeln und Pflanztrögen (bis 50 cm) lassen sich hoch wachsende Pflanzen, Bäume, Hecken und Büsche kultivieren
  • in hohen Pflanzkübeln erreichen Sie auch mit niedrigen bzw. mittelhoch wachsenden Pflanzen schnell einen ausreichenden Sichtschutz z.B. für eine Sitzgruppe oder als "grüne Balustrade" rund um die Terrasse.

Zur Wetterfestigkeit und zu geeigneten Pflanzkübelmaterialien verweisen wir auf die speziellen Ratgeber

Aus dem VIVANNO-Sortiment werden der Pflanzkübel BLOCK in Würfel- oder eckiger Säulenform, der massive Pflanztrog MAXI, sowie der schlanke Raumteiler ELEMENTO besonders gerne als Sichtschutz genutzt. Deren schlichte, geometrische Formen harmonieren mit vielen Terrassenstilen und Bepflanzungen. Da es sich um eckige Pflanzkübel handelt, können die Kübel fugendicht aneinander gereiht oder eher locker nebeneinander aufgestellt werden. Oft reicht Letzteres völlig aus, da durch die jeweiligen Gewächse die Lücken geschlossen werden. Es ist letztlich Geschmacksache, welche Aufstellvariante Sie bevorzugen!

Alle genannten Kübelmodelle stehen in mehreren outdoor-kompatiblen Materialien zur Verfügung: von Fiberglas, Holz, Zink, Edelstahl, Cortenstahl und Kunststoff bis hin zu trendigen Varianten aus Beton und Fiberzement. Das macht es möglich, die praktischen Sichtschutz-Kübel in verschiedene Terrassenstile zu integrieren:

  • Zum natürlichen Stil und zum Landhausstil passen Pflanzgefäße aus Polyrattan und Holz besonders gut, doch harmonieren auch Kübel im Beton-Design sehr schön mit dem naturnahen Ambiente. Auch zweckentfremdete Gefäße kommen in Betracht: die alte bepflanzte Zinkwanne oder auch - derzeit im Trend - bepflanzbare Säcke aus festen Textilien.
     
  • Zu modern gestalteten Terrassen passen Pflanzkübel aus Edelstahl, Beton, Fiberglas, aber auch Polyrattan, wenn z.B. auch Lounge-Möbel aus Polyrattan vorhanden sind.
     
  • Auf der romantischen Terrasse können weiße, runde beleuchtete Pflanzkübel nicht nur zum Sichtschutz beitragen,sondern des Abends für eine geradezu mystisch romantische Stimmung sorgen.

Tipp: Zur Frage "Welches Material für den Sichtschutz aus Pflanzkübeln?" lesen Sie mehr in unseren Ratgeber Pflanzkübel-Materialien: Von Fiberglas bis Wasserhyazinthe, der die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Kübel im Detail beschreibt.

Fragen und Antworten

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